Ich habe mir tatsächlich einen Drucker gekauft. Im Jahre des Herrn 2026 kaufe ich mir einen Drucker. Ich hätte mit viel gerechnet, aber das stand für dieses Jahr wirklich nicht auf meiner Bingokarte. Aber Dinge ausdrucken zu können, ist einfach toll. Besonders seit ich mich intensiver mit der Entwicklung einer umfangreicheren Geschichte beschäftige. Charaktere wollen erschaffen, Orte definiert, metaphysische Phänomene erklärt und Welten ausgearbeitet werden. Besonders möchte ich aber mein zu Papier Gebrachtes auch tatsächlich auf Papier durchlesen. Man kann sich besser Notizen machen, Korrekturen aufschreiben und Stellen anstreichen. Papier ist eben unschlagbar. Dieses Gefühl kann nicht von einem iPad oder anderen Tablet nachgeahmt werden. Doch welchen Drucker kauft man sich?
Ich habe mich schlussendlich für einen Epson EcoTank ET-2951 entschieden. Dabei handelt es sich um einen Tintentankdrucker. Kannte ich vorher noch gar nicht. Der Vorteil dieser Drucker ist, dass man sich keine überteuerten Druckerpatronen kaufen muss, die viel zu wenig Tinte beinhalten für das, was sie kosten. Außerdem sind sie in der Entsorgung eher schwierig, weil sich darin alles Mögliche an Technik und Materialien befindet. Das Problem hat man bei Tintentankdruckern nicht. Ein komplettes Viererset (Schwarz und C, M, Y) kostet im Handel gerade unter 40 €. Damit kann ich Tausende Seiten drucken. Das Nachfüllen ist erstaunlich simpel, wie ich bei der Einrichtung feststellen durfte, und am Ende hat man „nur“ etwas Plastikmüll.
Mit den ersten Ergebnissen bin ich äußerst zufrieden. Ich habe nicht den Anspruch, perfekte Fotos drucken zu können. Diese bestelle ich online oder drucke sie mir im nächsten dm aus. Ich möchte aber Dokumente gut drucken können. Das funktioniert einwandfrei. Ich habe mir zudem spezielleres Papier besorgt. Eine 90-g/m²- und eine 100-g/m²-Variante. Bei diesen Papiersorten scheint bei doppelseitigem Druck weniger durch und es macht allgemein einen wertigeren Eindruck. Außerdem werden Notizen und Markierungen ebenso wenig auf der anderen Seite sichtbar.
Die Einrichtung war allerdings interessant. Man lädt sich die Epson-App herunter und startet darüber den Einrichtungsassistenten. In einer Art Chatfenster wird man durch die einzelnen Schritte geleitet. Als Erstes natürlich das Einfüllen der Tinte. Daraufhin beginnt ein längerer Initialisierungsprozess, währenddessen man das WLAN einrichtet. So weit, so unspektakulär. Jedoch ist das Eingeben des Passworts für die WLAN-Verbindung nicht gerade einfach. Erst wird man gefragt, mit welchem WLAN sich der Drucker verbinden soll. Die App schlug gleich die richtige Verbindung vor. Ich bestätigte. Die App fragte, ob ich das Passwort habe. Ich bestätigte. Die App sagte mir, dass sich das Passwort meist auf der Rückseite des Routers befindet. Ich bestätigte. Die App stellte klar, dass manchmal die Symbole nicht eindeutig zuzuordnen sind. Ich bestätigte. Erst nachdem ich vier oder fünf Aussagen der App bestätigt hatte, durfte ich endlich das Passwort eingeben. Welche Anrufe beim Support haben zu diesem Wahnsinn geführt? Entschlackt bitte diesen Prozess. Außerdem kann man nicht aus der App gehen, das WLAN-Passwort kopieren und wieder zurück zur Epson-App, ohne den Vorgang noch einmal durchzumachen. Epson, bitte verbessert das.
Ansonsten lief die Einrichtung problemlos durch. Einmal musste ich den Drucker neu starten, weil ein Fehler auftauchte, das war aber nichts Dramatisches. Seither druckt er vor sich hin. Die Ergebnisse sind zufriedenstellend und ich habe mir den Drucker während der Cashback-Aktion von Epson gekauft. Das heißt, im Idealfall bekomme ich etwas Geld zurück. Erst hatte ich mir überlegt, den etwas besseren, aber teureren ET-4950 zu kaufen. Die Druckqualität wäre jedoch nicht wirklich besser gewesen, sondern es wären nur ein paar Features dazugekommen, die ich nicht brauche. Der 2951 reicht für meine Ansprüche.
