Der tägliche Text

Jeden Tag einen Text zu schreiben, ist nicht so einfach. Und in den vergangenen Wochen war mein Schreibverhalten sehr unregelmäßig. Nicht jeder Tag hat einen neuen Text hervorgebracht. Manchmal habe ich eine ganze Woche lang nichts geschrieben. Dafür sammelte ich die Woche über Ideen und habe dann an einem Tag fünf oder gar sieben Texte geschrieben. Das kann man kurzfristig machen, wenn es eine hektische Woche ist, aber auf Dauer möchte ich wieder zu der Regelmäßigkeit, täglich zu schreiben, zurückkehren.

Es muss nicht jeder Text einer für das Blog werden. Es können Experimente mit Geschichten sein, etwas, das ich für mich selbst schreibe, oder etwas ganz anderes. Vor kurzem habe ich einen Text veröffentlicht, der genau 100 Tage vor Weihnachten veröffentlicht wurde: am 15. September. Als ich den Text vor ein paar Wochen schrieb, wusste ich bisher nicht, was ich mit diesen 100 Tagen anfangen soll. Ich wollte mir aber ein Ziel setzen. Und 100 Tage täglich zu schreiben, so banal es klingen mag, wenn man ein tägliches Blog betreibt, ist genau das, was ich machen möchte. Dabei ist es egal, was es ist. Hauptsache, es wird Text zu analogem oder digitalem Papier gebracht.

Eine andere Sache, die mir am täglichen Schreiben so gut gefällt, ist die Idee, dass man sich jeden Tag verbessern kann. Wenn man jeden Tag etwas veröffentlicht, wird nicht alles ein brillanter Geisteserguss sein. Manches ist besser, manches ist schlechter. Aber man hat jeden Tag, Woche für Woche und Jahr um Jahr die Chance, es besser zu machen. Das motiviert mich. Tägliches Schreiben macht etwas mit einem selbst. Es verändert, wie man über die Welt denkt; Man läuft mit offeneren Augen herum. Ständig schreibe ich mir Ideen auf, trage sie mit mir herum, lasse sie reifen oder aber ich schreibe einfach darauf los (mein favorisiertes Vorgehen), eben das, was mir gerade in den Sinn kommt.

Bald neigt sich das zweite Jahr des Blogs dem Ende zu und ich habe noch keinen Tag verpasst. Ich denke auch nicht daran, aufzuhören. Und selbst wenn zwischendurch die Lust daran etwas durchhängt, so motiviert es doch, sagen zu können, dass man seit Jahren einen Blog betreibt und noch kein Tag vergangen ist, an dem man nichts veröffentlicht hat. Das treibt mich an, motiviert und inspiriert mich. Es wird zum Selbstläufer, zur Routine, und doch ist jeder Tag erneut spannend, interessant und lädt ein, Neues zu entdecken.