Eigentlich mag ich es nicht, für mehrere Tage vorzuschreiben. Zumindest nicht, wenn es zu viele Tage werden, für die ich bereits einen Text vorbereitet habe. Zwar ist es ein gutes Gefühl, ein paar Tage Puffer zu haben, aber ab einer gewissen Anzahl an Texten, die man vorgearbeitet hat, verliert ein täglicher Blog etwas an Unmittelbarkeit. Außerdem ist eine ständige Frist durchaus förderlich für die Kreativität, was die Themen anbelangt; die kreativen Muskeln werden besser bedient; zumindest habe ich ein besseres Gefühl, wenn ich regelmäßig schreibe, anstatt viele Texte auf einmal rauszuhauen. Allerdings arbeite ich für dieses Wochenende, wo dieser Text erscheinen wird, sehr gerne etwas vor, da ich Besuch von zwei sehr guten Freunden bekomme.
Der letzte Besuch ist schon eine Weile her und seitdem habe ich mit Freund J. so einiges Neues in Salzburg entdeckt und erlebt. Ich habe ja bereits des Öfteren darüber berichtet, wie sehr mich diese Stadt immer wieder begeistert. Es gibt so viel zu sehen, zu erleben; die Geschichte ist bemerkenswert und vielschichtig, die Lokale interessant und die Ausblicke fantastisch und unvergleichlich. Natürlich schwärme ich bei den regelmäßigen Telefonaten ebenso sehr davon (ich sage Telefonate, meine tatsächlich aber Zoom-Gespräche, aber ich mag das alte Wort in neuem Gewand gerne verwenden – es hat einen gewissen Charme).
Besonders natürlich von der Stamm-Weinbar, die ich fast wöchentlich aufsuche und mich ebenso immer wieder begeistert, wie Salzburg selbst. Die Atmosphäre, die Menschen, die Weine und die Speisen sind eine einzigartige Kombination, von denen man nicht anders kann, als davon schwärmen. Wenn man allerdings über längere Zeit immer wieder begeistert von etwas berichtet, so steigt damit sicherlich die Erwartung von den Menschen, die man irgendwann dahin bringen möchte, um mit ihnen diese tollen Erlebnisse zu teilen.
Aber wie so oft ist es natürlich unfair, zu einem gewissen Teil jedenfalls. Denn ich verbinde schon viele tolle Erinnerungen, Erlebnisse und Gespräche mit dieser Weinbar, wie mag es da wohl sein, komplett frisch hinzugehen. Aber auch das finde ich interessant. Jemandem dieses tolle Lokal zu zeigen und die Reaktionen mitzubekommen. Unterm Strich sind es natürlich die Menschen, die einen Abend ausmachen und nicht die Lokalität an sich. Es sind die abwechslungsreichen, teils tiefgründigen Gespräche und das Philosophieren über die unterschiedlichsten Themen, aber auch die banalsten oder lustigen Momente, die am Ende in Erinnerung bleiben.
Ich freue mich schon sehr auf das Wochenende. Aber genauso wichtig wie die Menschen, mit denen man die Tage und Abende verbringt, ist es für mich immer wieder die Spontanität in den Momenten, die ebenso zentral ist. Nicht mit einer festen, vorgefertigten Idee an etwas herantreten, sondern es sich offen halten, überrascht zu werden. Dann ist es schon fast egal, was man macht oder wo man hingeht; es verspricht auf jeden Fall ein interessantes Erlebnis zu werden.