Es trug sich zu, dass ich mich am Samstagnachmittag mit Freund J. in der Schwarzenbergkaserne wiederfand. Wir hatten es endlich mal zu einer Führung der Sprechenden Häuser geschafft, die immer wieder tolle Möglichkeiten an Land ziehen. Sie gehen nicht nur in der Stadt Salzburg herum, sondern bemühen sich ebenso, die äußeren Bereiche mitzunehmen. Bisher ist nur leider immer etwas dazwischengekommen. Immerhin finden die Führungen der Sprechenden Häuser jeden dritten Samstag im Monat statt, es gibt also noch genügend Möglichkeiten, die man zukünftig nutzen kann.
Dieses Mal ging es also in die Schwarzenbergkaserne. Bevor wir uns mit dem Auto auf den Weg zur Kaserne machten, gab es eine Stärkung beim East, welches gleich neben dem Sternbräu zu finden ist. Es ist immer wieder ein tolles Lokal, und die Kellner*innen sind stets freundlich und bemüht. Wir hatten nichts reserviert, was an einem Samstagmittag durchaus riskant ist. Trotzdem bekamen wir für eine Dreiviertelstunde noch einen Tisch, was mehr als ausreichend ist. Etwas Sushi, ein leckeres Lychee-Getränk und schon waren wir wieder am Weg.
Wir hatten noch etwas Zeit, bis wir aufbrechen mussten, also gab es noch einen Kaffee im neuen Lokal Würfelzucker. Es ist ein Lokal voller Gegensätze. Die Einrichtung ist klassisch bis altbacken, aber auf eine doch moderne Art. Viele Pastelltöne, meist Türkis und helle Holzoberflächen wechseln sich ab. Der große Gastraum, mit einer Treppe in der Mitte, ist verwinkelt, aber doch offen. Es fehlen jedoch schallbrechende Elemente, weshalb die Geräuschkulisse etwas seltsam ist, so kam es mir zumindest vor. Das Geschirr, besonders Salz- und Pfefferstreuer und die Zuckerdose am Tisch sind aus grün-weißer Keramik; sie sehen exakt so aus, wie das Geschirr, das meine Oma hatte. Das Personal im Würfelzucker ist jedoch eher jung, freundlich und macht einen tollen Eindruck. Der Kaffee war lecker, der Apfelstrudel herrlich, dazu noch eine Portion Vanilleeis und man war gestärkt für den nächsten Teil des Tages.
Wir fuhren mit dem Auto zur Kaserne. Allein schon deshalb, weil wir erleben wollten, wie der Geleitschutz aussehen würde, dass man ja nicht von dem vorgegebenen Weg abweicht. Mit einem Jeep, der aus einem Indiana Jones Film stammen könnte, wurden wir am Tor abgeholt und zum Wehrgeschichtlichen Museum geführt. Ich konnte mich noch an ein paar Details von früher erinnern. Immerhin habe ich 16 Jahre keinen Fuß mehr dort rein gesetzt – eben seit meinem Grundwehrdienst. Die sechs Monate hatten es durchaus in sich, ich hatte es allerdings auch gut erwischt, muss man sagen. Es hätte um einiges schwieriger und anstrengender sein können. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.
Vor dem Museum wurden erst einmal alle Leute zusammengesammelt, die sich für die Führung angemeldet hatten. Ich hatte schon vermutet, dass es beliebt sein würde und die Sprechenden Häuser haben sicher eine große Stammkundschaft, aber 150 Menschen sind dann doch viel geworden. In fünf Gruppen aufgeteilt, wurden wir durch die Räume des Museums geführt und durften auch einen Blick in den Panzergarten werfen. Wie die netten Herren und Damen des Bundesheeres und diejenigen, die sich in ihrer Freizeit freiwillig im Museum engagieren, sagten, würde eine normale Führung etwa drei bis vier Stunden dauern. Wir hatten pro Station nur 20 Minuten Zeit. Es reichte also für einen groben Überblick und eine kleine Einführung in die Geschichte des Bundesheeres von Salzburg und Österreich. Es waren spannende Einblicke, und ich würde gerne mal wieder hin für eine ausführlichere Tour durch die Räumlichkeiten und mit ausufernden Erläuterungen.
Immerhin ist die Geschichte des Bundesheeres eine wichtige und vielleicht eine, mit der man sich nicht unbedingt beschäftigt. Sie ist jedoch Teil unseres Landes, und wir haben viele Einsätze in der Vergangenheit mitgemacht. Deshalb klang zwar manches vertraut, aber vieles war auch neu. Viele Eindrücke und Informationen geballt auf knapp zwei Stunden. Man merkt schnell (und ich weiß es noch von früher), dass die Welt des Bundesheeres eine eigene ist. Das ist auch verständlich. Ein Militärkomplex muss anders funktionieren, als man es als Zivilist gewohnt ist. Ohne die strengen hierarchischen Strukturen und dergleichen würde ein solches Unternehmen, wenn man es so bezeichnen möchte, schnell auseinanderfallen. Trotzdem wurde natürlich oder leider so manches Klischee ebenfalls erfüllt. Das sollen aber Ausreißer sein, einer alten Garde, die es so hoffentlich nicht mehr in der Menge, sondern nur mehr im Einzelnen gibt. Wir sahen immerhin nur einen winzigen Teil der Kaserne und der Personen darin.
Der Ausflug in die Schwarzenbergkaserne war in vielerlei Hinsicht ein Trip in die Vergangenheit. Sowohl in einer persönlichen, wo ich mich wieder an einzelne Teile meines Grundwehrdienstes erinnerte, als auch in die Geschichte des Landes. Wer die Möglichkeit hat, einmal das Wehrgeschichtliche Museum zu besuchen, das regelmäßig geöffnet hat, sollte diese nutzen.






