Ich hatte das Glück, mit drei Freunden Karten für Volbeat ergattert zu haben. Diese haben vergangenen Freitag am Residenzplatz vor 12.500 Leuten gespielt. Man mag kaum glauben, dass überhaupt so viele Menschen dort hinpassen. Vor allem, da es letztes Jahr bei den Konzerten am Residenzplatz „nur“ 10.000 waren und die Bilder schon recht voll aussahen. Mit Security, Helfern, Rettungskräften und so weiter waren es sicherlich knapp 13.000 Menschen. Menschenmassen sind ja normalerweise gar nicht das Meine. Aber wenn man schon mal die Gelegenheit hat, am Residenzplatz ein Konzert zu sehen, dann muss man hin. Da führt kein Weg daran vorbei.
Zugegebenermaßen kannte ich Volbeat vorher nur vom Hörensagen. Ich bin jetzt nicht unbedingt der Metalhörer, aber man muss gelegentlich etwas Neues probieren. Also habe ich mir ein paar Alben angehört und die Artist-Essential-Playlist auf Apple Music. Ich war ganz angetan. Ihre früheren Werke klingen zwar alle recht ähnlich, mit immer wiederkehrenden Akkorden, Rhythmen und so weiter, aber die späteren Sachen hatten einen Taug. Wer die Vorband sein würde, erfuhr man relativ spät. Darauf habe ich mich allerdings nicht besonders vorbereitet. Denn als mir Freund J. den Namen schickte und ich den gleich in der Mittagspause mit Kollegen auf YouTube googelte, grölte mir aus den Lautsprechern ein bärtiger Mann entgegen und das dazugehörige Video hätte eine Epilepsie-Warnung vertragen können. Death Metal. Herrlich.
Nun machten wir uns am Freitag also zu viert nachmittags auf den Weg in die Stadt. Wir hatten einen Tisch im Sternbräu reserviert, um uns vor dem Konzert noch etwas zu stärken. Das Sternbräu ist immer eine Empfehlung wert. Aufgrund der Größe des Lokals bekommt man meistens auch einen Platz. Allerdings war es an diesem Tag sehr gut, reserviert zu haben. Man erkannte die Konzertbesucher deutlich heraus, aufgrund der einheitlichen schwarzen T-Shirts oder einschlägigen Bedruckungen. Ein alkoholfreies Bier und ein Kalbs-Naturschnitzel mit Reis und Salat später machten wir uns gegen 19 Uhr auf zum Residenzplatz. Wir waren alle skeptisch, was die Vorband anbelangte, und da diese um kurz vor sechs starten sollte, wollten wir mal kurz von draußen reinhören und im Zweifel noch eine Runde gehen. Es tat sich allerdings nichts. Also betraten wir das Gelände.
»Fulci«, so der Name der italienischen Death-Metal-Band, war so nett, auf unser Ankommen zu warten. Denn kaum waren wir im Gelände und hatten uns Plätze rechts hinten ausgesucht, fingen sie auch schon an zu spielen. Ich kann vieles nachvollziehen, Death Metal gehört nicht dazu. Zwar kann ich das Talent des Sängers anerkennen, sich bei all dem Gegröle die Stimme nicht zu versauen, aber trotzdem werde ich kein Fan. »Eye full of Maggots«, »Matul Tribal Cult« und »Tropical Sun« werden keine neuen Dauerbrenner meiner Playlist. Die Videos dazu, die auf der Leinwand hinter der Band abgespielt wurden, waren keinen Deut besser. Zum Glück dauerte dieses Spektakel lediglich eine halbe Stunde.
Dann startete um 20 Uhr Volbeat. Ich dachte schon, vorher waren viele Menschen da, aber scheinbar hatten mehrere die Idee, sich die Vorband zu sparen und erst zu Volbeat ins Gelände zu gehen. Denn ab da war der Platz wirklich gut gefüllt. Man muss ihnen zugutehalten, dass sie die Banger gleich zu Beginn gespielt haben. Zumindest waren viele Highlights dabei. Wenn 12.000+ Menschen anfangen zu klatschen, ist das schon beeindruckend, vor allem wenn man weiter hinten steht und das komplette Spektakel sieht. Das Gute am Residenzplatz ist, dass er in der Mitte etwas nach unten geht. So kann man von hinten über all die Menschenmassen drüberschauen. Links und rechts von der Bühne gab es große Bildschirme, die das Treiben auf der Bühne einfingen. Es war eine gute Show, und ich bin sehr froh, gegangen zu sein.
Ich werde jetzt wahrscheinlich kein großer Volbeat-Fan, aber allein in dieser Location ein Konzert gesehen zu haben, war beeindruckend. Diese Art von Konzert hatte ich noch nicht oft, in dieser Größe noch seltener, aber es hat sich wirklich ausgezahlt. Wir sind etwas früher gegangen, um den Menschenmassen etwas aus dem Weg zu gehen. Beim Verlassen des Geländes stellte sich heraus, dass am Mozartplatz sicherlich nochmal ein- bis zweitausend Menschen standen. Die Sicht ist gar nicht mal so viel schlechter – dank der Bildschirme. Nächstes Jahr wird es also dort einen Platz für uns geben. Touristisch und besuchermäßig war Volbeat in Salzburg wohl ein voller Erfolg. Und für mich ein großartiger Einstieg in die Urlaubswoche.


