Neues Jahr, neue Armee

Magazine sind eine unterschätzte Form, sich mit Hobbys auseinanderzusetzen. Glaube ich zumindest. Immerhin finden sich in Supermärkten in der Nähe der Kassen jede Menge Zeitschriften und Magazine. Und wer weiß, wie viele Leute solche Inhalte mittlerweile digital konsumieren? Ich habe auch das ein oder andere im Abo, allerdings digital. Doch ich mag das Gefühl, Papier in der Hand zu haben. Magazine einfach durchblättern zu können, bei einem Text oder Bild hängen zu bleiben – das ist etwas Großartiges.

Als ich wieder mit Warhammer angefangen habe und dem Bemalen von Miniaturen, habe ich mir die verfügbaren »White Dwarf«-Ausgaben von Games Workshop bestellt. Leider (oder zum Glück) waren nur die letzten drei Ausgaben verfügbar – darunter diejenige zum 50. Jubiläum von Games Workshop. Auch das Magazin »White Dwarf« gibt es seit dem Ende der 70er und es ist seither ein wesentlicher Bestandteil der Warhammer-Marken. Man erfährt neue Regeln, wird über neue Figuren informiert, die Community stellt Figuren vor und Fragen an die Redaktion, und es werden spannende Geschichten aus den Warhammer-Welten erzählt. Das Magazin dient auch als Inspiration. Es gehört für mich zum Hobby dazu.

Eine der Ausgaben, die ich erworben hatte, beschäftigt sich mit dem Thema, eine neue Armee zu beginnen. Die Ausgabe vom Dezember 2025 bietet dafür durchaus gute Richtlinien. Der Artikel fokussiert sich nicht nur darauf, welche Fraktionen und Möglichkeiten es gibt, sondern zieht es von einer anderen Seite auf, nämlich der Spieler-Perspektive. Welche Strategien wendet man am liebsten an? Ist man eher aggressiv oder zurückhaltend? Setzt man gerne Magie ein oder baut man auf brutale Muskelkraft? Will man den Gegner überrennen oder strategisch vorgehen? Anhand verschiedener Fragen hangelt man sich immer weiter vor, bis man eine mögliche neue Armee für sich entdeckt hat. Ich halte das für sehr gut gemacht, weil es die verschiedenen Strategien in den Vordergrund rückt und man sich daraufhin entscheiden kann.

Seit Jahrzehnten habe ich Warhammer nicht mehr gespielt. Aber es wäre durchaus reizvoll. Das Problem ist nur, dass ich keine wirkliche Armee zusammenbringe. Ich male immer das, was mich am meisten interessiert. Hier ein paar Blood Angels, dort ein paar Sylvaneth aus der Fantasy-Ecke von Warhammer, hier ein paar Dämonen. Auch die Bases gestalte ich bei jedem Trupp, den ich bemale, anders. Ich mag die Abwechslung und möchte nicht unbedingt hunderte Figuren und Fahrzeuge auf dieselbe Weise anmalen. Trotzdem ist es mein Ziel, dieses Jahr eine Armee zusammenzubringen. Die Frage ist nur: Wo fängt man an? Soll ich komplett neu anfangen? Auf bestehende Figuren aufbauen, die ich habe? Die Entscheidung wurde mir irgendwie abgenommen.

Aus Versehen habe ich eine Ultramarines-Armee angefangen. Klingt jetzt vielleicht etwas langweilig, wenn man sich mit Warhammer auskennt, da Ultramarines (die blauen Figuren) die Aushängeschilder von Warhammer sind, aber was soll’s. Irgendwo muss man ja anfangen. Es begann mit dem Terminator-Trupp und einem Dreadnought, die ich aus irgendeinem Grund in den Farben der Ultramarines bemalen wollte. Bei Games Workshop gab es dann noch klassische Figuren als made-to-order-Vorbestellung. Auch hier habe ich mich für die Helden der Ultramarines entschieden. Außerdem kommt demnächst noch Titus, bekannt aus dem Videospiel »Space Marine 2«, an, da dieser bei einer Charakter-Enzyklopädie dabei war. Mir bleibt erstmal also nichts anderes übrig, als eine Ultramarines-Armee aufzubauen. Immerhin gibt es verschiedene Techniken, die man beim Bemalen anwenden kann.

Chaos würde mich natürlich auch interessieren. Es gibt tolle Dämonen und Figuren oder Charaktermodelle der Primarchen (allen voran Fulgrim in seiner transformierten, schlangenähnlichen Gestalt). Deshalb fällt es mir so schwer, mich für eine Fraktion und eine Armee zu entscheiden. Es gibt zu viele coole Sachen. Aber zumindest werde ich die Bases der verschiedenen Fraktionen zukünftig immer gleich gestalten. So sollte im Laufe der Zeit durchaus etwas zustande kommen. Es würde mich auch interessieren, ein eigenes Space-Marines-Chapter aufzustellen und zu kreieren, mit einem eigenen Hintergrund und einer eigenen Geschichte. Mal sehen, ob mir hierzu etwas einfällt.

Das ist das Tolle an Warhammer. Das Hobby hat viele verschiedene Aspekte und bietet immer wieder andere kreative Abenteuer an.