Brainstorming

Für den Blog habe ich aktuell ein paar Projekte parallel laufen. Mein Projekt für 2027 trägt den Codenamen »Operation Strohbau«. Den kompletten November widme ich »Invincible« und bespreche die komplette Serie – jeden Tag eine Folge. Ab dem 28. Oktober geht es los. Man kann jedoch nie genug Schreibprojekte haben. Ende Juli habe ich eine Art »Story Bible« ausgearbeitet, die es mir erlaubt, eine Geschichte in einem Multiversum zu erzählen, in dem allerdings die Charaktere und deren Schicksale im Zentrum stehen. Das Multiversum ist lediglich ein Spielplatz, in dem diese Geschichten stattfinden. Außerdem finde ich es spannend, wenn alle Handlungsstränge innerhalb eines zugegebenermaßen großen Schauplatzes stattfinden.

Zu viel will ich darüber nicht verraten. Mehr als die »Story Bible« gibt es aktuell noch nicht. Sie ist allerdings schon sehr detailliert ausgearbeitet, was die Funktionsweise des Multiversums anbelangt. Gesetze, Lore und diverse Charaktere stehen ebenfalls schon fest. An Geschichtsideen mangelt es genauso wenig. Aber wie ist es überhaupt zu diesem Punkt gekommen? Es fing sehr unschuldig an.

Ich hatte wieder angefangen, »Dungeon Crawler Carl« zu lesen. Ich habe die Reihe bereits einmal bis zum Ende des fünften Bandes gelesen, das ist allerdings schon wieder etwas her. Also wollte ich wieder von vorne beginnen, um mein Gedächtnis aufzufrischen, aber auch, weil es einfach gute Unterhaltung ist. Besonders wenn man die Geschichte kennt, kann man zwischendurch ein paar Seiten lesen, sie wieder weglegen und später weitermachen. Ich habe die Bücher als E-Books auf meinem Boox Palma 2. Wenn man solche Geschichten liest, vergisst man manchmal, wie absurd die Situationen sind, in die unsere Charaktere geraten. Carls Kleidungsstil und der Fußfetisch der KI sind nur die Spitze des Eisbergs. Um Carls Fortschritt festzuhalten, dachte ich mir, ich lasse ChatGPT Bilder von ihm generieren.

Die Bilder sind nur für mich, für private Zwecke. Ich werde sie auch nirgendwo veröffentlichen – weder hier im Blog noch sonst wo. Es sind tolle Bilder geworden. Dabei konnte ich es aber natürlich nicht lassen. Denn: Jede Geschichte wird besser, wenn sie queer ist! Also habe ich Carl einen Sidekick und Love Interest gegeben. Bevor ich mich versah, unterhielt ich mich mit ChatGPT darüber, was die Geschichte dieses improvisierten Charakters sein könnte, wo er herkommt, wie er zwischen den Welten reist und was diese Sprünge auslösen könnte. Eine Wegwerfidee wurde im Verlauf einer Woche zu einer kompletten »Story Bible«.

Das Brainstorming mit ChatGPT empfand ich dabei als äußerst angenehm. Man wirft Sachen hin, die eingeordnet werden, und ich kann entscheiden, was mir gefällt und was nicht. Das wird immer weiter verfeinert. Außerdem kann ChatGPT auf Inkonsistenzen hinweisen, offene Fragen festhalten und die Kohärenz der Lore und Welt beurteilen. Es sind immer noch meine Ideen, und ich schreibe dann auch die Geschichten ohne KI-Unterstützung, genauso wie ich meine Texte allein schreibe. Aber für Brainstorming ist das wunderbar. Vor allem muss ich mich nicht damit aufhalten, die guten Sachen rauszukopieren und krampfhaft festzuhalten.

Am Ende habe ich gesagt: »Schreib mir das alles in einer DOCX-Datei zusammen«, und knapp 20 Minuten später hatte ich ein mehr als 20 Seiten umfassendes Dokument mit allem, was wir besprochen und entschieden hatten. Das habe ich dann noch über mehrere Tage ausgearbeitet, verfeinert und in Form gebracht. So habe ich nun ein mehr als 40 Seiten umfassendes Dokument, das die Regeln meiner Geschichten festhält und das ich jederzeit erweitern kann.

Natürlich hätte ich es auch komplett allein ausarbeiten können. Das hätte aber mit Sicherheit länger gedauert. Außerdem mag ich es, wenn ich an einem Problem festhänge, Vorschläge serviert zu bekommen. Allein diese reichen schon aus, um ein paar synaptische Kurzschlüsse auszulösen, die weitere Ideen in meinem Kopf generieren. Es ist herrlich, und dafür ist KI meiner Meinung nach auch da: Sie ist ein Werkzeug, eine Unterstützung. Sie ersetzt aber nicht die eigentliche Arbeit.