Mönchsberg

Ende Oktober habe ich mit Freund J. endlich mal wieder eine Führung in Salzburg gemacht. Die letzte konnte leider krankheitsbedingt nicht besucht werden. Ansonsten waren keine allzu spannenden dabei. Aber die Flaute fand ihr Ende mit einer Führung über den Mönchsberg. Unser Guide war wieder einmal die wunderbare Irene Gramel. Ich mag ihre Art, Führungen zu gestalten, sehr gerne. Es wirkt ungezwungen und ihr Wissen über die Personen, Geschehnisse, Anekdoten und Gerüchte aus der Geschichte scheint keine Grenzen zu kennen.

Gestartet sind wir vor dem Museum der Moderne. Bereits hier haben wir wieder neue Dinge gelernt. Denn meist geht man vom Museum aus nach links in Richtung Festung. Doch dass man auch rechts um das Gebäude gehen kann und sich dort weitere Wege, Aussichtspunkte und Kunstwerke verstecken, war mir nicht bewusst. Das muss auf jeden Fall in Eigenregie weiter erkundet werden. Ebenfalls unbekannt war mir eine Funktion eines Kunstwerks, das gleich neben dem Museum zu finden ist. Das hohe, spitz zulaufende Häuschen (wenn ich das so bezeichnen darf) aus Metall legt sich nämlich schlafen, wenn das Museum geschlossen hat. Ich habe das noch nie gesehen. Ebenfalls etwas, das beizeiten nachgeholt und überprüft werden muss.

Weiter ging es über die Verteidigungsmauern, vorbei an der Stadtalm, durch den Wald und hin zur Burg, bevor wir kurz vor der Festung eine Abzweigung nahmen und den Abstieg wagten. Dazwischen gab es immer mal wieder nette Kleinigkeiten zu entdecken. Seien es kleine Kunstwerke, die in Mauern versteckt sind, oder erstaunliche Erkenntnisse, wann die Gebäude errichtet wurden. Manche davon sind moderner, als man ihnen zutrauen würde. Man orientierte sich an alter Architektur, sodass sie hervorragend in das Festungsbild passen. Knapp über zwei Stunden waren wir unterwegs. Mal wieder waren es spannende und mehr als genug Informationen. Doch das mag ich an solchen Führungen. Und mit der Zeit zieht man dann doch Querverbindungen, lernt die Personen Jahreszahlen zuzuordnen. Im Salzburg-Buch müsste ich auch mal wieder weiterlesen, um das Wissen noch einmal zu festigen und zu vertiefen.

Eine süße Begegnung gab es auf dem Weg auch noch. Überall am Mönchsberg sieht man Eichhörnchen. Diese sind gerade erstaunlich aktiv und bereiten sich wahrscheinlich auf den Winter vor. Wenn man vom Museum der Moderne in Richtung Festung geht, hat man kurz vor der Festung einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft. Genau hier stand ein etwas karg aussehender, einsamer Baum. Er hatte schon die meisten Blätter verloren, wirkte aber stabil. In der untersten Astgabel baute gerade ein Eichhörnchen seinen Kobel. Aus Blättern, Ästen und sonstigem Zeugs baute es seine kleine Behausung. Ich konnte es sogar dabei beobachten, wie es mit den Vorderpfoten einen langen, dünnen Ast festhielt, mit den Zähnen durchbiss und dann zum Kobel hochtrug. Wirklich erstaunlich. Wer also Eichhörnchen beobachten möchte, wird im Herbst am Mönchsberg sicherlich fündig.