Eigentlich wollte ich aus mannigfaltigen Gründen am Wochenende nicht nach Salzburg. Feucht, schwül, heiß und dazu ein paar tausend Menschen, die sich am Stadtfest goutieren (kann man das so sagen?). Das ergibt eine Mischung, zu der ich mich nicht unbedingt gesellen muss. Hinzu kommt, dass die Fahrt mit der Lokalbahn nach Salzburg im Sommer nicht gerade angenehm ist. Von Klimaanlagen hat da noch niemand etwas gehört; von den unzähligen, schwitzenden Menschen, die sich während des Sommers jeden Tag auf den Sitzen niederlassen, gar nicht erst zu sprechen. Was für ein wunderbares mentales Bild. Also schnell weiter.
Alles gute Gründe, nicht nach Salzburg zu fahren, aber es zog mich dann doch hin. Hauptsächlich deshalb, weil mein aktuelles Leuchtturm1917-Notizbuch (A5, gepunktet, Softcover) sich dem Ende nähert und nun ein neuer Monat begonnen hat. Es musste also ein neues her. Zwar habe ich vor ein paar Wochen welche direkt beim Hersteller geordert, aber der Versand ist alles andere als schnell und es war absehbar, dass die Bestellung nicht mehr rechtzeitig ankommen wird. Zum Glück habe ich vergangene Woche beim Schlendern durch die Straßen gesehen, dass es eine Papeterie in der Grießgasse gibt, die Notizbücher von Leuchtturm1917 verkauft. Also machte ich mich vor neun Uhr morgens auf den Weg in die Stadt, um noch vor den Menschenmassen wieder zu Hause zu sein.
Freund J. hatte ebenfalls Zeit, also konnte man noch genüsslich einen Spaziergang durch die Stadt machen, bevor das Geschäft um 10 Uhr seine Pforten öffnete. Natürlich durfte etwas Kaffee nicht fehlen. Nach der – etwas ausgearteten – Shoppingtour durch das kleine Geschäft gab es noch Eis und einen weiteren Kaffee. Das Coffeehouse bietet zudem sehr leckeren, selbst gemachten Eistee an. Sehr empfehlenswert.
Es war durchaus seltsam, vor dem Beginn des Stadtfestes an diesem Tag durch die Stadt zu gehen. Viele Straßen waren gesperrt und man musste den inneren Instinkt unterdrücken, sich ausschließlich am Gehsteig zu bewegen. Vor allem über die Staatsbrücke und die direkt anschließenden Straßen zu gehen, war interessant. Normalerweise hat man hier eine unterschwellige Angst, jederzeit von Bussen oder wahnsinnigen Autofahrern überfahren zu werden; nun entspannt mitten auf der Straße zu gehen, war ein besonderes Gefühl. Es standen Biertische für die Gäste bereit, und jedes noch so kleine Geschäft hatte eine Bar vor der Tür. Für die Läden zahlt sich das Fest mit Sicherheit aus.
Pünktlich zu Mittag saß ich dann schon wieder im Zug auf dem Weg nach Hause. Inklusive einer vollen Einkaufstasche. Wie angedeutet, habe ich mir nicht nur das eine A5, Softcover Notizbuch mit Punkteraster gekauft. Ich habe noch ein Bullet Journal mitgenommen, ein paar A6-Notizbücher, die ich sicherlich auch irgendwann brauchen werde und B6-Notizbücher, deren Zweck sich mir zwar noch nicht erschlossen hat, der mir aber sicherlich einfallen wird. Man merkt, ich habe eine gewisse Schwäche für Leuchtturm1917-Produkte. Sie sind qualitativ hervorragend, kosten zwar entsprechend mehr Geld, aber in meinen Augen sind sie das auch wert.
Hinzu kommt: wenn man einmal einen Hersteller für sich entdeckt hat, muss man sowieso bei diesem bleiben. Moleskin hat andere Formate als Leuchtturm, beispielsweise. Was ich nicht verstehe. Die DIN-Formate wurden erfunden, damit man einen gewissen Standard etablieren kann. Im Regal sieht es doch bescheuert aus, wenn mit jedem neuen Notizbuch eine andere Größe und Breite Einzug hält. Deshalb bleibe ich bei Leuchtturm1917. Für mich ist A5 ein ideales Format. A6 verwende ich für meine tägliche Bullet-Journal-Praxis. Es ist kompakt und lässt sich leicht mitnehmen. Wenn dann noch irgendwann die Bestellungen (man beachte die Mehrzahl) von Leuchtturm1917 eintreffen, sollte ich für die nächsten Monate gerüstet sein. Das Zeug war auch teuer genug.


