Den Geist entlasten

Vor ein paar Wochen habe ich schon einmal darüber berichtet, dass ich meine Wohnung etwas entmistet habe (Verkaufsstrategie). Das mache ich ein- bis zweimal im Jahr. Dabei suche ich mir Bücher, DVDs und Blu-Rays heraus, manchmal auch elektronische Geräte, die ich nicht mehr benötige, und schicke diese zu diversen Ankaufsstellen. Meistens Rebuy oder Momox, da diese es einem sehr einfach machen.

Doch nach der aktuellen Aufräumaktion hat es mich noch unter den Fingern gejuckt. Es hat nicht gereicht. Es störten mich weiterhin die vielen ungelesenen Bücher, die herumstanden. Dazu muss man wissen, dass ich die schwierige Angewohnheit habe, mir immer gleich ganze Reihen von Büchern zuzulegen. Statt mir beispielsweise das erste Buch der The High Republic Publikationsinitiative von Star Wars zu kaufen, besorge ich mir lieber gleich die ganze Reihe. Dazu durchforste ich ebay oder Gebrauchtwarenläden und hole mir diese günstig. Oder auch die alten Star Wars Bücher, die nun unter dem Legends-Label laufen. Stephen King und Warhammer sind ebenso Namen bzw. Franchises, wo ich erstmal versuche, Reihen zu vervollständigen.

Das führt dazu, dass sich über die vergangenen Jahre viele Bücher und Buchreihen angesammelt haben, die nur darauf warteten, gelesen zu werden. Ich lese zwar oft und regelmäßig, aber zu diesen angehäuften Vorsätzen bin ich nicht wirklich gekommen. Oder ich hatte einfach keine Lust dazu, die 21-teilige New Jedi Order Reihe zu lesen. Vor allem auch deshalb, weil es davor noch zig andere Bücher gegeben hätte, die es zu lesen galt, um die chronologische Reihenfolge der wichtigsten Post-Episode-VI-Bücher einzuhalten.

Nach vielen Jahren habe ich mich indessen dazu überwunden, all diese Bücher zu verkaufen und wegzuschicken. Gleiches gilt für diverse Warhammer-Romane und andere Bücher, die sich angesammelt haben und mir quasi indirekt ein schlechtes Gewissen einreden wollten. Es ist schon erleichternd, sich dieses Gefühl zu entledigen. Es schafft nicht nur Platz in den Regalen und Zimmern, sondern befreit ebenso den Geist. So ist wieder Platz für Neues.

Zwar bediene ich mich weiterhin gerne der HumbleBundles zu unterschiedlichen Schwerpunkten, doch das sind digitale Bücher, die nicht ständig in meinem Blickfeld sind. Sie liegen auf einer Festplatte und warten darauf, dass mich die Muse küsst und ich Lust bekomme, in ein bestimmtes Universum einzutauchen. Und vor allem ist es um einiges günstiger, als sich die Bücher in gedruckter Form ins Regal zu stellen. Ich bin zwar grundsätzlich ein Freund von gefüllten Bücherregalen, aber man muss es ja nicht übertreiben.

So bin ich diesen Monat 81 Bücher, 37 BluRays bzw. BluRay-Boxen, 3 Spiele und 1 iPad Mini losgeworden. Per Willhaben kommen dann noch 1 Spiel und die Dungeons & Dragons Regelbücher dazu. Zwar gibt es sicher noch weitere Dinge, die ich nicht mehr benötige, aber fürs Erste sollte das ausreichen. Ein nächstes Projekt steht mir allerdings schon bevor: Spielkarten.

Ehemalige Kollegen und ich hatten uns zeitweilig mit Magic und Yu-Gi-Oh! auseinandergesetzt. Es war zu Zeiten von Corona und man konnte wenig machen; da wendet man sich gerne nostalgischen Hobbys zu. Diese Spielkarten zu sammeln, war eine nette Fluchtmöglichkeit. Aber die ganzen Karten und das Zubehör müssen irgendwann auch mal wieder weg. Leider ist das Verkaufen über CardMarket etwas aufwendiger. Trotzdem werde ich mich in den Wintermonaten darum kümmern.

Wie das abläuft und funktioniert, was ich so reinstelle und welche Karten sich angesammelt haben, darüber werde ich auf jeden Fall berichten. Es ist ebenso eine kleine Reise in die eigene Kindheit und ein Franchise, das mir viel Freude bereitet hat. Mal sehen, was wir alles entdecken.