
Donnerstag, alte Texte, »Everything X-Men«, Textreihe aus meinem Medienwissenschaftsstudium, X-Men-Comics, aber auch andere Dinge wie die Animationsserie und so weiter. Ihr kennt das Spiel. Und wie immer gilt, dass ich die Texte ursprünglich auf Englisch schrieb, sie aber heute auf Deutsch präsentieren möchte. Deshalb habe ich den Text mit DeepL initial übersetzt und schließlich noch redigiert.
Jetzt, da ich vier Texte, die ich über die Animationsserie schrieb, übersetzt, korrigiert und teils umformuliert habe, muss ich ein paar Gedanken dazu loswerden. Mir fällt besonders bei diesen Episodenbesprechungen auf, dass ich damals nicht gerade konsequent war, wenn es um die Struktur der Texte geht. Denn teils findet man in Absätzen Sätze, die nichts mit dem gerade besprochenen Thema zu tun haben. Ich erwähne eine Idee, Theorie oder einen Gedanken, den ich beim Anschauen der Episode hatte, gehe allerdings nicht wirklich darauf ein. Erst dachte ich, das hängt mit der Übersetzung zusammen, aber auch im englischen Original finden sich entsprechende Stellen. Das hätte ich eindeutig besser machen können.
Wie bei den Besprechungen der Comics behandle ich so manche Themen nur oberflächlich oder schneide sie an. Das ist auch dem Format geschuldet und der Zeit, die ich für die Texte hatte. Aber bei den Episodenbesprechungen ist dieser Makel besonders ersichtlich. Aber bald haben wir es geschafft. Nächste Woche steht die fünfte und letzte Besprechung der Animationsserie an.
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Staffel 1, Folge 4: Tödliche Wiedersehen
Writer: Don Glutt
Story Editor: Eric Lewald
Story Consultant: Bob Harras
Supervising Producer: Will Meugniot
Line Producer: Larry Houston
Erstausstrahlung: 23. Januar 1993
Zusammenfassung (von IMDB): Professor Xavier und Magneto stehen sich zum ersten Mal seit Jahren wieder gegenüber, während Wolverine und Sabretooth ebenfalls aufeinandertreffen. Professor Xavier versucht, Sabretooths Gedanken zu lesen, um dessen Wutprobleme zu verstehen. Nachdem sein letzter Terroranschlag gescheitert ist, plant Magneto einen neuen, um Xavier aus der Deckung zu locken. Sabretooth und Wolverine stehen sich im Kriegsraum der Villa gegenüber.
Wisst ihr, was mir an den X-Men-Comics gefällt? Es ist klar festgelegt, welche Kräfte jeder im Team hat. Auch wenn es manchmal so aussieht, als könnten sie mehr tun. Zum Beispiel könnte Kurt mit seiner Teleportation fast jeden einzelnen Kampf dominieren. Dennoch bekommt man eine gute Vorstellung von ihren Fähigkeiten und wie sie diese einsetzen können – inklusive Einschränkungen und Konsequenzen. Dies scheint bei der TV-Serie leider nicht der Fall zu sein. Zugegeben, Cyclops, Jubilee, Rogue, Storm, Wolverine und Sabretooth sind ziemlich gut etabliert. Man weiß, was sie können. Bei Magneto und dem Professor bin ich mir jedoch nicht so sicher.
Hinzu kommt, dass es manchmal so wirkt, als würde die Geschichte die Charaktere steuern und nicht umgekehrt. Das unterwandert in manchen Situationen die natürliche oder logische Entwicklung von Charakteren und die Abläufe von Situationen. Nehmen wir zum Beispiel die erste Szene. Der Professor versucht, in Sabretooths Gedanken einzudringen, um die Gründe für dessen Wut herauszufinden. Diese telepathische Verbindung wird zwar seltsam, aber unterhaltsam dargestellt. Man bekommt durch vage Vorstellungen und Bilder eine Idee davon, was in Sabretooths Kopf vor sich geht.
Das Einzige, dessen man sich sicher sein kann, ist die Beteiligung von Wolverine. Dann kommt ein Moment, in dem Sabretooth den Professor aus seinem Geist verbannen kann. Der Professor wird von Sabretooth mental besiegt. Sollte Xavier nicht der mächtigste Telepath sein? Es wirkt uninspiriert. Interessanterweise wirkt Xavier später in der Folge übermächtig, wenn er sich einem Duell mit Magneto stellt. Aber darauf komme ich gleich noch zu sprechen.
Zunächst sehen wir, wie Magneto seinen nächsten Angriff plant. Er plant, an einem Ort zuzuschlagen, an dem sich viele Homo sapiens aufhalten. Ein Ort, den der Professor vielleicht nicht erwartet. Aus irgendeinem hinterhältigen Grund wählt er Metro Chemicals. Ich schätze, die großen Städte der Welt, in denen Gebäude teilweise aus Stahl und Metall bestehen, kamen nicht infrage. Vielleicht war gerade Urlaubszeit. Wie auch immer, er greift die Fabrik an und Cerebro informiert die X-Men sofort über den Angriff. Cerebro ist jetzt auch ein digitaler Assistent. Ähnlich wie wenn man Siri sagt, dass man benachrichtigt werden möchte, sobald jemand seinen Standort ändert.
Diesmal begleitet der Professor seine ehemaligen Schüler*innen, was an dieser Stelle ein logischer Schritt ist, da sie Magneto beim letzten Mal kaum abwehren konnten. Obwohl der Kampf faszinierend anzusehen ist und wir einen Einblick in Storms Vergangenheit erhalten, wirft die Situation viele Fragen auf. Eine davon lautet: Warum kann Magneto Cyclops’ Laserstrahlen ablenken? Das wirkt einfach weit hergeholt.
Was mir an dieser Szene jedoch gefällt, ist die Tatsache, dass Rogue zur Abwechslung einmal Cyclops retten muss. Er wurde ziemlich schnell besiegt, und sie muss ihn wiederbeleben. Dadurch erhält sie die Kräfte von Cyclops und beginnt, Laserstrahlen aus ihren Augen zu schießen. Leider kommt sie nicht selbst auf die Idee, einfach ihre Augen zu schließen – dasselbe, was Cyclops seit Jahren macht, wenn er seinen Visor abnimmt. Cyclops muss ihr das sagen. Seht ihr – Cyclops wurde gerade von einer Frau gerettet. Das kann man so nicht stehen lassen, also muss er ihr nun ebenfalls helfen. Immerhin darf seine Männlichkeit nicht gefährdet werden. Das können wir schließlich nicht zulassen. Es handelt sich um Cyclops, einen männlichen Mann. Mehr Power! Genug Sarkasmus …
Das „Duell“ zwischen Magneto und Xavier könnte kaum besser sein. Irgendwie gelingt es Xavier, in Magnetos Gedanken einzudringen. Warum ist das ein Problem? Weil Magneto seinen Helm trägt. Warum trägt man dieses lächerlich aussehende Ding überhaupt, wenn es einem überhaupt nichts nützt? Zugegeben, zusammen mit dem Rest des Kostüms bleibt dieser ikonische Look cool. Also wird Magneto wieder besiegt, weil es die Handlung so verlangte, und alle gehen nach Hause und trinken Kaffee. Nein, im Ernst, sie gehen in ihr Hauptquartier und trinken Kaffee.
Warum sollten sie auch nach Jubilee sehen? Sie bewacht doch nur Sabretooth. Den beiden geht es gut. Und Wolverine? Warum nach ihm suchen – dummer Wolverine. Vielleicht jagt er gerade ein paar Rehe in Kanada. Ihm geht es sicher auch gut. Natürlich ist nichts in Ordnung. Sabretooth hat Jubilee dazu gebracht, ihm zu helfen, Wolverine hat darauf gewartet, und jetzt kämpfen sie. Die anderen hören das Chaos, betreten den Kriegsraum, wo der Kampf stattfindet, und geben aus irgendeinem Grund Wolverine die Schuld an allem.
Teamkollegen. Vertrauen. Im Zweifelsfall nicht dem kriminellen Glauben schenken. Das sind alles überbewertete Konzepte. Am Ende entkommt Sabretooth, Wolverine ist schwer verletzt (ich schätze, sie haben seinen Heilungsfaktor vergessen). Magneto steht derweil am Rand einer Klippe und schmiedet Intrigen, und der Professor hat sich als Trottel erwiesen.
Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, was ich von dieser Serie halten soll. Ich meine, es macht Spaß, einmal im Monat darüber zu schimpfen, aber ich wollte diese Serie eigentlich wirklich mögen. Die Comics sind großartig, die meisten Filme sind großartig, und ich hatte gehofft, eine TV-Serie zu sehen, die die Idee der X-Men weiterentwickelt. Aber bisher ist es eine trashige Serie mit Charakteren, deren Fähigkeiten und Aussehen mich an Figuren aus einem Comic erinnern, aber damit hört die Ähnlichkeit auch schon auf. Ich hoffe, beim nächsten Mal geht es etwas positiver weiter.
