Ungebrochene Faszination

Es war im Jahre des Herrn 2022, als FromSoftware unter der kreativen Leitung von Hidetaka Miyazaki ihr bisheriges Magnum Opus veröffentlichte: Elden Ring. Ich schreibe bewusst „bisherigen Magnum Opus“, da es immer Luft nach oben gibt und wer weiß, was sich das Studio zukünftig noch ausdenken wird. Als Soulsborn-Spiel eigentlich eher in einer Nische des Gamings beheimatet, wurde Elden Ring zu einem sensationellen Erfolg. Soulslikes waren in aller Munde und für viele stellte Elden Ring die Einstiegsdroge in dieses faszinierende Genre dar. So auch für mich. Elden Ring bleibt mit Abstand das Spiel, in dem ich am meisten Stunden versenkt habe. Und heute, vier Jahre später, ist die Faszination des Spiels weiterhin ungebrochen.

Meine gespielten Stunden kann man mit Sicherheit um ein Vielfaches erhöhen, wenn man die Zeit hinzuzählt, die ich mit Let’s Plays, Walkthroughs und anderen Twitch-Streams oder YouTube-Videos zugebracht habe. Besonders natürlich Challenge-Runs. Dabei stellen sich Spieler*innen besonderen Herausforderungen. Sei es, dass Bosse mit nur einem Hit besiegt werden müssen oder ausschließlich eine bestimmte Waffe verwendet werden darf oder man mit Level 1 durchläuft. Was immer spannend ist: Randomizer. Sei es ein Item-Randomizer, der alle Gegenstände durcheinanderwürfelt, oder ein Gegner- und Boss-Randomizer, der diese zufällig gegeneinander tauscht. Oder gleich ein „Item, Enemy & Boss Randomizer“. Es gibt unzählige Herausforderungen, die man sich anschauen oder denen man sich selbst stellen kann – wenn man einen PC hat, denn für Randomizer benötigt man einen PC.

Aktuell läuft die „Deathless Randomizer League“. Hier wird ein spezieller „Item, Enemy & Boss Randomizer“ verwendet. Der Initiator dieser Herausforderung stellt den Spieler*innen spezielle Seeds zur Verfügung, sodass alle dieselben Zufälligkeiten haben. Dadurch kann man Ergebnisse vergleichen. Spieler*innen haben zwei Stunden Zeit, so viele Bosse wie möglich zu besiegen. Jeder Boss ist ein Punkt. Wenn man stirbt, zählt der dann aktuelle Punktestand. Es gibt noch ein paar zusätzliche Dinge zu beachten und Sonderregelungen, aber das führt hier zu weit. Manche meiner liebsten Streamer machen dabei mit und machen diverse Trainingsruns, bevor sie sich den offiziellen Seeds widmen. Sei es Bushy, Captain Domo oder andere, ich schaue ihnen gerne dabei zu, wie sie ihre perfekte Route planen, welche Strategien sie anwenden, welche Shortcuts und dergleichen verwendet werden. Manche können stundenlang Sport schauen, ich schaue Challenge-Runs.

Diese Videos kann man auch super nebenher laufen lassen, während man Warhammer-Figuren bemalt oder Silksong am Steam-Deck spielt. Natürlich lege ich auch selbst Hand an. Auch wenn mir der Gaming-PC für einen Randomizer fehlt, so hat allein schon das Basisspiel Potenzial für unzählige Stunden Unterhaltung. Außerdem habe ich bei weitem noch nicht alle Bosse gemeistert. Ich nutze alle Mechaniken, die mir das Spiel bietet, um sie zu bezwingen, insbesondere bei den Endbossen. Das ist auch in Ordnung. Es braucht Zeit, die Bosse zu lernen, und manchmal fehlt mir die Geduld dazu.

Vier Jahre später ist Elden Ring noch immer ein unerreichter Meilenstein der Spielegeschichte. Ob es jemals getoppt wird? Wir werden sehen. Doch bis dahin bietet Elden Ring (und natürlich seine Vorgänger) hervorragende Unterhaltung.