Konzentriert an einem Projekt arbeiten

Ich bereite gerade mein größtes Projekt vor, das 2027 täglich in diesem Blog erscheinen wird. Über die Jahre, seit ich mich an verschiedensten Blogs ausprobiert oder beteiligt habe, gab es so einige größere Projekte. Sei es im vergangenen Jahr der »MCU Rewatch«, »Everything X-Men«, eine Reihe, die ich ursprünglich fürs Studium geschrieben habe, oder sonstige Kolumnen – manche sind auf der Homepage verlinkt. Doch das wird bislang das ambitionierteste. Ein Jahr lang wird der Blog von einem zentralen Thema dominiert. Da ich mir allerdings den Druck wegnehmen möchte, bereite ich es schon seit Juni vor, recherchiere, schreibe Texte und so weiter. Es stellt sich ein gewisser Flow ein.

Ich mag das. Sich jeden Abend hinzusetzen und einem Thema konzentriert Zeit und kreative Energie zu geben, macht unheimlich viel Spaß. Es hilft mir allerdings nicht, wenn ich 50 Texte für das kommende Jahr geschrieben habe, wenn parallel der tägliche Blog weiterlaufen soll. Wie löst man also dieses Dilemma? Richtig: Man schreibt einfach noch mehr und baut sich auch für das laufende Jahr einen Puffer an Texten auf. Deshalb habe ich mir in den vergangenen Wochen und Monaten langsam einen immer größeren Puffer an Texten aufgebaut und bin jetzt bei etwa einem Monat Vorlaufzeit. Das ist sehr angenehm. Denn wenn ich wirklich in einem schönen Flow drin bin, was das kommende Projekt anbelangt, kann ich mich darin für eine, zwei oder auch drei Wochen verlieren und muss keine Gedanken an die täglichen Texte verschwenden.

Ideen für Texte kommen mir ohnehin regelmäßig. Diese schreibe ich mir auf und »arbeite« sie an einem Abend oder am Wochenende ab. Das sagt nichts über die Qualität dieser Texte aus und bedeutet auch nicht, dass ich sie einfach nur hinklatsche, damit eben irgendwas im Blog veröffentlicht wird. Ich mache mir natürlich Gedanken. Aber das Kernthema des Blogs ist ja alles und nichts, Alltagsbeobachtungen und spontane Gedanken. Das geht (hoffentlich) nicht verloren. Ich schätze es allerdings sehr, mir den Luxus leisten zu können, konzentriert an etwas zu arbeiten, mich nicht ablenken zu lassen und zu wissen, dass der Puffer an Texten existiert und vorbereitet ist.

Denn es kommt sicherlich auch wieder eine Phase, in der ich dem Projekt – nennen wir es fortan »Operation Strohbau« – weniger Zeit widmen kann oder möchte und stattdessen wieder mehr Warhammer-Figuren bemale oder Pokémon-Karten recherchiere. Sich treiben zu lassen und Gelegenheiten zu erkennen und zu nutzen, ist wohl eine Fähigkeit, die man sich angewöhnen sollte. Sie nicht vorbeiziehen zu lassen, sondern zu packen und erst wieder loszulassen, wenn man sichergehen kann, alles aus ihnen herausgeholt zu haben. Wie ein YouTuber, den ich vor kurzem entdeckt habe, zu sagen pflegt, in Anlehnung an Dark Souls: »Don’t you dare go hollow.« Aber dazu ein anderes Mal mehr.