Im Juni ist es endlich so weit. Die neue, 11. Edition von Warhammer 40k erscheint. Wie mit jeder neuen Edition kommt auch dieses Mal selbstverständlich eine Starter-Box. Diese enthält dieses Mal meine liebste Space-Marine-Fraktion: Blood Angels. Orks sind auch dabei. Da ich diese noch nie gebaut oder bemalt habe, ist das eine nette Ergänzung. Die Tyraniden, die in der Box zur 10. Edition enthalten waren, haben sich zu meiner liebsten Xenos-Fraktion entwickelt. Vielleicht ist das mit den Orks ebenfalls so. Ich lasse mich gerne überraschen. Die Lore und das Magie-System, wenn man es bei den Orks überhaupt so bezeichnen kann, haben mich schon immer fasziniert. Vielleicht gelingt mir mit der 11. Edition der Einstieg in diese Armee. Sich 2026 mit Warhammer zu beschäftigen, ist allerdings schon auch etwas seltsam.
Versteht mich nicht falsch, es ist und bleibt ein faszinierendes Hobby. Dieses absolut übertriebene, dystopische Universum, in dem sich unterschiedlichste Fraktionen in endlosen Kriegen die Köpfe einschlagen und um ihr Überleben kämpfen, hat eine Anziehungskraft und Vielschichtigkeit, die ich von keinem anderen Hobby wirklich kenne. Immerhin konsumiert man hier nicht nur Filme oder Serien oder Comics. Man baut und bemalt die Figuren. Man rekreiert Schlachten, über die man gelesen hat. Über Charaktere, die man gerade noch bemalt hat, kann man ganze Buchreihen lesen. Aber sich in der aktuellen Zeit als Ablenkung für die reale Welt ein noch viel dystopischeres Universum auszusuchen, in dem es um Krieg geht und in dem keine per se „guten“ Fraktionen vorkommen, verlangt schon eine gewisse Ambiguitätstoleranz. Aber das ist eben der feine Unterschied, den man machen muss. In der Fantasy, in der fiktiven Welt von Warhammer 40k, kann Krieg cool, episch und heldenhaft sein. In der realen Welt ist er grausam, brutal und vernichtend. Solange man diese Trennlinie weiterhin ziehen kann, ist, aus meiner Sicht, noch alles in Ordnung.
„There is only war“ ist eine Tagline, eine Marketingkampagne, die nichts mit unserer Realität gemeinsam hat. In der Vergangenheit hat sich Games Workshop durchaus des Öfteren dazu berufen gefühlt, zu betonen: »Warhammer is for everyone«. So traurig es ist, dass Games Workshop das manchmal betonen muss, so wichtig ist es immer wieder, diese Botschaft zu unterstreichen und herauszustellen. Leider gibt es Arschlöcher, Idioten und einfältige, rechtsradikale, Möchtegern-Alphamänner, die sich einreden, ihre dummen, eingeschränkten, intoleranten Ansichten in die Welt tragen zu müssen, die sich einbilden, sie seien etwas Besseres, nur weil sie auf andere herabblicken, sie beleidigen und manchmal sogar angreifen. Aber das hat nichts mit Warhammer zu tun. Das hat in keiner Fanbase etwas verloren. Bei Star Wars ist der Kampf Gut gegen Böse sehr viel deutlicher auszumachen. Warhammer (besonders 40k) entstand aus einer Satire auf die wirkliche Welt heraus. Deshalb ist es so übertrieben und böse und ohne die typische gute Fraktion. Dass manche das vergessen oder übersehen, ist äußerst schade. Umso wichtiger ist es, dass Games Workshop das selbst immer wieder herausstellt. Auf der anderen Seite ist dann vielleicht an der Zeit, das Marketing oder die Lore oder die Herangehensweise an die Geschichten wieder mehr den satirischen Ursprüngen anzugleichen. Die vergangenen Ereignisse in der Welt von 40k haben sicherlich in diese Richtung gezeigt und eröffnen Möglichkeiten dorthin.
Für mich ist und bleibt es ein faszinierendes Hobby. Es bietet spannende Geschichten und Zerstreuung nach einem anstrengenden Tag. Das Bauen und Bemalen der Figuren bietet ein kreatives Outlet, bei dem ich etwas schaffen kann und das abseits von Bildschirmen funktioniert. Analog und nur für mich. Ich freue mich sehr auf die neue Edition, bin gespannt, welche neuen Modelle vorgestellt werden und ob mich die Orks in ihren Waaagh ziehen können.
- warhammer-community.com | The Imperium Is Driven by Hate. Warhammer Is Not.
- YouTube | Warhammer | Armageddon: Warhammer 40,000 New Edition Cinematic Trailer