Bekannter T. hat mich auf das Mobile Game »WalkScape« aufmerksam gemacht. Über die Jahre probiert man, wenn man sich für Spiele interessiert, immer wieder Mobile Games aus, in der Hoffnung, irgendwann ein gutes zu finden. Das Letzte, das ich wirklich ausgiebig gespielt habe, war »Hay Day«. Das liegt allerdings schon viele Monde zurück. Am Anfang war »Hay Day« großartig und ich habe es über Monate gespielt, auch gelegentlich den einen oder anderen Euro reingeworfen. Wenn man ein Spiel so lange und regelmäßig verfolgt, sollte man auch dafür bezahlen – Entwicklungskosten und so. Irgendwann wurde es mir dann zu überladen. Zu viele Funktionen lenkten ab und es fühlte sich irgendwann nach Arbeit an und nicht wie ein lustiges Freizeitvergnügen.
»WalkScape« ist hier anders. Man kann nicht immer etwas tun oder sich stundenlang damit beschäftigen. Die Währung kann man sich nicht erkaufen und es gibt keine In-App-Purchases. Man bezahlt, indem man geht. Schritte im echten Leben sind die zugrundeliegende Währung. Will man von einem Dorf zum nächsten? Toll, das kostet 500 Schritte oder 2.000, je nachdem, wie weit der Ort vom aktuellen Standort der Figur entfernt ist. Crafting, Foraging, Carpentry und alles, was mit Handwerk zu tun hat, kostet Schritte. Es ist großartig und ein lustiger Zeitvertreib. Man schaut zwischendurch mal rein, startet eine Aktivität und kann diese dann mehr oder weniger vergessen. Wenn man die App wieder öffnet, wird mit den Schritten, die man seit dem letzten Öffnen getätigt hat, abgerechnet und man steigt entsprechend im Level auf.
Je höher das Level der Figur, desto mehr Schritte können gespeichert werden. So geht kein Schritt verloren und man kann sich einen guten Puffer aufbauen oder eben alles in eine Aktivität gießen. Das Tolle ist allerdings auch, dass es nicht einfach nur Schritte kostet. Auch wenn man 10k Schritte auf dem Konto hat, braucht die Reise zum nächsten Ort Zeit. Es ist ein äußerst entschleunigendes Spiel. Die Steuerung ist jedoch alles andere als intuitiv. Man muss sich etwas darauf einlassen und herumprobieren. Ich bin vielfach zwischen Orten hin und her gegangen, bis ich verstanden habe, wo ich eine Hacke finden kann. Aktivitäten sind manchmal mit einer Levelgrenze blockiert, etwa Level 15 in Carpentry, aber mit der Zeit kommt man gut rein.
Der Zugang zu »WalkScape« ist aktuell jedoch nicht direkt verfügbar. Man muss sich zuerst auf der Webseite registrieren und für den Zugang zur Closed Beta anmelden. Bei mir hat es etwa eineinhalb Wochen gedauert. Die App gibt es sowohl für iOS als auch für Android. Seit Anfang Juli habe ich »WalkScape« auf dem iPhone und mit der Apple Watch verknüpft. Es ist wirklich motivierend. Will man eine Aktivität beenden, muss man eben noch eine Runde gehen. Möchte man das nächste Dorf oder den nächsten Ort erkunden, muss man die entsprechenden Schritte zurücklegen. Ich erwische mich durchaus dabei, dass ich abends noch eine kleine oder größere Runde dranhänge, auch wenn ich schon trainiert habe, um noch etwas mehr Fortschritt zu machen. Ich bin sehr neugierig, wie lange diese Motivation anhält.
Aktuell ist der Umfang des Spiels im Vergleich zu dem, was die Welt und ihre Karte versprechen, noch eingeschränkt. Man sieht allerdings schon, dass diese Welt riesig ist. Nach und nach werden sicherlich weitere Inhalte freigeschaltet und ergänzt und damit auch neue Tätigkeiten, Quests und Gegenstände. Fürs Erste bleibe ich auf jeden Fall dran. Besonders reizvoll ist, dass überschüssige Schritte nicht einfach verloren gehen, sondern auf dem »Saved Steps«-Konto landen. Und das ist ein genialer Kniff. Man muss nicht immer live dabei sein und somit bleibt »WalkScape« flexibel und motivierend.
