Am Mittwoch war ich seit langer Zeit mal wieder im Kino. Ich glaube, das letzte Mal war tatsächlich für Zone of Interest. Wenn jedoch ein Konzert von Hans Zimmer im Kino gezeigt wird, muss man diese Gelegenheit nutzen. Wann hat man schon die Möglichkeit, so viele großartige Soundtracks, die einen bereits das ganze Leben begleiten, vom Meister und seiner Truppe höchstselbst präsentiert zu sehen? Noch dazu in einem Dolby Atmos Saal. Über zweieinhalb Stunden dauert Hans Zimmer & Friends. Es ist ein lohnenswerter Gang ins Kino, der wieder einmal ins Gedächtnis ruft, was dieser Mann schon alles gemacht hat.
Schon während des Konzerts habe ich mir immer wieder gedacht: »stimmt, das hat er ja auch gemacht«. Vorhin habe ich durch seine Discographie auf Wikipedia gescrollt. Hans Zimmer hatte seine Hände in sehr vielen Soundtracks, die man gar nicht mehr am Schirm hat. So sind zweieinhalb Stunden zwar eine lange Zeit, um im Kino zu sitzen, doch es kann nur ein Bruchteil davon gespielt werden, was dieser Mann alles komponiert und entwickelt hat. Natürlich sind in so einem Konzertfilm hauptsächlich die Höhepunkte vertreten. Von Dune, Wonder Woman, Inception, The Dark Knight und Interstellar über Pirates of the Carribean, Gladiator und Dark Phoenix hin zu Dunkirk und The Lion King, waren alle großen Soundtracks dabei.
Es bereitet große Freude, diese tollen Stücke, von denen man meist nur wenige Töne hören muss, um genau zu wissen, um was es sich dabei handelt, live gespielt zu sehen. Die Aufzeichnungen wurden hauptsächlich in Dubai und Umgebung gemacht. Doch es ist nicht nur die Aufzeichnung des Konzerts in der Coca-Cola-Arena, sonst wäre es kein Konzert_film_. Die Band rund um Hans Zimmer spielt an verschiedenen, beeindruckenden Orten. Die Cuts sind immer wieder elegant gewählt und passen zur Musik. Auch wenn es manchmal etwas zu viele Schnitte für meinen Geschmack sind, sorgt das für ausreichend Abwechslung.
Es gibt auch Interviews, genauer gesagt Gespräche zwischen Hans Zimmer und Menschen, mit denen er über die Jahre zusammengearbeitet hat. Natürlich darf Christopher Nolan nicht fehlen. Doch auch andere sind vertreten: Jerry Bruckheimer, Timothée Chalamet, Billie Eilish, Johnny Marr, Pharrell Williams, Denis Villeneuve, Zendaya und mehr führen interessante Gespräche mit Zimmer. Man bekommt so einen kleinen Einblick in das Schaffen des Komponisten und was ihm wichtig ist. In jeder Minute, die dieser Konzertfilm dauert, spürt man die Leidenschaft. Man sieht sie ihm sowohl bei den Auftritten an, als auch bei den Interviews. Es ist ansteckend und eine wahre Freude, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen.
Hans Zimmer & Friends ist eine fantastische Kinoerfahrung, die man sich nicht entgehen lassen darf. Es ist nicht nur eine akustische Erfahrung, sondern ebenso visuell beeindruckend und teils äußerst aufwendig umgesetzt. Man lernt etwas über die Person Hans Zimmer, was ihn motiviert und wie er arbeitet. Es ist eine (viel zu kurze) Zusammenfassung einer jahrzehntelangen Karriere, die hoffentlich noch viele Jahre andauern wird.
