Faszination TCG

Ich habe den Fehler begangen, meine alte TCG-Sammlung durchzugehen. Wobei sie so alt nun auch nicht ist. Die letzten Karten habe ich vor drei oder vier Jahren ergänzt. Es steckt also nicht nur Nostalgie dahinter, das spielt natürlich immer eine Rolle, sondern ebenfalls eine Faszination für das Thema. Trading Cards haben teils tolle Artworks, die Booster zu öffnen ist immer ein kleiner Thrill und manchmal hat man ja Glück und erwischt eine seltene Karte. Ich denke, es wird ein Hobby werden, das ich nebenbei etwas laufen lasse. Man muss ja nicht gleich alles übertreiben und sich in den finanziellen Ruin stürzen, indem man teuren bedruckten Karton kauft. Aber um welches TCG handelt es sich eigentlich?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Meine Sammlung besteht hauptsächlich aus Yu-Gi-Oh, einer Handvoll Pokémon und etwas Magic: The Gathering. In den vergangenen Wochen habe ich mich etwas näher mit dem Thema beschäftigt, Gespräche mit ChatGPT geführt (und dabei regelmäßig mein freies Limit ausgelotet) und meine aktuelle Sammlung durchgeschaut. Dabei musste ich feststellen, dass mich zwei Themen eigentlich nicht oder nur teilweise interessieren: Yu-Gi-Oh und Magic. Alle anderen TCGs klammere ich bewusst aus, da ich weder mit One Piece etwas anfangen kann, noch Lorcana (von Disney) reizvoll finde, noch Interesse an den anderen habe – es fehlt meist der persönliche Bezug. Aber warum die beiden vorhin Genannten eher weniger?

Was Magic anbelangt, bin ich hin- und hergerissen. Ich habe noch nie wirklich Magic gespielt und möchte damit auch nicht anfangen. Mir sagen die ganzen Namen der Sets nichts. Das Einzige, was ich in Bezug auf Magic reizvoll finde, sind ihre „Universes-Beyond“-Sets oder wie sie auch immer heißen mögen. Hier tut sich Wizards of the Coast mit anderen IPs zusammen, um wirklich alle Nischen, Fans und sonstige zukünftige Kund*innen abzuholen. Von Assassin’s Creed, Spider-Man, Turtles, Wrestling und Star Trek über Herr der Ringe, Hobbit und Warhammer hin zu Final Fantasy, Doctor Who und Fallout dürfen alle mal ein Magic-Set sein. Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich Spider-Man oder Marvel eine Chance geben soll, aber das ist mir ein zu offensichtliches, überhyptes Cashgrab, in den ich mich nicht hineinziehen lassen möchte. Ich kann mit einigen der IPs etwas anfangen, aber ein Kartenset benötige ich davon nicht wirklich.

Kommen wir zu Yu-Gi-Oh. Ich habe die Serie als Kind geliebt. Vor allem die ersten Staffeln habe ich fasziniert verfolgt und konnte es kaum erwarten, am Nachmittag die neueste Folge anzuschauen. Die Mythologie war faszinierend, die Charaktere fand ich schräg und einzigartig und die D-D-D-D-Duelle zogen sich teils über mehrere Folgen. Aber als ich vor einigen Jahren wieder versuchte, reinzukommen, habe ich zwar Booster-Boxes gekauft und hatte Freude daran, mich etwas damit zu beschäftigen, aber schlussendlich hat sich Yu-Gi-Oh in den vergangenen Jahren doch sehr verändert. Neue Game-Mechaniken haben die klassischen Duelle längst überholt und es wurden immer wieder neue, komplexere Mechaniken eingeführt, die mir seltsam vorkamen. Ich verstehe den Reiz nicht, dem Gegner 10 Minuten dabei zuzuschauen, wie er Karten zieht, ablegt, spielt und so weiter. Außerdem beabsichtige ich ohnehin nicht wirklich, zu spielen. Ich kenne auch die neuen Serien nicht, deshalb kann ich mit den Monster-, Zauber- und Fallenkarten nichts anfangen. Vielleicht wird es gelegentlich mal ein Booster oder die Tins, die jedes Jahr erscheinen, aber mehr nicht. Was bleibt dann? Richtig: Pokémon.

Zwar kann ich auch bei Pokémon nichts mit den neuen Monstern anfangen, aber es ist im Allgemeinen zugänglicher. Es macht mir sehr viel Spaß, mich mit den Sets auseinanderzusetzen. Die Zeichnungen und Artworks, die Raritys und das allgemeine Design der Karten gefallen mir außerordentlich gut. Ich habe sogar angefangen, neben dem Bemalen von Warhammer-Figuren die alte Serie von vorn anzuschauen. Es ist unterhaltsam, komplett auf YouTube vom offiziellen Pokémon-Kanal verfügbar und perfekt, um es nebenbei laufen zu lassen. Letztens habe ich mir ein paar verschiedene Booster bestellt, um mal ein Gefühl für die Karten zu bekommen, was mir gefällt und wie ich an meine Sammlung herangehen kann. Ein konkretes Ziel hilft sehr, um den Fokus nicht zu verlieren. Jede Karte sollte einen bestimmten Platz in der Sammlung haben.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich nach all den Jahren Pokémon noch einmal so faszinieren könnte. Oder dass mich Karten sammeln interessieren würde. Aber das Befassen mit dem Thema macht Spaß. Es gibt unterhaltsame YouTube-Kanäle und informative Artikel. Diese Leichtigkeit in der Herangehensweise hatte ich bei den anderen TCGs nicht und es interessiert mich offen gestanden auch nicht. Vielleicht berichte ich in den nächsten Wochen regelmäßig über meine alte und neue Sammlung. Welche Karten ich habe, welche Sets, was dahintersteckt und so weiter. Ich glaube, das könnte eine unterhaltsame Reihe werden.