Eigentlich wollte ich 2012, oder war es 2013, nur meiner Leidenschaft für Comics Ausdruck verleihen. Daraus entstand schließlich die Idee meines ersten Blogprojekts: Geek-Planet. Diesen Blog habe ich regelmäßig mit Inhalten gefüllt. Ich schrieb stets aus Leidenschaft und nicht, um eine Leserschaft zu bekommen. Das wäre natürlich cool gewesen, aber wenn ich es nur deshalb gemacht hätte, wäre es wahrscheinlich ein sehr kurzfristiges Projekt geworden. Die ursprüngliche Idee von Geek-Planet war sogar sehr spezifisch: »Ultimate Spider-Man« zu lesen und darüber zu berichten. Doch da ich natürlich sehr viel mehr Comics las als nur Spider-Man, wuchs auch mein Interesse daran, über diese anderen Geschichten zu schreiben.
Es folgten Texte über alle möglichen Comics, zu Filmen, Serien, Büchern, allgemeinen Themen, Essays und mehr. Viele Jahre habe ich diesen Blog betrieben und über 300 Texte dafür geschrieben. 2015 hat sich dann der Fokus etwas geändert. Während des Studiums habe ich über einen Podcast erfahren, dass ein Blog namens RoguesPortal ins Leben gerufen wurde und sie Freiwillige suchten. Ich habe die Gründerin der Seite angeschrieben und konnte wenig später auch schon im Team mitwirken. Drei Jahre habe ich mitgemacht und einiges ausprobieren dürfen. Beide Blogs gibt es allerdings nicht mehr. Ich versuche, die alten Texte hier wiederzuveröffentlichen, in einer Art »Throwback Thursday«. Bis ich alle alten Texte nachgeholt habe, wird es noch etwas dauern.
Nachdem ich mich von RoguesPortal verabschiedet hatte, bedingt durch meine damals angeschlagene mentale Gesundheit und einen neuen Job, habe ich erst einmal aufgehört zu schreiben. Komplett. Später hat es mich dann wieder gereizt, ein neues Projekt anzufangen. Ich wusste aber weder was noch wie und hatte allgemein wenig Plan. Bis ich das Buch »Storyworthy« von Matthew Dicks gelesen habe. Dieser betreibt seit vielen Jahren einen täglichen Blog und schreibt über sein Leben, Erfahrungen, was ihm so unterkommt – alles Mögliche eben. Außerdem hat er die Technik »Homework for Life« ins Leben gerufen, bei der man in einer simplen Tabelle jeden Tag erinnerungswürdige Erlebnisse festhält. Und ja, man findet wirklich jeden Tag etwas. Seitdem betreibe ich nicht nur »Homework for Life«, wobei ich das etwas früher begonnen habe, sondern auch diesen täglichen Blog hier.
Ich mache das allerdings nicht nur, weil ich gern schreibe, sondern weil ich Erinnerungen, Gedanken, Ideen, Begegnungen, Erlebnisse und mehr festhalten will. Egal, ob hier im Blog, per »Homework for Life« oder per Tagebuch. Zeit wird zähflüssiger, wenn man tagtäglich festhält, was man erlebt. Erinnerungen festigen sich. In Tagebüchern oder Blogbeiträgen zurückzublättern, ist großartig. Manchmal reicht ein Wort und eine ganze Flut an Erinnerungen kommt wieder hoch. Nicht jeder muss einen täglichen Blog betreiben, aber »Homework for Life« kann ich nur wärmstens empfehlen. Es wird immer wieder gejammert, dass die Zeit doch so schnell vergeht. Wenn man jeden Tag Erinnerungswürdiges sucht, findet und festhält, egal wie banal es klingen mag, wird unser zukünftiges Ich es uns danken.
Warum ich schreibe? Für mein zukünftiges Ich und weil es verdammt viel Spaß macht. Ich wüsste nicht, was ich tun würde, wenn ich nicht mehr schreiben könnte.
