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Streamer als Entertainment (1/2)

Mir kommt es so vor, als ob in den vergangenen Wochen und Monaten immer häufiger über den Verdienst von Streamer*innen und YouTuber*innen geredet bzw. geschrieben wird. Auslöser dieser größeren Debatte war der Fall, dass manche ihre Cutter nicht entsprechend für ihre Arbeit entlohnen.

Natürlich ist die Person vor der Kamera oder die Stimme (manche zeigen sich nie vor der Kamera) das Aushängeschild eines Kanals. Viele kleinere Creator schneiden ihre Videos auch selbst. Doch wenn man es sich leisten kann, ist es nachvollziehbar, gewisse Arbeiten abzugeben. Wie das Schneiden der Videos. Hier kommen die Cutter ins Spiel. Doch auch sie sind, meiner Meinung nach, maßgeblich für den Erfolg eines Kanals verantwortlich.

Vieles kann in das Look & Feel eines YouTube-Kanals hineinfließen. Es geht über den reinen Zusammenschnitt des Videos hinaus. Teils müssen aus zig Stunden dauernden Livestreams die besten Szenen und Momente ausgewählt werden. Manche haben sogar Zweit- oder gar Drittkanäle, auf denen sie unterschiedliche Längen an Videos anbieten. Das ist viel Arbeit. Dass eine entsprechende Entlohnung nicht immer selbstverständlich ist oder es als Nebensache abgetan wird, finde ich äußerst bedauerlich.

Berechtigterweise regt man sich also darüber auf, wenn manche Cutter nur mit Mindestlohn oder einem Bruchteil dessen abgegolten werden, was der Creator mit den Videos verdient. Ich finde es sogar befremdlich, wenn manche immer wieder ihre Cutter wechseln. Was ich an der Debatte aber nicht sonderlich verstehe, ist, dass sich über die Summen aufgeregt wird, die manche Streamer*innen mit ihrem Job verdienen. Die erfolgreichsten erreichen Hunderttausende, wenn nicht Millionen Zuschauer. Doch selbst mit „nur“ wenigen Tausend lässt es sich bestimmt nicht allzu schlecht leben.

Man muss eben damit zurechtkommen, stets vor der Kamera zu sitzen, zu unterhalten und teils sehr viel mehr als nur 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Regt man sich im Vergleich dazu auch auf, wenn Schauspieler*innen zwei- bis dreistellige Millionensummen verdienen? Besonders, wenn sie an den Einspielergebnissen beteiligt sind? Wahrscheinlich schon, aber weniger, weil Schauspieler*innen ein öffentlicheres Leben führen oder besser gesagt der breiteren Öffentlichkeit bekannt sind. Es ist akzeptierter oder wird schlichtweg hingenommen.

Zwar kennt in ihren Kreisen auch ein Millionenpublikum die Streamer*innen oder hat zumindest von einigen gehört, aber sie stehen eben nicht oder nur selten in Boulevardzeitschriften. Und sie sitzen ja nur den ganzen Tag in ihrem Zimmer herum und spielen Videospiele. Es wird nicht als Arbeit angesehen. Aber dass wir in einer Zeit leben, in der das Wort »Arbeit« sehr viele Facetten annehmen kann, ist wohl noch nicht zu allen durchgedrungen.

Ein anderes Thema ist dann noch, wie die Einnahmen zustande kommen. Aber das schauen wir uns morgen an. Für heute soll es das erst einmal gewesen sein.

Soundtracks

Wenn ich zu Hause im Homeoffice arbeite, am Abend oder am Wochenende an Texten schreibe, lasse ich im Hintergrund normalerweise nichts laufen. Keine Musik, kein Podcast und keine YouTube-Videos. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Aber ich mag es, mich in Stille in die Sachen zu vertiefen und jedwedes Zeitgefühl zu verlieren. Das ist großartig und wenn man aus dieser Trance wieder erwacht, hat es etwas Surreales an sich. Vielleicht kennt das ja der ein oder die andere. Seit kurzem allerdings bemühe ich immer öfter mein liebstes Musik-Genre – der Titel des Textes hat es bereits verraten: Soundtracks.

Auslöser war ein Podcast über Silksong. Wie sollte es anders sein? Der Hype um das Metroidvania mit Soulslike-Elementen beeinflusst also nicht nur meinen YouTube-Konsum und meine Spieleauswahl, sondern auch noch, wie und welche Musik ich höre. Letztens hatte ich vor, mir den Soundtrack zum neuen Tron-Film anzuhören. Der Film an sich bekommt äußerst gemischte Kritiken, der Soundtrack wird allerdings durch die Bank gelobt. Nach wenigen Tracks stellte ich aber schon fest, dass es nicht die Art von Soundtrack ist, die ich erwartet habe oder die ich im Hintergrund laufen lassen kann. Also mussten Alternativen her.

Überraschenderweise funktioniert die Musik von »Hollow Knight« als auch »Hollow Knight: Silksong« erstaunlich gut. Selbst wenn die Spiele zum Teil alles andere als entspannend sind, ist die Musik ruhig und eignet sich hervorragend als Hintergrundmusik. Das sollte nicht so überraschen, wenn man genauer darüber nachdenkt. Bei einem teils stressigen, fordernden Spiel, wie es die Hollow-Knight-Spiele sind, passt es perfekt, wenn die Soundtracks nicht nur zur melancholischen Stimmung beitragen, sondern auch eine beruhigende Wirkung haben.

Nun bin ich also dazu übergegangen, wieder vermehrt Soundtracks zu hören. Natürlich dürfen bei dieser Auswahl »Elden Ring«, »Witcher 3« oder »Clair Obscure: Expedition 33« nicht fehlen. Ich freue mich schon darauf, weitere Soundtracks zu entdecken. Vielleicht auch von Spielen, die ich noch nicht gespielt habe, wie Expedition 33. Es kann ja sein, dass mich mal ein Soundtrack dazu bewegt, ein Spiel endlich anzugehen oder überhaupt fertigzuspielen, das schon viel zu lange in der Schublade liegt. Und mal ehrlich: Wer würde im November schon in ein Witcher-3-Konzert gehen, ohne das Spiel jemals komplett durchgespielt zu haben? Ich bestimmt nicht, niemals. Wie viele Stunden benötigt man nochmal für einen Durchgang?

Mönchsberg

Ende Oktober habe ich mit Freund J. endlich mal wieder eine Führung in Salzburg gemacht. Die letzte konnte leider krankheitsbedingt nicht besucht werden. Ansonsten waren keine allzu spannenden dabei. Aber die Flaute fand ihr Ende mit einer Führung über den Mönchsberg. Unser Guide war wieder einmal die wunderbare Irene Gramel. Ich mag ihre Art, Führungen zu gestalten, sehr gerne. Es wirkt ungezwungen und ihr Wissen über die Personen, Geschehnisse, Anekdoten und Gerüchte aus der Geschichte scheint keine Grenzen zu kennen.

Gestartet sind wir vor dem Museum der Moderne. Bereits hier haben wir wieder neue Dinge gelernt. Denn meist geht man vom Museum aus nach links in Richtung Festung. Doch dass man auch rechts um das Gebäude gehen kann und sich dort weitere Wege, Aussichtspunkte und Kunstwerke verstecken, war mir nicht bewusst. Das muss auf jeden Fall in Eigenregie weiter erkundet werden. Ebenfalls unbekannt war mir eine Funktion eines Kunstwerks, das gleich neben dem Museum zu finden ist. Das hohe, spitz zulaufende Häuschen (wenn ich das so bezeichnen darf) aus Metall legt sich nämlich schlafen, wenn das Museum geschlossen hat. Ich habe das noch nie gesehen. Ebenfalls etwas, das beizeiten nachgeholt und überprüft werden muss.

Weiter ging es über die Verteidigungsmauern, vorbei an der Stadtalm, durch den Wald und hin zur Burg, bevor wir kurz vor der Festung eine Abzweigung nahmen und den Abstieg wagten. Dazwischen gab es immer mal wieder nette Kleinigkeiten zu entdecken. Seien es kleine Kunstwerke, die in Mauern versteckt sind, oder erstaunliche Erkenntnisse, wann die Gebäude errichtet wurden. Manche davon sind moderner, als man ihnen zutrauen würde. Man orientierte sich an alter Architektur, sodass sie hervorragend in das Festungsbild passen. Knapp über zwei Stunden waren wir unterwegs. Mal wieder waren es spannende und mehr als genug Informationen. Doch das mag ich an solchen Führungen. Und mit der Zeit zieht man dann doch Querverbindungen, lernt die Personen Jahreszahlen zuzuordnen. Im Salzburg-Buch müsste ich auch mal wieder weiterlesen, um das Wissen noch einmal zu festigen und zu vertiefen.

Eine süße Begegnung gab es auf dem Weg auch noch. Überall am Mönchsberg sieht man Eichhörnchen. Diese sind gerade erstaunlich aktiv und bereiten sich wahrscheinlich auf den Winter vor. Wenn man vom Museum der Moderne in Richtung Festung geht, hat man kurz vor der Festung einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft. Genau hier stand ein etwas karg aussehender, einsamer Baum. Er hatte schon die meisten Blätter verloren, wirkte aber stabil. In der untersten Astgabel baute gerade ein Eichhörnchen seinen Kobel. Aus Blättern, Ästen und sonstigem Zeugs baute es seine kleine Behausung. Ich konnte es sogar dabei beobachten, wie es mit den Vorderpfoten einen langen, dünnen Ast festhielt, mit den Zähnen durchbiss und dann zum Kobel hochtrug. Wirklich erstaunlich. Wer also Eichhörnchen beobachten möchte, wird im Herbst am Mönchsberg sicherlich fündig.

Eine geballte Ladung Kindheit

Es erstaunt mich immer wieder, was ich nicht alles in meiner Steam-Bibliothek entdecke. Das Steam Deck macht es möglich. So bin ich letztens über die Crash-Bandicoot-Trilogie gestoßen bzw. deren Remaster. Ich konnte nicht anders, als es einmal anzuspielen. Nur hätte ich es bei diesem einen Mal belassen sollen. Dazu aber später mehr.

Begrüßt wird man von der bekannten Stimme des Sprechers. Bandicoot war früher schon immer sehr selbstironisch und das hat sich auch mit dieser Neuauflage nicht geändert. Bevor man das Spiel tatsächlich beginnen kann, sieht man außerdem eine kleine Introsequenz. Darin werden ein paar der zu sammelnden Gegenstände in eine Maschine geworfen. Diese Maschine macht aus den alten Renderings der Kisten neue hochauflösende Gegenstände. Selbst Crash Bandicoot selbst wird in die Maschine geworfen. Eine nette Idee, die alteingesessene Spieler*innen abholt.

Schlussendlich kann man sich noch entscheiden, welches der Spiele man dann starten möchte. Ich habe mich einfach für das erste entschieden. Meine erste Session dauerte knapp eine Stunde und war ein purer Trip in meine Kindheit. Vom Sounddesign, den Welten und der Steuerung unseres Helden konnte ich mich noch an erstaunlich viele Details erinnern. Aber besonders die Musik und der Sound haben tief schlummernde Erinnerungen hervorgebracht. Ich schätze es, dass es die Möglichkeit gibt, alte Spiele noch einmal zu entdecken. Doch leider wurde eben nicht alles verbessert.

Die Steuerung ist genauso bescheuert und ungenau wie damals. Ein kleiner Fehltritt und man kann von vorne beginnen. Das war an sich noch okay und nicht weiter störend. Bis ich im ersten Teil auf die zweite Insel gekommen bin. Ein verrückter Hase, der als Zwischenboss dient, hat mir gereicht und ich habe das Spiel erbost deinstalliert. Man muss zwischen verschiedenen Plattformen hin und herspringen. Außerdem kann man dem Boss nicht direkt Schaden zufügen, sondern nur über TNT-Kisten. Die Kameraperspektive ist, wie in allen Leveln, fixiert.

Vor dem Kampf hatte ich gemütliche 27 Lebenspunkte oder so. Diese verhindern, dass man ein Level bei einem Fehler von vorn beginnen muss. Man kann stattdessen bei einem Checkpoint starten. Nach dem Kampf hatte ich noch 3. Ich denke mich gerne in Soulslikes hinein, verbringe gerne Zeit damit, Bosse zu einem bestimmten Grad zu lernen. Dort liegt das Scheitern stets an mir. Hier hatte ich allerdings das Gefühl, das Spiel kämpft aktiv gegen mich an. Schade eigentlich. Mal sehen, ob ich Crash Bandicoot nochmal eine Chance gebe.

In meiner Kindheit habe ich endlose Stunden in das Spiel versenkt. Vielleicht reicht das auch. Froh, es gestartet zu haben, bin ich aber in jedem Fall.

Pflanzenerkennung

Da rennt man seit Jahren mit einem iPhone herum, hört jede Woche einen Technik-Podcast mit Apple-Schwerpunkt (»Bitsundso«) und trotzdem entdeckt man immer wieder neue Funktionen. Das ist allerdings auch dem geschuldet, dass Smartphones mittlerweile mit so vielen Funktionen vollgestopft sind, dass es schwer ist, alles im Blick oder im Kopf zu behalten. Die jährliche Veröffentlichung einer neuen Version des Betriebssystems trägt ihr Übriges dazu bei, dass Funktion um Funktion hinzukommt.

Dabei täte es so manchen Firmen nicht schlecht, mal ein Jahr Pause zu machen. Nicht unbedingt, um keine neue Version zu veröffentlichen, sondern um dem bestehenden Ökosystem einen Feinschliff zu verpassen. Den Entwickler*innen Zeit zu geben, Bugs auszumerzen, zu optimieren und liegen gelassene Dinge nachzuholen. Apple hat die Veröffentlichung von iOS 26 sichtlich unter großem Druck vorangetrieben. Das merkt man an vielen Stellen am Betriebssystem und daran, dass noch an vielen Stellschrauben gedreht wird. Ein Jahr mehr hätte sicherlich nicht geschadet. Aber aus irgendeinem Grund beharrt die Firma darauf, jedes Jahr ein neues iOS, iPadOS, macOS und so weiter zu veröffentlichen. Dieses Muster müsste vielleicht einmal durchbrochen werden.

Wie dem auch sei. Seit ein paar Monaten nutze ich auf jeden Fall eine etwas versteckte iOS-Funktion sehr gerne: die Pflanzenerkennung. Wenn man von einer Pflanze oder manchmal auch von mehreren Pflanzen ein Foto macht, bietet einem die Foto-App diese Funktion an. Entweder man drückt unten in der Mitte auf das Symbol mit dem Blatt oder wischt einfach nach oben. Ich habe mein iPhone auf Englisch eingestellt, dadurch bekomme ich natürlich auch die englischen Namen angezeigt, aber es funktioniert natürlich auch auf Deutsch. Es ist eine der Funktionen, die ich tatsächlich sehr gerne verwende. Und es bringt mich dazu, mehr Fotos von Pflanzen zu machen.

Downgrade

Im September habe ich davon berichtet, wie Apple das unfertige iOS 26 offiziell ausgerollt hat. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Text hier schreibe, gibt es lediglich ein Update dazu. Das hat zwar ein paar der Probleme behoben, trotzdem ist es weder flüssig noch wirkt es komplett durchdacht. Aber das ist eigentlich kein Problem, solange die Apps funktionieren. Das tun sie für mich zum Glück. Ich hatte noch keine Abstürze oder sonstige frustrierende Macken. Auf dem MacBook ist dies allerdings eine komplett andere Geschichte.

Ich hatte bisher den Eindruck, dass macOS 26 sehr zuverlässig funktionieren würde. Es flutschte zum Teil nicht so wie der Vorgänger, aber das kann auch am neuen Design liegen. Damit kann ich mich abfinden. Was allerdings ein Problem ist, wenn Programme, die ich benötige, regelmäßig abstürzen und nicht mehr zuverlässig funktionieren. Das war bei Affinity Publisher 2 der Fall. Mit dem Programm erstelle ich nicht nur meine jährlichen Bücher zum Blog, sondern arbeite gerade auch an einem Fotobuch zum Island-Urlaub. Da sind schon viele Stunden hineingeflossen. Das muss funktionieren. Und ich warte sicher nicht darauf, dass sich Apple bemüßigt fühlt, ein Update für dieses spezifische Problem zu veröffentlichen.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, ein Downgrade durchzuführen. Zum Glück gibt es etliche Beschreibungen in den Untiefen des Internets, die erklären, wie man ein solches Downgrade durchführt. Dieses Downgrade hatte auch zur Folge, dass ich das MacBook komplett gelöscht und formatiert habe, bevor das neue, genauer gesagt alte, macOS installiert wurde. Zwar musste ich so alle Programme neu installieren, aber vielleicht war das gar nicht so schlecht. Es sammeln sich über die Jahre doch ein paar Programme und Dateien an, die man nicht mehr benötigt.

Kaum war das MacBook neu aufgesetzt und Affinity Publisher 2 installiert, musste ich es natürlich sofort testen. Bisher hatte ich keine weiteren Abstürze. Ich werde also noch eine Zeit lang beim Vorgänger von Tahoe, Sequoia, bleiben. Sogar die Apple-Notes synchronisieren sich wieder ordentlich. Vielleicht wäre es allgemein nicht schlecht gewesen, mit den Updates noch zu warten. Leider ist das für iPad und iPhone nicht mehr möglich, weil Apple bereits nach wenigen Wochen aufgehört hat, die alten iOS-Versionen zu signieren. Eigentlich eine Frechheit. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Jahr 3

Kaum zu glauben, aber es beginnt tatsächlich schon das dritte Jahr meines täglichen Blogs. Im November 2023 habe ich angefangen, jeden Tag einen Text zu veröffentlichen, und habe bisher keinen Tag verpasst. Das liegt unter anderem auch daran, dass ich mittlerweile einen guten Puffer an Texten aufgebaut habe. Das heißt, wenn ich mal einen Tag nicht dazu komme, zu schreiben, oder das Leben dazwischenkommt, bin ich vorbereitet. So ein Puffer beruhigt und sorgt dafür, dass ich die Texte mehr oder weniger ohne Druck schreiben kann.

Natürlich hat das zur Folge, dass manche Texte zeitsouverän veröffentlicht werden. Sollen heißen: Etwas verzögert zu den tatsächlichen Ereignissen erscheinen und wann diese stattgefunden haben. Das sollte als geneigte Leser*in allerdings relativ gleichgültig sein. Es ist nur etwas, das ich immer mal wieder im Hinterkopf habe, wenn ich für längere Zeit vorproduziere.

Die bisherigen zwei Jahre bestehen hauptsächlich aus neuen Texten. Wie sollte es auch anders sein? Was mir aber weiterhin große Freude bereitet, ist es, jeden Donnerstag einen alten Text von mir zu präsentieren. Über die Jahre habe ich so einige Blogprojekte gestartet und versucht. Manche liefen sehr lange, wie »geek-planet«, andere nur sehr kurz oder sind über das Planungsstadium nicht hinausgekommen. Ich habe sogar für drei Jahre bei einem amerikanischen Blog mitgewirkt, worauf ich sehr stolz bin.

Meine früheren Blogs, wie eben geek-planet, gibt es nicht mehr. Die Texte sollen aber trotzdem verfügbar sein. Deshalb suche ich mir für jede Woche einen heraus, redigiere diesen und veröffentliche ihn mit einem Vorwort erneut. Für das dritte Jahr habe ich mir etwas Spezielles ausgedacht. Während meines Medienwissenschaftsstudiums an der Universität Tübingen habe ich ein sogenanntes Projektstudium machen dürfen. Dabei handelt es sich um ein frei wählbares Medienprojekt. Ich habe mich dafür entschieden, mich ausführlich mit den X-Men-Comics auseinanderzusetzen. Da ich die Texte aber ursprünglich in englischer Sprache verfasst habe, möchte ich diese hier übersetzt präsentieren. Die initiale Übersetzung mache ich mit DeepL, allerdings müssen sie noch redigiert und Formulierungen korrigiert werden. So sind diese Texte etwas aufwendiger vorzubereiten, aber es ist sehr spannend, wieder in das Thema einzutauchen. Dazu aber mehr ab kommenden Donnerstag.

Bis auf dieses Projekt habe ich noch nichts Konkretes geplant. Durch das zweite Jahr des Blogs zog sich mein MCU-Rewatch. Während des Jahres habe ich dadurch 61 Filme besprochen, die unterschiedlich stark mit dem MCU verknüpft sind. Links zu den einzelnen Filmen finden sich auf dieser Seite: MCU Rewatch Rückblick.

Ich lasse mich einfach überraschen, was das kommende Jahr so bringt. Ich mache nur ungern Vorsätze, denn meist kommt es sowieso anders als geplant. Und ein Projekt reicht völlig aus, vor allem wenn es etwas umfangreicher ist, vorzubereiten, wie eben mein Donnerstagstext. Der Rest ergibt sich spontan. Nur ein weiteres Ziel gibt es noch. Aber das hat sich auch seit Tag 1 nicht geändert: täglich schreiben.

Motivation ist endlich

Es ist wohl kein Geheimnis, dass ich mich gerne mit Ernährung und Sport auseinandersetze. Bas Kasts hervorragendes Buch »Der Ernährungskompass« habe ich sehr gerne gelesen und schmökere immer wieder gerne hinein. Aber es gibt noch so viel mehr zu erfahren, wie der Körper funktioniert und wie sich welche Ernährungsweise auf diesen auswirkt. Vor allem fasziniert mich der individuelle Aspekt davon. Denn nur weil bei mir etwas „funktioniert“, heißt das noch lange nicht, dass es allgemeingültig ist. Jede und jeder muss selbst experimentieren. Das macht dieses Feld zum einen frustrierend, zum anderen aber auch so vielseitig.

Schön ist, wenn man dieses Thema mit anderen Menschen teilen kann. Über Essen kann man sich immer unterhalten und viele Menschen nun einmal Sport auf die unterschiedlichste Art und Weise. Man kann einander motivieren und antreiben. Denn die eigene Motivation ist endlich. Disziplin wird überschätzt. Denn wie oft kann ich mich wirklich zusammenreißen und die „gesunde Alternative“ nehmen, anstatt der Tüte Chips – um ein markantes Beispiel zu nehmen. Wenn man allerdings mit anderen gemeinsam einen Weg gehen kann, ist es umso schöner.

Sei es, weil man sich gegenseitig zum Sport antreibt oder über längere Zeit anspornt, das eigens gesetzte Ziel weiterhin zu verfolgen. Besonders spannend finde ich es, wenn jemand erst mit der eigenen »Fitness Journey« beginnt. »Fitness Journey« ist übrigens ein Begriff, der in letzter Zeit des Öfteren in Apple Fitness+ Workouts fällt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob er mir gefällt oder nicht. Er ist sehr schwammig und kann alles bedeuten, was natürlich auch ein Vorteil sein kann. Na ja, jedenfalls finde ich es interessant, jemanden am Anfang dieser Reise begleiten und Tipps geben zu dürfen.

Für mich selbst entdecke ich dadurch ebenfalls neue Dinge. Wenngleich ich über die Jahre viel ausprobiert und getestet habe. Irgendwann landet jeder bei einem System, das funktioniert – mal mehr, mal weniger – und wird vielleicht etwas betriebsblind. Da schadet es auf keinen Fall, mit frischen Augen darauf zu blicken und neue Dinge für sich selbst zu lernen. Vor allem auch, weil sich das Thema Ernährung und Sport immer weiterentwickelt und nicht stehen bleibt. Wenn man dann noch Menschen findet, die unterschiedliche Ziele verfolgen als man selbst, wird das eigene Blickfeld noch einmal größer. Ich mag das, diesen Blick über den Tellerrand zu werfen. So kommt man immer wieder ein Stück weiter.

Besser als Chips?

Vor einigen Jahren habe ich mit Freund J. die Weinbar Coquette in Salzburg entdeckt. Spätestens ab da war es um mich geschehen – Käse war nicht mehr wegzudenken. Die Präsentation allein ließ bereits das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die vorzügliche Auswahl an Käsesorten, dazu ein paar leckere Oliven und etwas Schinken bzw. Salami. Doch das Besondere an dieser Jause, wenn man dieses vielfältige Geschmackserlebnis derart kleinreden möchte, war der Feigensenf.

Mit einem Hauch Feigensenf lässt sich der Geschmack von Käse auf ein neues Level heben. Wie ich über die darauffolgende Zeit feststellen werde, gibt es aber nicht nur verschiedenste Varianten von Feigensenf, der zu Käse passt, sondern auch Birnensenf und andere Sorten, die zu testen es wert sind. Auch gewisse Sorten von Fruchtmus können einen Käse geschmacklich unterstützen. Hier muss man sich durchprobieren und die eigenen Vorlieben kennenlernen.

Wenn man möchte, kann man zu dem Ganzen noch etwas Weißbrot reichen. Am besten dünn aufgeschnitten, damit man dieses in das (im Idealfall) milde Olivenöl tauchen kann. Diese Kombination an Geschmäckern, Konsistenzen und olfaktorischen Eindrücken ist kaum durch etwas anderes zu toppen. Natürlich gibt es außergewöhnlich leckeres Essen, aber die beschriebene Kombination an Zutaten ist für mich (fast) unschlagbar. Besonders, wenn man es in wohligem Ambiente und in guter Gesellschaft genießen kann.

Mit der Zeit habe ich es mir angewöhnt, gelegentlich auch selbst eine solche Platte herzurichten. Abends auf der Couch, wenn man sich einen Film, eine Serie oder einen Livestream des liebsten YouTubers ansieht, schmeckt es um ein Vielfaches besser als herkömmliche Chips. Natürlich nicht zu vergleichen mit dem Erlebnis im Lokal, aber trotzdem sehr gut. Wobei Chips gelegentlich natürlich ebenso herhalten müssen. Aber eine Käseplatte mit Oliven und eventuell etwas Wurst und frischem Brot kann zudem als perfekte kleine Nachspeise dienen. Unter der Voraussetzung, dass man es mit der Portionsgröße nicht übertreibt. Aber wer würde das schon tun?

Amerikanisch

Wenn mir eine Idee für einen Text in den Sinn kommt, schreibe ich sie mir normalerweise gleich auf. Dafür habe ich zwei Systeme. Die erste Methode ist, dass ich in Ulysses gleich einen Text anlege und die Idee mit Stichworten skizziere. Ulysses ist mein Standardprogramm, wenn es um die Erstellung und Organisation von Texten geht. Eine simple, aber gleichzeitig äußerst umfangreiche Software, die ich seit vielen Jahren gerne verwende.

Alternativ öffne ich Bebop und schreibe in wenigen Stichworten die Idee zusammen. Bebop ist eine kleine App, um Notizen (temporär) festzuhalten. Sie ist nicht unbedingt zum längerfristigen Speichern oder schreiben von langen Texten geeignet, aber um kurze Gedanken festzuhalten, eignet sie sich perfekt. Als Speicherplatz dient hierzu iCloud. Den Bebop spezifischen iCloud-Ordner habe ich in Ulysses am Mac als externe Quelle angegeben. Dadurch landen alle Notizen, die ich mit Bebop mache, automatisch auch in Ulysses. Die beiden Programme arbeiten nahtlos miteinander zusammen und es funktioniert für mich äußerst gut.

Jedenfalls habe ich mir als Notiz in Bebop scheinbar vor einer Weile einfach nur das Wort »amerikanisch« notiert. Das Problem an solch generischen, sehr kurzen Aufzeichnungen: man kann unter Umständen später nicht mehr nachvollziehen, warum man sich das notiert hat. Zukünftig werde ich also etwas genauer notieren müssen, was ich zu dem Stichwort schreiben möchte. Aktuell lässt sich das Wort »amerikanisch« äußerst umfangreich bearbeiten. Sei es politisch, gesellschaftskritisch oder auf zig andere Arten.

Vielleicht habe ich aber einfach nur die Bauweise amerikanischer Gebäude gemeint. Ja, ich weiß, das ist sehr verallgemeinernd. Aber ein YouTuber hat kürzlich vorgeschlagen, dass man Kabel einfach in Wänden verstecken kann, indem man zwei größere Löcher bohrt, besagtes Kabel durchfädelt und es so hinter der Wand verschwinden lässt. Als europäischer Zuschauer mit einem Haus, dessen Wände etwas dicker sind als Pappe, ist dieser Vorschlag sehr skurril. Immerhin müsste man hierzulande die Wand aufstemmen, Kabelschächte verlegen oder dergleichen, um Kabel verschwinden zu lassen.

Aber wer weiß schon, ob ich überhaupt das damit gemeint habe.