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Amerikanisch

Wenn mir eine Idee für einen Text in den Sinn kommt, schreibe ich sie mir normalerweise gleich auf. Dafür habe ich zwei Systeme. Die erste Methode ist, dass ich in Ulysses gleich einen Text anlege und die Idee mit Stichworten skizziere. Ulysses ist mein Standardprogramm, wenn es um die Erstellung und Organisation von Texten geht. Eine simple, aber gleichzeitig äußerst umfangreiche Software, die ich seit vielen Jahren gerne verwende.

Alternativ öffne ich Bebop und schreibe in wenigen Stichworten die Idee zusammen. Bebop ist eine kleine App, um Notizen (temporär) festzuhalten. Sie ist nicht unbedingt zum längerfristigen Speichern oder schreiben von langen Texten geeignet, aber um kurze Gedanken festzuhalten, eignet sie sich perfekt. Als Speicherplatz dient hierzu iCloud. Den Bebop spezifischen iCloud-Ordner habe ich in Ulysses am Mac als externe Quelle angegeben. Dadurch landen alle Notizen, die ich mit Bebop mache, automatisch auch in Ulysses. Die beiden Programme arbeiten nahtlos miteinander zusammen und es funktioniert für mich äußerst gut.

Jedenfalls habe ich mir als Notiz in Bebop scheinbar vor einer Weile einfach nur das Wort »amerikanisch« notiert. Das Problem an solch generischen, sehr kurzen Aufzeichnungen: man kann unter Umständen später nicht mehr nachvollziehen, warum man sich das notiert hat. Zukünftig werde ich also etwas genauer notieren müssen, was ich zu dem Stichwort schreiben möchte. Aktuell lässt sich das Wort »amerikanisch« äußerst umfangreich bearbeiten. Sei es politisch, gesellschaftskritisch oder auf zig andere Arten.

Vielleicht habe ich aber einfach nur die Bauweise amerikanischer Gebäude gemeint. Ja, ich weiß, das ist sehr verallgemeinernd. Aber ein YouTuber hat kürzlich vorgeschlagen, dass man Kabel einfach in Wänden verstecken kann, indem man zwei größere Löcher bohrt, besagtes Kabel durchfädelt und es so hinter der Wand verschwinden lässt. Als europäischer Zuschauer mit einem Haus, dessen Wände etwas dicker sind als Pappe, ist dieser Vorschlag sehr skurril. Immerhin müsste man hierzulande die Wand aufstemmen, Kabelschächte verlegen oder dergleichen, um Kabel verschwinden zu lassen.

Aber wer weiß schon, ob ich überhaupt das damit gemeint habe.

Nur ned hudln

Nachdem ich das grandiose Spiel »Hollow Knight« beendet hatte, brauchte ich erst einmal eine kleine Pause davon. »Hollow Knight« kam vor etwa sieben Jahren heraus. Es handelt sich hierbei um ein Metroidvania-Spiel mit Soulslike-Elementen. Das Spiel hat immensen Erfolg gefeiert und gilt als Meisterwerk des Genres. Darin steuert man einen namenlosen Ritter und kämpft sich durch die mit mehr oder weniger anthropomorphisierten Insekten bevölkerte Welt. Das Herausforderndste für mich waren aber nicht unbedingt die Bosse oder das nervige Kleinvieh. Für mich war das anstrengendste die Parcours-Passagen. Diese verlangen perfektes Timing und ein hohes Maß an Kontrolle über die Spielfigur. Ich habe diese nicht beendet. Zumindest nicht in meinem ersten Durchlauf.

Nun ist es aber aktuell zwei Wochen her, dass ich das Spiel beendet habe. Vor ein paar Wochen kam der Nachfolger »Silksong« heraus. Ich höre Podcasts dazu und schaue gerne Let’s-Play-Videos auf YouTube. Das hat mich dazu angespornt, einen erneuten Durchlauf zu starten. Doch dieses Mal gehe ich anders an die Sache heran.

Wenn ich mich in einem Spiel verliere, dann neige ich dazu, schneller die Geduld damit zu verlieren. Immerhin will ich Fortschritt machen, die Achievements einsammeln, Bosse bezwingen und Sachen finden. Was man eben so macht. Das steht aber manchmal dem Spielfluss und dem Vergnügen im Weg. Manche Spiele, wie »Hollow Knight«, wollen mit Bedacht angegangen werden. So manchen Zentimeter an Fortschritt muss man sich hart erkämpfen. Wenn man dann ungeduldig durch die Welt hudelt, ist der Frust vorprogrammiert. Das möchte ich im zweiten Durchgang nun anders machen.

Immerhin ist Gaming nicht unbedingt ein günstiges Hobby. Zwar kauft man sich das ein oder andere Spiel im Sale oder erwirbt Konsolen (und PC-Teile) bei Black-Cyber-Prime-Days, trotzdem ist es unterm Strich nicht billig. Des Weiteren verbringe ich meine wertvolle Lebenszeit mit diesen Spielen. Das mache ich gerne. Doch wenn ich das schon tue, dann sollte ich es auch genießen, es auskosten. Die Welten erkunden, Charaktere kennenlernen und Herausforderungen als das ansehen, was sie sind: Herausforderungen, die gemeistert werden wollen.

Team & Geist

Seit 2021 gibt es Apple Fitness+ in Österreich. Mir war gar nicht mehr bewusst, dass ich diesen Dienst schon so lange verwende. Neidisch habe ich ein Jahr lang in die USA geblickt, wo Fitness+ bereits 2020 an den Start ging. Im Laufe der Zeit habe ich viele Dienste ausprobiert und getestet. Doch kein anderer hat mich so lange begeistert, herausgefordert und kontinuierlich motiviert wie es Apples Fitnessprogramm tut. Allein die Vielfältigkeit ist ein Punkt für den Dienst. Egal ob Kraftsport, Yoga, Pilates, Rudern, Radfahren, Laufen, Spazieren, Kickboxen, Tanzen, spezielles Core-Training und vieles mehr – jede und jeder sollte etwas auf Apple Fitness+ finden.

Für mich sind lange Zeit Yoga und Kraftsport die Hauptprogramme gewesen und sind es auch immer noch. Natürlich schnuppert man immer mal wieder in andere Trainings hinein, aber das sind meine Favoriten. Doch seit ein paar Wochen steht ein Rudergerät zu Hause, also kann ich nun endlich auch diese Programme nutzen. Mein liebster Trainer hierfür ist Josh. Er hat eine Energie, die für eine komplette Mannschaft reicht, und macht die bis zu 30-minütigen Sessions äußerst kurzweilig. Doch ein wichtiger Punkt unterscheidet das Rudern von den anderen Sportarten, die ich so mache: Es ist immer dasselbe. Man rudert nur.

Bei Yoga oder Hanteltraining macht man verschiedene Übungen, aber beim Rudern rudert man eben. So ist es für den Trainer auch etwas anderes, die Session zu füllen. Bei Hanteltraining oder Yoga sind die Trainer schon damit beschäftigt, die Übungen zu erklären, die Abläufe immer wieder durchzugehen und zu erläutern, welche Haltung man einnehmen soll; worauf zu achten ist. Dazwischen gibt es motivierende Ansagen. Doch beim Rudern ist das anders. Hier muss sehr viel mehr Zeit mit anderen Sachen gefüllt werden. Josh macht das hervorragend – und ich bin mir sicher, die anderen Rudertrainer*innen stehen dem in nichts nach.

Immer wieder kommt ein richtiges Community-Gefühl auf. Man ist nicht alleine. Und das ist auch das Fantastische an Apple Fitness+. Die besten Trainingsapps zeichnet eine Sache aus: Die Trainer*innen machen die Sessions mit mir. Es wird mir nicht nur eine Übung nach der anderen gezeigt, sondern die vollen 10, 30 oder 45 Minuten „leiden“ die Trainer genauso wie ich. Das ist großartig. Ich mag auch dieses Community-Gefühl und kaufe es den Trainern bei Fitness+ ab. Ihnen ist das wichtig. Sie sind mit Leidenschaft dabei. Eine Sache, die sie immer wieder betonen, ist, dass man sich auf sie verlassen kann.

Natürlich ist das eine sehr parasoziale Beziehung, wie alle einseitigen Konsum-Bekanntschaften, die sich durch das Internet ergeben. Ich kenne die Podcaster, die ich höre, scheinbar sehr gut, sie mich aber nicht. Und solange man sich dieser parasozialen Struktur bewusst ist, macht das auch nichts. Auch die Trainer sind sich dieser Tatsache bewusst. Aber es macht trotzdem viel vom Charme aus.

Deshalb trainiere ich auch so gerne mit diesen Programmen. Ich will während meines Trainings nicht nachdenken. Ich will mich auf die Trainer*innen verlassen, die Sportart meiner Wahl einschalten und loslegen. Für mich ist es eine Art Meditation. Ich brauche das für meine geistige Gesundheit und als Ausgleich für meinen Bürojob. Sei es Spazieren mit Podcasts, Laufen mit Nikes Lauf-App oder eben die Trainings mit Apple Fitness+. Es ist ein gutes System, welches ich mir aufgebaut habe und das für mich funktioniert. Und wenn die Trainer diese Struktur dann auch noch (zufälligerweise durch ihre Aussagen und Art zu motivieren) unterstützen, umso besser.

Die einfachen Dinge

In letzter Zeit koche ich abends wieder regelmäßig. Jeder kennt wohl Phasen, in denen man eher weniger kocht. Man verlässt sich auf Fertiggerichte oder macht sich einfach nur eine Jause. Besonders seit ich begeisterter Bofrost-Kunde bin, ist meine Koch-Phase eingebrochen. Doch das änderte sich in den vergangenen Wochen. Besonders mit meiner Schwester macht das gemeinsame Abendessen und dessen Zubereitung viel Freude.

Dabei müssen es nicht einmal komplizierte Gerichte sein. Am meisten begeistern mich die einfachen Speisen. Besonders toll ist es natürlich, wenn diese von Resten inspiriert sind und so der Kühlschrank sich langsam, aber stetig für den nächsten Einkauf leert. So waren es Spaghetti mit Pesto und dazu angebratener Speck mit Zwiebeln oder eine österreichische Spezialität: der Kaiserschmarrn.

Es ist ein schnelles und einfach zuzubereitendes Gericht, aber trotzdem so wunderbar köstlich. Abgerundet haben wir das Ganze schließlich mit einem Zwetschgenröster (dieser war allerdings nicht selbst gemacht, dafür die gute Bio-Variante) und Vanillesauce. Wir hatten die naive Vorstellung, dass wir die restliche Vanillesauce im Kühlschrank zu Pudding werden lassen und wir am nächsten Tag essen könnten. Dazu blieb aber zu wenig bis gar nichts übrig. Es war ein üppiges, aber äußerst leckeres Abendessen.

Nach so einem süßen Abendessen braucht es natürlich noch etwas Deftiges. Also haben wir uns noch eine kleine Käseplatte mit Cabannossi gegönnt. Das ist übrigens eine allgemeine Empfehlung: als Abschluss noch ein oder zwei Stück Käse mit einem Hauch Feigensenf und eventuell Oliven dazu. Die perfekte Nachspeise, die den Magen schließt und weit in den nächsten Tag hineinreicht.

Produktivität und Spiele

Ich liebe Videospiele. Aller Art. Seien es Metroidvanias, Soulslikes, Action Games oder Cozy-Videospiele, kurzweilige Abenteuer oder ausufernde Erkundungen fremder Welten – es ist ein großartiges, abwechslungsreiches Medium, in das ich immer wieder gerne eintauche. Und mit der PS5 Pro und dem Steam Deck stehen mir sehr viele davon zur Verfügung. Entsprechend groß sind meine Spielebibliotheken. Es warten viele Spiele darauf, erlebt zu werden. Irgendwann komme ich auch dazu und werde jedes davon testen. Aber das braucht eben seine Zeit.

Immer mal wieder begegnen mir Videos oder Artikel, die versprechen, die Produktivität beim Lesen oder Spielen zu erhöhen. Hier lese ich x Bücher mehr pro Monat und dort schaffe ich es, Spiele richtig zu spielen. Aber das sind alles Hobbys. Seien es Bücher, Videospiele, das Bemalen von Warhammer-Figuren oder was auch immer. Hobbys zu haben, ist ein ungemeiner Luxus. Man braucht nicht nur die Zeit, um sich damit zu beschäftigen, sondern auch das Geld, um sich die Dinge leisten zu können. Sie dienen natürlich der Zerstreuung und zum Zeitvertreib, aber im Fall von Videospielen erzählen sie bewegende Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Produktivität hat hier meiner Meinung nach nichts verloren.

Wieso sollte ich x Bücher im Monat lesen, wenn ich mich anschließend an kaum etwas davon erinnern kann? Wieso sollte ich x Figuren im Monat bemalen wollen, wenn dann alle aussehen, als hätte ich einfach nur ein paar Farben darüber ausgekippt? Wieso sollte ich mir die besten Strategien aus Videospielen ansehen, bevor ich es überhaupt gekauft, geschweige denn installiert habe? Das Spannende an Spielen und den Welten, in denen sie stattfinden – seien sie auf realen Orten basierend oder komplett fiktional – ist doch das Entdecken. Die Abenteuer sind das Ziel. Ich will mir Zeit lassen und nicht durchhetzen.

Vor einiger Zeit habe ich ein tolles Video zum Thema gesehen. Es hatte den Titel »Walking in video games« oder so ähnlich. Der Creator sprach darin über seine Herangehensweise an Videospiele. Er rennt mit den Charakteren nicht durch die Welt, sondern geht. So, wie man sich tatsächlich durch die Welt bewegt. Niemand rennt einfach so durch die Gegend, springt und hüpft über Hindernisse oder schubst Leute aus dem Weg. Das nehme ich mir seitdem immer wieder zu Herzen. Ich überlege mir: Wie würde sich der Charakter in dieser Situation wirklich bewegen? Natürlich renne oder jogge ich mit den Charakteren gelegentlich, aber genauso oft nehme ich mich zurück und gehe es gemächlich an. Das ändert das Erlebnis von Videospielen ungemein.

Anfang des Monats erschien der lang erwartete Nachfolger von »Ghost of Tsushima«: Ghost of Yōtei. Ich habe es mir nicht verkneifen können, es vorzubestellen. Ich schreibe diesen Text kurz nach Erscheinen des Spiels und habe erst ein paar Stunden darin verbracht. Aber die Inszenierung, die tollen Dialoge (ich spiele es selbstverständlich in japanischer Originalsynchronisation mit Untertiteln), die Rituale und Charaktere lassen keine Wünsche offen. Ich spiele immer nur Sessions von maximal 2 Stunden und lasse mir bewusst Zeit. Ich will dieses Spiel und die Geschichte der Protagonistin Atsu auskosten. Dazu gehört auch, mal entspannt die Wege entlangzugehen oder zu reiten.

Das Spiel hat durchaus seine actionreichen Momente und davon nicht zu knapp. Genauso kommen aber ruhige, meditative Momente vor, die dazu einladen, sich Zeit zu lassen. Es ist fantastisch. Produktivität und Leistung haben wir oft genug in unserem Leben. Das brauche ich nicht auch noch in meiner Freizeit. Besonders bei teuren Videospielen. Ich möchte diese in meinem Tempo erleben und genießen.

Screenshot aus »Ghost of Yōtei« (PS5 Pro)

RGB-Wahnsinn

Ich habe mich letztens hinreißen lassen, eine RGB-Tastatur zu bestellen. Schon seit längerer Zeit wollte ich mich mit mechanischen Tastaturen auseinandersetzen. Ein Einsteigermodell, welches nicht allzu teuer ist, reicht mir fürs Erste völlig aus. Wer sich schon einmal mit mechanischen Tastaturen, ihren Einzelteilen und den Kombinationsmöglichkeiten beschäftigt hat, wird wissen, dass dies ein Fass ohne Boden ist. Es ist eines der Themen, die kein Ende finden, wenn man einmal angefangen hat, sich einzulesen.

Es waren die Prime Days und die Marke RK ROYAL KLUDGE hatte gute Bewertungen. Erst hatte ich eine andere im Blick, aber die gab es leider nur kabelgebunden und nicht mit Bluetooth. Also habe ich mir die von RK bestellt. Wenig später kam sie an. Ausgepackt, eingeschaltet und mit dem Mac gekoppelt konnte es also losgehen. Doch leider hatte ich eine entscheidende Information bei der Bestellung übersehen. Geneigten Leser*innen wird es im Bild unten vielleicht schon aufgefallen sein.

Richtig, das Layout der Tastatur ist ein amerikanisches. Kein Problem, dachte ich. Einfach das „normale“ und gewohnte Layout per Software einstellen, dann wird das schon funktionieren. Ich kann ja tippen und weiß, wo die Tasten sind. Problem nur, dass eine amerikanische Tastatur, wie sich herausstellen sollte, auch eine andere Tastenanordnung hat. An dem Abend habe ich noch versucht, mit dem für mich fremden Layout zu tippen, stieß aber gleich an die Grenzen. Keine Umlaute, andere Position von Beistrichen und Punkten.

Bedauerlicherweise musste ich die Tastatur wieder zurückschicken. Ich schicke nur sehr ungern Dinge zurück. Wenn ich mir beispielsweise Kleidung bestelle, nehme ich die Größentabelle sehr ernst und messe nach, ob mir die gewählte Größe auch wirklich passen müsste. Nur selten werde ich enttäuscht. Aber zu übersehen, dass es sich um ein amerikanisches Layout handelt, ist ärgerlich. Beim nächsten Mal bin ich aufmerksamer. Also Obacht beim Tastaturkauf.

Über sich selbst lachen

Das hier wird erneut einer der Texte, bei denen ich nicht genau weiß, worauf ich hinaus will. Aber ich denke, gemeinsam werden wir es herausfinden. Und ich versuche, Texte nur einmal runterzutippen, dann zu redigieren und zu veröffentlichen. Oder ich verschiebe sie in den Ordner »Privat«. Je nachdem.

Jedenfalls sind es gerade herausfordernde Zeiten – mal mehr, mal weniger. Aus verschiedenen Gründen, die hier nichts zur Sache tun. Wenn man solche Phasen durchmacht, besteht immer die Gefahr, sich zu sehr in sich selbst zu verlieren. Das habe ich in den schwierigsten Phasen meiner Depression vor ein paar Jahren gelernt. Da tut es gut, mit verschiedenen Menschen offen darüber zu reden. Vielleicht bekommt man eine andere Perspektive.

Ich habe gelernt, dass manchmal schon eine einfache Frage ausreicht, um mich aus meinem Gedankenstrom zu reißen. Ich mag das. Man erzählt jemandem ausführlich das Problem und was mich daran stört oder beschäftigt. Minutenlang versucht man der anderen Person klarzumachen, wie man sich fühlt, damit es nachvollziehbar wird. Am Ende kommt dann einfach nur die Frage: »Warum?« Das hat ausgereicht, um mich etwas aus der Bahn zu werfen und anders über die Situation zu denken.

Wenn man mit anderen spricht, kommen wieder andere Inputs und Sichtweisen. Das ist wichtig, um nicht zu sehr im eigenen Saft zu sitzen und vor sich hin zu vegetieren. Deshalb schreibe ich so gerne Tagebuch, Journals oder erledige meine »Homework for Life«. Das hilft der Reflexion und beim Nachdenken. Zumindest hilft es mir. Andere zeichnen lieber, gehen spazieren oder finden ihren eigenen Weg. Was ich wichtig finde, ist, dass man sich nicht auf eine Technik oder ein Ventil verlässt. Eines kann wegbrechen. Aber wenn man mehrere Strategien hat, um mit schwierigen Zeiten umzugehen, fällt man um einiges leichter, landet sanfter.

Was natürlich auch nicht schadet, ist, wenn man über sich selbst lachen kann. Das ist nicht immer einfach, hilft aber ungemein. Für ein paar Augenblicke etwas nicht zu ernst zu nehmen lindert die Last auf den Schultern. Aber das Um und Auf ist, mit anderen zu sprechen. Wenngleich man Fehler macht, etwas nicht gleich korrekt formuliert oder es schwerfällt; es wird leichter. In vielerlei Hinsicht.

Fast schon peinlich

Manches ist Gewohnheit. Manches lässt sich einfach schwer vermeiden. Ich war mir des Fehlers vielleicht unterbewusst klar, mochte es aber nicht wahrhaben. Immerhin schreibe ich dieses tägliche Blog schon seit knapp 2 Jahren. Jetzt erst zu merken, dass man eventuell ständig etwas falsch gemacht hat, ist doch fast schon peinlich. Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern. Wir müssen alle irgendwie damit zurechtkommen. Immerhin habe ich es sogar auf das Buch von Jahr 1 gedruckt. Und auf die Hardcover-Special-Edition. Niemand hat etwas gesagt. Alle haben einfach weggeschaut. Laut dem Duden geht beides: der oder das. Richtiger wäre allerdings »das«. Nur weil sich der Sprachgebrauch langsam ändert und die Menschen sich nicht umgewöhnen wollen, zu stur sind, um der Natur ihren freien Lauf zu lassen, heißt das nicht, dass es kein Fehler war. Nur eben ein kleinerer. Nicht so tragisch. Lässt sich unter den Teppich kehren, da schaut doch sowieso niemand nach. Muss niemand merken. Einfach locker pfeifend die Straße entlang gehen und in die andere Richtung schauen, alles komplett normal hier. Bitte gehen Sie weiter. Immerhin habe ich den »About Me«-Text in der Seitenleiste schon vor einer Woche oder so geändert und niemand hat es mitbekommen. Nicht, dass diesen jemand lesen würde. Immerhin erscheint dieser auf der mobilen Variante der Webseite nur am Ende, wenn man ganz weit nach unten scrollt. Zukünftig gelobe ich Besserung. Das ist alles, was ich versprechen kann. Sofern ich es nicht vergesse und im Eifer des Gefechts die falsche Formulierung verwende. Es ist eben nicht leicht, Gewohnheiten abzulegen, und einfach schon zweimal nicht. Aber manchmal klappt es eben doch. Also heißt es von nun an und auf immer: das tägliche Blog.

Adri Ansyah | Unsplash

Supernatural | S01E06 | Skin

Es ist schon fast ein klassischer Einstieg in eine Krimi-Serie, den wir in »Skin« bekommen. In-A-Gadda-Da-Vida von Iron Butterfly begleitet einen beinahe-Mord an einer jungen Frau. Es ist dunkel, düster, eine unheimliche Stimmung kommt auf. Ein SWAT-Team macht sich auf, die junge Frau zu retten, stürmt leise und vorsichtig das Haus. Schließlich stellen sie den Verbrecher. Das Gesicht von Dean wird groß in der Kamera eingefangen. Wie wurde er zu dieser Tat getrieben? Ist es wirklich Dean? Ein toller Beginn für eine der wohl spannendsten und unheimlichsten Folgen von Supernatural.

Die »Shapeshifter« oder »Skinwalker« (mal sehen, ob wir nochmal den genauen Unterschied in der Serie erfahren) sind tolle Monster für eine Mystery-Serie. Sie können die Gestalt von allem und jedem einnehmen. Wie weiß man, wem man vertrauen kann, wenn sie sich sogar die Erinnerungen und Gedanken derjenigen Personen aneignen können, die sie duplizieren? Sam erkennt es aufgrund dessen, dass Dean eigentlich Rechtshänder ist. Ansonsten ist es nur schwer zu durchschauen.

Doch dieser Gedankentransfer, den der Shapeshifter hier durchführt, bringt einige neue Informationen ans Tageslicht. Wir bekommen mehr Einblicke in die Gedankenwelt von Dean, wie es ihm geht und was er durchmachen musste, ohne Sam. Bisher war Sams Perspektive dominant, insofern ist dieser Wechsel sehr willkommen. So erfahren wir, dass Dean Angst hat, zurückgelassen oder verlassen zu werden. Erst ist die Mutter gestorben, dann ist Sam nach Stanford gegangen und schließlich ist sein Dad abgehauen. Er ist etwas neidisch auf Sam, dass er gehen konnte; Dean allerdings musste bleiben und den Job weitermachen; ihr Dad brauchte ihn. Insofern ist es ein bittersüßes Ende, wenn Sam Dean versichert, dass er gerne mit ihm unterwegs ist, dieses Leben mag und in Stanford nie wirklich hineingepasst hat. Ob dies wahr ist oder nicht, alleine es zu sagen und Dean etwas von seiner Angst und Last zu nehmen, finde ich eine nette Geste. Die beiden haben tolle Szenen in dieser Episode, die ihre Bande erneut stärkt.

Darunter fällt auch, dass Sam noch in Kontakt mit seinen ehemaligen Kommilitonen ist. Sie schreiben mehr oder weniger regelmäßig Mails. Sam ist noch nicht bereit, dieses Leben völlig loszulassen, da dies bedeuten würde, endgültig mit seinem temporären Ausstieg abzuschließen – seine Hoffnungen auf ein normales Leben. Dean versteht das nicht so ganz, genauer gesagt ist er der Meinung, dass Sam die Kontakte abbrechen sollte. Sie werden ihn nie ganz kennenlernen. Ihr beider Leben nicht nachvollziehen können. Das ist mit Sicherheit zum Teil wahr, doch zumindest Rebecca versteht am Ende der Episode, was die Brüder leisten und vielleicht auch welche Opfer mit einem Leben als Jäger einhergehen.

Die Effekte in »Skin« sind wieder einmal hervorragend. Die Maskenbildner und Co. haben exzellente Arbeit geleistet und der Übergang zu CGI ist beinahe nahtlos. Die Häutungen des Shapeshifters sind grausam und ekelerregend, die Haut, die überall herumliegt, schimmert und glänzt vor Schleim oder anderen Sekreten. Eine Transformation, die wir quasi vollständig erleben, gehört zu den Höhepunkten der Folge. Ebenso, dass Dean sich selbst erschießt und sie so vielleicht etwas weniger Beachtung von Polizei und FBI bekommen. Ein Thema, das sich in den nächsten Staffeln, wenn ich mich recht erinnere, durchzieht. Immer wieder kommen sie mit dem Gesetz in Berührung und müssen erst ihr Netz an Verbündeten aufbauen. Aktuell sind sie unter sich und kommen mit der größeren Welt der Jäger kaum in Berührung. Diese Welt öffnet sich nur langsam. Das Leben von Jägern ist ein einsames.

Wenn ich mich nicht irre, dann kommen mit »Skin« knapp 3.500 km auf das Konto der Winchester Brüder. Am Anfang der Folge erwähnt Dean einen Ort namens Bixby und dass sie nach St. Louis 400 Meilen (ca. 644 km) zurückfahren müssen. Daher gehe ich davon aus, dass sie Bixby in South Dakota meinen. Dann geht es sich ganz gut aus. Was ich allerdings nicht ganz verstehe, ist, dass Sam in Kontakt mit Freunden seiner Stanford Zeit ist und die ist an der Westküste. Es könnte allerdings sein, dass die Freundin von Sam ihrem des Mordes beschuldigten Freund in der Heimat beistehen will. Jedenfalls ist es ein ziemliches hin und her in dieser Folge. Damit hätten wir aktuell insgesamt 11.780 km. Der Impala muss ganz schön arbeiten.

Erst der Anfang

»Nerdforge« ist ein herausragender YouTube-Kanal. Betrieben wird dieser von Martina & Hansi. Die beiden bauen Dinge. Verrückte Dinge. Mal kleben sie alle Bücher aus der „Rad-der-Zeit“-Reihe aneinander und machen eine Art Rad daraus, mal machen sie eine Fallout-inspirierte Küche. Wenn jemand grenzenlose Kreativität hat, dann diese beiden. Ich schaue die Videos sehr gerne an, da sie zeigen, was man alles machen kann. Man muss sich nicht auf eine Sache reduzieren, man kann Verschiedenes miteinander kombinieren. Was mich gelegentlich überrascht, sind Kommentare unter den Videos.

Da fragen Zuschauer*innen beispielsweise, wie Martina das kann oder wo sie das gelernt hat. Dabei ist die Antwort so banal und einfach, aber das möchte niemand hören. Denn sie kann die Dinge, die sie kann, weil sie sie einfach macht. Sie wirft Ideen an die Wand, probiert Techniken aus und lässt sich überraschen, was funktioniert. Und sie baut seit vielen Jahren die verschiedensten Dinge und zeichnet wahrscheinlich noch länger. Bei Zeitrafferaufnahmen ist im Hintergrund stets eine Uhr. Das macht auch deutlich, dass es manchmal mühselige Kleinstarbeit ist, die viele Stunden in Anspruch nimmt. Natürlich bauen die beiden nicht an einem Tag eine Küche, geschweige denn in den 20 bis 30 Minuten, die das Video dauert. Aber viele scheinen diese Details zu übersehen. Es kommt nicht darauf an, dass man etwas von Anfang an gut kann. Nur muss man irgendwann damit anfangen, um überhaupt besser werden zu können. Und mal ehrlich: Wie oft sieht man Martina und Hansi auf der Couch sitzen und YouTube-Videos schauen?

Doch eigentlich wollte ich über ein neueres Projekt der beiden schreiben: »Fablegate«. Dabei handelt es sich um eine Kollektion aus vier Bildern, die Martina gezeichnet hat und zu denen Hansi etwas schreibt. Ob daraus Kurzgeschichten, Bücher oder etwas anderes wird, kann ich noch nicht sagen. Jedenfalls habe ich mir gleich alle vier dieser Bilder vorbestellt. Das Spannende daran ist, dass erst eines dieser Bilder fertiggestellt ist. Der Rest kommt im Laufe eines Jahres nach. Dazu gibt es jeweils eine Sammelkarte, die einen Blick in die Welt von »Fablegate« erlaubt und einen Flyer mit der Entstehungsgeschichte.

Das erste von vier Bildern ist letztens angekommen. Es sieht großartig aus. Ich bin sehr froh, dass es heil angekommen ist, denn es war in der Verpackung nicht noch einmal extra eingepackt. Ich hoffe, sie verbessern das beim nächsten Bild, denn scheinbar sind ein paar beschädigt angekommen, was mich ehrlich gesagt nicht wundert. Jedenfalls habe ich mir noch einen hübschen Rahmen für das Bild besorgt und es aufgehängt. Es ist eine beeindruckende Zeichnung und durchaus etwas Einzigartiges. Immerhin werden von jedem Bild nur 4.000 Stück gedruckt. Vielleicht lasse ich mich selbst auch dazu inspirieren, eine kleine Geschichte dazu zu schreiben. Meine eigene Version von »Fablegate«. Wer weiß. Erst einmal genieße ich die ansteckende Kreativität des Bildes. Es steckt so viel Leidenschaft und Leben darin. Es wirkt dynamisch und die Farben sind großartig. Ich bin schon sehr gespannt, wie die anderen drei aussehen werden. Und vor allem, wo ich diese hinhänge.