Letzten Samstag war der Welttag der Fremdenführer. Dieser wird seit einigen Jahren in Salzburg begangen. Es wird eine Führung angeboten, für die man sich lediglich eine Zählkarte holen muss. Dafür spendet man am Ende für einen guten Zweck. Die Führung findet alle 10 Minuten statt, das heißt, es kommt wahrscheinlich jede und jeder Fremdenführer*in in Salzburg einmal dran. Das Konzept kommt immer wieder gut an – da musste ich natürlich mitmachen.
Dieses Jahr stand Mozart im Mittelpunkt. Die Führung begann beim Mozarteum, ging weiter in Richtung Mozarts Wohnhaus und endete schließlich in dem Gebäude selbst, durch das man ebenfalls geschickt durchgeführt wird. Als ich am Ende mit Freund J. bei einem leckeren Essen über die Führung philosophierte, stellten wir fest, dass wir noch nie eine Führung zu Mozart im Speziellen hatten. Zwar kommt er natürlich in den allgemeinen Führungen vor und ist immer wieder ein Randthema, wenn etwas über die Geschichte der Stadt erzählt wird, aber wirklich monothematisch über Mozart hatten wir es noch nie. Deshalb waren auch ein paar neue Dinge dabei, und es hat sich auf jeden Fall bezahlt gemacht, eine Tour mitzumachen.
Wir hatten auch Glück und haben eine Führung um kurz nach 12 Uhr mittags erwischt, bei der nur 5 Personen, inklusive uns, teilnahmen. Jetzt hat man alles gut mitbekommen, es ging rasch voran und es hat sich eine gute Atmosphäre entwickelt. Das Einzige, was gleich am Anfang dieser Atmosphäre einen Dämpfer gegeben hat, waren zwei der Teilnehmer*innen. Unser Guide hatte noch keine zwei Sätze gesagt, da wurde sie auch schon korrigiert, dass es nicht nur „Mozarteum“ hieße, sondern „Internationale Stiftung Mozarteum“. Der ältere Herr hat Wert darauf gelegt, weil er immerhin Jahrzehnte dort gearbeitet hat Völlig außer Acht lassend, dass dieses Detail egal ist, hat ihn unser Guide darauf hingewiesen, dass sie darauf hinkommen wollte. Zwei Sätze später wurde sie erneut unterbrochen. Dieses Mal von einer Dame, die meinte, den Geburtsmonat von Mozart besser zu kennen. Spoiler: tat sie nicht.
Die Fremdenführerin hat sich aber zu wehren gewusst und die Bemerkungen gekonnt pariert. Der Dame mit dem falschen Geburtsmonat hat sie angeboten, die Führung zu übernehmen. Den älteren Herrn hat sie während der Führung immer wieder angesprochen mit „… aber wie sie ja wissen …“. Den Fakt oder die Geschichte, die sie wiedergegeben hat, hat er natürlich nicht gewusst. So lässt man lästige Leute anlaufen. Alles richtig gemacht. Ich finde es eine Unverschämtheit, jemanden nach nicht einmal zwei Minuten derart zu unterbrechen. Wie wichtig muss man sich vorkommen, um bei solch einer Führung damit Eindruck machen zu wollen? Vor allem mit Fakten, die vollkommen egal sind oder am Ende gar nicht richtig sind. Das ruiniert die Stimmung und sorgt für eine schwierige Atmosphäre. Aber die Fremdenführerin hat beide Kommentare geschickt abgewehrt. Ich war durchaus froh, genau diese Führung mitgemacht zu haben.