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Über den Tellerrand

Ende September fand in Tokyo die PC Gaming Show statt. Ich habe mir noch nie wirklich Awardshows oder solche Präsentationen angeschaut. Zwar hatte ich mal eine Zeit, in der ich mir die Oscars angetan habe, aber das ist nun auch schon wieder viele Monde her und währte lediglich eine kurze Zeit. Der YouTuber Jack_Fromsoft hat es sich schon beinahe zur Tradition gemacht, solche Shows auf seinem Kanal zu begleiten und zu kommentieren. Da es ein grauer Sonntag war und die Show zu einer humanen Zeit stattfand, dachte ich mir, es wäre ein netter Zeitvertreib.

Die PC Gaming Show an sich war ganz okay. Eine Moderatorin, die in einem Studio saß und die Trailer kommentierte, dazu ein Moderator, der über den Tag verteilt Aufnahmen in Tokio und Umgebung gemacht hat, die als Einspieler dienten. Dazwischen jede Menge Trailer, Eindrücke der Messe vor Ort und ein paar ausgewählte Entwickler durften Worte über ihre kommenden Spiele verlieren. Alles in allem eine durchschnittliche Präsentation, würde ich zumindest sagen. Nichts Besonderes und die Highlights lassen sich an einer Hand abzählen, aber trotzdem nett zum Anschauen.

Zumindest aus meiner europäischen Sichtweise. Immerhin ist es eine Messe in Tokio und eine Präsentation, die sich mehr an den asiatischen Markt richtet. Ich habe keine Ahnung, was man gerade in Japan gerne spielt oder welche Genres angesagt sind. Trotzdem fand ich es interessant, einen Einblick in andere Spiele zu werfen, die mir – zumindest auf den ersten Blick – nicht zusagen. Diese zumindest oberflächliche Neugierde hat sich in dem Chat auf von Jack_Fromsoft nicht gerade gezeigt. Alles, was kein Soulslike war oder keine „realistische“ Grafik hatte, wurde als Sch* beschrieben und damit gleich die ganze Show ins Lächerliche und Unnötige gezogen.

Dass bei einer Präsentation wie dieser nicht jedes Spiel mein Interesse wecken wird, war – zumindest mir – von vornherein klar. Aber nicht einmal anderen Spielern zuzugestehen, andere Spiele zu mögen, oder in Betracht zu ziehen, dass sich ein Großteil der Spiele an eine komplett andere Zielgruppe oder Generation richtet, vermisste ich bei der Diskussion leider sehr. Das hat für mich die ganze Stimmung gedrückt.

Ich hätte mir gewünscht, dass Jack_Fromsoft die Kommentare ein bisschen eingegrenzt hätte. Immerhin schauen bei so einem Stream mehr Leute zu, als es normalerweise sind. Außerdem finden sich mehr Leute im Chat, die nicht zur üblichen Jack-Fromsoft-Community gehören, die äußerst nett und sympathisch ist. Man hätte den Chat auf Abonnent*innen oder dergleichen reduzieren können. Dann wäre es sicherlich eine angenehmere Atmosphäre gewesen.

Herbst

Ich mag den Herbst. Eigentlich. Alles wird ruhiger, man zieht sich mehr in die Wohnung oder das Haus zurück. Es wird langsam kälter, die Nächte länger und die Zeitumstellung steht bevor. Man liest mehr, verbringt mehr Zeit mit Videospielen und sitzt gerne in kuscheligen Restaurants und genießt die herbstliche Küche. In den Supermärkten warten die Schokohohlfiguren von Nikoläusen und Krampi (ja, das ist scheinbar die korrekte Mehrzahl von Krampus) darauf, in zwei Monaten an Kinder verfüttert zu werden. Und natürlich darf das Verfärben der Bäume nicht fehlen.

Die Verfärbungen sehe ich immer wieder gerne. Wenn sich nicht gerade ein hartnäckiger Hochnebel über Tage und Wochen hält und nur erahnen lässt, dass dahinter irgendwo die Sonne zu sein scheint. Aber wenn das dieses Jahr vielleicht etwas ausbleibt, kann man in den abendlichen Sonnenstrahlen, die sanft auf die Bäume und Wälder fallen, den Herbst in all seinen Schattierungen bewundern.

Kongregation

Bereits vor längerer Zeit hat BlueBrixx das nächste größere Mittelalter-Projekt vorgestellt. Burg Blaustein hat in ihrer kompletten Ausbaustufe und mit allen Anbaumöglichkeiten der Vorburg immerhin locker die 30.000-Teile-Marke geknackt. Ich bin mir nicht sicher, wohin das noch führen kann oder soll. Ich habe schon des Öfteren erwähnt, dass ich mir eine schöne, dicke, gebaute Grundplatte für die komplette Burganlage wünschen würde. Das würde das komplette Projekt zu einem schönen Abschluss bringen. Bis es allerdings so weit ist, darf bereits das nächste Gebäude starten, nämlich das Kloster Blaubrunn.

Ich habe die ersten beiden Gebäude bereits vorgestellt. Die Sets der Kapelle und des Wohngebäudes sind Anfang des Jahres erschienen. Nun kam die erste Erweiterung dazu heraus. Die Kapelle wird zu einer Kongregation aufgewertet. Mir gefällt an dieser Erweiterung, dass sie überschaubar ist. Es sind nicht gleich 5.000 Teile, die verbaut werden wollen. Ein paar Ergänzungen hier, die Bäume etwas umplatziert und schon hat man das Set aufgebaut.

BlueBrixx hat auch aus Burg Blaustein gelernt. Man muss nicht mehr komplette Teile der Anlage zerlegen, sondern von vornherein wurde das Set so konzipiert, dass es modular erweitert werden kann. Natürlich hatte es seinen Charme, dass man Teile von Burg Blaustein immer wieder zerlegen musste, um die Erweiterungen zu integrieren. Aber wenn man am Ende sowieso ein Kloster stehen haben möchte, warum nicht etwas einfacher gestalten? Wenn man sich die Sets genauer ansieht, findet man sogar Andeutungen eines Kellers. Vielleicht wird ja Kloster Blaubrunn einmal untergraben und mit einer Gruft oder gar Katakomben ausgestattet. Ich würde es feiern.

In einem Preview-Video hat BlueBrixx bereits die nächsten Pläne für das Projekt Blaubrunn vorgestellt. Die nächsten Erweiterungen werden wohl nicht mehr so überschaubar wie die Kongregation. Ich bin aber gerne bereit, mich überraschen zu lassen. Erst einmal erfreue ich mich der Kongregation und daran, dass die Bodenplatte etwas erweitert wurde. Als Nächstes wird das Wohngebäude ausgebaut, um den ganzen Mönchen einen Platz zum Schlafen zu geben.

1.000 Regeln, die dein Leben verändern

Manchmal muss man einfach loslassen. Seit einigen Monaten bin ich wieder ins Bullet Journaling eingestiegen. Ich nutze es in einem B5-Notizbuch für die Arbeit und privat habe ich ein handliches A6-Notizbuch stets zur Hand. Zum selben Zeitpunkt abonnierte ich ebenso den Newsletter von Bullet Journal. Ryder Carroll, Erfinder dieser Methode, schreibt gute Texte, die inspirieren und die ich gerne gelesen habe. Seit vielen Wochen allerdings bestehen diese Newsletter nur noch aus Werbung für einen viel zu teuren Online-Kurs, Werbung für spezielle Farben der Notizbücher und lebensverändernde Tipps.

Etwa zur selben Zeit habe ich den YouTuber Naphtali Rosenberg entdeckt. Auch er hatte nette kleine Videos mit hilfreichen Anekdoten, netten Geschichten, und ich mochte seine ruhige, sympathische Natur. Dann sah ich, dass er einen Substack-Newsletter hat, und habe diesen abonniert. Auch hier waren es anfänglich nette Mails, die gelegentlich hereinflatterten. Doch seit er das Ziel hat, jeden Tag einen Newsletter auszuschicken (für einen gewissen Zeitraum), entwickelt es sich zu einer lästigen „Pflicht“, die Mails anzuschauen. Gefühlt waren alle mit lebensverändernden Tipps gespickt und immer mehr Dinge wurden aufgezählt, die man entweder lassen soll oder unbedingt machen muss.

Was mich an den Mails gestört hat, war nicht deren tägliches Erscheinen, immerhin schreibe ich selbst ein tägliches Blog und lese sehr gerne dasjenige von Matthew Dicks. Aber von überall werden wir mit Hinweisen zugeschüttet, wie man das perfekte, vermeintlich richtige Leben lebt. Sei es YouTube, Social Media oder all die anderen Kanäle, denen wir ausgesetzt sind. Die genannten beiden Personen sind für mich anfangs für etwas anderes eingestanden. Für ein offeneres Vorgehen. Es hatte für mich den Anschein, dass man den eigenen Weg gehen soll. Im Falle von Ryder Carroll war die Bullet-Journal-Methode ein Werkzeug, um diesen zu finden und zu beschreiten. Ich verwende die Methode weiterhin sehr gerne und bleibe sicherlich dabei. Nur mit diesen beiden Newslettern und Informationsquellen habe ich erst einmal abgeschlossen.

Wahrscheinlich habe ich zu lange gewartet, bis ich auf den »unsubscribe«-Button gedrückt habe. Doch anfangs habe ich die Texte gerne gelesen und die Videos gerne geschaut. Man kann einfach nicht alle Regeln befolgen, die die Algorithmen einem zum Fraß vorwerfen. Es ist zu viel. Ich beschränke mich auf wenige ausgewählte Kanäle, den Rest finde ich schon irgendwie selbst heraus. Das sind mir sowieso die besten Quellen: diejenigen, die auf meine Individualität eingehen. Es passt nicht ein Konzept für alle. Man muss stets die jeweilige Situation der Menschen berücksichtigen. Was sind ihre Ziele? Wo stehen Sie? Was ist ihnen wichtig?

Indem der „richtige“ Weg versprochen wird, suggeriert man den Menschen doch, dass sie es bisher falsch gemacht haben. Im schlimmsten Fall macht man ihnen direkte Vorwürfe. Scheitern wird als schlecht dargestellt. Dabei ist es doch großartig, etwas falsch zu machen, denn aus den Fehlern lernt man. Wenn ich mir ein Konzert einer Musikrichtung anschaue und sich am Ende herausstellt, dass es mir nicht gefällt, war das keine verschwendete Zeit. Vielleicht war es eine coole Location oder ich hatte sonst einen lustigen Abend mit Freunden. Vielleicht hat man etwas zu viel Geld für Klemmbausteine ausgegeben. Aber man kann es zukünftig anders machen, besser. Und zwar, weil ich es so will und für mich herausgefunden habe. Nicht, weil es mir jemand gesagt hat.

Supernatural | S01E05 | Bloody Mary

Das titelgebende Monster in dieser Episode von Supernatural bringt einen interessanten Aspekt in der Mythologie der Serie hervor. Wie sich herausstellt, haben drei Teenagerinnen ein unschuldiges Spiel von »Wahrheit oder Pflicht« gespielt – was man eben so macht. Eine von ihnen wurde dabei aufgefordert, dreimal Bloody Mary in den Badezimmerspiegel zu sagen, woraufhin der Vater umgebracht wurde. Die Tatsache, dass sie es mit einer potenziellen Bloody Mary zu tun bekommen, macht die beiden Brüder, Sam und Dean, allerdings etwas stutzig. Denn John, ihr Vater, hat angeblich nie Beweise für die Existenz dieses Monsters gefunden.

Das bedeutet also, dass selbst die Jäger von übernatürlichen Wesen nie so recht wissen, welche Mythen nun der Wahrheit entsprechen und welche nicht. Über die Jahrhunderte (in späteren Staffeln stellt sich heraus, dass es die Tradition der Jäger schon länger gibt) haben sich zwar gewisse Ereignisse und Monstertypen als Tatsachen etabliert, aber es ist noch längst nicht alles recherchiert. Es gibt immer wieder spezielle Ecken von urbanen Mythen oder Legenden, die es zu erforschen gilt. John mag in seinem Tagebuch, das er seinen Söhnen über umständliche Wege zukommen ließ, zwar einiges notiert haben, jedoch sollte dies nur die Spitze eines sehr viel größeren Eisbergs sein.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn die Monster eine wirkliche Motivation bekommen. Bloody Mary tötet nicht nur aus einer reinen Böswilligkeit heraus oder weil sie die Farbe Rot mag. Nein, sie verfolgt diejenigen Menschen, die schreckliche Geheimnisse mit sich herumtragen. Deshalb ist nicht das erste Mädchen gestorben, das den Namen dreimal in den Spiegel gesagt hat. Mary geht es im Grunde darum, dass sich die Ungerechtigkeit, die ihr selbst widerfahren ist, nicht wiederholt. Sie bestraft diejenigen, die sich die Schuld eines Todes aufgebürdet und für sich behalten haben. Die davongekommen sind. Wie Sam feststellt, sieht sie dabei jedoch keine Grauzonen, sie bestraft alle.

Das Design der Figur Mary ist ebenfalls hervorragend gelungen. Zum einen bin ich großer Fan davon, wenn Filme oder Serien Spiegel in diesem Horror-Setting gut nutzen. Man fragt sich stets, ob sie nun da ist oder nicht; sehen die Charaktere sie, oder existiert sie nur in spiegelnden Oberflächen. Es ist etwas inhärent gruseliges. Zum anderen mag ich bei solchen Horror-Figuren ein schlichtes Design; es meist das effektivste. Es braucht keine elaborierten und mit unnützen Details versehenen Wesen. Wie in diesem Fall reicht es vollkommen aus, ein völlig in schwarz getauchtes Mädchen zu nutzen, dessen Gesicht man kaum sieht, das mit etwas bedeckt zu sein scheint und sich gespenstisch und unmenschlich bewegt. Genauso wie die Auflösung am Ende wirkt es durchdacht.

Was die Beziehung zwischen Brüdern anbelangt, setzt Sam eindeutige Grenzen. So lernen wir als Zuschauer*innen zwar ein weiteres, wichtiges Detail, doch Dean bleibt im Dunkeln. Denn wie sich herausstellt, hatte Sam eine Art Vision, bevor seine Freundin Jess auf grausame Weise von etwas Übernatürlichem getötet wurde. So gibt er sich die Schuld, weil er diesen Traum, diese Vision, nicht ernst genommen hat und das Schicksal von Jess auf seinem Gewissen hat. Doch Dean erzählt er das nicht. Er behält es für sich und setzt Grenzen. Ich bin mir offen gestanden nicht sicher, was ich davon halte. Zum einen halte ich es für gut, dass sie sich nicht alles erzählen, auf der anderen Seite ist es ein wichtiges Detail. Wir werden sehen, wie wir das in den nächsten Folgen zu beurteilen haben. Das ist das Praktische an diesem Rewatch, ich finde immer wieder Details und Kleinigkeiten, die es wert sind weiter beobachtet zu werden.

Kommen wir aber nun zu der Strecke, die Sam und Dean in dieser Folge zurückgelegt haben. Den Fall an sich finden Sam und Dean in Toledo, Ohio. Nachdem sie beim letzten Mal im Westen Pennsylvanias waren, nördlich von Pittsburgh, sind nur knapp über 400 Kilometer zu dem Ort zurückzulegen, wo Bloody Mary ihr Unwesen treibt. Allerdings machen sie noch einen Abstecher nach Fort Wayne in Indiana, wo Mary ursprünglich ermordet wurde. Außerdem fahren sie wieder zurück nach Toledo. Damit legen sie insgesamt „nur“ 740 km zurück. Die bis jetzt kürzeste Strecke in einer Folge. Mal sehen, wo es uns das nächste Mal hin verschlägt.

Bilder für Texte

Wenn ich Bilder für Texte verwende, habe ich aktuell zwei Quellen. Entweder ich habe die Fotos (manchmal auch Screenshots) selbst gemacht und stelle diese bei einem Text zur Verfügung. Oder aber ich greife auf Stockfotos zurück. Hierzu habe ich schon vor einer Weile ein Jahresabo bei Unsplash abgeschlossen, da mir die Auswahl sehr gut gefällt und man zu den meisten Themen etwas findet. Nicht alle Texte bekommen allerdings ein Bild oder eine Grafik. Es kommt hauptsächlich auf das Geschriebene an sich an. Wenn mir aber gerade etwas im Kopf herumschwebt, versuche ich, eine entsprechende Grafik bei Unsplash zu finden.

Ich glaube, ich kann an einer Hand abzählen, wie viele KI-generierte Bilder ich für Texte verwendet habe – wenn überhaupt. In der Vergangenheit habe ich schon des Öfteren mit derlei Programmen gespielt und experimentiert. Besonders Midjourney fand ich ansprechend, was die Bedienung und die Qualität der Resultate anbelangt. Bis vor kurzem hatte ich sogar eine Galerie mit ein paar der Bilder, die ich mithilfe von Midjourney erzeugt hatte. Diese habe ich allerdings vor langer Zeit wieder gelöscht. Denn meine Meinung zu generativer KI hat sich seitdem geändert.

Meine frühere Argumentation war, dass ich ja niemandem einen Job wegnehme, wenn ich mithilfe von KI ein Bild generiere. Das ist so weit richtig, denn ich hätte nie jemanden engagiert, um für einen Text ein Bild zu erzeugen. Richtig ist aber auch, dass ich nicht weiß, welche Daten verwendet wurden, um die KI zu trainieren. Immerhin kann ich der KI sagen, an welchem Stil sie sich bei der Erstellung des Bildes orientieren soll. Sind die entsprechenden Daten eingekauft und die Künstler*innen entlohnt worden? Oder wurden die Daten gestohlen bzw. sucht sich die KI die Daten aus einem Sammelsurium an Quellen heraus, das niemand so recht überblicken kann, geschweige denn hinterfragt?

Aktuell laufen viele Rechtsstreite, was die Quellen für KI anbelangt. Besonders wenn es um Schriftsteller*innen geht. Tausende Bücher wurden angeblich illegalerweise für das Training diverser KI-Varianten verwendet. Erste Urteile fallen eindeutig zugunsten der Autor*innen aus. Das finde ich gut. Ein Autor, dessen Name mir leider entfallen ist, hat in einem Vortrag oder Verfahren (ich bin mir nicht mehr sicher) es sehr gut formuliert. Er meinte, dass er über Jahre und Jahrzehnte das schriftstellerische Handwerk gelernt und verfeinert hat. Er ist immer wieder gescheitert, bis er endlich Erfolg hatte. Gut schreiben zu können, egal was es ist, braucht sehr viel Übung, Zeit, Fleiß und auch Aufopferung. Manchmal ist es mit Erfolg gekrönt, manchmal schreibt man ein tägliches Blog über Jahre nur für sich, weil es eben Spaß macht.

Wenn nun eine KI mit den Büchern, die man geschrieben hat, trainiert wird, ist das schlicht und ergreifend Diebstahl. Ich möchte auch nicht, dass eine KI mit meinen Texten trainiert wird. Ich stelle die Texte zwar gratis zur Verfügung und mache das gerne, trotzdem sind es meine Texte, mein Stil, meine Zeit, die ich dafür aufbringe. Wenn eine KI damit trainiert werden soll, will ich gefragt und dafür entlohnt werden, sollte ich dem zustimmen. Denn ich weiß nicht, wofür die Daten verwendet werden. Welche Texte damit generiert werden.

Generativer KI stehe ich äußerst skeptisch gegenüber. Genauso wie den ganzen Rechenzentren, die aktuell gebaut werden. Und all die hunderten Millionen und Milliarden, die investiert werden. Es schreit danach, dass dies eine Blase ist, die nur darauf wartet, zu platzen. KI kann nützliche Aspekte haben, keine Frage. Sie kann uns in Teilbereichen weiterhelfen, bei Analysen Arbeit abnehmen und beim Programmieren unterstützen. Es ist ein Werkzeug. Aber es bedarf Regulierung, Kontrolle und klarer Grenzen. Soziale Medien und Videoplattformen werden mit KI-generierten Inhalten überflutet. Was echt ist und was nicht, ist längst nicht mehr zu unterscheiden. Trotzdem werden darauf Meinungen aufgebaut und politische Ansichten geprägt. Eine äußerst skeptische Haltung wäre angebracht.

Es ist ein spannendes Feld, keine Frage. Doch Daten zu stehlen, damit KI zu trainieren und das Internet zu fluten, politische extreme und Debatten aufzuheizen und anzustacheln, klingt nicht gerade nach der utopischen Science-Fiction-Zukunft, die ich im Sinn habe, wenn ich an diese Technologie denke. Ich möchte gerne mehr in Richtung Star Trek und nicht Warhammer 40k.

Allison Saeng | Unsplash

Hollow Knight – Sprung ins Glück?

Nach knapp fünfundzwanzig Stunden Spielzeit bin ich mit Hollow Knight durch. Acht Jahre nachdem das gefeierte und millionenfach verkaufte Spiel erschienen ist. Und nachdem der langersehnte Nachfolger endlich veröffentlicht wurde. Werde ich mich dem Silksong genannten Titel aber gleich im Anschluss widmen? Ich denke nicht. Denn so toll Hollow Knight ist, so gut und detailliert die Welt gestaltet ist und so individuell, wie man sich die Reise gestalten kann, war der Durchlauf doch nicht komplett frustfrei.

Keine Frage, Hollow Knight ist ein grandioses Spiel und hat alle Lobeshymnen verdient. Doch es ist kein Spiel, das ich platinieren werde. Es ist auch kein Spiel, das ich so schnell noch einmal durchspielen werde. Es ist das perfekte Spiel für das Steam-Deck, läuft flüssig und macht Spaß. Doch die Sprungpassagen und Parcours-Herausforderungen sind nichts für mich. Bereits bei »Prince of Persia – The Lost Crown« haben mich manche solcher Passagen halb in den Wahnsinn getrieben. Man muss Modi umschalten, bräuchte am besten mehrere Paar Hände und übersinnliche Kräfte.

In Hollow Knight wird eine Perfektion verlangt, die ich nicht bereit bin, aufzubringen. Anders gesagt, will ich mich nicht derart in das Spiel einarbeiten. Zumindest aktuell nicht. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Schade ist nur, dass manche schöne Ziele hinter diesen Passagen versteckt liegen. Man muss beispielsweise gefangene Raupen befreien. Die hätte ich gerne alle gefunden, besonders nachdem ich die Schatzkarte dafür freigeschaltet habe – was ein ordentlicher Umweg war. Aber leider warten bei dieser Quest knallharte Parcours-Herausforderungen darauf, gelöst zu werden. Dass in einem DLC solche Aufgaben versteckt und angeboten werden, okay. Aber bei einer netten kleinen Quest ist mir das zu viel.

Ich hätte gerne mal einen Sidescroller, bei dem ich nicht solche Sprungpassagen überwinden muss. Vor kurzem habe ich mir »Bloodstained« im Angebot geholt, vielleicht verzichtet ja das darauf. Ich lasse mich gerne überraschen. Trotzdem bin ich froh, endlich Hollow Knight durchgespielt zu haben. Schon viel zu lange habe ich das vor mir hergeschoben. Es ist ein verdammt gutes Spiel. Wer bisher einen Bogen um das Spiel gemacht hat, sollte einen Blick reinwerfen. Die Gegner sind hart und man muss sich mit den Mechaniken, die einem das Spiel bietet auseinandersetzen, aber es belohnt die Mühen auch. Interessante, teils witzige Nebencharaktere, tolle Levelabschnitte und mysteriöse Geheimnisse wollen entdeckt werden.

Stau

Eigentlich ist es etwas paradox. Auf der anderen Seite vielleicht auch nicht. Aber mir ist nichts mehr zuwider als sinnlose Zeitverschwendung. Da werde ich unruhig und muss mich irgendwie beschäftigt halten. Ich habe nichts dagegen, in einem Wartezimmer zu sitzen und auf meinen Termin zu warten. Das ist berechenbar und es können andere mal etwas länger benötigen. Alles in Ordnung. An der Kasse habe ich auch kein Problem, zu warten. Das sind Momente, die zum Leben gehören, wie wir es uns als Gesellschaft angewöhnt und aufgebaut haben.

Für mich sind dies die kleinen Momente, in denen man sich überwinden kann und nicht gleich das Smartphone zur Hand nimmt. Mittlerweile ist es eine Stärke, zu sagen: „Nein, ich halte es aus“, sobald sich fünf Sekunden Leerlauf anbahnen. Ich brauche diesen Leerlauf, diese Langeweile auch. Mal nichts hören, anschauen oder lesen; nicht bombardiert zu werden von Benachrichtigungen oder zu hoffen, dass ein Newsletter im Postfach liegt, der mich für ein paar Sekunden ablenkt, weil ich ihn ja dann doch nicht gleich lesen möchte oder kann; er zu lang ist oder mich im Moment gar nicht interessiert. Allerdings gibt es auch Momente, die einfach sinnlose, brachiale Zeitverschwendung sind.

Letztens wollten wir nach Anif fahren. Dort gibt es einen Maximarkt und gelegentlich, alle paar Monate, mag ich es, in einem großen Supermarkt zu schmökern und einzukaufen. Neues zu entdecken und auszuprobieren. Eigentlich stand der Globus in Freilassing am Plan, aber in Deutschland war leider Feiertag. Also wurde es die Alternative in Anif. Was ich nicht bedacht hatte, war: wie viele Menschen unterwegs sein würden. Wir fuhren kurz nach Mittag, nach der Arbeit. Für die Strecke von Oberndorf nach Maria Plain benötigten wir eine Stunde. Normalerweise sind das 15 Minuten, wenn es lange dauert. Es bewegte sich zum Teil einfach gar nichts. Noch dazu war es ein sonniger Tag mit blauem Himmel.

Nach dieser Stunde und der Offenbarung, dass es wahrscheinlich in der Stadt nicht besser werden würde, haben wir wieder umgedreht. Stattdessen ist das ein oder andere lokale Geschäft unsicher gemacht worden. Jetzt weiß ich wieder, warum ich so gerne mit dem Zug nach Salzburg fahre und das Klimaticket jeden Cent wert ist. Es mag heiß sein im Sommer und schwül in den Zügen, aber das ist mir um einiges lieber, als sinnlos und zeitverschwendend im Auto zu sitzen und auf die Bremslichter der anderen Autos zu starren, in der Hoffnung, dass sie sich doch endlich bewegen mögen. Das nächste Mal befrage ich zuerst diverse Karten-Apps und entscheide dann, ob ich mir das antun möchte. Zumindest hatte ich so noch Zeit für eine ausführliche Trainingssession und einen Spaziergang.

Wie man 60.000 Fotos sortiert

Vor gut eineinhalb Jahren habe ich einen Text geschrieben, wie ich meine Apple-Photos-App bereinigt habe (Wie man 30.000 Fotos sortiert). Dabei ist es mir vor allem darum gegangen, die ganzen Screenshots, Videos und anderen Kram aus der App loszuwerden, den ich darin nicht benötige. Oder der viel Speicherplatz benötigt. Seitdem hat sich einiges getan. Vor allem, nachdem ich kurze Zeit zu Android gewechselt bin. Ich habe alle Fotos, die älter als drei Jahre waren, aus der Photos-App exportiert, auf einer externen Festplatte gespeichert und aus der Bibliothek gelöscht. Das war an und für sich nicht schlecht. So habe ich endlich mal eine lokale Kopie meiner Fotos. Auf der anderen Seite schaue ich mir die Fotos natürlich nie an, wenn sie nur auf der Festplatte vor sich hin vergammeln.

Also habe ich das getan, was ich vor Jahren schon einmal gemacht habe, nur eben nun mit meiner gesamten Foto-Geschichte der vergangenen Jahrzehnte: Ich habe wieder sämtliche Fotos in die App geworfen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man auf über 60.000 Fotos kommt. Dabei sind noch nicht einmal alle drin. Das beinhaltet natürlich nicht nur Fotos, die ich über die Jahre mit verschiedenen iPhones gemacht habe. Dazu gesellen sich noch Urlaubsfotos aus der Zeit der Digitalkameras, Fotos von meiner Spiegelreflexkamera und eingescannte Bilder aus Fotoalben. Ich mag es, jederzeit Zugriff auf diese Fotos zu haben und durchscrollen zu können. Oder wenn die App Vorschläge macht oder Fotos anzeigt, die an diesem Tag vor x Jahren gemacht wurden. Es ist toll.

Natürlich sind einige Dopplungen drin und sehr viele sehr ähnliche Fotos. Die wollen irgendwie sortiert werden. Die Photos-App selbst macht zwar Vorschläge über ähnliche Bilder und bietet an, diese zu mergen, aber das trifft nicht alle ähnlichen Bilder. Zwar waren so ein paar hundert wegsortiert, aber nicht genug. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Drittsoftware gemacht. Fündig geworden bin ich bei MacPaw. Diese machen auch die großartige Software CleanMyMac, die ich schon des Öfteren verwendet habe. Sie machen auch Gemini (aktuell in der zweiten Version verfügbar und nicht mit Googles KI-Assistenten zu verwechseln).

Ich habe mal probeweise für einen Monat bezahlt (es kostet nur knapp über drei Euro) und die App heruntergeladen. Bis jetzt bin ich ehrlich begeistert. Die App benötigt natürlich kompletten Zugriff auf die Fotobibliothek. Dann scannt diese die Bilder und sucht nach identischen Kopien und nach ähnlichen Bildern. Die Ergebnisse werden dann in einer sehr, sehr langen Liste angezeigt. Man kann die Software die zu löschenden Bilder auswählen lassen oder man legt selbst Hand an. Ich bin alles von Hand durchgegangen.

Das Praktische an der Software ist, dass sie dazulernt. Wenn ich stets die kleinere Variante eines Fotos lösche, wird zukünftig auch diese zum Löschen ausgewählt. Um nur ein Beispiel zu nennen. Vor allem wenn von einem Foto zwei bis fünfzehn Varianten existieren (oder 178), ist es außerordentlich nützlich, überflüssige einfach löschen zu können. Eine kleine Vorschau ermöglicht es, die Bilder zum Löschen auszuwählen, bei denen alle ihre Augen geschlossen haben oder die etwas unscharf geworden sind. Viele habe ich einfach überflogen, weil es sich um Schnappschüsse oder Bilder ohne Menschen darauf handelt. Da ist die Qualität nicht allzu wichtig. Vor allem gibt es die Fotos sowieso noch auf der externen Festplatte.

Als Nächstes möchte ich noch Alben von den Urlauben anlegen und eventuell Ortsmarken ergänzen. Besonders bei den alten Fotos fehlen natürlich die Ortsmarken. Eine gut gepflegte Fotobibliothek ist viel wert. Es ist nicht wenig Arbeit und wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber ich setze mich gerne damit auseinander. Vielleicht fallen sogar ein paar Fotobücher dabei heraus. Wer weiß, wozu mich das Ganze inspirieren wird. Aber ohne die Hilfe einer guten Software wären die ersten Schritte bei weitem nicht so schnell gegangen. Es ist zwar immer noch viel Handarbeit, aber eben nicht mehr ganz so viel. Denn wie viele Varianten eines verschwommenen Mondes benötigt man wirklich?

Josh Hild | Unsplash

Nur eine Phase

Es war nur eine unglückliche Verkettung von Ereignissen. Oder Steve Jobs wollte es so. Wer kann schon sagen, was wirklich passiert ist?

In den vergangenen Wochen habe ich mich ausführlich mit Android und eReadern beschäftigt. Monate eigentlich, wenn man ehrlich ist. Seit etwa einem Jahr habe ich den Boox Palma 2 in Gebrauch und es ist ein wirklich tolles Gerät. Zwei Geräte waren mir aber zu mühsam, also musste ein Smartphone mit eink-ähnlichem Bildschirm her. Nach langer Recherche bin ich auf das neue TCL 60 NXTPAPER SE gestoßen, das zu einem guten Preis erhältlich ist. Das hat meinen Boox für unterwegs abgelöst. Für zu Hause wollte ich einen richtigen eReader, also habe ich erneut recherchiert und verschiedene getestet, aber nur wenige sind wirklich gut. Die 300-€-Variante von Boox mit Farbbildschirm ist es nicht wert. Das Gerät wurde wieder zurückgeschickt. Also bin ich bei einem Kindle geblieben. Es ist und bleibt (leider) der beste eReader, den man kaufen kann. Offene Geräte, die die Installation von Apps erlauben, gibt es leider keine, die es mit einem Kindle aufnehmen könnten. Der Boos Palma 2 ist dem noch am nächsten gekommen.

Dann habe ich vor Kurzem mein TCL-Smartphone zerschmissen. Es funktioniert zwar noch, aber der Bildschirm hat zwei Sprünge und ein paar Ecken sehen alles andere als gut aus. Der Wechsel zu Android war eine Herausforderung. Für manche Apps brauchte ich eine Alternative, die Bedienung ist durchaus anders und es gibt Eigenheiten, an die man sich gewöhnen muss. Die Kamera des TCL ist natürlich auch nicht gerade berauschend. Abstriche, von denen ich dachte, damit leben zu können. Spoiler: Nein. Denn nach der anfänglichen Honeymoon-Phase stellte sich die Ernüchterung ein. Und eine Frage breitete sich in meinem Gehirn aus: Was habe ich mir dabei nur gedacht?

Je länger ich das Gerät in Verwendung habe, desto mehr Defizite fallen mir auf. Mir fehlt ein knalliger, guter Bildschirm. Die Kamera ist eine Katastrophe, wenn man ehrlich ist. Die Lautsprecher klingen nicht gut. Ganz zu schweigen von der langsameren Reaktionszeit bei manchen Gesten oder Aktionen, die man ausführen möchte. Die Apps sind nicht so knackig schnell wie bei iOS. Am Ende fühlt sich alles nach einem Kompromiss an, den ich nicht bereit bin, einzugehen. Vor allem was die Fotos anbelangt. Ich mache kaum mehr Fotos und schaue auch nicht in die Fotos-App. Dabei mache ich das gerne. Es sind Erinnerungen, in denen man schwelgt, und wenn ich mich durch meine 50.000 Fotos am Mac scrolle, entdecke ich immer wieder Highlights, die ich schon wieder vergessen hatte. Fotos, Videos, Screenshots, alles Zeugen und eine andere Art des Tagebuchs. Eine Ergänzung zum Blog, zu Homework for Life, zu meinen Journals. Ich mag das.

Wer weiß schon, ob es an Android oder am TCL-Smartphone liegt. Natürlich kann und wird es bei höherpreisigen, wenn nicht sogar sauteuren Geräten mit Android anders sein. Aber wenn ich mir ein solches Gerät zulegen sollte, dann sehe ich keinen Grund, warum es nicht ein iPhone sein sollte. Immerhin sind meine anderen Geräte, die ich seit Jahren verwende, Apple-Geräte und der Komfort des Ökosystems ist durchaus praktikabel und lässt sich nicht von der Hand weisen. Ähnlich wäre es, wenn ich nur Google-Geräte hätte. Wie es der Zufall so wollte, erschienen dieses Jahr die neuen iPhones an meinem Geburtstag. Mir waren also die Hände gebunden. Nun habe ich mir also am 12.9. ein iPhone 17 in Lavendel vorbestellt. Zwischen 19. und 22. September wird es angekommen sein – ich schreibe diese Zeilen hier zeitsouverän etwas vorher. Auf jeden Fall ist die Vorfreude so groß wie schon lange nicht mehr.

Für den Umstieg zurück zu iOS werde ich erst einmal nicht alles von Hand einzeln installieren. Das habe ich in den letzten Monaten zu oft gemacht. Stattdessen nutze ich die Apple-eigene App, die einem den Wechsel erleichtern soll. Wenn dadurch etwas nicht stimmig sein soll, kann ich das 17er nochmal plattmachen und alles manuell erledigen. Ich bin aber neugierig, wie einfach es einem wirklich gemacht wird, um von Android zu iOS zu wechseln. Der Blick über den Tellerrand war durchaus spannend. Ich hätte mir nur gerne gewünscht, dass es etwas länger dauern würde und das Experiment nicht in Frust endet. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Und diese unglückliche Verkettung an Ereignissen in den vergangenen Wochen und die Zufälle konnte ich leider nicht ignorieren.