Das Gehirn ist manchmal ein interessantes, aber äußerst unzuverlässiges Werkzeug. Erinnerungen sind nur konstruierte Gedanken und keine fixen Strukturen, die nicht mehr verändert werden können. Sie verändern sich mit der Zeit und offenbar ist es so, dass wir vergangene Ereignisse jedes Mal ein wenig verändern, wenn wir sie wieder hervorholen. Manches festigt sich, anderes wird neu geformt wie Knetmasse oder neu zusammengestückelt wie Klemmbausteine. Sicherlich alles passende Metaphern, die jeder Biologe und jede Biologin sofort unterschreiben würden.
In den vergangenen Wochen ist mir das besonders bei zwei äußerst konkreten Dingen aufgefallen. Matthew Dicks hat mich mit einem seiner Bücher dazu inspiriert, diesen täglichen Blog zu starten und täglich »Homework for Life« zu praktizieren. Ich lese auch regelmäßig seinen täglichen Blog. Ich dachte also durchaus, dass ich eine Sache nie wieder vergessen werde: wie das Buch heißt. Nämlich Storytelling. Stellt sich heraus: Das ist absolut falsch. Denn eigentlich heißt es Storyworthy. Ich habe es sicherlich im ein oder anderen Text falsch geschrieben, voller Selbstsicherheit. Erst als ich ChatGPT zum Korrekturlesen meiner Texte verwendet habe und dabei manche Fakten gegenprüfen ließ, habe ich meinen Fehler bemerkt.
Eine andere Kleinigkeit ist das vierte und finale Studioalbum von Daft Punk: Random Access Memory. Nur dass es eben nicht Random Access Memory heißt, sondern Random Access Memories.
Manchmal sind wir so überzeugt von unserem Wissen, von unseren Gehirnwindungen und Erinnerungen. Man hält sich für unfehlbar, besonders wenn noch Emotionen eine Rolle spielen. Manchmal lohnt es sich allerdings auch, sich selbst immer wieder zu hinterfragen, ob die Fakten, die man sich einbildet zu kennen, wirklich richtig sind. Wer weiß, am Ende lernt man tatsächlich noch etwas dazu.
