Ich habe mit Freund J. mal wieder den Kapuzinerberg bewandert. Wir starteten in der Linzergasse, gingen am Kloster vorbei und die Wehrmauer entlang. Hier hat man immer wieder wunderbare Ausblicke auf die Stadt und die Burg, die man sonst nirgends hat. Mitten in der Stadt an einem solch ruhigen Ort zu sein, zwischen Bäumen und Sträuchern, alten Bauwerken und verlassenen Ruinen, beeindruckt stets von Neuem. Zwar gilt es, viele Stufen zu überwinden, aber der Weg lohnt sich. Wir entschieden uns, nicht zurückzugehen, sondern den Abstieg am anderen Ende zu nehmen. Unten angekommen, kann man entweder links um den Berg gehen und landet schließlich wieder in der Linzergasse. Wir gingen rechts herum, da wir noch zum Mönchsberg wollten. Außerdem kannten wir diesen Weg noch nicht. Der Rückweg gestaltete sich weiter als gedacht.
Es gab ein paar schöne Abschnitte, aber es war vermutlich eine weitere Strecke, als es die andere Seite gewesen wäre. Nichts Tragisches. So sahen wir neue Seiten der Stadt und durchquerten Ecken, in die man sich normalerweise nicht verirrt. Auf dem Weg haben wir uns gelegentlich umgesehen, ob man irgendwo abkürzen kann. Direkt ausgeschildert war leider nichts, die Schleichwege und kleineren Gassen muss man kennen. Trotzdem gaben wir die Hoffnung nicht auf, dass es ein konkretes Schild geben würde. Diese „Suche“, wenn man es so bezeichnen möchte, ging nebenbei. Man liest nicht jedes Schild und alle Hinweise, aber an einer unscheinbaren Einfahrt haben wir dann doch kurz innegehalten. Es waren ein paar Sekunden, die wir dort standen, uns umschauten und schnell feststellten, dass es beim üblichen Weg bleiben würde. Das gefiel nicht allen.
Denn kaum, dass wir standen und uns schon wieder entschieden hatten, weiterzugehen, wurden wir angehupt. Von einem Auto. Mich hat es furchtbar erschreckt. Wie gesagt, es waren ein paar Sekunden, die wir dort standen. Das Auto haben wir zugegebenermaßen nicht gesehen, aber wir waren schon im Begriff weiterzugehen. Als Autofahrerin gleich zu hupen, ist etwas übertrieben. Es gab genügend Platz, es drohte keine Gefahr und die Fahrerin blieb links kurz nach der Einfahrt bei einem Glascontainer stehen, um Entsprechendes zu entsorgen. Natürlich konnte sie es sich nicht verkneifen, uns noch einmal eines bösen Blickes zu würdigen und ein seltsames Geräusch von sich zu geben. Ihre Enttäuschung über uns muss groß gewesen sein. Wie kann man nur so verbittert sein?
