Calm / Ruhe

Ich freue mich immer wieder, wenn es eine lange Yoga-Session mit Jessica gibt. Sie gehört zu meinen absoluten Favoriten, was die Trainerinnen und Trainer von Apple Fitness Plus anbelangt. Seit Tag eins ist sie im Team dabei und ohne Jessica wäre der Dienst nicht mehr dasselbe. Ihre fröhliche, positive Art ist ansteckend und egal, wie man sich vorher gefühlt hat, anschließend sieht die Welt ein kleines Stück besser aus. Sie steht für mich zwar eher für „klassisches“ Yoga, ohne dass ich definieren könnte, was ich genau damit meine. Jedoch hat sie, genauso wie die anderen gemeine und hinterhältige Flows in petto. Das hört sich jetzt zwar etwas negativ an, ist aber im positivsten Sinne gemeint. Ich mag es, wenn die Trainer sich Neues überlegen, und sei es nur von der Kombination der Übungen her. So bleiben die Sessions abwechslungsreich und man wächst an ihnen. Zu Beginn jeder Einheit bekommt man die Gelegenheit, eine Intention für sich festzulegen. Oft genug ist das für mich „Calm“ (Ruhe).

Der Begriff kann für jede und jeden etwas anderes bedeuten. Je nach Lebenssituation oder Kontext verbindet man sehr vieles damit. Das kann bei der Yoga-Session an sich anfangen. Auch wenn die Übungen herausfordernd sind, man einen schlechten Tag hat, was die Balance anbelangt, besteht die Kunst darin, ruhig zu bleiben. Den Fokus auf das Hier und Jetzt zu behalten. Sich nicht ablenken zu lassen, sondern genau das zu machen, was vor einem liegt: die aktuelle Stellung. Für mich ist das manchmal wie ein Runner’s High. Ich bin komplett in der Session, höre der Stimme der Trainerin zu und die Übungen fließen von einer zur nächsten und der Geist ist eine ruhige See. Herrlich.

Natürlich kann Ruhe aber auch in anderen Lebenssituationen von Vorteil sein. Wenn in der Arbeit mal wieder alles drunter und drüber geht, wenn es auf der Straße chaotisch ist oder die Welt sich stets neue Herausforderungen einfallen lässt, ist es eine wahre Kunst, Ruhe zu bewahren. Sich nicht vom regen Treiben mitreißen zu lassen, sondern innezuhalten und zu beobachten. Sich zu überlegen, was als Nächstes konkret ansteht, sich auf das zu konzentrieren, was man verändern kann, und den Rest zu akzeptieren, wie er ist. „Everything is as it should be“ kann zu einem Mantra der Ruhe werden, wenn man es nicht als Ausrede benutzt, nichts zu tun und aufzugeben. Es sollte ein Ausspruch der Stärke sein. Ist man schließlich in der Lage, dies mit einer gewissen Ruhe und Gelassenheit zu tun, umso besser. Manche mögen das als unbeteiligt interpretieren oder denken, dass einem etwas egal ist; wir wissen aber, dass dem nicht so ist. Einer Situation mit Ruhe zu begegnen ist ein Zeichen von Stärke. Sich nicht mitreißen zu lassen, wenn andere toben und schreien, ebenfalls.