Everything X-Men | X-Men Prime #1

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Donnerstag bedeutet: ein Blick zurück. Im dritten Jahr des Blogs bereite ich mein Projektstudium auf, das während meines Medienwissenschaftsstudiums in Tübingen entstanden ist. Bei »Everything X-Men« ging es um eine Reihe von Texten zu den X-Men-Comics, allerdings nicht nur als klassische Comic-Analyse. Ich habe mich auch mit den Themen beschäftigt, die in den Geschichten verhandelt werden, sowie mit den Fragen, die zur Zeit ihrer Veröffentlichung relevant waren. Geschrieben habe ich die Texte damals auf Englisch. Heute möchte ich sie auf Deutsch präsentieren, weshalb ich sie zunächst mit DeepL übersetzt und danach überarbeitet habe.


  • X-Men Prime #1
  • Autoren: Marc Guggenheim, Greg Pak, Cullen Bunn
  • Zeichner: Ken Lashley, Ibraim Roberson, Leonard Kirk
  • Koloristen: Morry Hollowell, Frank D’Armata, Michael Garland
  • Letterer: Joe Caramagna von VC

Nach dem Ende von »Inhumans vs. X-Men« herrscht für Mutanten auf diesem Planeten ein neuer Status quo. Erneut werden sie gefürchtet und sind mehr oder weniger für viel Zerstörung verantwortlich. Der nächste Anführer der X-Men muss als Botschafter der Hoffnung fungieren und das Image der Mutanten wieder neu gestalten. Doch es gibt nicht nur die X-Men da draußen. Viele andere Mutanten, darunter auch ehemalige X-Men, sind auf der Suche nach ihrer Bestimmung oder dem nächsten Abenteuer.

»X-Men Prime #1« hat eine komplexe Aufgabe zu erfüllen. Einerseits dient die Ausgabe als Neuanfang – als Einführung für neue und alte Leser gleichermaßen. Andererseits zeigt sie, nachdem der neue Status quo etabliert wurde, was als Nächstes kommen könnte: Auf jeden Mutanten auf diesem Planeten warten neue Kapitel. Im Kern ist die Ausgabe genau das: eine Reflexion über den bisherigen Weg, der uns in eine neue Ära der Comics mit dem großen X führt.

Die ersten beiden Seiten fangen dieses Kernkonzept perfekt ein. Die Geschichte beginnt mit einem neuen Tag, während die Sonne aufgeht und Chicago in ein strahlendes gelb-orangefarbenes Licht taucht. Die lebhaften, leuchtenden Farben scheinen aus den Seiten zu springen und ein Gefühl von Wärme zu erzeugen – wie wenn man an einem Freitagnachmittag nach Hause kommt, der Stress der vergangenen Tage abfällt und man das Wochenende genießen, sich entspannen und vielleicht ein paar Freunde treffen kann.

Und wer wäre für diese Aufgabe besser geeignet als Kitty Pryde? Die Tanzsequenz wirkt bereits jetzt ikonisch und fängt die Essenz der Figur ein. Während sie tanzt, denkt sie über die kommenden Zeiten nach und darüber, wie sie ein normaleres Leben genießen möchte. Aber dies wäre kein X-Men-Comic, wenn sie einen normalen Tag haben könnte. Stattdessen taucht Ororo auf. Sie fliegt durch das Fenster herein, ganz in Weiß gekleidet, die Sonne im Rücken – und setzt damit die Idee eines Neuanfangs fort.

Dann wird alles ein wenig zurückgenommen. Die Farben wirken natürlicher, die Umgebung ähnelt der einer echten Stadt. Keine kämpfenden Mutanten, keine Hassverbrechen gegen sie. Stattdessen sehen wir Kitty und Ororo bei einem Gespräch. Ororo will die X-Men verlassen und möchte, dass Kitty ihre Nachfolge als neue Anführerin antritt. Am Ende wachsen beide an der Situation und dienen erneut als X-Men. Doch zuerst hat Kitty noch einiges zu erledigen.

Während Kitty durch die Villa geht, die sich immer noch in Limbo befindet, grübelt sie über die Dinge nach, die bisher geschehen sind. Das bringt neue Leser auf den neuesten Stand, während Fans die Bilder und die großartig geschriebenen Dialoge genießen können. Kitty trifft auch Jubilees Kind, beobachtet neue Schüler beim Basketballspielen und spricht mit Illyana Nikolaievna Rasputina, alias Magik, über einen kleinen Gefallen.

Die denkwürdigste Szene ist jedoch die zwischen ihr und Peter. Er begrüßt sie mit einem einfachen »Hallo, Katya«. Diese Seite enthält alles, was man über diese beiden wissen muss. Egal, ob man ihre gesamte Geschichte kennt oder sie zum ersten Mal trifft – alles liegt in diesen beiden Worten und dem Blick, den sie austauschen. Man spürt die Bedeutung, die das Zusammentreffen dieser beiden Charaktere hier und jetzt mit sich bringt. Aber es dient auch als kleine Vorahnung. Ich liebe diese Details und wie sie in den X-Men-Comics immer wieder eingesetzt werden.

Danach schlendert Kitty weiter durch das Haus und findet eine Nachricht. Die ursprünglichen, zeitversetzten fünf X-Men haben im Danger Room eine fesselnde Botschaft hinterlassen. Sie suchen ihre eigenen Abenteuer, ihren eigenen Sinn. Denn in diese Welt gehören sie eigentlich nicht hinein.

Die dritte und letzte Einleitung widmet das Kreativteam der neuen »Weapon X«-Serie. Obwohl sich diese Szene in Ton und Stil stark vom Rest des Hefts unterscheidet, erfüllt sie ihren Zweck. Die Regierung hat verschiedene ehemalige »Weapon X«-Mutanten entführt. Wir wissen nicht, warum, aber offensichtlich brauchen sie ein Team für fiese, brutale Selbstmordmissionen. Sie brauchen ihre eigene Version der Task Force X.

»X-Men Prime #1« startet die X-Men-Reihe neu. Danach sind viele neue #1-Ausgaben erschienen, und ich bin froh, mir einige dieser Serien mit etwas Abstand ansehen zu können. Zum einen ist es günstiger, und zum anderen lese ich Comics gerne in meinem eigenen Tempo. Aber der zeitliche Abstand ermöglicht es uns auch, eine Serie für sich allein zu betrachten und nicht nur in dem Kontext, in dem sie erschienen ist – was ebenfalls problematisch sein kann, wie wir bei »X-Men Blue« sehen werden. Ich werde zwar nicht jede X-Serie lesen, die damals herauskam, aber ich werde mir zumindest die wichtigsten ansehen – vielleicht sogar ein paar Spin-offs.

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