1.000 Tage

Der heutige Tag markiert einen kleinen Meilenstein. Es ist der 1.000. Tag in Folge, an dem ich einen Text veröffentliche. Ich habe am 1. November 2023 mit diesem wahnsinnigen Projekt angefangen. Täglich einen Text zu schreiben und zu veröffentlichen, erschien leicht verrückt, aber nun sind es bald drei Jahre. Drei Jahre voller Ereignisse, Erinnerungen, medienwissenschaftlich angehauchter Projekte, alter Texte in neuem Gewand und so viel mehr. Gleich am Anfang habe ich mich allerdings leider mit Corona angesteckt und lag ein paar Tage komplett flach. Ich habe vier Tage verpasst. Die ununterbrochene Serie begann damit rechnerisch am 29. November 2023. Somit sind es 1.000 Tage in Folge, aber 1.024 Texte insgesamt.

Für dieses Jubiläum habe ich mir mal wieder etwas von Matthew Dicks abgeschaut, der auch eine Inspiration für diesen Blog war. Ich schreibe oft genug über das Schreiben an sich. Warum also nicht etwas komplett anderes machen und etwas persönlicher werden? Listen sind eine beliebte Artikelform im Internet, darauf basiert auch das Konzept der »25 Things«. Also 25 zufällige Fakten über sich selbst. Und der heutige Tag ist ein hervorragender Anlass dafür.

  1. »Warhammer« als Gesamtkonstrukt ist wohl das langlebigste Hobby in meinem Leben. Nicht immer durchgehend, aber ich greife es immer wieder auf, seit ich als Teenager mit meinem Cousin in einem kleinen Laden den ersten Pinsel in der Hand hatte.
  2. Mein Coming-out hatte ich während des Studiums mit 25. Den Brief an meine Eltern habe ich umgeben von meinen besten Freunden weggeschickt. Ein unvergesslicher Tag.
  3. Ich habe knapp drei Jahre für den amerikanischen Blog »Rogues Portal« mitgeschrieben – von Reviews über Essays bis zu experimentellen Kolumnen.
  4. Ich habe als Kind sehr gerne gezeichnet, vor allem Transformers und Spider-Man. Leider sind diese Bilder nirgends mehr zu finden. In der Erinnerung sind sie erstaunlich gut. Vielleicht ist es auch besser, dass sie verschollen bleiben, wenn ich es mir recht überlege.
  5. Nach drei Jahren Elektrotechnik an der HTL wollte ich die Schule eigentlich abbrechen. Ich hatte absolut keinen Bock mehr auf das Ganze. Aber ich habe doch alle fünf Jahre durchgezogen und bin jetzt sehr froh, es getan zu haben. Ohne diesen Abschluss hätte ich weder studieren noch meinen Job als technischer Redakteur bekommen können.
  6. Ich arbeite seit insgesamt über 15 Jahren als technischer Redakteur.
  7. Ich habe mal zwei Wochen lang einen Ferienjob in einer Druckerei gemacht. Zehn-Stunden-Nachtschichten. Es war furchtbar anstrengend, aber der Lohn hat dafür entschädigt.
  8. Zweimal habe ich während der Ferien bei Miele in Salzburg als Techniker gearbeitet und alle möglichen Geräte repariert. Meistens Staubsauger, Waschmaschinen und Trockner. Es war auch der eine oder andere Außeneinsatz dabei. War eine coole Erfahrung und es waren kommode Leute.
  9. Während des Studiums bin ich nach dem Fortgehen oft mit meinen besten Freunden, die in direkter Nachbarschaft wohnten, noch stundenlang durch das Französische Viertel spaziert. Wir haben über das Leben philosophiert und über alles Mögliche geredet. Diese Momente gehören zu den schönsten Erinnerungen aus meinem Studium.
  10. Mein Lieblingsessen ist gekochtes Rindfleisch mit Semmelkren, Blaukraut und Röstkartoffeln.
  11. Der Roadtrip durch Irland 2015 mit Cousin M. gehört zu meinen schönsten Urlaubserlebnissen, auch wenn das Wetter anstrengend war. Aber die Landschaft, die furchtbar netten Leute und das ganze Erlebnis waren einzigartig.
  12. Der Roadtrip durch Island 2025 mit Freund C. gehört ebenfalls zu den abenteuerlichsten und schönsten Urlauben, die ich je hatte. Das Fotobuch wartet immer noch darauf, vollendet zu werden. Über 2.200 km haben wir zurückgelegt, und kein einziger Abschnitt war langweilig. Es war absoluter Wahnsinn, im positivsten Sinne.
  13. Der Wanderurlaub/Roadtrip durch Schottland 2014, ebenfalls mit Cousin M., hat mich auf den Geschmack von Roadtrips gebracht. Erst den West Highland Way entlangwandern, die Stille und die Natur genießen und dann noch das Land mit dem Auto erkunden.
  14. Mit meinen besten Freunden aus dem Studium war ich 2023 in der Bretagne. Die Fahrt nach Hause beziehungsweise nach Stuttgart haben wir in einer Nacht durchgezogen. Unter anderem auch deshalb, weil ein billiges Hotel mehr als zwielichtig war. Es wurde später von uns »Horrorhotel« getauft. Den Remix von »Seven Seas«, den Freund M. und ich während der Fahrt im französischen Radio Energy gehört und gefeiert haben, habe ich in dieser Version nie wiedergefunden. Das macht diese Fahrt allerdings nur umso einzigartiger.
  15. Von 2011 bis 2023 habe ich mich intensiv mit Comics und sequentieller Kunst im Allgemeinen auseinandergesetzt. In dieser Zeit habe ich nicht nur Bücher über Comics studiert, sondern auch Tausende Comics gelesen, rezensiert und analysiert. Für die Jahre 2016 bis 2023 habe ich detaillierte Aufzeichnungen darüber, was ich gelesen habe und teilweise Kommentare dazu ergänzt, was ich davon hielt. In mir steckt wohl schon immer ein Medienwissenschaftler.
  16. Auf meinem ersten eigenen Blog »geek-planet« habe ich über 300 Texte geschrieben. Meist Rezensionen zu Comics, Filmen und Büchern, aber auch ein paar Essays und dergleichen.
  17. Ich habe mir als Kind zweimal etwas gebrochen. Einmal die Elle – oder Speiche, wer weiß das schon so genau – und etwas später das Sprunggelenk am linken Fuß.
  18. »Elden Ring« ist das Spiel, in das ich mit Abstand die meisten Stunden gesteckt habe. 384 Stunden auf der Xbox und aktuell 181 Stunden auf der Playstation. Diese Woche, am 28. August, erscheint die »Tarnished Edition«, mit neuen Starterklassen, Rüstungen, Waffen und Anpassungen für Torrent. An dieser Stelle: vielen Dank, FromSoftware, für das leicht verspätete Geschenk zum Jubiläum!
  19. Ich nutze seit Jahren YNAB, um meine Ausgaben zu tracken und zu planen. Keine andere Methode oder App hat mir so gut dabei geholfen, einen ordentlichen Überblick über meine Finanzen zu behalten.
  20. »Maria Theresia« gehört zu den besten Musicals, die ich je gesehen habe. Wenn ich die CD einlege oder die Musik streame, muss ich es mir bis zum Ende anhören. Es ist unbeschreiblich gut.
  21. Eine vielfach unterschätzte Eissorte ist Mohn.
  22. Ich habe mich während meines Studiums acht Monate vegetarisch und davon einen Monat vegan ernährt. Die erste Leberkässemmel danach, auf der Garten- und Autoausstellung in Salzburg, war die beste Leberkässemmel meines Lebens.
  23. Ich habe in meinem Leben einmal einen Liebesbrief geschrieben, der allerdings unbeantwortet blieb.
  24. Die größte und zugleich schwerste Lektion, die ich lernen durfte, ist, über Probleme, Herausforderungen und alles, was einen beschäftigt, zu reden. Egal, wie klein, groß oder unüberwindbar es erscheinen mag. Darüber zu reden hilft, es aufzuschreiben hilft. Je mehr man es in sich hineinfrisst, desto mehr Macht bekommt dieses Monster. Sobald es in der Welt ist, verliert es diese Macht über uns.
  25. Das Buch »Storyworthy« von Matthew Dicks hat mein Leben verändert oder zumindest stark beeinflusst. Ohne dieses Buch hätte ich diesen Blog nicht gestartet, würde keine »Homework for Life«-Tabelle führen, die ich seit Jahren pflege, und würde dem Konzept der »Schreibblockade« nachhängen, das nur eine Illusion ist. Entweder man schreibt oder man schreibt nicht. Und ich habe nicht die Absicht, alsbald damit aufzuhören.