Beim Redigieren alter Texte für meine Donnerstags-Kolumne »geek-planet« fällt mir immer wieder auf, dass ich am Ende von Absätzen oder am Ende von Texten gerne auf drei Punkte zurückgegriffen habe. Als ob ich etwas anteasern wollte, das ich aber doch nie wirklich einlöse. Denn was kündigen sie wirklich an? Dass der Text weitergeht? Dass das Thema erneut aufgegriffen wird? Unwahrscheinlich.
Mittlerweile mache ich das hoffentlich nicht mehr, denn es ist eine wirklich absurde Weise, Texte spannender gestalten zu wollen. Entweder der Text gibt es natürlicherweise her, weil er eben so verfasst ist oder eben nicht. Aber drei mysteriöse Punkte am Ende, machen einen Text weder spannender noch motivieren sie Leser*innen dazu, den nächsten ebenfalls zu lesen. Es ist eine lustige Beobachtung, die mir in den vergangenen Wochen immer wieder bewusst geworden ist.
Was mich allerdings letzten Endes wirklich davon überzeugt hat, dass es sich um eine billige, absurde Technik handelt, um Dinge spannender zu machen, ist Critical Role. Zwar schaue ich die Reihe schon länger nicht mehr, aber bei einem Dungeon, den die Crew durchforstet hat, sind sie auf einen überzeichneten, narzisstischen Historiker oder Archäologen gestoßen. Dieser hat verschiedenste Statuen von sich anfertigen lassen, die ihn in unterschiedlichsten Situationen darstellen. Die Beschriftungen endeten stets mit »…«. Matthew Mercer, der Dungeon Master und Spielleiter, hat diese Texte stets mit einer solchen Belustigung gesprochen; ich konnte gar nicht anders, als deren Irrsinn zu realisieren.
Deshalb hoffe ich inständig, dass ich es mir in den vergangenen Jahren, in denen ich als technischer Redakteur und Blogger gereift bin, abgewöhnt habe, auf dieses unsägliche Stilmittel zurückzugreifen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel …