Verbindungslos unterwegs

Ich hatte mir Donnerstag und Freitag Urlaub genommen. Denn was ist besser als ein Feiertag mitten in der Woche? Richtig, ein fünftägiges Wochenende. Den ersten Urlaubstag habe ich gleich gut genutzt, um Vormittag einige Erledigungen zu machen und mich ab Mittag mit Freund J. in Salzburg zu treffen und den ein oder anderen Stadtberg zu erkunden. Es war warm, sonnig – nichts sollte einem wunderbaren Tag im Wege stehen. Doch auf dem Weg zum Zug bin ich auf einen fatalen Fehler in meinem Plan aufmerksam geworden: Mein iPhone lag daheim am Ladekabel angesteckt und hatte beim Verlassen des Hauses nicht den Weg in meine Hosentasche gefunden.

Ich war allerdings schon sehr pünktlich in Richtung Zug unterwegs und wollte nicht mehr umdrehen und riskieren, zu spät zu kommen. Also war ich die nächsten 8 Stunden ohne Smartphone unterwegs. Das Einzige war die Apple Watch am Handgelenk, aber die hat keine Mobilfunkverbindung nach draußen, von daher war ich seit langem mal wieder ohne Handy außer Haus. Ich weiß nicht, wann mir das letzte Mal so etwas passiert ist, aber es ist sicherlich schon ewig her. Was ich regelmäßig mache, hauptsächlich im Sommer, ist, meine Spaziergänge ohne iPhone zu bewältigen, da die Watch sowieso meine Podcasts gespeichert hat, von daher brauche ich da sonst nichts. Denn die grundlegende Frage ist ja, hat ein Workout wirklich stattgefunden, wenn es nicht auch aufgezeichnet wurde?

Jedenfalls war es durchaus eine interessante Erfahrung, einen ganzen Tag ohne Smartphone zu verbringen. Zwischendurch hat es mir schon gefehlt, muss ich sagen, und man hat immer wieder das Gefühl, etwas verpasst zu haben oder wichtige Nachrichten nicht zu bekommen. Außerdem hätte ich gerne ein paar Fotos gemacht, da die Kulisse am Kapuzinerberg atemberaubend schön war und wir mal wieder ein neues Lokal entdeckt haben. Doch dieses Gefühl legte sich aber so allmählich und ich werde mich auch so an diese Dinge erinnern und ein iPhone in der Hand zu haben, hätte die Erfahrung vielleicht ein klein wenig getrübt.

Was ich allerdings auch sagen muss, ist, dass es jetzt keine quasi-religiöse Erfahrung war, so wie es vielleicht manche berichten, die gezwungen sind, mal einen Tag ohne Smartphone auszukommen. Dafür nutze ich es einfach von vornherein zu wenig. Ich habe es weder ständig in der Hand, noch bin ich in sozialen Netzwerken unterwegs. Es hat allerdings mal wieder gezeigt, dass man sich auf manche Menschen verlassen kann. Denn wenn etwas ausgemacht ist, dass man sich zum Zeitpunkt x an Ort y trifft, dann wird das auch so gemacht und nicht noch irgendwie kurzfristig verschoben – außer es träte ein Notfall ein. Eine schöne Bestätigung.

Schließlich bin ich am Abend zu Hause angekommen und es kam die Ernüchterung, dass ich nichts verpasst habe. Das Haus stand noch, es gab keine dringenden Nachrichten – ein ganz normaler Tag. Aber es hat mir gezeigt, wie oft man zwischendurch kurz zum Smartphone greift, nur um etwas zu tun oder sich kurz abzulenken, ohne dass man wirklich etwas Konkretes macht; sei es einen Artikel lesen oder den nächsten Podcast aussuchen. Es gilt manchmal, die kleinen langweiligen Momente zwischendurch auszuhalten, denn das sind vielleicht genau diejenigen Momente, in denen man Ideen hat oder zur Ruhe kommen könnte und sich entspannen. Ich habe für mich entdeckt, dass nun öfter zu versuchen, wer weiß, was man findet.