Die bessere Interpretation

Ich hatte letztens darüber geschrieben, dass ich mir ein paar The Voice Zusammenschnitte auf YouTube angesehen habe (Sing). Diese Phase ist zwar längst wieder vorbei, aber es hatte einen netten Nebeneffekt. Denn von den Kandidat*innen bin ich zu Zusammenschnitten der Jury gekommen. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei anderen Castingshows ebenfalls so ist, aber bei The Voice singen auch die Jurymitglieder. Sie geben nicht nur ihre eigenen Songs zum besten, sondern covern auch andere. Das finde ich sehr sympathisch. Nicht nur im bequemen Stuhl sitzen und über andere urteilen, sondern zeigen, wie es geht.

Jedenfalls bin ich dann davon zu einer YouTuberin gekommen, die Sänger*innen analysiert (der Channel heißt »The Charismatic Voice«). Die Dame hat nicht nur eine entsprechende Ausbildung, sondern war über ein Jahrzehnt als Opernsängerin tätig, was ihr durchaus einiges an Glaubwürdigkeit und Fachwissen verleiht. Ich habe mir drei Videos von ihr angeschaut, in denen sie Linkin Park analysiert. Genauer gesagt, Chester Bennington. Sehr empfehlenswert und man entwickelt nur noch mehr Respekt für ihn und andere große Talente. Das hat dann zu einem Live-Auftritt von Linkin Park geführt, den sie 2011 bei iTunes Festival abgehalten haben.

Schon interessant, wie man auf YouTube von einem Eck ins nächste befördert wird. Aber eben alles innerhalb einer Nische oder eines gewissen Genres. Und ich mag es gerne, Analysen von Dingen zu schauen und zu verstehen, warum etwas so funktioniert oder so ist, wie es nun einmal ist. Sänger*innen zum Beispiel, wie eben Chester Bennington es war. Er war unfassbar gut und hat mit so viel Gefühl und Inbrunst gesungen, wie es kaum einen Zweiten gibt. Aber wie hat er das geschafft und was steckt dahinter? Was macht das mit einer Stimme? Das war sehr interessant zu hören. Über Stimmbändern und Atmung und so weiter.

Das bringt mich jetzt aber endlich zu meinem Punkt: Chester Benningtons Auftritt bei besagtem Festival. Dort covert er von Adele, Rolling in the Deep. Einer meiner Lieblingssongs von Adele. Zumindest bis ich die Version von Chester Bennington gehört habe. Ich habe das Video unten verlinkt. Wenn man einmal diese Version gehört hat, gibt es keine andere mehr. Nur Chester Bennington, begleitet von einem Piano. Da kommt Adele für mich nicht heran. Skyfall und ihre zahllosen anderen Songs sind immer noch grandios und auf einem anderen Level als viele andere. Ich höre sie weiterhin sehr gerne. Rolling in the Deep ist für mich allerdings nun Chester Benningtons Song. Seine Interpretation des Songs erreicht emotionale Ebenen, die ich so nicht erwartet habe.