Einmal im Monat gehe ich aus Gründen zur Fußpflege. Ich mag diese Termine immer sehr gerne. Mit der Kosmetikerin unterhalte ich mich über alle möglichen Themen. Teilweise überschneiden sich Interessen, manchmal bekomme ich so Neuigkeiten aus dem Ort mit, die ich ansonsten vielleicht verpassen würde. Das macht diese Termine sehr angenehm und zu einem regelmäßigen Highlight. Seit Jahren gehe ich dorthin. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Themen »Games Workshop« und »Warhammer« aufkommen sollten. Doch wie erklärt man jemandem Warhammer, wenn diejenige noch nie davon gehört hat? Wo fängt man an?
Ich glaube, ich habe einen miserablen Job gemacht. Das wäre dasselbe, wie wenn ich jemandem »Comics« als Konzept, das Spiel »Elden Ring« oder Klemmbausteine als Hobby erklären müsste. Wobei ersteres und letzteres noch einfacher wären. Bei Klemmbausteinen hat man etwas Lego als Referenz und Comics hat jeder schon einmal gesehen. Doch bei Warhammer eine Referenz? Da wird es sehr schnell äußerst dünn. Zieht man Star Trek oder Star Wars heran, so fühlt es sich falsch an. Dafür bin ich dann zu sehr im Thema drin, als dass sich diese beiden fiktiven Universen als Vergleich anbieten würden.
Welchen Bereich des Hobbys sucht man sich überhaupt aus? Erklärt man zuerst das Setting, muss man die ganzen Fraktionen darlegen. Wenn man das macht, erklärt man, ehe man sich versieht, die letzten 40.000 Jahre der menschlichen Geschichte, die zu Warhammer 40k geführt haben. Bei »Age of Sigmar« bin ich nicht genug im Thema drin, um mich detailliert damit auszukennen. Und wenn man schon die Geschichte der Universen erzählt, müssen auch der Warp und die Chaosmächte beschrieben werden. So redet man schließlich Stunden über nur den einen Aspekt des Hobbys. Man könnte sich auch auf das Bemalen der Figuren konzentrieren oder auf das Spielen. Aber auch das kann rasch eskalieren. Schließlich gibt es noch die Bücher, Magazine, YouTube-Kanäle und Zusammenkünfte. Spontan mit dieser Frage konfrontiert zu sein, hat mich überfordert.
Wie würde ich also heute, mit ein paar Wochen Abstand, das Hobby erklären? Ich weiß es immer noch nicht. Aber wahrscheinlich würde ich zuerst auf die Vielseitigkeit des Hobbys eingehen. Warhammer (egal ob Science-Fiction, Fantasy oder beides) ist ein sehr vielschichtiges Hobby. Es kann kurzerhand zum zentralen Hobby werden, mit dem man am meisten Zeit verbringt – relativ gesehen, zu anderen Interessen, Freizeitbeschäftigungen und Verpflichtungen. Aber ich schweife ab. Da ich seitdem wieder angefangen habe, Warhammerfiguren zu bemalen und Fotos von meinen Fortschritten zu machen, könnte ich diese zeigen. So kann man sich etwas darunter vorstellen. Insofern wäre dieser Teil des Hobbys recht schnell erklärt. Man kann die unterschiedlichen Fraktionen darstellen. Anschließend kann man mit diesem Basiswissen das Setting genauer darlegen, welches durch regelmäßig erscheinende Editionen, Erweiterungen und Bücher ausgebaut wird. Insofern könnte eine durchaus kohärente Erklärung entstehen.
Dafür, dass ich in den vergangenen Wochen immer wieder darüber nachgedacht habe, wie die Frage »Was ist Warhammer?« am besten zu beantworten wäre, entstand der letzte Absatz doch eher spontan. Für einen groben Überblick ist das sicherlich ausreichend. Ich merke auch gerade, dass der Titel des Textes vielleicht etwas irreführend ist, da ich nicht erkläre, was Warhammer ist, sondern wie die Erklärung aufgebaut sein könnte, wenn man jemandem gegenübersitzt, der oder die noch nie davon gehört hat. Für die intensivere und vor allem selbstständige Auseinandersetzung damit, außerhalb eines spontanen Gesprächs, gibt es allerdings genug Artikel und Videos, die man heranziehen kann.
