Ich bin mir bislang nicht ganz sicher, worauf ich mit diesem Text heute hinaus will, aber es ist ein interessantes Gedankenexperiment bzw. eine Idee, die ich nicht unerwähnt lassen wollte. Etwas, das mir im Kopf herumschwirrt. Es geht um ein Thema, vielleicht auch einen Themenkomplex, den ich immer wieder in verschiedenen Punkten erwähne. Sei es David Foster Wallace This is water oder die Idee, dass man sich immer wieder das 100-jährige Selbst ins Gedächtnis rufen soll, um Entscheidungen besser fällen zu können. Bei letzterem geht es darum, Entscheidungen nicht nur aus dem Moment und aus der aktuellen Laune heraus zu treffen, sondern sich Gedanken darüber zu machen, was man zukünftig selbst darüber denken würde, wenn man auf das Leben zurückblickt.
Aber heute, wie auch in This is water, geht es mir nicht um die egoistische Perspektive auf einen selbst, sondern um die Welt, in der wir leben und die Orte, die wir einnehmen. Wenn man nämlich den Blick erweitert, heraus zoomt, wenn man so will, dann sind wir alle ein Teil Geschichte. Ein Teil einer größeren Erzählung und jede*r einzelne von uns trägt ein Kapitel dazu bei. Beispielsweise die Gegenstände, die wir zurücklassen, die wir verschenken oder irgendwo platzieren; es sind immer auch Erinnerungen, die zurückbleiben.
Deshalb mag ich auch so Bilder gerne, wie das des Pale Blue Dot, über das ich bereits einmal geschrieben habe (Ein blasser, blauer Punkt). Es relativiert so manche Probleme, Herausforderungen, Gedanken und Schwierigkeiten, die man vielleicht mit sich herumträgt. Manches erscheint dann nicht mehr so wichtig oder leichter zu ertragen. Gleiches gilt, denke ich, wenn man darüber nachdenkt, dass man selbst ein Teil der Geschichte der Menschheit und der Erde ist – im Großen wie im Kleinen. Mit allem, was wir tun und machen oder eben nicht, tragen wir dazu bei, wie es mit uns weitergeht.
Was werden zukünftige Generationen über uns denken? Was wird in Büchern zukünftig besprochen werden? Welche Themen sind relevant oder was, das wir heute als unausweichlich, undenkbar wichtig erachten, wird in Zukunft gar keine Rolle mehr spielen? Antworten gibt es darauf nur wenige bis keine. Aber trotzdem empfand ich die Idee als einen interessanten Gedankenanstoß.