Fantasieprodukte

Wenn es um künstliche Intelligenz geht, wird die Welt immer verrückter. Und wir sind noch am Anfang dieser Technologie. Die Fortschritte sind bahnbrechend, und wie oder wo wir sie einsetzen möchten, ist noch nicht abzusehen. Kommt ein Crash, das vielfach prophezeite Platzen der Blase, oder nicht? Jede App, jede Software, ob es Sinn ergibt oder nicht, klebt einen „AI“-Sticker auf ihr Produkt, in der Hoffnung, ein Abo mehr zu verkaufen. Ich will nicht, dass überall KI drinsteckt. Vor allem, weil die Konzepte, die als KI verkauft werden, oft nur „Machine Learning“ sind und kaum etwas mit „künstlicher Intelligenz“ zu tun haben.

In einer der letzten Bitsundso-Episoden, mein liebster Podcast, wenn es um Technik geht, ging es unter anderem um eine neue Meldung bzgl. OpenAI. Sie berichteten, dass die Firma einen Deal mit Qualcomm abgeschlossen hat, in dem es um Hunderte Millionen Smartphone-Chips ging. Natürlich freuten sich die Investoren und der Börsenkurs ging nach oben. OpenAI ist weiterhin auf externe Finanzierung angewiesen, um ihre KI am Laufen zu halten. Sie haben noch nicht ein Produkt auf den Markt gebracht – ein physisches Produkt, das sich in irgendeiner Art bewährt hätte. Geschweige denn, dass wir eines gesehen hätten. Scheinbar basteln sie mit Jony Ive an einem Stift, aber was das sein soll und ob Menschen den brauchen oder gar wollen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ganz davon abgesehen, dass man nicht von null an hunderte Millionen Smartphones verkauft. Apple feilt seit 2007 am iPhone und verkaufte 2021 knapp über 210 Millionen Stück davon. Und jetzt denkt sich OpenAI, das einfach so nachmachen zu können? Das Ego muss man mal haben. Ganz davon abgesehen von den blinden, dummen Gefolgsleuten, die jeden Deal, den OpenAI macht, feiern und so den Börsenkurs antreiben. Ist es nicht nur eine Frage der Zeit, bis dieses seltsame Konstrukt an Deals und Querfinanzierungen zusammenbricht? Gefühlt investieren alle in OpenAI, OpenAI investiert damit wiederum in diese und andere Firmen. Aber wer macht am Ende wirklich Geld?

Google hat viele andere Dienste, die ihnen Geld einbringen und so ihr Gemini am Laufen halten. Aber außer irgendwelchen diffusen Versprechen hat OpenAI nichts. Sie können einen passablen KI-Chatbot bauen. Okay. Glückwunsch. Aber alles, was darüber hinausgeht, müssen sie erst noch beweisen. Ich bin sehr gespannt, was aus diesen Deals wirklich hervorgeht und was am Ende übrig bleiben wird. Im Moment haben Endnutzer*innen gar nichts davon, außer dass Grafikkarten und RAM-Speicher absurd teuer geworden sind.