to the stars and back II

Bevor es an dieser Stelle nächste Woche mit einem neuen queeren Webcomic weitergeht (welchen ich vorstellen werde, weiß ich aktuell noch nicht), möchte ich noch einmal zu to the stars and back zurückkommen. Ende Oktober habe ich diesen großartigen Webcomic vorgestellt (to the star and back). Da habe ich den Autor noch gelobt für die tolle Inszenierung. Sowohl was die Charaktere anbelangt als auch das Tempo der Geschichte. Die Zeichnungen sind dynamisch, die Farbpalette toll und jeder Charakter hat etwas Eigenes an sich. Es findet Humor ebenso Platz, wie ernste Diskussionen über psychische Probleme und schwierige Vergangenheiten.

Jedoch hat to the star and back ein gewaltiges Problem: Es ist vorbei. Habe ich den Webcomic Ende Oktober 2023 noch bis unter die Wolken angepriesen, endet er wenige Wochen später im Dezember auch schon. Ich sammle immer einen Monat etwa Episoden zusammen, um diese in einem Rutsch zu lesen. Völlig unbelastet und frohen Mutes öffne ich eines Sonntagnachmittags im Dezember also die Webtoons-App auf meinem iPad. to the stars and back war noch relativ weit oben auf meiner Leseliste, also kurzerhand auf die Kachel geklickt. Drei oder vier Folgen hatte ich aufzuholen. Nur an der letzten Folge stand in Klammern »(Series Finale)«. Ich war nicht bereit dafür.

Ich will auch gar nicht mehr in aller Breite über diesen großartigen Webcomic schreiben (habe ich erwähnt, dass er wirklich gut ist?). Kang Dae und Bo Seon sind mir im Laufe der Monate und Jahre ans Herz gewachsen. Keiner der beiden lässt sich durch seine Vergangenheit prägen oder als Geisel nehmen. Sie wollen es besser machen. Natürlich kostet das Kraft, Überwindung und eine Bereitschaft anderen Menschen wieder etwas mehr Vertrauen zu schenken. Aber mit der Zeit stärkt das ihr Band immer mehr. Es ist eine schöne Dynamik zwischen den beiden und ich habe sie gerne verfolgt.

Ich habe noch nicht viele Webcomics so lange verfolgt, dass ich ihr Ende erlebt hätte. Oder ich bin zu früh abgesprungen, war nicht konsequent genug beim Lesen, und so weiter. Nach all den Kapiteln, schönen Kommentaren und dem Mitfiebern ist es jedenfalls nicht leicht einen guten Abschluss zu finden. Doch der Autor Peglo schafft einen wunderbaren Absprung. Wir sehen nicht nur die beiden Protagonisten Kang Dae und Bo Seon ein letztes Mal in der Gegenwart, sondern machen am Ende noch einen Zeitsprung von 30 Jahren.

Zeitsprünge sind eine gefährliche Methode, wie ich finde, da viel schiefgehen kann. Allerdings ist der Blick in ihre Zukunft gerade groß genug, damit man ungefähr sehen kann, wo ihre Reise hingeht, was sie erlebt haben und was sie noch erleben wollen. Die Zeichnungen der beiden lassen sie deutlich älter wirken, man erkennt sie im Kern aber doch wieder. Es ist erstaunlich, wie gut dieser Zeitsprung funktioniert. So bleibt es ein optimistisches und hoffnungsvolles Ende. Es lädt zum Spekulieren ein, was sie alles durchgemacht und erlebt haben. Doch was auch immer geschehen sein mag, so kann man sicher sein, sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.