Ordnung im Kartenchaos

Wie behält man den Überblick über die eigene Kartensammlung? Am Anfang denkt man sich vielleicht noch: Das wird schon klappen. Man legt in einem entsprechenden Behältnis ein paar Fächer und Unterteilungen an. Diese sind auch hilfreich. Es kommt allerdings der Punkt, an dem die Karten überhandnehmen und man ein besseres System braucht. Besonders wenn man gerne Booster öffnet und nicht nur Einzelkarten kauft, sorgt der Bulk dafür, dass die Sammlung schneller wächst als Unkraut im Garten. Damit man allerdings nicht mit der Heckenschere durchgehen muss, um dem Auswuchs Herr oder Frau zu werden, gibt es ein paar Apps, die hilfreich sein können.

Als mein Fokus noch stärker auf Yu-Gi-Oh! lag, habe ich mich für die App von Dragon Shield entschieden. Dragon Shield bietet verschiedene TCG-fokussierte Apps an, unter anderem für Pokémon, Magic und eben Yu-Gi-Oh!. Der Scanner funktioniert zuverlässig und man kann viele Karten auf einmal abarbeiten. Außerdem praktisch ist die Export-Funktion. Damit kann man sich in einer Tabellenkalkulation der Wahl eine schier endlose Liste an Karten anlegen. Da mein Fokus aktuell weniger auf Yu-Gi-Oh! liegt und auch nicht so schnell wieder dorthin wechseln wird, habe ich die App schon länger nicht mehr verwendet. Um ein Backup der Daten zu haben, exportierte ich mir die Sammlung vor einiger Zeit und habe sie auf meiner iCloud abgelegt. Dort wartet sie nun geduldig.

Für Pokémon gibt es ebenfalls verschiedene Apps, die man verwenden kann. Ich habe mich für Dex entschieden. Die App ist auf Pokémon spezialisiert und bietet einige nützliche Funktionen. Wenn man alle Funktionen nutzen möchte, muss man zwar eine Handvoll Euro pro Monat einwerfen, aber das ist die App durchaus wert. Der Preis ist nicht übertrieben, und dafür, dass sie regelmäßig Updates bekommt, ist das in Ordnung. Der Scanner ist zwar manchmal nicht ganz so zuverlässig, genauer gesagt will er manche Full-Art-Karten einfach nicht erkennen, aber das sind Einzelfälle. Gewöhnungsbedürftig ist auch, wie man die Rarität der Karten auswählt, sei es Holo, Reverse-Holo oder eine andere spezielle Form der gescannten Karte. Nach ein paar Scans und Versuchen ist man aber schnell drin.

Am praktischsten finde ich die Ordner-Funktion. Man kann sich eigene Ordner anlegen und eine gescannte Karte direkt beliebig vielen Ordnern zuweisen. So spart man sich umständliche Umwege. Zum anderen gibt es smarte Ordner. Diese nutze ich vor allem, wenn ich Karten von bestimmten Künstler*innen sammeln möchte. Dadurch lässt sich ein guter Überblick gewinnen.

Es gibt auch diverse vorgefertigte Ordner, etwa für alle Amazing Rares oder Rainbow Rares. Wenn man diese Ordner in der eigenen Übersicht ergänzt, kann es manchmal etwas dauern, bis sie mit dem eigenen Kartenbestand synchronisiert werden. Ein Ordner macht bei mir weiterhin Probleme, etwa der Rainbow-Rares-Ordner. Aber das wird sicherlich mit einem der nächsten Updates besser.

Ein Überblick über die eigene Kartensammlung ist ab einem gewissen Umfang nicht mehr nur optional, sondern notwendig. Die genannten Apps funktionieren für mich wunderbar. Natürlich gibt es noch weitere, die man nutzen könnte, etwa Collectr für den Marktwert. Dort würde man also die wertvollsten Karten einscannen, um diese im Blick zu behalten. Aber das ist mir aktuell nicht allzu wichtig. Ich möchte eher eine schöne, kuratierte Sammlung aufbauen. Dabei unterstützt vor allem Dex außerordentlich gut.