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Noch mehr Indie-Games

Ich nutze weiterhin gerne mein Playstation-Plus-Extra-Abo, um diverse Indie-Spiele zu testen. Ich möchte nicht schon wieder mit »Elden Ring« oder »Lies of P« meine Zeit verbringen. Auch wenn ich diese tollen Meisterwerke sicherlich wieder aus der digitalen Schublade herausholen werde, gibt es so viel mehr zu entdecken. Vor allem im Indie-Bereich gibt es tolle Perlen. Eine wichtige Regel oder einen Punkt, den ich beachten möchte: Wenn mir ein Spiel nicht gefällt, dann zwinge ich mich nicht, es zu beenden. Selbst wenn es nur ein paar Stunden dauert. Umgekehrt: Wenn mir ein Spiel gefällt, muss ich es nicht platinieren. Es ist in Ordnung, einfach nur ein Spiel zu genießen oder es eben wegzulegen, wenn es genug ist. Heute habe ich zwei Spiele, die ich kurz anreißen möchte.

Zum ersten »Somerville«. Die Geschichte fängt putzig an. Man sieht eine Familie, die in ein neues Haus einzieht. Ein Vater, eine Mutter und ein kleines Kind, das gerade mal laufen kann. Sie richten sich etwas ein und schlafen dann alle gemeinsam vorm Fernseher ein. Das Spiel versucht nun insofern, uns mit den Figuren vertraut zu machen, als dass man alle einmal steuert. Erst das Kind, dann die Mutter, dann den Vater. Es ist nett gemacht.

Somerville hat eine Perspektive wie ein Side-Scroller, allerdings kann man sich mit den Figuren nicht nur links und rechts bewegen, sondern auch ein paar Schritte in die Tiefe wagen. Diese dreidimensionale Steuerung, verbunden mit der fixen Kameraperspektive von der Seite, ist gewöhnungsbedürftig. Es ist nicht immer klar, wo man langlaufen kann oder was ein Interaktionspunkt ist. Manches ist auch nicht deutlich zu erkennen. Jedenfalls geschieht irgendwann, was geschehen muss: eine Alieninvasion. Der Vater wird ohnmächtig und als er wieder aufwacht, sind Frau und Kind weg. Wir begeben uns wie in einer zerstörten Welt auf die Suche nach unserer Familie.

Bei Somerville handelt es sich um ein Rätselspiel. Man kämpft nicht direkt gegen Aliens, sondern bahnt sich einen Weg durch die zerstörte Welt und die Siedlungen, die die Menschen errichtet und wieder verlassen haben. Wie lange waren wir eigentlich ohnmächtig? Die Rätsel sind unterhaltsam und gut gemacht. Wir begegnen nicht nur feindseligen Aliens, sondern auch freundlichen Wesen. Ich habe die ersten zwei Stunden wirklich gerne in dieser Welt verbracht. Das Design und der Stil des Spiels gefallen mir sehr gut. Nur habe ich es dann abgebrochen.

Nach zweieinhalb Stunden war die Story für mich nicht mehr greifbar und ich kannte das Ziel nicht. Die Figuren reden nicht. An sich kein Problem, wenn mir deutlich gemacht wird, was das Ziel ist. Dazu zählen auch Gestik der Charaktere und »environmental storytelling«. An sich nichts Schlechtes, nur wenn die Geschichte und das Ziel nicht klar werden, frustriert das. Vor allem wenn die Steuerung nicht so präzise ist, wie es manche Hindernisse von mir verlangen. Somerville ist eine nette Idee, scheitert aber letztlich an seinen eigenen Ambitionen.

Dann wollte ich noch »Mystic Pillars« testen. Auch ein Rätselspiel. Jedes Level hat eine bestimmte Anzahl an Säulen. Jede Säule ist mit Slots für Diamanten ausgestattet. Manche sind befüllt, manche nicht. Ziel ist es, die Diamanten so zwischen den Säulen zu verteilen, bis sie einem vorgegebenen Schema entsprechen. Man hat allerdings nur eine gewisse Anzahl an Zügen pro Versuch. Nach den ersten Versuchen habe ich schnell festgestellt, dass das kein Spiel für mich ist. Es gibt eine Pseudo-Geschichte, die den Grund für die Säulen erklärt und warum man die Rätsel lösen soll, aber wirklich packend ist das nicht. Eher ablenkend.

Nach »GRIS« und »Cat Quest«, die mich wirklich beeindruckt haben, also eher zwei enttäuschende Erfahrungen. Trotzdem bin ich ganz froh, den Spielen eine Chance gegeben zu haben. Mal sehen, was ich als Nächstes entdecke. Es wird Zeit, wieder die Steam-Bibliothek zu durchforsten.

CSI: Miami

Von 2000 bis 2015 lief der Hauptteil des CSI-Franchise. Von »CSI: Crime Scene Investigation« über »CSI: Miami« und »CSI: NY« hin zu »CSI: Cyber« (welches ich dann nicht mehr geschaut habe). Und dann noch »CSI: Vegas« – ein Revival der Original-Serie, das es zwischen 2021 und 2024 gab. 838 Episoden. 39 Staffeln. Wenn man in dieser Zeit einen Fernseher anmachte, war die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass irgendeine CSI-Serie lief. Die Dominanz kann man sich kaum mehr vorstellen.

Für mich war Miami die Serie der Wahl, aber auch das Original schaute ich gerne. Nur strahlte Miami eine gewisse Coolness aus, die den anderen Serien fehlte. Besonders mochte ich, dass es mit der Zeit immer verrückter wurde. Die One-Liner mit übertriebener Sonnenbrillen-Gestik von Horatio sind legendär. Die überdramatisierten Bilder von Sonnenuntergängen und den Häuserschluchten der Stadt haben sich in mein Gedächtnis gebrannt. Später hat die Serie gewisse Sci-Fi-Elemente angenommen, was die Technologien anbelangt. Ich fand es klasse, dass sich die Serie selbst nicht so ernst nahm und alle Beteiligten sichtlich Spaß daran hatten, etwas Einzigartiges zu kreieren.

Ich kann mich noch gut an den Tisch erinnern, auf dem diverse Dinge analysiert wurden. Es war ein Glastisch. Sie konnten USB-Sticks oder CDs darauf platzieren und der Computer konnte sie lesen. Ich glaube, sie nutzten sogar transparente Bildschirme. Es war verrückt, aber passte irgendwie in diese Welt von CSI: Miami. Ich denke tatsächlich immer mal wieder daran. Die Serien haben mich so lange verfolgt, wie könnte ich sie je vergessen? Ob man es nun geschaut hat oder nicht, ob man sie gut findet oder nicht, sie waren ein kulturelles Phänomen, das seinesgleichen sucht. »Game of Thrones« mag sieben Jahre lang ein Gesprächsthema gewesen sein. CSI war es mehr als doppelt so lang und mit drei Serien, die alle über 9 Staffeln lang liefen.

Tatsächlich muss ich mich zusammenreißen, dass ich mir nicht die DVD-Boxen kaufe und einen Rewatch anfange. Aber so wie bei »Game of Thrones«, »Stargate«, »The Walking Dead« oder »Breaking Bad« hatten diese Serien ihre Zeit. Irgendwann ist es gut, sie einfach nur in seliger Erinnerung zu behalten. Wer hat schon die Zeit, sich dutzende Staffeln und hunderte Episoden anzuschauen? Es ist toll, es quasi live miterlebt zu haben. Genauso wie die anderen TV-Phänomene. Aber all den coolen Momenten, die sich ins Gedächtnis gebrannt haben, stehen ebenso langweilige, wiederholende und aus der Zeit gefallene Szenen gegenüber. Behalten wir sie uns mit der rosaroten Brille der Nostalgie im Gedächtnis. Das ist doch viel schöner, als es ein erneutes Ansehen je sein könnte.

Getty Images | Unsplash

Ungebetene Ratschläge

Ein Podcast, den ich sehr gerne höre, ist »Alle bekloppt« von den WildMics. Moderiert von Tommy Krappweis und mit den Diplompsycholog*innen Sophia Krappweis und Alexander Waschkau. Im Twitch-Chat können die Zuschauer*innen Fragen stellen, die Sophia und Alexander versuchen zu beantworten. Es ist keine Beratung und ersetzt selbstverständlich keine Therapie. Allerdings können die Gedanken der beiden sehr hilfreich sein. Immer wieder bin ich erstaunt, wie offen die Fragesteller*innen sind und wie wohltuend, überlegt und empathisch die Antworten ausfallen. Selbst als Podcasthörer, der nicht live dabei ist, können diese Gedanken helfen, Dinge vielleicht etwas anders zu betrachten.

Ein wichtiger Aspekt, den vor allem Sophia immer wieder herausstellt und den ich brillant finde, ist: Gebt keine ungebetenen Ratschläge. Wenn jemand von einem Problem erzählt, dann will der- oder diejenige vielleicht nur Dampf ablassen, es jemandem erzählen, die Last etwas leichter machen. Zu oft ist der erste Impuls, den wir wahrscheinlich alle haben, Tipps zu geben, was man besser oder anders machen soll. Solange die Person aber nicht explizit danach fragt, sollte man keine Ratschläge geben. Allerdings kann man sehr wohl von der eigenen Erfahrung berichten, aus der eigenen Perspektive schildern, was mir geholfen hat, wie ich mit etwas umgegangen bin. Zurückhaltung ist nicht immer leicht, aber manchmal ist das Beste, was man machen kann, zuhören – nichts tun.

Ich komme auf dieses Thema, nicht nur wegen des Podcasts, sondern weil auf YouTube immer wieder Videos zu finden sind, die einem erklären, wie man etwas machen soll. Die Tipps geben, wie man etwas effizienter gestaltet; Im Grunde genommen Ratschläge erteilen. Nur ein paar Beispiele: Verwende 4 Notizbücher pro Jahr (es wird dein Leben verändern); 10 Tricks für [beliebiges Gerät, Spiel oder sonst etwas hier einsetzen]; Lerne, auf Papier zu denken; Schreiben für bessere Entscheidungen; Essentielles, das die meisten beim Abnehmen vergessen. Und da habe ich noch gar nicht die Produktivitäts-, Sport- und Ernährungsecke von YouTube mit eingebunden. Grundsätzlich sind diese Videos nicht schlecht, wenn man sich mit einem Thema neu auseinandersetzt. Allerdings vermitteln sie den Zuschauer*innen: Du hast bisher etwas falsch gemacht, so geht es richtig. Oder zumindest: Du verpasst etwas, wenn du X nicht machst. Und wenn man einmal ein solches Video geschaut hat, kommen sie immer wieder.

Ich mag YouTube. Sei es Let’s Plays, Reviews oder Erklärvideos oder einfach nur Unterhaltsames. Nur brauche ich nicht jeden Tag 17 Ratschläge, wie ich etwas scheinbar besser oder effizienter mache. Das ist unmöglich umzusetzen. Und noch schlimmer: Man verlernt, auf sich selbst zu hören und sich selbst zu vertrauen, dass man es schon irgendwie hinbekommt. Wenn die Methode, wie ich mein Tagebuch führe, funktioniert, warum sollte ich sie ändern? Ich kann, wenn es mich wirklich interessiert, recherchieren, was andere machen. Ich brauche aber niemanden, der mir ein schlechtes Gewissen macht. Ich gehe gerne blind in Spiele, ohne viel Vorwissen. Ich brauche niemanden, der mir 25 Tricks verrät, bevor ich überhaupt nur eine Minute in der Spielwelt verbracht habe. Und verbessert das wirklich mein Erlebnis?

Wir sollten mehr auf uns selbst vertrauen. FOMO (Fear of Missing Out), also die Angst, etwas zu verpassen, ist sehr real. Es ist mühsam, solche Videos zu ignorieren und den Algorithmus darauf zu trainieren, weniger von diesen Inhalten darzustellen. Ich bin aber davon überzeugt, am Ende schläft man ruhiger und hat mehr von Spielen, Büchern oder mit was auch immer man sich beschäftigen mag. Im Zweifel einfach YouTube (oder TikTok, Instagram oder sonstige sozialen Medien) schließen. Man verpasst nichts. Man kommt schon zurecht. Mehr auf sich selbst vertrauen.

Star Wars Builds

Nachdem mir »Andor« mit der zweiten Staffel erneut sehr eindrucksvoll gezeigt hat, was Star Wars alles kann, beschäftige ich mich wieder regelmäßig mit diesem tollen Universum. Aber ich versuche, es zu dosieren und nicht zu viel auf einmal zu machen. So stellen sich zu schnell Ermüdungserscheinungen ein. Ich möchte einen Blick in die Comics werfen und den ein oder anderen Roman lesen. Damit warte ich allerdings noch, bis ich »Bad Batch« fertig geschaut habe. In der Zwischenzeit kann ich aber ein paar Sets aus Klemmbausteinen bauen. In diesem Fall sind es sogar Lego-Sets. Auch wenn ich versuche, Sets dieser Firma weitgehend zu vermeiden, sind besonders die kleineren putzig, und im Angebot kann man da gerne zuschlagen.

Außerdem mag ich kleine Sets sehr gerne. Vor kurzem habe ich ein Mikro-Diorama von den Prequels vorgestellt, das BlueBrixx im Programm hat. Aber auch die kleinen Schiffe und Bauten, die Lego im Programm hat, gefallen mir mitunter hervorragend. Vor allem, weil noch Minifiguren darin Platz nehmen können. So habe ich mir vor ein paar Wochen ein Battle Pack mit ein paar Klonkriegern geklickt und ein Set des Mandalorianers. Den kleinen Grogu musste ich einfach haben. Doch besonders überzeugt hat mich ein MOC, das ich bei rebrickable gefunden habe. Hierbei handelt es sich um den Rainbow Falcon. Ein alternativer Build des Lego-Sets 31140; dem Einhorn (das selbstverständlich bereits bei mir zu Hause steht). Ich habe mir das Set also noch einmal gekauft und nun steht ein schöner bunter Millennium-Falke daneben.

Große, monströse, epische Sets, die eigene Tische benötigen, weil sie so massiv sind, habe ich wirklich gerne. Doch zwischendurch dürfen es gerne kleinere Sets sein. Ich mag es, wenn hier manche Dinge nur angedeutet sind, man aber trotzdem erkennt, was gemeint ist. Außerdem lassen sich solche Sets etwas schneller bauen und nehmen nicht für Wochen den Esstisch in Beschlag. Platz ist natürlich ebenso ein Thema. Ich würde nur ungern die Dachgeschosswohnung um einen Westflügel erweitern.

Literatur und Fantasy

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, wie ein Whiteboard aussehen würde, welches die gesamte Palette an Fantasy-Büchern zusammenfasst? Nun, es gibt eine Antwort auf diese Frage. Zufälligerweise bin ich letztens auf ein Video von Daniel Greene gestoßen. Keine Ahnung, warum YouTube meinte, dass mich das interessieren würde, aber es hatte recht. Der »Reading Guide« ist so ausführlich wie überfordernd. Allerdings auch irgendwie einfach. Alles startet selbstverständlich mit J. R. R. Tolkien und dem Hobbit. Wie könnte es anders sein? Von hier aus arbeitet man sich in verschiedene Richtungen, um die eigenen Vorlieben, den eigenen Geschmack an Fantasy immer besser kennenzulernen und einzugrenzen.

Ich habe vor Kurzem das erste Buch der originalen »Thrawn«-Trilogie abgeschlossen. Doch wollte ich nicht gleich mit dem zweiten weitermachen. Die »Horus Heresy« von Warhammer ist mir im Moment etwas zu grimdark. Ich möchte etwas mehr Eskapismus, aber eben nicht zu düster. Fantasy ist ein Genre, welches mir zwar grundsätzlich sehr zusagt, welches ich aber viel zu selten in die Hand nehme. Im vergangenen Jahr habe ich viele queere Bücher nachgeholt und hatte meine Freude daran. »Song of Achilles« würde sowohl das als auch Fantasy abdecken. Aber manchmal benötigt man etwas komplett Neues. »Song of Achilles« ist schon länger auf meiner Zu-lesen-Liste. Ich möchte etwas ausprobieren, das ich noch gar nicht kenne.

Ein Überfluss an Auswahl ist grundsätzlich nicht schlecht, aber es überfordert und führt manchmal dazu, dass man sich für nichts entscheidet. Also habe ich mir zwei Bücher (besser gesagt Reihen, denn in Fantasy gibt es so gut wie immer Buchreihen) herausgesucht. Zum einen den ersten Teil von »Dungeon Crawler Carl«, welcher sehr unterhaltsam zu sein scheint. Und dann noch den Klassiker (?) »Der goldene Kompass«. Die Leseproben liegen nun in der Kindle-App und werden demnächst getestet. Wer sich ebenfalls weiter mit Fantasy auseinandersetzen möchte oder neuen Input benötigt: Das Video von Daniel Greene kann ich sehr empfehlen.

Und wenn das noch nicht reicht, dann gibt es noch die diesjährige Reddit-Fantasy-Bestenliste (auch diese hat Daniel Green äußerst unterhaltsam kommentiert). Darauf befinden sich einige hundert Einträge, die nur darauf warten, gelesen zu werden. Die Liste ist unten verlinkt. Stoff gibt es auf jeden Fall genug. Ich nehme mir immer wieder vor, mehr zu lesen, aber dann bleibt man entweder bei YouTube hängen oder spielt doch eine Stunde länger als geplant. Gelegentlich mache ich auch etwas Produktiveres und schreibe Texte über das Lesen für den Blog. Mal sehen, ob ich es mit einem der beiden oben genannten Bücher hinbekomme, etwas regelmäßiger meinen eReader in die Hand zu nehmen.

Andrej Lišakov | Unsplash

MCU Rewatch | Black Panther: Wakanda Forever

Anders als die bisherigen drei Phasen endet die vierte nicht mit einem Avengers-Film oder einer sonstigen Zusammenkunft der Held*innen. Stattdessen ist es ein Abschiednehmen von Chadwick Boseman, ein Blick in die Zukunft und ein Erweitern der Welt des MCU. Ich hatte schon Sorge, dass der Film ähnliche qualitative Tiefen erreichen würde, wie Thor: Love and Thunder. Bei einer Laufzeit von zweieinhalb Stunden wollte ich mich da nicht durchquälen müssen. Erfreulicherweise ist es ein wunderschöner und gut gemachter Film.

Chadwick Bosemans plötzliches Ableben hat mich, zugegebenermaßen, schwerer getroffen, als ich vermutet habe. Nicht, dass ich ihn vor seiner Verkörperung des Black Panther und T’Challa groß gekannt hätte. Doch er hatte eine Präsenz und Ausstrahlung, die man nicht in Worte fassen kann. Jede Szene, die er gespielt hat, war on point und die Rolle des Black Panther war ihm auf den Leib geschrieben. Interviews mit ihm habe ich gerne geschaut. Er war eine einzigartige Persönlichkeit. Deshalb ist es schön zu sehen, dass sich Wakanda Forever nicht nur einmal die Zeit nimmt, um Chadwick Boseman zu gedenken.

Ihm ist das Marvel-Logo am Anfang des Films gewidmet. In Stille sitzt man da, sieht die Szenen von ihm in den wenigen Auftritten, die er hatte, vorbeihuschen, während sich der Bildschirm violett färbt. Am Ende sitzt Shuri an einem Lagerfeuer und gedenkt ihres Bruders. Dabei sieht man ebenfalls ein paar gut ausgewählte Szenen von Chadwick Boseman. Ebenfalls in leiser Andacht. Schließlich ist ihm der Film noch gewidmet. Ich hatte schon Befürchtungen, dass sie es irgendwie vermasseln würden. Zu kitschig oder klischeehaft. Doch es ist würdevoll und angemessen, wie ich finde. Ich war äußerst positiv überrascht.

Das Kernthema des Films ist Trauer. Shuri (Letitia Wright) verdrängt die Trauer um ihren Bruder. Will sich dem nicht stellen. Stattdessen stürzt sie sich in ihre Arbeit, sucht Ablenkungen, lässt sich von Zorn und Wut leiten. Ihre Mutter Ramonda (erneut genial gespielt von Angela Bassett) muss dagegen nicht nur mit dem Verlust ihres Sohnes zurechtkommen, sondern Wakanda als Königin führen. Sie darf keine Schwäche zeigen. Die Szenen im UN-Hauptquartier sind fantastisch und lassen jeden Zweifel an Wakandas Macht sofort verblassen. Doch sie sucht ebenso eine Verbindung zu ihrer Tochter. Versucht ihr einen Weg zu zeigen, mit ihrer Trauer umzugehen. Doch lange trauern können sie nicht.

Die Welt will sich des Vibraniums bemächtigen, es nutzen. Sie beschuldigen Wakanda nicht genug zu tun. Große Worte von Nationen, die Wakanda zu infiltrieren versuchen und in die »Outreach Center« eindringen, um das Vibranium gewaltsam in ihre Finger zu bekommen. Doch sie sind nicht die Einzigen. Denn die Welt des MCU öffnet sich in Wakanda Forever gewaltig.

Ich habe den Film im Zuge dieses Rewatch das erste Mal gesehen und völlig vergessen, dass Namor und sein Unterwasser-Königreich Talokan eingeführt werden. Eine ausgeprägte Unterwasserwelt durften wir bereits in Aquaman bewundern. Mir gefällt es ausgezeichnet, dass Marvel sich entschieden hat, einen realistischeren Look zu wählen. Die Szenen Unterwasser sind eher düster gehalten, es gibt wenig Licht. So, wie es eben in tieferen Gefilden ist. Es sieht realistisch aus und wirklich gut gemacht. Namor an sich wird toll gespielt von Tenoch Huerta Mejía. Selbst die Darstellung der geflügelten Füße gelingt, ohne dass es zu lächerlich aussieht.

Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen, sonst wird das hier ein ausführliches Essay über den Film. Dafür ist später vielleicht einmal Zeit. Wakanda Forever ist sehr vielschichtig. Besonders Shuris Reise im Film und ihr Umgang mit der Trauer hat mich durchaus berührt. Sie ist ein toller Charakter und mitreißend gespielt wie geschrieben. Die Einführung von Riri Williams (Dominique Thorne) gelingt ebenfalls. Sie nimmt nicht zu viel Platz weg, sondern ergänzt den Film wunderbar. Okoye (Danai Gurira), einer meiner Lieblingscharaktere aus der Welt von Wakanda, erfährt ebenfalls ein interessantes Upgrade, von dem ich sehr gespannt bin, wo das hinführt. Leider müssen wir uns von einem Charakter verabschieden. Das hatte ich so nicht erwartet und finde ich sehr schade.

Wakanda Forever hatte eine schwere Aufgabe zu erfüllen. Chadwick Bosemans Tod hat ein großes Loch hinterlassen. Doch Ryan Coogler und sein Team finden eine tolle Balance zwischen der Ehrung von dem, was war und blicken doch in die Zukunft. Die Charaktere haben Platz zu trauern, doch die Action kommt nicht zu kurz. Auf die »Seeschlacht«, wenn man es so nennen will, hätte ich aber verzichten können. Ansonsten ist Wakanda Forever eine würdige Fortsetzung und der mittlerweile 30. Film im MCU. Ein schönes Jubiläum.

Fitness Tracking

Vor über zwei Monaten habe ich meine Apple Watch abgelegt und verkauft. Ich bereue es nicht. Es ist erstaunlich, wie sehr man sich daran gewöhnt hat, über alles Mögliche sofort eine Mitteilung zu bekommen. Natürlich kann man das anpassen – individualisieren – trotzdem bleiben doch immer welche übrig. Man kann doch nicht komplett auf Mitteilungen verzichten. Oder etwa doch? Dann noch der unterschwellige Druck, die Ringe zu schließen. All das ist seither weg. Ich schaue nun zwar öfter mal aufs iPhone (sei es wegen der Uhrzeit oder ob Nachrichten eingetroffen sind), aber ich denke nicht, dass es sehr viel mehr ist als vorher.

Selbst ohne Apple Watch treibe ich regelmäßig Sport. In den vergangenen Wochen ist es tendenziell sogar mehr oder zumindest regelmäßiger geworden. Sei es Kraftsport, Yoga, ausgiebige Spaziergänge, Pilates etc. Auf den eigenen Körper zu achten, ohne dass einem ein Gerät sagt, ob es gerade zu viel ist oder nicht, tut wirklich gut. Trotzdem wünsche ich mir manchmal ein paar Daten zu dem Sport, den ich so mache. Sei es einfach nur eine Schrittzahl, Kilometer oder Herzfrequenz – die Basics eben. Aber wo fängt man an und wo hört man auf?

Ich habe etwas recherchiert, welche Fitness-Tracker es abseits der Apple Watch so gibt. Bei den preiswerteren Modellen landet man schnell beim »Fitbit Charge 6«. Dieser kostet knapp über 100 Euro, je nach Angebot, hat GPS verbaut und scheint ein solides Gerät zu sein. Allerdings hat dieser schon zwei Jahre auf dem Buckel und wer weiß, wie lange Google diesen noch unterstützt. Es ist ein gewisses Risiko. Wenn man sich dann auf der Garmin-Seite umsieht und durch die Geräte und Eigenschaften liest, wird es sehr schnell sehr teuer. Selbst wenn es nicht die neueste Fenix ist, kostet eine gute Forerunner schon mal über 700 €. Das ist wieder etwas Overkill. So viele Funktionen brauche ich nicht und Laufen steht aktuell nicht auf dem Plan.

Eine Marke, die ich tatsächlich nicht im Blick hatte, war Xiaomi. Mit ihren »Smart-Band«-Geräten scheinen sie richtig gute Arbeit zu leisten. Die Herzfrequenzmesser können sich sehen lassen und die zusätzlichen Sensoren funktionieren scheinbar erstaunlich zuverlässig. Nur der Schlaftracker könnte besser sein, aber ob ich den überhaupt nutzen würde, steht in den Sternen. Eigentlich mag ich es nicht, die Nacht über etwas am Handgelenk zu tragen. Mit knapp 50 € ist der Preis allerdings unschlagbar. Jedoch hat die Standardversion kein GPS verbaut. Die Version 10 ist im Moment die aktuellste. Von der Vorgängergeneration gab es eine Pro-Variante mit eingebautem GPS. Mal sehen, ob bei der 10. Generation ebenfalls eine Pro-Variante folgt. Diese kosten immer noch unter 100 €.

Man möchte glauben, ein großer Markt an Fitnessgeräten würde die Suche vereinfachen. Doch so ist es leider nicht. Mit jedem Gerät wächst die Varianz und man muss sich durch noch mehr Möglichkeiten wühlen. Vor allem wenn man sich etwas Preisgünstiges zulegen möchte. Und es besteht immer die Gefahr, dass man aus Versehen in die nächste Preiskategorie rutscht. Man fängt bei 100 € an und kaum versieht man sich, weil diese oder jene Funktion ja ganz praktisch wäre – schon landet man beim x-ten Hersteller und gibt über 600 € für ein Gerät aus, dessen Funktionsflut man nie nutzen wird. Erstmal werde ich abwarten. Vielleicht kommt in den nächsten Wochen doch noch die »Xiaomi Smart Band 10 Pro« heraus. GPS wäre schon praktisch. Wobei das Gerät auf den Bildern durchaus klobig wirkt.

Manchmal ist die beste Entscheidung, die man treffen kann, keine. Einfach das Browser-Fenster schließen und einen Spaziergang machen. Wie lange der war, interessiert doch eh niemanden. Oder mal wieder eine Runde mit dem Rad fahren. Habe ich heuer auch noch nicht gemacht. Beim Sport kommt es doch darauf an, Freude an der Sache zu haben. Wie weit, wie hoch, ist nicht so wichtig. Ob es mir Spaß gemacht hat oder nicht, ob es anstrengend war oder noch mehr gegangen wäre, kann ich auch so beurteilen.

Mika Baumeister | Unsplash

Schräge Erfahrungen

Manche Restaurantbesuche sind einfach nur schräg. Bereits vor über einer Woche wollte ich mit Freund J. das neue Lemon Chili in Salzburg ausprobieren. Wobei es nicht mehr Lemon Chili heißt, sondern Pizzeria »casaantonio«. Mit dem Ende des Lemon Chili und nun, wo auch der Name nicht mehr am Gebäude steht, geht eine Ära zu Ende. Das Lemon Chili war immer da. Mal unter neuer Führung und mit einer leicht geänderten Karte oder dergleichen, aber der Kern war stets derselbe. Nun heißt es also casaantonio. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll.

Der erste Versuch, dort zu essen, scheiterte. Am Abend macht das Restaurant um 17:30 Uhr auf. Das wussten wir nicht und waren bereits zehn bis fünfzehn Minuten früher da. Es war sonnig und warm und ein Kellner war gerade dabei, die Tische fertigzumachen. Was würdet ihr tun, wenn Gäste vor der offiziellen Öffnungszeit auftauchen? Ich würde sie freundlich begrüßen und ihnen Bescheid geben, dass wir erst in etwa 10 Minuten öffnen, aber sie könnten sich schon einmal hinsetzen, wenn sie möchten. Sie müssten nur etwas warten. Vielleicht bietet man an, sie könnten doch zumindest Getränke bestellen. Immerhin ist das Restaurant erst seit ein paar Monaten geöffnet. Es muss sich noch einen Namen machen, selbst wenn es in Salzburg bereits mehrere Standorte gibt. In der Situation brauche ich alle Kund*innen, die positiv über mich berichten.

Stattdessen wurden wir weggeschickt. Es wäre ja noch nicht offen und wir sind zu früh dran. Okay. Zwar hatten wir die Absicht, an jenem Abend wiederzukommen, aber unweit von Casaantonio ist ein wunderbares kleines asiatisches Lokal. Es ist nur ein kleines Gebäude, betrieben von einem einzelnen Mann. Das »Uncle Van« hat Charme. Das Essen ist unfassbar schnell fertig, man kann sich etwas mitnehmen oder vor Ort essen und es schmeckt hervorragend. Außerdem ist es günstig. Wirklich toll. Und die Portionen sind nicht unbedingt klein. Eine schöne Entdeckung.

Letzten Freitag wollten wir Casaantonio eine zweite Chance geben. Wir gingen also hin und wurden halb freundlich begrüßt. Dazu muss man wissen, dass der Gastgarten sehr groß ist. Man betritt das Gelände durch ein breites Einfahrtstor. Auf der linken Seite ist das Gebäude mit Lokal, Küche und Wintergarten. Rechts ist der Gastgarten, der sich über zwei Ebenen erstreckt. Dazwischen können Autos durchfahren, da sich hinter dem Gebäude Parkplätze befinden. Es herrschte schon reges Treiben. Doch wirklich kümmern wollte sich keiner um uns. Bis wir bemerkt haben, dass weiter hinten ein Hochtisch mit einer netten Dame dahinter stand. Dort wird man einem Tisch zugeteilt. Das war im ersten Moment nicht erkennbar, da niemand der dort arbeitenden Personen das Gleiche trägt.

In einem Restaurant sollte zumindest das Oberteil immer gleich sein. Es ist eine Art Uniform, die den Gästen anzeigt, wer hier zuständig ist, wer hier arbeitet. Es ist eine Kleinigkeit, macht aber sehr viel aus. Hier trägt scheinbar jeder, was er gerade gefunden hat. Wir wurden unserem Tisch zugeteilt und haben erst einmal Getränke bestellt. Sofort fiel auf: Der Tisch wurde schon länger nicht mehr abgewischt und steht ungünstig unter einem mit Läusen befallenen Baum. Sie war der Tisch übersät mit den Viechern – hygienisch geht anders. Überhaupt machte der Gastgarten einen eher lieblosen Eindruck. Für ein neues Restaurant stehen zu viele Dinge herum (inkl. Holzteile und ungenutzte Metallkonstruktionen) oder wurden mit Ducktape gefixt. Unter den Sonnenschirmen tummelten sich die Insekten. Alles nicht so ideal.

Kurze Zeit später konnten wir unser Essen bestellen. Der Kellner machte einen unmotivierten, leicht genervten Eindruck. Überhaupt machten irgendwie alle 8+ Angestellten in dem Lokal diesen Eindruck. Ein junger Aushilfskellner (?), der nicht den Eindruck machte, dass er zum Personal gehören würde – dafür war er zu engagiert – brachte uns das Essen. Freund J. aß Nudeln, ich versuchte mich an Bruschetta. Wir waren beide mit dem Essen zufrieden. Es schmeckte gut und wurde hübsch präsentiert. Manches ist für den Preis etwas zu klein portioniert, aber im Großen und Ganzen in Ordnung. Nur die kleinen grellgrünen Käferchen nervten etwas.

Ich hatte vorhin die Durchfahrt erwähnt. Während unseres Aufenthalts kam ein älterer Herr mit einem viel zu großen Auto an und versuchte, durch diese zu navigieren. Diese war frei, war zumindest mein Eindruck. Doch irgendwie hat er es geschafft, den Tisch der Empfangsdame und ein Regal (?) mitzunehmen. Ich bin mir nicht ganz sicher. Jedenfalls ging einiges zu Bruch. Er blieb zwar kurz stehen und hat die Fenster geöffnet, aber fuhr dann stur weiter. Es knackte und krachte. Ob jemand die Reifen kontrollierte, weiß ich nicht. Wo jetzt überall Glasscherben herumliegen, weiß wahrscheinlich auch niemand. Als der Fahrer durch die Einfahrt zurückstolperte, wünschte ich, wir würden regelmäßig die Fahrtauglichkeit von Menschen kontrollieren, ob sie ihren Führerschein noch besitzen dürfen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob er irgendwie zum Restaurant gehört oder einfach nur irgendwo in der Nähe wohnt. Es war seltsam.

Ja, das alte Lemon Chili ist nicht mehr. Leider. Vielleicht kommt irgendwann, irgendwo ein neues Lokal mit diesem traditionsträchtigen Namen in Salzburg auf.

Wenn Katzen questen

Seit der Reaktivierung meines Steam Decks bin ich bemüht, meine Steam-Bibliothek nach geheimen Schätzen zu durchforsten. Das Gaming-Handheld von Valve eignet sich wunderbar, um Indie-Spiele nachzuholen. Durch diverse Bundle-Deals habe ich über die Jahre so einige kleinere und größere Indie-Spiele zusammengesammelt. Viele sagen mir nichts. Deshalb gehe ich bei der Auswahl eines Spiels nach zwei Kriterien vor: Wie gefällt mir das Artwork und was sagt mir der Titel? Und wie lange dauert ein normaler Durchlauf? Zweites lässt sich mithilfe eines kleinen Plugins direkt in der Spiele-Kachel anzeigen. So spiele ich mich langsam durch meine Sammlung.

Dieses Mal war »Cat Quest« an der Reihe. Das Artwork des Spiels schaut knuffig aus und ein Spieldurchgang sollte nicht mehr als sechs Stunden in Anspruch nehmen. Also, Spiel gestartet und los ging es. Nach einem kurzen Intro-Video kann es auch schon losgehen. »Cat Quest« ist ein kleines, nettes Rollenspiel. Es sind alle Elemente vorhanden, die man von den großen Produktionen kennt: Man kann sich den Charakter zusammenstellen, wie man möchte, sei es mehr als Krieger oder mehr als Magier. Wobei man stets beides verwenden sollte, um die Kämpfe gegen Drachen und andere Monster zu überstehen. Man sammelt Erfahrungspunkte, levelt auf und trifft unzählige NPCs, die einem Nebenquests geben. Auf der übersichtlichen Karte gilt es, Dungeons zu entdecken, Dörfer von bösen Magiern zu befreien und natürlich eine Hauptquest zu verfolgen.

Wie der Titel des Spiels erraten lässt, ist unser Held eine anthropomorphe Katze, die man steuert. Auch alle anderen Charaktere sind an Katzen angelehnt. Richtig wild wird es allerdings bei den Namen dieser Charaktere, der Städte, die sie bewohnen, und der Landstriche, die man durchquert. So gut wie alles ist mit einem mehr oder weniger guten Wortwitz versehen. Ich habe »Cat Quest« auf Englisch gespielt und da kommen diese Wortwitze natürlich noch einmal mehr zur Geltung. Man gewöhnt sich recht schnell daran und es ist irgendwie witzig. Natürlich dürfen auch Film- und Spielereferenzen nicht fehlen. So heißt eine Quest beispielsweise »The Lion King«. Oder eine Archäologin, die man trifft, nennt sich Cara Loft.

»Cat Quest« orientiert sich an den Genre-Gewohnheiten, dampft diese aber auf clevere Weise ein, sodass sie für die kleine Katzenwelt hervorragend funktioniert. Die Steuerung ist simplifiziert, verlangt aber in manchen Kämpfen durchaus, dass man Gegner lesen lernt und alle Fähigkeiten im Arsenal nutzt. So stehen die unterhaltsam geschriebenen Dialoge und die Charaktere im Vordergrund. Sprachausgabe gibt es an sich keine, man klickt und liest sich durch die Unterhaltungen. Besonders charmant finde ich, dass die Nebenquests in Kapitel aufgeteilt sind. Dadurch begegnet man Charakteren immer wieder. Manche Nebenquest macht man in einem Rutsch durch, bei manchen braucht man etwas mehr Zeit, bis man das empfohlene Level erreicht hat.

Durch diese Hinweise (u. a. empfohlene Level für Quests und Totenköpfe bei Gegnern, die zu stark für einen sind) nimmt »Cat Quest« Spieler*innen an die Hand und führt sie durch eine toll ausgearbeitete Welt. Ich habe knapp über 5 Stunden gebraucht. Das beinhaltet die Haupt- und einige Nebenquests. Es ist kurzweilig und nicht unerwähnt bleiben darf die ohrwurmtaugliche Musik. Fabelhaft. Die noch offenen Aufgaben werde ich sicherlich in den nächsten Tagen immer mal wieder angehen. Es gibt erstaunlich viel zu entdecken auf der kleinen Inselgruppe.

Eine Sache möchte ich noch kurz ansprechen. Denn Insgeheim verfolge ich eine Intention mit diesen Indie-Titeln und kürzeren Spielen: Ich möchte meinen inneren »Completionist« ablegen. Ich möchte es mir abgewöhnen, Spiele „platinieren“ zu wollen oder alles zu machen und zu schaffen. Das erzeugt nur unnötig Druck und steht teilweise einem tollen Spieleerlebnis im Weg. Es reicht völlig aus, eine nette Geschichte zu erleben, spannende Welten zu entdecken und interessante Charaktere kennenzulernen. Da kommt auch die einzige große Schwäche von »Cat Quest« ins Spiel: Das Ende ist recht abrupt und man darf sofort weiter erkunden. Ohne Abspann oder dergleichen. Das ist etwas unbefriedigend. Ansonsten hatte ich mit »Cat Quest« aber eine tolle Zeit.

Levi Meir Clancy | Unsplash

Die Schreinerei

Jeder Burgherr, der etwas auf sich hält, benötigt einen guten Schreiner. Immerhin wollen die Räumlichkeiten der Burg ordentlich ausgestattet werden. Außerdem wächst die Vorburg immer weiter und auch die Ritter und Bewohner*innen benötigen Möbel und Einrichtung. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Vorburg von Burg Blaustein immer mehr mit Aufgaben betraut wird und der Burg zuarbeitet. Sei es durch die Stallungen, die sich um die Pferde kümmern, den Rüstmeister, der die Ritter ausstattet, das kleine Wachhäuschen oder nun eben den Schreiner. Sie alle finden Platz in der dicht besiedelten Vorburg.

Die Schreinerei hat knapp 2000 Teile und kommt, wie das Palisadentor, ohne Bauschrittunterteilung. Das heißt, man hat die 2000 Teile vor sich auf dem Tisch liegen und fängt an zu bauen. Ich mag das ganz gerne. Besonders wenn es überschaubar ist. Größere Sets baue ich mittlerweile lieber in Bauschritten. Zum einen, weil der Esstisch nicht über Tage mit Klemmbausteinen voll ist, und zum anderen, weil ich mir den Bau besser einteilen kann. Doch die Teileanzahl der Schreinerei eignet sich noch sehr gut, um alles vor sich zu haben. Und es sind viele kleine Teile dabei. Das ermöglicht, ein sehr detailliertes Inneres zu bauen.

Erneut beweist BlueBrixx mit diesem Set, dass sie verstanden haben, wie man gute Gebäude baut. Sei es einfach nur die Konstruktion der Wände, wie die einzelnen Räume aufgeteilt sind oder wie die Stockwerke ineinandergreifen. Ich entdecke beim Bau immer wieder Details, die mir ein Lächeln abringen und Freude machen. Es steckt ein Anspruch hinter diesen Bauten. Ein Anspruch an Glaubhaftigkeit und an einen Realitätsbezug. Die Gebäude hätten so irgendwo stehen können. Mit der Zeit lernen die Produktentwickler*innen immer mehr dazu und man merkt, sie werden besser. Das ist schön zu beobachten.

Die Schreinerei erweitert nur zu einem kleinen Teil die Palisade um die Vorburg herum. Das Gebäude selbst steht frei. Dadurch wird der Platz in der Mitte etwas gefüllt. Mir gefällt Burg Blaustein (inklusive Vorburg) in der aktuellen Ausbaustufe äußerst gut. Alles erfüllt einen Zweck und greift nahtlos ineinander. Fürs Erste soll es das auch gewesen sein (außer die kommenden Erweiterungen der Burg), denn die Tischplatte, die ich mir vor ein paar Monaten extra für die Burg besorgt habe, gelangt an ihre Grenzen. Nun kann ich erst einmal abwarten und beobachten, was noch so auf uns zukommt, bevor die Platte erweitert wird.