Black Library App

Vor ein paar Wochen veröffentlichte Games Workshop ein großes Update für Black Library. Hier handelt es sich um den hausinternen Verlag, unter dem Hunderte Bücher zu »Warhammer 40k«, »The Horus Heresy« oder den Fantasy-Welten von Warhammer veröffentlicht wurden und werden. Bisher war es so, dass man sich die Bücher, hauptsächlich die E-Books, auf deren Webseite kaufen konnte und eine EPUB-Datei erhielt. Diese konnte man auf der App oder einem Gerät der Wahl lesen. Diese Zeiten sind nun allerdings vorbei. Mit dem großen Update und der kompletten Überarbeitung des Angebots gibt es das nicht mehr. Auf der Webseite kann man sich nur mehr Leseproben herunterladen. Alles andere macht man jedoch über die neue App.

Das heißt: keine EPUBs, keine Offline-Bibliothek und kein eigenes Verwalten der Bücher. Was sich Games Workshop davon verspricht, ist mir nicht ganz klar. Denn dadurch, dass man sich die Dateien herunterladen und frei verwalten konnte, hatten sie ein Alleinstellungsmerkmal. Kein lästiges DRM oder sonstiger Blödsinn, der es Käufer*innen digitaler Inhalte dieser Tage sehr schwer macht. Aber man will ja nicht von vornherein negativ sein. Vielleicht ist die neue App und Herangehensweise gar nicht so schlecht. Es ist natürlich sehr schade, dass man die Dateien nicht mehr bekommt und gezwungen ist, die offizielle App zum Lesen der Bücher zu verwenden. Das ist ein großer Einschnitt. Warum man die Dateien nicht mehr bekommt, ist nicht ganz nachvollziehbar. Vielleicht möchten sie Piraterie einschränken. Ich glaube jedoch nicht, dass sie dies erreichen, indem sie mehr Einschränkungen einführen. Vielleicht kommt noch ein Abo-Modell à la Kindle Unlimited, was ich äußerst sympathisch fände.

Ich habe mir bisher die wenigen Bücher von Black Library, die ich gelesen habe, als physisches Medium gekauft. Aber seit ich den Boox-E-Reader habe, lese ich sehr viel mehr auf dem tollen kleinen Gerät. Natürlich musste ich mir auch die neue Black-Library-App darauf installieren und sehen, ob die etwas taugt.

Die App an sich ist noch sehr rudimentär. Es gibt quasi keine Einstellungsmöglichkeiten. Die Schriftenauswahl im Reader der App ist auf das Mindeste reduziert. Es gibt ganze vier Schriften, unter denen man auswählen kann, aber immerhin ist eine für Dyslexiker. Dann kann man noch die Schriftgröße einstellen. „Helligkeit“ macht auf dem Boox nichts, zumindest habe ich noch nicht herausgefunden, was diese Einstellung bewirkt. Abstände oder dergleichen kann man nicht verändern, was ich äußerst schade finde. Außerdem gibt es keine Einstellung, die es erlaubt, die Volume-Tasten zum Umblättern zu verwenden. Ich hoffe, dass die Funktionalitäten der App noch deutlich ausgebaut werden. Wenn sie die Menschen motivieren wollen, ihre App zu verwenden, müssen sie eine wirkliche Konkurrenz zu den beliebten E-Reader-Apps werden.

Ansonsten gibt es über die App nicht viel zu sagen. Man kauft die Bücher direkt in der App und hat die Möglichkeit, Hörbücher darüber anzuhören. Wenn man sich bis Ende April anmeldet, bekommt man zudem ein paar Bücher gratis, was kein schlechtes Angebot ist, um reinzuschnuppern. Ob der Umstieg wirklich notwendig war, sei einmal dahingestellt. Mich würde auf lange Sicht interessieren, ob das ihren Umsätzen gutgetan hat oder ob die Leute nun eher alternative Quellen suchen. Im zweiten Fall müssen sie sich etwas einfallen lassen. Die App kann man beibehalten und weiter ausbauen, nur die EPUB-Dateien herunterladen zu können, wäre eine wünschenswerte Rückbesinnung auf ihre Wurzeln. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, wo die Reise hingeht.