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Erste Sätze

Letztens habe ich mir mal wieder Gedanken zu ersten Sätzen in Büchern gemacht. Auslöser dafür war das Buch »Die Lügen des Locke Lamora« von Scott Lynch. Nach fünf Büchern lege ich doch mal eine Pause der »Dungeon-Crawler-Carl«-Bücher ein. So großartig und abenteuerreich sie sind, ich möchte nicht, dass der Spaß an der Sache verloren geht. Ich möchte mit Wehmut die vorhandenen Bücher abschließen und nicht froh sein, dass ich endlich durch bin. Eigentlich wollte ich etwas Kürzeres lesen. Scheinbar existieren aber so gut wie keine kurzen Fantasy-Bücher. Zumindest keine, die sich in meiner digitalen Bibliothek befinden würden. Also ist es »Die Lügen des Locke Lamora« geworden. Schlanke 800+ Seiten hat dieses Monster. Der erste Satz lässt schon einmal vermuten, dass man sich auf eine lange, vielleicht auch komplizierte Reise wird einlassen müssen.

“Mitten in jenem langen, verregneten Sommer des Siebenundsiebzigsten Jahres von Sendovani begab sich der Lehrherr der Diebe von Camorr in den Tempel des Perelandro und stattete dem Priester ohne Augen einen unverhofften Besuch ab.” – Die Lügen des Locke Lamora von Scott Lynch

Erst dachte ich, es wäre ein wirklich schlechter, viel zu komplexer und überbordender Satz. Aber je öfter ich ihn lese, desto mehr passt er zum Buch. Denke ich, ich habe gerade erst angefangen. Man lernt in diesem einen Satz über das Land, in dem wir uns befinden, und trifft die ersten beiden Charaktere, die eventuell noch wichtig werden. Es gibt einen Tempel, also wird es vielleicht religiös angehaucht sein. Es lässt mich mittlerweile mit Spannung das Buch lesen, denn am Ende möchte ich mehr wissen. Sowohl über das Land Sendovani, wer oder was Camorr und Perelandro sind und was die Charaktere antreibt.

“The transformation occurred at approximately 2:23 AM, Pacific Standard Time.” – Dungeon Crawler Carl von Matt Dinniman

Das hat dann dazu geführt, dass ich überlegt habe, was eigentlich bei Dungeon Crawler Carl der erste Satz ist. Ich konnte mich noch an die ersten Szenen erinnern und wie es losgegangen ist. Aber an den spezifischen Satz partout nicht. Besticht der Satz von Scott Lynch durch Komplexität, macht Matt Dinniman nur auf eine Tatsache aufmerksam: die Transformation. Was verbirgt sich dahinter? Es bleibt unfassbar vage und mysteriös. Außerdem macht er unmissverständlich klar, dass wir uns in unserer Welt befinden und nicht in einer Fantasy- oder Science-Fiction-Welt. Zumindest noch nicht.

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.” –Der dunkle Turm: Schwarz von Stephen King

Einen der besten ersten Sätze hat Stephen King aufgeschrieben. In seinem Buch »Schwarz«, dem Auftakt der Saga um den dunklen Turm. Der Satz strotzt nur so vor einfacher Brillanz. Wer ist der Mann in Schwarz, warum flüchtet er und wer ist der Revolvermann? Wer von den beiden ist unser Protagonist? Was treibt sie an und was hat das mit dem dunklen Turm zu tun?

“Ich war nie das, was man eine Heulsuse nennt.” – Der Anschlag von Stephen King

Aus Neugierde habe ich dann in ein paar andere Bücher reingeschaut, die ich gerade griffbereit hatte. Unter anderem »Der Anschlag«, auch von Stephen King, und zwei Klassiker. Jeder dieser Sätze macht ein Versprechen. In »Der Anschlag« wird Stephen King unserem Protagonisten viele Herausforderungen stellen. Damit kämpft er das ganze Buch über, dass eben das erste Statement, das wir von ihm hören, nicht wahr ist. Mit dem ersten Satz wird zudem der Stil des Buches klar. Beispielsweise wenn man sich den Satz von Oscar Wilde aus »Das Bildnis des Dorian Gray« durchliest. Es wird sinnlich und voll grandioser Beschreibungen. Und Frankenstein, das mit einem Brief beginnt, hat ebenfalls etwas Mysteriöses an sich.

“Das Atelier schwamm in einem starken Rosendufte, und wenn der leichte Sommerwind die Bäume im Garten wiegte, so floß durch die offene Tür der schwere Geruch des Flieders herein oder der zartere Duft des Rotdorns.” – Das Bildnis des Dorian Grey von Oscar Wilde

In Zukunft werde ich wieder des Öfteren auf erste Sätze achten. Was sagen sie wirklich aus? Was steckt zwischen den Zeilen? Und am Ende kann man sich fragen, ob das Buch die Versprechen, Hoffnungen und Erwartungen dieses ersten Eindrucks erfüllt hat.

“[…] Es wird Dir Freude bereiten, zu hören, daß kein Mißgeschick den Anfang des Unternehmens betroffen hat, dessen Vorbereitungen Du mit solch trüben Ahnungen verfolgtest.” – Frankenstein von Marry Shelly

Kateryna Hliznitsova | Unsplash

MCU Rewatch | Rückblick

Für das zweite Jahr des Blogs wollte ich etwas Besonderes machen. Freund D. hat mich tatsächlich darauf gebracht, dass ein Rewatch des MCU ganz nett wäre. Erst wollte ich das nur für mich machen, aber dann kam mir die Idee einer Textreihe dazu. Jede Woche ein Film. Bei 34 MCU-Filmen (bis einschließlich »Brave New World«) ist das Jahr gut gefüllt. Aber wie es bei vielen Projekten ist, wuchs auch dieses immer weiter an. So habe ich am Ende 61 Filme besprochen: 34 Filme aus dem MCU, 7 Spider-Man-Filme von Sony, 15 X-Men-Filme von Fox, 2 Fantastic-Four-Filme und die Blade-Trilogie.

Es hat mir wirklich große Freude bereitet, dieses riesige Marvel-Film-Universum durchzugehen und genauer unter die Lupe zu nehmen. Es hat Phasen gegeben, besonders am Anfang, in denen ich viele Filme auf einmal geschaut habe. Dann kamen ein paar Wochen Pause, bevor ich mich den nächsten Filmen zuwandte. Durch den Rewatch lernte ich auch wieder viel über die Filme, da ich mir durchaus auch Hintergründe dazu angesehen habe. Manche lernte ich neu lieben oder sah sie überhaupt zum ersten Mal. Manchmal, eigentlich sehr oft, stehen die lauten Stimmen des Internets dem Vergnügen im Weg, etwas einfach nur genießen zu können. Deshalb war ich sehr froh, all diesen Filmen noch einmal eine Chance gegeben zu haben. Nicht alle haben diese Chance verdient (die FF-Filme oder »The Marvels« kommen mir da beispielsweise in den Sinn), aber ich bin trotzdem zufrieden, nun diesen Gesamtüberblick zu haben.

Die letzten Filme des MCU-Rewatch habe ich bereits vor einigen Wochen geschaut. Seitdem überlege ich, was ich als Nächstes machen könnte. Zwischenzeitlich sind mir die BluRays von »Supernatural« und »Charmed« untergekommen. Aber Serien in diesem Detail zu besprechen, ist etwas anderes. Es ist nicht die gleiche Leidenschaft dabei wie bei den MCU-Filmen. Auch wenn ich beide Serien sehr schätze, ist eine wöchentliche Besprechung dann doch zu viel. Ein paar Folgen habe ich besprochen, aber den Rest werde ich für mich alleine genießen. Die Bond-Filme würden mich tatsächlich reizen. Mal sehen. Es wird sich mit Sicherheit etwas finden.

Erst einmal genieße ich es, das Projekt »MCU-Rewatch« abgeschlossen zu haben. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich diese Filme sehe, aber in dieser Ausführlichkeit werde ich sie so schnell nicht mehr besprechen. Ich will mich ja nicht wiederholen. Hier die vollständige Liste an Filmen, die ich besprochen habe:

MCU (Marvel Cinematic Universe)

Spider-Man (Sony)

X-Men (Fox)

Fantastic Four (Fox)

Blade (New Line Cinema)

Hollow Knight

Anfang September erschien überraschenderweise der Nachfolger von »Hollow Knight«. Das erfolgreiche Indie-Spiel hat mit seinen knackigen Kämpfen, herausfordernden Parcourspassagen und einer geheimnisvollen Geschichte Millionen von Spieler*innen begeistert. Der Sidescroller wurde von einem Team von nur drei Personen entwickelt. Es folgten DLCs und Erweiterungen, die als Gratis-Updates herausgebracht wurden. Mich konnte Hollow Knight aber nie wirklich abholen. Ein paar Mal habe ich es versucht, bin aber nie so recht warm damit geworden. Dabei mag ich Metroidvania-Spiele eigentlich sehr gerne. Mit dem Erscheinen von »Hollow Knight: Silksong« war es also nach Jahren mal wieder an der Zeit, dem Spiel eine Chance zu geben.

Was soll ich sagen, ich bin begeistert. Manche Levelabschnitte sind frustrierend, die Bosskämpfe so herausfordernd wie erwartet, aber trotzdem kann ich mich davon nicht losreißen. Vielleicht liegt es daran, dass ich es auf dem Steam Deck spiele. Besonders Metroidvanias kommen auf dem Steam Deck hervorragend zur Geltung. Es ist der perfekte Formfaktor dafür. Sei es, auf der Couch herumzulungern und sich ein paar Herausforderungen zu stellen, oder aber am Esstisch in der Küche zu sitzen. Am Esstisch habe ich den Vorteil, dass ich das MacBook direkt vor mir stehen habe und so immer wieder einen Blick auf die Karte werfen kann.

Anfangs habe ich mich noch ohne Unterstützung durch die Welt von Hollow Knight geschlagen, aber manches kann man sich durch gewisse Talismane und Upgrades der Waffe doch leichter machen. Das Erkunden dieser äußerst kreativ gestalteten Welt macht Freude. Nicht nur gibt es unzählige verschiedene Biome, auch die Gegnervielfalt lässt keine Wünsche offen. Mit den Talismanen kann man sich einen Build zusammenstellen, der zum eigenen Spielstil passt, und man hat die Möglichkeit, Magie einzusetzen oder spezielle Fähigkeiten, die weiterhelfen können. Oder man stellt sich einfach nur mit dem Schwert einem Gegner. Meistens ist bei mir letzteres der Fall, da ich auf die anderen Sachen vergesse. Im Eifer des Gefechts ist es nicht immer so leicht, an alles zu denken.

Nach 8 Jahren habe ich endlich einen Zugang zu Hollow Knight gefunden. Ich werde sicherlich noch eine Weile damit beschäftigt sein. Direkt anschließend in den Nachfolger »Silksong« werde ich mich allerdings nicht stürzen. Klar ist aber auch, dass ich mir nicht mehr 8 Jahre Zeit damit lasse.

Warum immer nur dasselbe?

Gewohnheiten sind so eine Sache. Manchmal sind sie gut, manchmal stehen sie uns aber auch im Weg. Wenn man beispielsweise essen geht, hat man vielleicht die Tendenz, stets das Gleiche zu bestellen. Das kann vielerlei gute Gründe haben. Zum Beispiel, weil man das Restaurant oder Lokal zum ersten Mal besucht und sich ein Bild machen möchte. Gerichte, die man gerne isst, sind ein ausgezeichneter Benchmark, um die Qualität einer Küche zu bewerten. Oder aber man kennt das Lokal und möchte ein sicheres, kulinarisch köstliches Erlebnis. Man kann sich darauf verlassen, dass es gut ist. Doch immer mal wieder ist es nett, etwas Neues auszuprobieren.

Vor allem wenn man das Lokal kennt und weiß, dass das Essen von guter Qualität ist, bietet es sich doch an, etwas zu bestellen, was man sich zuvor noch nicht gegönnt hat. Und seien wir doch mal ehrlich: Es ist doch nett, etwas zu bestellen, was man sich normalerweise nicht selbst machen würde. So kann man die eigene Palette erweitern. Dieses Prinzip habe ich letztens verfolgt, als ich mit Freund J. im Magazin essen war. Ich hatte schon mit den üblichen Verdächtigen geliebäugelt, da fiel mein Blick auf die Kategorie »Starter«.

Die Karte ist für meinen Geschmack etwas unübersichtlich gestaltet. Es gibt verschiedene Kategorien, unter denen sich die Speisen finden. Von Suppen, Startern und Hauptspeisen geht es über Beilagen vorbei an Austern zu den Nachspeisen. Es ist nicht wirklich ein System zu erkennen, was wo auf der Karte warum angeordnet ist. Man findet sich allerdings schon zurecht. So fiel die endgültige Wahl auf zwei Starter. Eine als Vorspeise und eine als Hauptspeise. Ich bin sowieso ein Freund davon, mehrere Vorspeisen zu nehmen und dafür auf eine Hauptspeise zu verzichten. Es macht preislich oft kaum einen Unterschied und man kann mehrere Dinge probieren.

So war die Vorspeise ein überbackenes Ei auf Spinat. Ich weiß nicht, wie das Ei überbacken wurde, aber es sah sehr interessant aus. Der überbackene Teil sah optisch fluffig aus, stellte sich aber doch als recht fest und dicht heraus. Das Ei im Inneren war schön weichgekocht. Eine spannende Kombination, die herrlich schmeckte. Doch wirklich experimentell, zumindest was die Zusammenstellung anbelangte, wurde es beim zweiten Gang: gegrillte Calamari mit Blutwurst auf Kartoffelpüree. Calamari und Blutwurst sind jetzt nicht unbedingt etwas, was ich von mir aus kombiniert hätte, aber es funktionierte erstaunlich gut.

Immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren, vor allem kulinarisch, kann sich auszahlen. Es erweitert den Horizont auf eine einzigartige Weise, wie es nur Essen vermag. Essen verbindet uns, ist in jeder Kultur auf eine eigene Art verankert und hat Tradition. Immer nur auf dieselben Speisen zurückzugreifen, ist bequem und eine (meist) sichere Sache, aber gelegentlich auszubrechen, ist doch viel spannender.

David Foodphototasty | Unsplash

Das Ego des kleinen Mannes

Wodurch erkennt man die Größe eines Menschen? Zum Beispiel dadurch, worüber er sich aufregt oder worüber er lachen kann. Mal wieder liefert der aktuelle amerikanische Präsident einen guten Einblick, wie klein sein Ego wirklich ist. Beim Besuch der UN-Vollversammlung, die vor Kurzem stattfand, blieb die Rolltreppe plötzlich stehen, als Trump mit seiner Frau diese betrat. Erst drehen sie sich verdutzt um, dann gehen sie die Treppe zu Fuß hinauf. So weit, so unaufregend. Doch natürlich wird dieser Vorfall genutzt, um ihn auszuschlachten und politisch zu nutzen.

Eine Verschwörungstheorie gegen den Präsidenten wird vermutet. Die Verantwortlichen dafür sollen verhaftet und eingesperrt werden. Die volle Kraft des Gesetzes soll sie treffen. Wer auch immer es war, der es gewagt hat, die Rolltreppe zu stoppen. Wahrscheinlich war es übrigens der Kameramann, der vor dem Paar die Treppe hinaufgefahren ist und der aus Versehen die Treppe zum Erliegen gebracht hat. Aber diese Erklärung ist natürlich viel zu einfach. Man hätte darüber lachen können. Aber natürlich kann das der amerikanische Präsident nicht. Kann dieser Mann überhaupt lachen?

Wahrscheinlich nur, wenn Late-Night-Show-Hosts wie Jimmy Kimmel oder Colbert (kurzzeitig) abgesetzt werden, weil sie etwas gesagt haben, was ihm nicht in den Kram passt. Das ist übrigens richtige Zensur: wenn sich Regierungen darin einmischen, was gesagt und nicht gesagt werden darf. Zuerst predigen sie Meinungsfreiheit und werfen der „anderen Seite“ Cancel-Culture und alles Mögliche vor. Aber wehe, sie sind an der Macht und jemand macht sich über sie lustig oder sagt etwas, was ihnen nicht in den Kram passt. Minderheiten sind nicht mehr sicher, die Meinungsfreiheit in Gefahr und es wird offen gedroht. Was wirklich passiert, wenn feige, rechte Menschen mit kleinen Egos an die Macht kommen, sieht man an den USA im Moment leider nur zu deutlich. Ich hoffe, wir lernen daraus und lassen es bei uns nicht auch so weit kommen.

  • Last Week Tonigt | Jimmy Kimmel & the FCC: Last Week Tonight with John Oliver (HBO) – YouTube

Vorbestellungen

Vorbestellungen können ganz praktisch sein. Beispielsweise wenn man sich eine BluRay eines Films vorbestellt, der endlich in 4K aufgelegt und dessen Sound in Dolby Atmos neu abgemischt wird. In solchen Fällen bestelle ich diesen sehr gerne vor. Ich bin auch froh, das getan zu haben. Auf Amazon steht unter »Tron: Legacy«, wenn man auf die 4K-Fassung klickt, bereits die Nicht-Verfügbar-Meldung. Ich hoffe, ich bekomme im Oktober meine Disc. Seitdem ich den Film im Kino gesehen habe, bin ich ein sehr großer Fan. Die Effekte, der Sound, die Schauspieler*innen, die Geschichte und die fantastisch grandiose Musik von Daft Punk schaffen ein einzigartiges Gesamterlebnis.

Es kann aber auch ein Vorteil sein, etwas vorzubestellen, wenn man diese Bestellung aus Gründen wieder stornieren möchte. Es wurde noch nichts versandt, niemand hatte Kosten (außer wenn man im Vorhinein bezahlt hat und so eine Rückerstattung bekommt) und der Aufwand fällt vergleichsweise gering aus. Niemand muss Pakete herumtragen oder Dinge wieder versuchen, originalgetreu einzupacken. Das ist dann besonders praktisch, wenn man sein neues Android-Gerät zerschmeißt und so diverse Sprünge, Kratzer und Dellen darauf zu finden sind. Natürlich ein rein fiktives Beispiel.

Allzu oft bestelle ich aber nicht wirklich Sachen vor. Es muss schon wirklich etwas Besonderes sein, etwas, auf das ich schon länger gehofft hatte. Denn meist fährt man besser damit, abzuwarten. Es kommen immer wieder Angebote daher, bei Spielen kommen diverse Patches, die Bugs ausbessern, oder man benötigt es schlicht und ergreifend gar nicht. Natürlich könnte man jetzt die Frage stellen, was man denn wirklich benötigt, aber das Fass machen wir heute nicht auf. Ich habe mich immerhin in den vergangenen Monaten davon abhalten können, zu viel Geld in bedruckten Karton zu stecken (in Form der Sonderedition von Magic: The Gathering zu Spider-Man). Das feiere ich als Erfolg.

Wie so oft ist auch hier abwarten und nichts vorbestellen die bessere Variante. Denn wenn man bis zum Release durchhält, kommt man gar nicht mehr in die Verlegenheit, die Karten zu bestellen. Denn ab da sind sie meist vergriffen. Das war bei der Edition zu Assassin’s Creed so und bei den anderen Magic-Beyond-Editionen ebenso. Aus meiner Sicht hat dadurch jeder gewonnen: meine Kreditkarte und ich. Und das ist doch schon mal etwas. Wann kommt eigentlich die nächste Erweiterung von Burg Blaustein?

Durch den Dungeon (1/?)

Ich glaube, das ist jetzt das dritte oder vierte Mal, dass ich versuche, diesen Text zu schreiben. Genauer genommen diese Textreihe zu beginnen. Denn natürlich kann ich es nicht bei einem Text belassen, wenn es um eine solch großartige, tiefgreifende und umfangreiche Buchreihe wie »Dungeon Crawler Carl« (DCC) geht. Erst dachte ich mir, ich bespreche jedes Buch in einem eigenen Text, aber dann werden das ausführlichste, viel zu lange Essays. Denn jedes einzelne Buch enthält viele Ideen und Themen, über die man schreiben kann. Dann dachte ich mir, ich mache pro Buch mehrere Texte. Das würde aber ebenfalls sehr schnell sehr ausufernd. Nun mache ich es ganz anders.

Aktuell bin ich am Ende von Buch 5 und im Begriff, Buch 6 anzufangen. Denn das Gemeine an den DCC-Büchern ist, dass man nicht aufhören kann. Schon des Öfteren wollte ich zwischendurch etwas anderes lesen. Zudem lese ich die Bücher aus Ermangelung an Übersetzungen im englischen Original und wollte mal wieder etwas auf Deutsch lesen. Aber die Cliffhanger am Ende eines Buches ziehen mich direkt ins nächste hinein. An dieser Stelle also schonmal eine klare Empfehlung der Bücher.

Aber was mache ich nun mit meiner Textreihe? Ganz einfach. Beim Lesen schreibe ich mir immer wieder Zitate heraus, Gedanken, die ich während des Lesens habe, oder markiere mir spannende Stellen. Diese möchte ich als Ideengeber für Texte nutzen. Die Reihenfolge ist dabei eher zufällig und ich hoffe, ein Vorwissen der Bücher ist nicht notwendig. Milde Spoiler kann ich dadurch natürlich nicht vermeiden.

Doch bevor wir uns in diese Texte stürzen, braucht es eine Art Primer. Einen Text, der erklärt, worum es eigentlich geht. Und genau das machen wir jetzt.

Worum geht es eigentlich in Dungeon Crawler Carl?

Carl, der sich gerade von seiner Freundin getrennt hat, weil sich diese im Winterurlaub mit ihrem Ex vergnügt, kämpft sich mit deren Perserkatze Donut durch die »Dungeon Crawler World«. Wie ist es dazu gekommen? Durch ein Versäumnis unsererseits, rechtzeitig ein Formular in einem interstellaren Büro abzugeben, hat die Borant Corporation Anspruch auf das Sonnensystem und damit auf die Erde. Also haben sie angefangen, die Ressourcen der Erde abzubauen. Erst einmal haben sie alles, was ein Dach hat (Garagen, Häuser, vielleicht sogar mit Regenschirmen ausgestattete Menschen), dem Boden gleichgemacht. Aber wir können die Erde, oder was davon übrig geblieben ist, zurückhaben. Es muss nur jemand die 18 Level des Dungeons überleben. Der Dungeon ist selbstverständlich unterirdisch und wird (unter anderem) aus den bisher abgebauten Materialien der Erde zusammengesetzt. Das gilt auch für diverse Bosse.

Tore öffnen sich weltweit und es bleibt den Menschen frei, zu entscheiden, ob sie sich in den Dungeon begeben oder versuchen, auf der verwüsteten Oberfläche zu überleben. Da in der Gegend, wo Carl wohnt, gerade kalte Winternacht herrscht, schnappt er sich die nach draußen geflüchtete Katze und rennt in den Dungeon hinein. Donut hat Carl also in gewisser Weise das Leben gerettet. Fortan kämpfen sie sich also gemeinsam durch die Level des Dungeons. Und ja, Donut kann sprechen. Denn durch ein spezielles Leckerli, das Carl im Dungeon findet, „erwacht“ sie quasi und wird selbst zu einem so genannten Crawler.

Die beiden treffen in Folge ihres ersten Abenteuers auf ihren Guide Mordecai, der sie berät und hilft, den Dungeon so gut wie möglich zu überstehen. Wenn ich mich richtig erinnere, erfahren wir von Mordecai, dass noch nie jemand im Universum den Dungeon überlebt hat. Ebene 13 war das Tiefste, das jemand erreichte. Vielleicht schaffen es ja Carl und Donut. Das Schöne an der Konstruktion von »Dungeon Crawler Carl« und den folgenden Büchern ist es, wie Matt Dinniman die Welt immer weiter ausbaut. Er beginnt ganz klein, nur mit Carl und Donut. Mit der Zeit fährt die Kamera aber immer weiter zurück und offenbart mehr Details, Hintergründe und Geschichten rund um den Dungeon und diejenigen, die dafür verantwortlich sind.

Es entspinnen sich politische Intrigen und Verschwörungen (sowohl auf Seite der Crawler als auch der verantwortlichen Parteien hinter dem Dungeon). DCC ist eine gekonnte Mischung aus absurdesten, lustigsten und brutalsten Situationen, weiß aber genauso gut, herzerweichende, ernste Momente zu konstruieren. Diese Abwechslung ist es, was DCC so fesselnd macht. Der Dungeon eskaliert immer weiter, hat eine Struktur und ein Leben, eine Funktionsweise, die das gesamte Universum betreffen, nicht nur die Erde. Die Erde und die Bewohner*innen, die als Crawler um ihr Überleben kämpfen, sind nur Spielbälle in einem größeren Ganzen. Doch nicht alle wollen sich das gefallen lassen.

Wir lernen auch verschiedenste Spezies kennen. Die Borant Corporation wird beispielsweise von den Kua-Tin geleitet. Einer Spezies von „fish demons“, wie sie Carl netterweise beschreibt. Sie betreiben zwar den Dungeon, haben, soweit ich das verstanden habe, auch die Level designt, aber es gibt eine unabhängige Aufsicht über den Dungeon: die »System AI«. Normalerweise sollte diese künstliche Intelligenz neutral sein, aber es gibt doch immer Tendenzen. So entwickelt sie einen Fußfetisch für Carls Füße und gibt ihm in Lootboxen immer wieder Gegenstände und Zauber, die ihn dazu bringen, weiterhin barfuß herumzulaufen. Ja, Carl ist barfuß im Dungeon unterwegs. Aber nicht nur das. Er trägt lediglich Boxershorts und eine dicke Lederjacke, als er den Dungeon betritt.

DCC ist vom Genre her ein sogenanntes »LitRPG«, also ein Rollenspiel in Buchform. So bekommen die Crawler Lootboxen mit neuen Waffen, Zaubern, Fähigkeiten und so weiter. Natürlich dürfen Bosskämpfe mit entsprechender Bossmusik nicht fehlen. Jeder Crawler hat einen Lebensbalken, wie man ihn aus Spielen kennt, und einen Manabalken, um Zauber zu wirken. Sogar eine Minimap steht zur Verfügung. Es macht große Freude, immer mehr Details dieser Welt und des Dungeons zu entdecken. Deshalb ist es so schwer, aufzuhören, denn jedes neue Level bringt neue Details zum Vorschein.

Das wiederum macht es für mich schwer, mich zu entscheiden, worüber ich eigentlich schreiben möchte. Denn der Dungeon existiert nicht nur vor sich hin und findet für sich alleine statt. Das Ganze ist eine intergalaktische Fernsehshow, die live übertragen wird. Inklusive Talkshows, Sponsoren und so viel mehr. Deshalb also diese lose Textreihe. Ich schreibe einfach über alles, was mich interessiert und beschäftigt. Seien es Details, die mir auffallen, oder Themen, die das Buch anspricht und mich inspirieren. Lassen wir uns einfach überraschen, wie dieses Experiment verläuft.

Peter Herrmann | Unsplash

MCU Intermission | Blade

Was wäre ein ausufernder Rewatch des MCU ohne Blade? Vor den X-Men, vor dem MCU, vor dem DCEU, da war Blade. Der laut Wikipedia erste erfolgreiche Marvel-Film. Und das auch noch mit einem R-Rating (also ab 18) und mit einem Schwarzen Hauptcharakter. Wesley Snipes ist Blade und das seit 30 Jahren. Ob wir je einen Blade-Film mit Mahershala Ali sehen? Wer weiß. Ich hätte gerne einen mit Wesley Snipes oder beiden, wo quasi das Zepter an den nächsten weitergegeben wird. Doch erst einmal sehen wir uns die originale Trilogie an.

» There’s been only one Blade! There’s only ever gonna be one Blade!« – Blade (Deadpool & Wolverine)

Blade

Wenn der Film noch mehr Coolness ausstrahlen würde, wäre wahrscheinlich mein Fernseher explodiert. Die für die 90er Jahre typischen Lederoutfits müssen natürlich sein, wie würde man sonst die Vampire erkennen. Blade trägt natürlich stets eine Sonnenbrille, hält seine Posen immer etwas zu lang, aber sieht dafür verdammt cool dabei aus. Die Schatten und Kontraste sind hart gewählt, genauso wie die Gewalt alles andere als zurückhaltend ist. Die Kämpfe sind stylish gemacht, etwas over-the-top, aber machen äußerst viel Spaß. Blade kann man sich auch heute noch ansehen und verbringt damit zwei außerordentlich gute Stunden.

Die Story ist einfach, aber mehr braucht es nicht. Ein junger, aufmüpfiger, durch einen Biss zum Vampir gewordener Kerl stürzt das seit Jahrhunderten bestehende Konzil, um einen Blutgott auferstehen zu lassen. Blade will das verhindern. Wie dem jungen Kerl namens Deacon Frost (Stephen Dorff) es so einfach gelingt, die alten Vampire des Konzils auf seine Seite zu ziehen und sie seinem Willen zu unterwerfen? Keine Ahnung, egal. Weiter mit der Story. Blade und Whistler (Kris Kristofferson) haben genug damit zu tun, ihnen Herr zu werden. Außerdem müssen sie sich um Karen (N’Bushe Wright) kümmern, die Gebissen wurde und verhindern möchte, dass sie zum Vampir wird. Ein tolles Trio, das sich gut ergänzt.

Blade ist Kult. Blade ist brutal. Blade ist Wesley Snipes.

Blade II

Regie: Guillermo del Toro. Autor: David S. Goyer. Musik: Marco Beltrami (u.a. Hellboy, The Wolverine, Logan). Mit Wesley Snipes, Kris Kristofferson, Ron Perlman und Norman Reedus. Muss man noch mehr sagen?

Nachdem ich nun Blade II gesehen habe, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob es nicht überhaupt das erste Mal war, dass ich in den Genuss dieses Films kam. Ich konnte mich überhaupt nicht an die Geschichte erinnern. Deshalb war ich umso positiver überrascht. Der Film kam 2002 in die Kinos und man sieht ihm deutlich die Einflüsse von The Matrix an. Die Kampfszenen versuchen verzweifelt, den Sci-Fi-Klassiker zu imitieren, scheitern allerdings. Die schnellen Schnitte, die coole Musik, die Outfits und natürlich die schiere Coolness von Wesley Snipes und Co. tragen allerdings dazu bei, dass es ein sehr kurzweiliger, unterhaltsamer Ritt ist.

Ich mag die Idee, dass sich das Virus des Vampirismus (eine Theorie, die im ersten Teil etabliert wurde) weiterentwickelt und versucht, die Schwächen auszumerzen. Wenn dann noch das Züchten von fast unbesiegbaren Vampiren 2.0 dazukommt, hat man alles, was eine unterhaltsame Blade-Geschichte braucht. Allerdings sind mir weiterhin die alten Vampire (von denen es hier leider nur einen gibt) weiterhin zu schwach. Es scheint mir unglaubwürdig, dass sich dieser Typ so lange an der Spitze hat halten können.

Ich mag auch den Einstieg in den Film. Mit einem dramatischen Voice-over und Rückblenden auf den ersten Film wird darauf verwiesen, dass Whistler überlebt hat und von den Vampiren am Leben gehalten wird. Er wurde vielleicht sogar selbst zu dem, was sie Jahrzehntelang gejagt haben. Nichts kann Blade in seiner Mission aufhalten, seinen alten Freund und Gefährten zu retten. Man fragt sich gespannt, ob sich der ganze Film darum drehen wird. Wo führt uns diese Reise überallhin? Fünf Minuten später ist das erledigt. Whistler ist gefunden und schließt sich Blade an. Weiter geht es mit der eigentlichen Hauptstory. Großartig.

Blade Trinity

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich den dritten Teil damals sogar im Kino gesehen. Seitdem wahrscheinlich nicht mehr. Er ist sehr viel besser, als ich es erwartet hatte. Eine Version von Dracula als Gegner ist eine coole Idee und ihn so in der Mythologie zu verankern ebenso. Dominic Purcell hat eine tolle Bildschirmpräsenz und verkörpert den ersten Vampir mit der notwendigen Gleichgültigkeit, mit einem Hauch Übermütigkeit. Das Design seiner verwandelten Form könnte man durchaus als zeitlos bezeichnen. Besonders das Praktische am Make-up sorgt dafür, dass es heute, über 20 Jahre später, noch beeindruckend aussieht.

Blade redet hier wahrscheinlich so viel wie in den letzten beiden Filmen zusammen nicht. Das liegt hauptsächlich an seinen beiden Sidekicks: Abigail Whistler (Jessica Biel) und Hannibal King (Ryan Reynolds). King hätte ich nicht unbedingt im Film gebraucht, vor allem weil er heute zu sehr an Deadpool erinnert und seine Sprüche manchmal überhandnehmen. Das wirkt sich negativ auf die Ernsthaftigkeit mancher Szenen aus. Blade nimmt sich selbst als Charakter sehr ernst, das macht King etwas zunichte. Der Witz in den anderen Filmen war da subtiler. Aber das Team ist im Allgemeinen gut zusammengestellt. Schade, dass eher wenige davon überleben.

Grundsätzlich ist Blade Trinity eine gekonnte Fortsetzung und schließt die Reihe schön ab. Auch wenn ich auf so manche Dialogzeilen und Kameraeinstellungen hätte verzichten können. Da sind nicht alle gut gealtert. Das offene Ende für Blade lässt Interpretation für mehr offen. Ich würde gerne Wesley Snipes noch einmal in seiner wohl ikonischsten Rolle sehen. Mal sehen, welche Pläne Disney für den Charakter Blade hat.

iOS 26

Mit dem neuen iPhone wurde ich zwangsweise auf die neue iOS-Version upgedatet. Hätte ich ein bestehendes iPhone gehabt, hätte ich mit dem Update sicher noch gewartet. Doch jetzt, da ich knapp zwei Wochen damit verbringen konnte, ist meine klare Empfehlung, noch zu warten. Mindestens bis zur x.1-Version. Es sind einfach noch zu viele Bugs, Ungereimtheiten und Fehler enthalten, die nicht sein müssten. Aber alles der Reihe nach. Was hat sich mit iOS 26 alles geändert, außer dass wir von iOS 18 gleich mehrere Versionen übersprungen haben?

Überall ist von Liquid Glass zu lesen. Dem großen Redesign von iOS. Ein abschließendes Urteil darüber zu machen, ist noch nicht möglich. Denn wie schon in den Beta-Versionen wird sich mit den kommenden Updates noch einiges verändern. Es wird an Stellschrauben gedreht und das Design verfeinert. Das Gleiche passierte mit iOS 7. Damals hat Apple ein sehr viel minimalistischeres Design vorgestellt, als es bisher auf dem iPhone zu sehen war. Auch hier hat sich über die Jahre viel getan. Gleiches wird bei Liquid Glass der Fall sein. Und da Veränderungen ja grundsätzlich schlecht sind, beschweren sich aktuell natürlich viele über das Design. Doch sehr viel gravierender finde ich die bereits genannten Bugs und Unstimmigkeiten in iOS 26.

Es fängt schon damit an, wenn man das iPhone entsperrt. Durch Face-ID muss man lediglich nach oben wischen, um auf den Homescreen zu kommen. Doch für einen kurzen Moment sieht man noch die Eingabe des PIN-Codes. Dieser wird mit Face-ID quasi automatisch eingetragen. Ich denke nicht, dass dies sichtbar sein sollte. Ich arbeite gerne mit verschiedenen Fokus-Modi. Wenn ich im Büro bin, brauche ich den »Always-On-Display« nicht. Also habe ich mir einen Work-Modus eingerichtet. Hier musste ich noch etwas nachschärfen, damit dieser so funktioniert, wie ich es möchte. Zusätzlich habe ich den Hintergrund und die Darstellung der Apps angepasst. Das hat sich von alleine wieder auf die Standardeinstellung zurückgesetzt. Der Work-Modus hat sich an dem Tag auch nicht von allein deaktiviert. Eigentlich ein No-Go. Das muss funktionieren.

Was mir außerdem noch aufgefallen ist, ist der Akkuverbrauch. Das iPhone 17 wird über den Tag sehr schnell leer, obwohl ich es kaum in der Hand habe. Natürlich nutze ich es in der Kaffee- oder Mittagspause, aber deshalb muss es nicht gleich auf 30 % abfallen. iOS 26 muss definitiv noch optimiert werden und hätte eigentlich noch ein paar Monate Entwicklungszeit gebraucht. Natürlich ist es schön, wenn man jedes Jahr ein großes Update vorstellen kann. Aber iOS 26 wäre doch ein schöner Anlass gewesen, diesen Zyklus zu unterbrechen. Warum den Release nicht etwas verschieben, erst den Button zur Veröffentlichung drücken, wenn man so weit ist?

Wer mehrere Geräte nutzt, läuft außerdem in ein Synchronisierungsproblem. Zumindest ist es bei mir der Fall. Ich habe meine Notizen von Google und Apple in Apple Notes zusammengefasst und die Struktur etwas geändert. Aber aktuell habe ich drei verschiedene Notes-Versionen. Einmal die Notizen auf dem Stand des iPhones, des Macs und des iPads. Was am Ende gewinnt, weiß ich nicht. Ich hoffe das vom Mac, denn das wäre die für mich aktuellste Version. Photos syncen nicht richtig und wer weiß, was im Hintergrund noch schiefläuft.

Dass in einer x.0-Version Dinge nicht komplett rund laufen, ist verständlich. Diese kleineren Fehler können und werden meist mit dem ersten x.0.1-Update behoben. Doch in iOS 26 gibt es noch so viele Baustellen, dass es sicherlich noch Monate dauern wird, bis die Software einen ordentlichen Stand erreicht. Einen Stand, der dann auch hätte veröffentlicht werden können. Diese Schlamperei bin ich von Apple nicht gewohnt. Ich hoffe sehr, dass dies eine Ausnahme bleibt. Doch dem Image der Firma hat dies sicher nicht geholfen.

Ein kleiner Neustart

Die vergangene Woche war anstrengend. Auf mehreren Ebenen. Aber was das Ganze wirklich auslaugend gemacht hat, war der wenige Schlaf. Ich bin mir nicht sicher, woran es gelegen hat. Ich hatte mir zu meinem Geburtstag ein verlängertes Wochenende gegönnt und Freitag sowie Montag Urlaub genommen. Es war ein tolles, abwechslungsreiches Wochenende. Doch ab der Nacht von Montag auf Dienstag war es vorbei mit den erholsamen Nächten.

Erst konnte ich in besagter Nacht nicht schlafen und bin immer wieder aufgewacht und habe unruhig geschlafen. In der Nacht darauf war es nicht besser. Ich war sogar so weit, dass ich um drei Uhr morgens aufgestanden bin, ein Glas Wasser getrunken habe und ein paar Zeilen in mein Journal schrieb. Einfach um mich abzulenken, die Gedanken zu fokussieren – sie loszuwerden. Dabei gab es kein wirklich zentrales Thema, das mich wachgehalten hätte. Es kennt vermutlich jeder Nächte, in denen die Gedanken kreisen, man von einem Thema auf das andere kommt oder einen etwas nicht loslässt.

Die restlichen Nächte der Woche waren etwas besser. Ich habe zwar nicht viel geschlafen, ich musste trotzdem unter der Woche um halb sechs aufstehen, aber zumindest bin ich nicht mehr wachgelegen. Das alles machte die Woche sehr anstrengend und psychisch auslaugend. Mit wenig Schlaf ist die Resilienz nicht mehr so groß. Dafür habe ich mich die ganze Woche auf einen schönen Freitagabend in Salzburg gefreut. Das hat mich durch die Woche gebracht. Training war natürlich auch reduziert, jetzt fiel ein Ventil weg, das mir normalerweise sehr gut tut. Jedenfalls war ich sehr froh, als ich Freitagnachmittag mit Freund J. im Stieglkeller saß, den Ausblick auf die laute Stadt genießen konnte und ein kaltes, alkoholfreies Weißbier in Händen hielt.

Den Samstag habe ich dann für einen kleinen Neustart genutzt. Das mache ich zwar jedes Wochenende, aber nach so einer anstrengenden Woche musste es mehr sein als sonst. Ich mag es, am Sonntag die vergangene Woche Revue passieren zu lassen und die kommende vorzubereiten. Doch dieses Mal habe ich das noch etwas weiter ausgebaut. Die komplette Wohnung wollte ordentlichst geputzt, die Bettwäsche gewechselt, Lammfelle ausgeschüttelt und gesaugt werden. Und noch ein paar Kleinigkeiten mehr, die sich die Woche über angesammelt haben. So konnte ich das restliche Wochenende genießen und alte »Jack-Fromsoft«-Streams schauen, während ich mein neues iPhone eingerichtet habe.

Immer mal wieder kleinere bzw. größere Resets, Neustarts oder wie auch immer man es nennen möchte, finde ich eine hervorragende Art, sich wieder auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Es gibt Wochen, da schiebt man gewisse Arbeiten und To-dos immer wieder vor sich her. Aber irgendwann wollen sie erledigt werden. Das mache ich dann gerne in einem Aufwasch. Das dauert dann zwar etwas länger, aber am Ende bin ich froh, es gemacht zu haben. Es sind kleine Erfolge, die man im Alltag feiern kann. Sie motivieren und treiben an. So kann man umso besser in die nächste Woche starten.