Rip it!

Ich habe bereits des Öfteren davon berichtet, dass ich mir eine neue Musikbibliothek aufbauen möchte. Eines meiner neuen Hobbys, welches ich Ende 2025 entdeckt habe, ist tatsächlich Musik. Im Spezielleren ein bewussteres Auseinandersetzen damit. CDs zu kaufen, diese zu digitalisieren, meiner Bibliothek hinzuzufügen und dann anzuhören. Mich intensiver oder genauer damit zu beschäftigen, statt beliebig aus Millionen von Songs einen auszuwählen. Zwar sind Streaming-Dienste gut, um neue Sachen zu entdecken, aber mein Hauptaugenmerk liegt auf einer eigens kuratierten Sammlung, die auch mir gehört. Doch wie digitalisiert man Musik im Jahre 2026?

Mein MacBook Pro hat kein CD-Laufwerk. Die Herausforderung beginnt also schon einmal damit, die CD irgendwo einlegen zu können. Ich habe mir bei Amazon ein günstiges, gut bewertetes Laufwerk geklickt. Die Marke heißt Amicool, habe ich noch nie zuvor gehört, aber bisher leistet es gute Arbeit. Einfach per USB-C anschließen und es kann losgehen. Nun liegt die CD also drin, das MacBook erkennt: Da ist etwas, was nach Musik riecht, und startet Music. Ich könnte jetzt Music die Arbeit überlassen und den Import hier starten, aber ich möchte mehr Kontrolle darüber haben.

Deswegen habe ich mir die Software XLD installiert. XLD steht für »X Lossless Decoder: Lossless audio decoder for Mac OS X«. Ein kleines, einfaches, aber doch äußerst mächtiges Stück Software. Es bedient sich der Informationen, die Apple Music über die CD gefunden hat (wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, wird man aufgefordert, auszuwählen, welche CD eingelegt ist). Ich habe etwas online gesucht, welche Einstellungen empfohlen werden, und mich an diesen orientiert. Zuerst wollte ich FLAC als Standard verwenden und von da aus die benötigten Formate ableiten. Aber warum nicht gleich den CD-Standard verwenden? Speicherplatz ist 2026 doch kein Problem mehr. Also rippe ich die CDs im Format AIFF. Dabei handelt es sich um ein lossless-Format, welches so auch auf der CD vorhanden ist, wenn ich es richtig verstanden habe.

Das Rippen dauert ein wenig, aber irgendwann hat man alle Alben, Singles und Co. auf dem Rechner. Was macht man nun damit? Als Erstes konvertiere ich die lossless AIFF-Dateien nach ALAC (Apple Lossless Audio Codec). Diese Dateien kann ich dann in Apple Music importieren, sie werden hochgeladen und ich kann von allen meinen Geräten darauf zugreifen. Wichtig dabei ist, dass man überall einstellt, dass man lossless herunterladen und streamen möchte. Ob ich mir einen separaten Player für Musik hole, weiß ich noch nicht. Ich liebäugle mit einem gemoddeten iPod Classic, aber es gibt auch moderne Alternativen. Aber diese Entscheidung eilt ja nicht.

Im Moment ist meine Hauptsoftware für Musik also weiterhin Apple Music. Allerdings habe ich meine alte Bibliothek exportiert und dann aus der Bibliothek gelöscht. Außerdem habe ich sämtliche über das Streaming-Angebot gespeicherten Alben entfernt. Ich wollte mit einer leeren Bibliothek starten. Ich teste allerdings auch Alternativen wie Swinsian oder MusicBee. Leider gibt es MusicBee nicht für Mac und muss über Crossover laufen. Das ist mir aber zu teuer. Vielleicht kommt doch noch eine macOS-Version; ich würde es sehr begrüßen.

Die Frage ist auch, wenn ich mir einen Musik-Player kaufe, wie ich darauf die Musik speichere. Kopiert man diese einfach rüber oder können manche mit Software wie MusicBee oder Swinsian kommunizieren? Damit beschäftige ich mich, wenn es so weit ist. Für heute wollte ich nur einmal kurz meinen Prozess des CD-Rippens darstellen. Ich besitze meine Musik. Trotzdem kann ich diese Rippen und so überall anhören. Retro, aber mit einem modernen Touch.