Letztens habe ich bei einem Spaziergang die vergangenen Wochen und Monate etwas Revue passieren lassen. Immerhin neigt sich das Jahr langsam aber sicher dem Ende zu. Es ist erstaunlich. Vor kurzem kam es mir noch vor, es sei Ende des Sommers, und nun sind wir quasi im Winter angekommen. Die Tage sind merklich kürzer. Zu dieser Dunkelheit gesellt sich die Kälte und man zieht sich mehr in die eigenen vier Wände zurück. Doch Spaziergänge müssen sein. Besonders wenn es neblig ist oder man sonst wenig Sonne abbekommt, sind sie für mich eine einfache Möglichkeit, in gute Stimmung zu kommen. Einem unterhaltsamen Podcast dabei zu lauschen, hilft natürlich auch.
Jedenfalls habe ich die vergangenen Wochen und Monate Revue passieren lassen. Es war ein erstaunliches Jahr. In vielerlei Hinsicht. Ich durfte vieles erleben und sehen, konnte einige Konzerte besuchen und habe weiterhin meinen täglichen Blog mit Texten versorgt. Dazwischen waren natürlich auch anstrengende Phasen. Situationen, die mich ausgelaugt haben und die es zu überwinden galt. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich zwar Begriffe wie »auslaugend«, »anstrengend«, »überfordernd« oder dergleichen verwendet habe, jedoch auf eine Beurteilung verzichtet habe. Natürlich waren diese Lebensabschnitte nicht lustig, aber sie per se als schlecht zu bezeichnen, ist mir nicht eingefallen. Darüber bin ich sehr froh.
Denn auf irgendeine Art haben mich diese Situationen ebenso weitergebracht wie die, die man vielleicht als positiv einordnen würde. Natürlich tut es manchmal gut, sich über etwas wortstark auszulassen. Doch immer nur schimpfen, jammern und etwas als bescheuert zu bezeichnen, hilft nicht wirklich weiter. Denn wenn etwas anstrengend ist oder man aus der Komfortzone herausgerissen wird, wächst man über sich hinaus. Man wird gezwungen, mit etwas fertig zu werden und damit klarzukommen. Wir tendieren vielleicht zu oft dazu, Dinge, Situationen und mehr in klare Kategorien einordnen zu wollen. Das ist nicht immer notwendig. Manchmal kann man es einfach auch nur als das bezeichnen, was es ist, und auf Kategorien wie »gut« oder »schlecht« verzichten.