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Naturgewalten

Diese Woche gab es so einige Sommergewitter, die es in sich hatten. Zum Glück sind wir bisher einigermaßen verschont geblieben von den zentralen Gewitterpunkten und haben meist die Ausläufer mitbekommen. Einer der heftigsten war am späten Dienstagabend. Wie es aussah, fanden die meisten Blitze in den Wolken statt und es wollte gar nicht mehr aufhören. Mehrmals pro Sekunde erhellten sich die Wolken, nur der Donner blieb lange Zeit aus.

Schließlich aber zog die Gewitterfront doch an uns vorbei und das Haus bebte regelrecht von den heftigen Blitzen. Es war geradezu gruselig, diese Szenerie zu beobachten. Dennoch wohnt so einem Gewitter stets eine morbide Faszination bei. Der Kraft der Natur ausgeliefert zu sein. Was auch immer passieren mag, passiert eben und man kann nichts dagegen tun. Wie bei der Sommerhitze und dem schwülen Wetter. Entweder man jammert und ergibt sich den Umständen oder man akzeptiert es und versucht sich so gut es geht daran zu gewöhnen.

In den vergangenen Jahren gab es schon immer Sommergewitter und sie gehören dazu. Doch ob sie so heftig und regelmäßig waren, wie es diesen Sommer der Fall ist, weiß ich nicht. Es scheint extremer zu werden. Wie auch die Stürme. Deshalb ist es mir immer noch ein Rätsel, wie wir ob dieser wahnsinnigen Naturgewalten immer noch darüber debattieren, ob Klimaschutz notwendig ist und ob wir nicht schon genug machen. Sehenden Auges rennen wir wie die Lemminge auf eine Klippe zu. Nur kommt diese Klippe nicht plötzlich und unerwartet.

Nein, sie kündigt sich an. Über Jahrzehnte hinweg bereits kündigt sie sich an. Und wir stehen begeistert daneben und beobachten die faszinierenden Blitze und Donner eines erstaunlich intensiven Sommergewitters. Bis wir irgendwann nicht mehr nur daneben stehen, sondern selbst betroffen sind, von den Naturgewalten, die auf uns einprasseln.

Pesto

Zufällig bin ich bei einem meiner letzten Einkäufe auf ein Knoblauchpesto gestoßen. Normalerweise bin ich nicht so der Pesto-Esser, aber das hat mich dann doch interessiert. Für alles gibt es eine Einstiegsdroge und für mich scheint es das Knoblauchpesto gewesen zu sein. Von dem war ich nämlich ziemlich angetan. Außerdem sind Pesto nicht auf die Verwendung in Kombination mit Pasta beschränkt, sondern können auf eine vielfältige Weise Anwendung finden. Beispielsweise bei einer guten Jause, auf ein frisches, leckeres Baguette.

Was ich mittlerweile auch gerne mache, ist, das Pesto auf eine Pizza zu streichen. Erst kommt natürlich der Pizzateig, darauf dann gleich das Pesto und dann die Tomatensoße. Besonders das Knoblauchpesto verleiht der Pizza einen gewissen Kick und passt wunderbar dazu.

Letztens, bei meinem Wocheneinkauf, habe ich wieder nach dem Knoblauchpesto gesucht, wurde aber leider nicht fündig. Ich war in einem anderen Supermarkt unterwegs, das erschwert die Suche dann natürlich immer etwas. Vor allem, wenn man etwas ganz bestimmtes sucht, wird man häufig nicht fündig. Jedenfalls bin ich dann auf ein Knoblauch-Olivenöl-Chili-Pesto gestoßen. Anhand dessen habe ich festgestellt, dass die Pestos mit Olivenöl am besten schmecken. Das wäre mein einziges Manko an dem vorherigen: das Sonnenblumenöl. Es ist nicht schlecht, aber über ein gutes Olivenöl kommt eben doch nichts.

Das Pesto mit dem Chili habe ich dann auch in Kombination mit Feta-Käse probiert. Dazu etwas Frühlingszwiebel, fein geschnittenem Paprika und ein paar Tomaten – herrlich. Die Zusammensetzung aus Knoblauch und Chili ist wenig überraschend ziemlich scharf. Aber gelegentlich scharf zu essen ist sowieso nicht schlecht und ich mag das ganz gerne. Auch das Pesto eignet sich gut als Zusatz auf einer Pizza. Nur mit der Menge sollte man etwas haushalten.

Nonnberg

Am Wochenende, wie sollte es anders sein, war ich mal wieder in Salzburg unterwegs. Es war am Freitag gleich Mittag nach der Arbeit, da eine Führung im Kloster Nonnberg anstand. Eigentlich hatten wir diese Führung schon früher buchen wollen, aber diese war so überrannt, dass wir einen Ersatztermin bekommen haben. Die Führungen wurden von der SN organisiert, wenn ich das richtig verstanden habe und entsprechen beworben. Durchgeführt wurden diese allerdings selbstverständlich von den Schwestern dort selbst.

Es war im Prinzip eine drei-geteilte Führung und hat sich auf drei Räume des Klosters bezogen. Im ersten Teil haben sie uns die lange Geschichte des Klosters, kompakt zusammengefasst, erzählt. Immerhin besteht das Kloster Nonnberg bereits seit über 1.300 Jahren. Eine beachtliche Leistung, da es im Laufe der Zeit des Öfteren kurz vor der Schließung stand. Besonders interessant, abgesehen von der Geschichte selbst, war das Ambiente, wo diese zum Besten gegeben wurde.

Wir wurden am Anfang in die Gruft geführt, genauer gesagt dorthin, wo die Relikte der heiligen Erentrudis beigesetzt sind, die den Orden ursprünglich gegründet hat. Im Laufe der Erzählung stellte die Schwester immer wieder ihre Bedeutung für den Orden hervor und dass sie stets eine Rolle spielt. Wirklich erstaunlich. In der Gruft war es nicht nur angenehm kühl, sondern auch sehr dunkel. Es gab wenige kleine Fenster, durch die spärlich blendendes Licht herein strahlte. Der Rest lag vollkommen im Dunklen. So hat man die Schwester, die die Geschichte des Klosters erzählte, kaum gesehen, ebenso wenig die anderen Teilnehmer*innen. Ein paar Kerzen hätten zwar nicht geschadet, doch hatte es dort unten eine ganze eigene, mystisch-düstere Stimmung.

Im kurzen zweiten Teil wurde die Kirche selbst vorgestellt, ihre Altäre, wo die Schwestern ihren Gottesdienst abhalten und ein paar weitere Details zur Geschichte. Leider war dort die Akustik nicht ganz so gut. Deshalb sind wir dann rasch weitergegangen in den Chorraum. Dort wird jeden Tag mehrmals gebetet und gesungen – zum Teil sogar auf Latein und Gregorianisch.

Den dritten und letzten Teil übernahm eine andere Schwester. Sie hat uns den Alltag der Nonnen geschildert und Fragen beantwortet. Es waren sehr interessante Ausführungen. Zwar hat man den beiden Schwestern, die die Vorträge abhielten, angesehen, dass sie es nicht wirklich gewohnt sind, solange und vor Publikum zu sprechen, doch beide haben ihren Teil hervorragend gemacht. Die Struktur der Erzählungen und Schilderungen war toll und man hat beiden sehr gerne zugehört. Man merkte auch, dass das Interesse des Publikums groß ist.

Das liegt natürlich unter anderem daran, dass dies eines der ersten Male ist, dass tatsächlich öffentliche Führungen im Kloster stattfinden. Normalerweise sind die Nonnen sehr für sich und abgeschieden vom restlichen Treiben der Stadt. Doch durch die aktuellen Sanierungen benötigen sie Geld und Förderungen, da hilft es natürlich mehr Publicity zu machen. Ich finde das sehr gut und hoffe, dass in weiteren Führungen noch mehr Teile des Klosters vorgestellt und präsentiert werden. Immerhin ist es ein Teil der Salzburger Geschichte und es wäre schade, wenn es hinter den Mauern versteckt bleiben würde.

Mit dieser Führung erkennt man nun ebenso die Unterschiede zwischen den verschiedenen Orden. Seien es die St. Peter oder Kapuziner, alle haben ihren eigenen Rhythmus, ihren eigenen Auftrag, ihre eigene Daseinsberechtigung. Wobei mir das Vorgehen der Kapuziner fast am meisten zusagt, da sie sehr modern und weltoffen wirken. Wer die verschiedenen Klöster noch nicht kennengelernt hat, ich kann es nur empfehlen. Es ist ein faszinierender Blick in die Geschichte und in andere Lebensweisen.

Eine eigene Burgerweiterung

Demnächst erscheint von BlueBrixx die nächste Erweiterung für die Burg Blaustein. Es handelt sich dabei um die Münzturmerweiterung und ist nur die Erste von zwei kommenden Erweiterungen, die die Burg nochmal größer machen. Sie hat jetzt knapp über 22.000 Klemmbausteine und wird mit dem Münzturm um weitere 4.700 Teile anwachsen. Es ist ein wahrliches Monster und ich bestaune die Burg immer wieder. Es ist ein Klemmbausteinset, das es in dieser Weise kein zweites Mal gibt.

Doch eines hat mich seit der Saalbauerweiterung und dem Anbau der Hurde immer etwas gestört. Vor allem seit ich den mittelalterlichen Wohnturm daneben stehen habe (Mittelalterlicher Wohnturm). Der Bergfried wirkt etwas niedrig und klein. Deshalb wollte ich, bevor die nächste große Erweiterung ansteht, ein Stockwerk einziehen, um diesen wieder in voller Pracht über alles ragen zu lassen. Also habe ich die Burg so weit es geht auseinandergenommen und in der Küche auf dem Esstisch platziert. Da habe ich ausreichend Platz, um mich um dieses Bauvorhaben zu kümmern.

Zunächst musste natürlich die Entscheidung getroffen werden, wo dieses zusätzliche Stockwerk Einzug halten soll. Ich kam schnell zu dem Schluss, dass es am einfachsten ist, unter der Hurde, also dem Holzaufbau am Turm, ein zusätzliches Stockwerk einzuziehen. Mit jeweils einem zentralen Fenster auf jeder Seite, sodass es sich gut in die Optik des Turmes einfügt. Beim Bau bin ich dann darauf gekommen, dass ich mich um die herausnehmbare Seitenwand nicht kümmern muss. Es reicht vollkommen aus, ein abnehmbares, vollständiges Segment eines Stockwerks zu bauen.

Nach zwei Tagen, an denen ich abends immer etwas vor mich hingebaut habe, ist das Stockwerk nun errichtet. Dabei habe ich erst wirklich festgestellt, welches Talent hinter solch einem Bauwerk steckt. Ich bin eigentlich nicht derjenige, der sich eigene Bauwerke ausdenkt. Natürlich Kleinigkeiten, mal hier und dort, doch nichts in diesem Maßstab oder den Ausmaßen einer Burg Blaustein. Mit dem Endergebnis bin ich auch noch nicht zu 100 % zufrieden. Die Fenster passen noch nicht ganz dazu und es sind mir zu viele Reihen plates. Dabei sollten es öfter bricks sein. Aber das werde ich noch lösen.

Für die Rundungen der Fenster habe ich mir bei BlueBrixx entsprechende Steine bestellt. 100 Stück kosten gerade einmal knapp 5 €. Ich brauche zwar nur sechs davon, aber mir wird sicher etwas einfallen, was ich mit dem Rest machen kann. Immerhin will ich ein kleines Diorama passend zur Burg bauen. Damit die anderen Sachen, wie eben der Wohnturm, nicht nur auf dem Tisch stehen, sondern etwas Dekoration um sich haben. Aber ein erster Schritt ist getan und es ist einfach ein tolles Hobby.

Leider nicht mein Fuchs

Aktuell scheine ich kein Spiele-Glück zu haben. Damit meine ich nicht, dass ich es nicht durch die Level schaffe, es zu schwer ist, oder Pech hätte und dauernd von Klippen falle – was natürlich nie passiert, besonders bei Elden Ring nicht. Eher meine ich damit, dass ich kein Spiel finde, dass mich so richtig packt und mitreißt. Das letzte Spiel, dass das geschafft hat, nach besagtem Elden Ring, war Lies of P. Über Stellar Blade habe ich letztens schon ausführlich berichtet und warum es nicht mein Spiel ist. Heute geht es um Spirit of the North.

Ich hatte sehr viel Hoffnung in dieses kleine Indie-Spiel. Es sieht charmant aus und es dauert nur wenige Stunden, bis man durch ist. Eine nette Kleinigkeit für zwischendurch. Besonders weil man darin einen Fuchs spielt und im Klappentext stand, dass man es mit der nordischen Mythologie und Sagenwelt zu tun bekommt. Sich durch eine magische Welt bewegt. Alles optimale Vorzeichen für ein tolles Spiel; eigentlich. Was genau das Ziel ist, wusste ich nicht, aber es klang interessant und spannend.

Was Füchse anbelangt, habe ich vergangenes Jahr mit Endling – Extinction is Forever bereits hervorragende Erfahrungen gemacht. Es spielt in einer Post-Apokalyptischen Welt, was genau passiert ist, weiß man aber nicht. Auch darin spielt man eine Füchsin. Sie hat gerade Junge bekommen. Nun muss man sich um diese kümmern und sie versorgen, an sichere Orte bringen und den Menschen aus dem Weg gehen. Es kommt fast komplett ohne Dialog aus. Wie soll ein Fuchs auch sprechen? Ein tolles kleines Spiel, mit viel Herz.

So etwas habe ich mir nun von Spirit of the North erhofft. Doch leider fühlt es sich sehr uninspiriert und repetitiv an. Am Anfang sieht man einen Fuchs, der sich durch eine Schneelandschaft bewegt, über Berge rennt und scheinbar ein Ziel verfolgt. Schließlich erhalten wir die Steuerung und bewegen uns selbst durch diese Schneelandschaft. Am Himmel sieht man etwas rotes, bedrohliches Wabern. Wir bewegen uns scheinbar auf dieses Etwas zu, um die Welt davon zu befreien.

Auf dem Weg dorthin begegnen wir einem Geisterwesen, das ebenfalls wie ein Fuchs aussieht. Es führt uns und zeigt uns den Weg. Immer wieder findet man magische Stäbe von Schamanen, die man zu den Überresten besagter Schamanen bringt und so ihren Seelen die letzte Ehre erweist. Das kommt immer wieder vor und anfangs war es eine nette Idee. Aber jeder Stab und alle sterblichen Überreste sehen mehr oder weniger gleich aus und vollführen dieselben Gesten.

Ich hätte mir mehr Abwechslung und Einfallsreichtum erwartet. Wer waren diese Schamanen? Wie sind sie gestorben? Wie sind sie hierhergekommen? Außerdem ist es sehr leicht diese Stäbe zu übersehen. Dann findet man zwar die sterblichen Überreste, doch sucht vergebens nach dem Stab. Läuft man nun weiter, kommt man aber nicht mehr zurück. Bereits den zweiten Schamanen habe ich übersehen, was dann schon etwas frustrierend war.

Spirit of the North kommt ohne Dialoge aus und die Stunde, die ich gespielt habe, ohne Kampfsystem. Beides finde ich sehr charmant. Besonders das nicht kämpfen müssen ist zwischen soulslike Spielen sympathisch. Dafür löst man Rätsel. Leider tragen diese Rätsel das Spiel nicht wirklich. Das anfängliche lineare Level-Design öffnet sich abschnittsweise zu größeren Arealen, wo man einen Weg zum nächsten freischalten muss. Dafür bedient man sich Geisterblumen, die den Fuchs mit entsprechender Energie versorgen. Diese kann man dann einsetzen, um bestimmte Steine mit eingravierten Symbolen zu aktivieren und Wege freizuschalten oder Dinge zu aktivieren.

An sich eine nette Idee, aber das Holen der Energie, bei diesen blauen Blumen wird schnell mühsam. Zu einem früheren Zeitpunkt hat uns der Geisterfuchs das Leben gerettet und hat sich quasi mit uns verbunden. Wieso muss ich mich immer wieder aufladen, wenn ich doch den kompletten Geist dieses mystischen Fuchses übernommen habe? Eine andere Idee wäre es, dass ich allein schon beim. Vorbeigehen an den Blumen entsprechende Energie bekomme. Jedes Mal aber eine Geste auszuführen, wird schnell mühsam.

Und apropos repetitiv: Nachdem man das erste Mal durch Wasser geschwommen ist, schüttelt sich der Fuchs, um sich zu trocknen. Eigentlich ganz süß. Doch die Level sind des Öfteren mit viel Wasser ausgestattet und die Steuerung so unpräzise, dass man ständig nass wird. Die paar Sekunden, die das Ausschütteln dauern, werden so schnell von süß zu nervig.

Zum Schluss noch ein Wort zur Grafik. Endling, das ich vorhin erwähnt hatte, zeichnet sich durch einen eher Comic-artiges Design aus. Es will nicht fotorealistisch sein, sondern hat einen eigenen Stil entwickelt. Spirit of the North ist ambitionierter, wenn man so will. Zwar kein Fotorealismus, doch es will schon in einem Stil daherkommen, der imposant wirken soll und die Welt detailliert darstellen. Leider sieht es so aus, als wäre es vor 10 Jahren entwickelt worden. Die Welt an sich ist fantastisch und die Ideen vielversprechend, doch bedauerlicherweise schaffen die Entwickler*innen es nicht, diese großen Ambitionen entsprechend umzusetzen.

Ich hätte wirklich gerne dieses Spiel geliebt, vor allem weil es so viel Potenzial in sich vereint. Das kampflose Gameplay, die Rätsel, die man lösen muss. Die versprochene nordische Mythologie habe ich in der ersten Stunde des Spiels kaum wahrgenommen. Das alles kombiniert mit einer unpräzisen Steuerung und äußerst wiederholendem Gameplay, macht Spirit of the North leider nicht, zu meinem nächsten Hit.

Die bessere Interpretation

Ich hatte letztens darüber geschrieben, dass ich mir ein paar The Voice Zusammenschnitte auf YouTube angesehen habe (Sing). Diese Phase ist zwar längst wieder vorbei, aber es hatte einen netten Nebeneffekt. Denn von den Kandidat*innen bin ich zu Zusammenschnitten der Jury gekommen. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei anderen Castingshows ebenfalls so ist, aber bei The Voice singen auch die Jurymitglieder. Sie geben nicht nur ihre eigenen Songs zum besten, sondern covern auch andere. Das finde ich sehr sympathisch. Nicht nur im bequemen Stuhl sitzen und über andere urteilen, sondern zeigen, wie es geht.

Jedenfalls bin ich dann davon zu einer YouTuberin gekommen, die Sänger*innen analysiert (der Channel heißt »The Charismatic Voice«). Die Dame hat nicht nur eine entsprechende Ausbildung, sondern war über ein Jahrzehnt als Opernsängerin tätig, was ihr durchaus einiges an Glaubwürdigkeit und Fachwissen verleiht. Ich habe mir drei Videos von ihr angeschaut, in denen sie Linkin Park analysiert. Genauer gesagt, Chester Bennington. Sehr empfehlenswert und man entwickelt nur noch mehr Respekt für ihn und andere große Talente. Das hat dann zu einem Live-Auftritt von Linkin Park geführt, den sie 2011 bei iTunes Festival abgehalten haben.

Schon interessant, wie man auf YouTube von einem Eck ins nächste befördert wird. Aber eben alles innerhalb einer Nische oder eines gewissen Genres. Und ich mag es gerne, Analysen von Dingen zu schauen und zu verstehen, warum etwas so funktioniert oder so ist, wie es nun einmal ist. Sänger*innen zum Beispiel, wie eben Chester Bennington es war. Er war unfassbar gut und hat mit so viel Gefühl und Inbrunst gesungen, wie es kaum einen Zweiten gibt. Aber wie hat er das geschafft und was steckt dahinter? Was macht das mit einer Stimme? Das war sehr interessant zu hören. Über Stimmbändern und Atmung und so weiter.

Das bringt mich jetzt aber endlich zu meinem Punkt: Chester Benningtons Auftritt bei besagtem Festival. Dort covert er von Adele, Rolling in the Deep. Einer meiner Lieblingssongs von Adele. Zumindest bis ich die Version von Chester Bennington gehört habe. Ich habe das Video unten verlinkt. Wenn man einmal diese Version gehört hat, gibt es keine andere mehr. Nur Chester Bennington, begleitet von einem Piano. Da kommt Adele für mich nicht heran. Skyfall und ihre zahllosen anderen Songs sind immer noch grandios und auf einem anderen Level als viele andere. Ich höre sie weiterhin sehr gerne. Rolling in the Deep ist für mich allerdings nun Chester Benningtons Song. Seine Interpretation des Songs erreicht emotionale Ebenen, die ich so nicht erwartet habe.

Satellitenwetter

Seit über einem Jahr bin ich mittlerweile begeisterter Anwender der App Weather Radar. Ich mag es vor allem live ansehen zu können, was gerade los ist und in den nächsten 30 Minuten los sein wird. Oder wie sich der Tag wettertechnisch verändert. Hauptsächlich natürlich, wenn es sich um einen regenreichen Tag handeln soll oder ein Gewitter bevorsteht. Wetter ist etwas Faszinierendes und kann sich rasant ändern.

Das habe ich am Mittwoch am eigenen Leib erlebt. Es sollte an besagtem Nachmittag gewittern. Laut der App und den Live-Prognosen verlegte sich allerdings der Zeitpunkt des Gewitters immer weiter nach vorne, bis es halb vier geworden ist, statt 17 oder 18 Uhr abends. Deshalb habe ich beschlossen, etwas früher von der Arbeit nach Hause zu fahren. Das liegt auch daran, dass ich seit längerem mit dem Zug in die Arbeit fahre.

Um kurz vor 15 Uhr steige ich also in den Zug ein und es wird immer dunkler um mich herum. Im Zug sitzend, die Strecke nach Hause dauert gerade einmal 6 bis 7 Minuten, fängt es langsam an zu regnen. Ich habe immer einen Schirm im Rucksack, groß genug ist dieser ja. Und ich habe den kleinen Schirm von Blunt, der hält was aus, denke also, ich bin gut vorbereitet. Doch an meiner Station angelangt, regnet es schon mehr. Erst schnell gehend verfalle ich schnell in einen leichten Lauf – immerhin war auch Hagel angesagt.

Unvorbereitet, aus dem Stand zu laufen, mit Schirm in der Hand und einem schweren Rucksack auf dem Rücken, war überraschend anstrengend. In den wenigen Minuten, die ich nach Hause brauche, hat es immer mehr angefangen zu regnen, bis es regelrecht geschüttet hat und Sturmböen aufkamen. Kleiner Körner sind vielleicht zu dem Zeitpunkt ebenfalls schon runtergefallen. Normalerweise sollte mein Blunt-Schirm etwas aushalten, doch selbst der hat sich bei den Sturmböen einmal umgedreht. Schließlich kam ich schwer atmend zu Hause an. In der Haustür stehend, unter dem schützenden Vordach, beobachtete ich das weitere Geschehen. Es hat nicht mehr lange gedauert und 1 bis 1,5 cm große Hagelkörner fielen vom Himmel. Die Sturmböen waren auch nicht von schlechten Eltern.

Gerade nochmal gut gegangen. So wurde auch gleich die neue PV-Anlage, die seit zwei Tagen am Dach war, eingeweiht und auf die Probe gestellt. Interessant war es festzustellen, dass mit den PV-Paneelen und der darunter befindlichen Metallkonstruktion die Geräuschkulisse bei Regen nun eine andere ist, in meiner Dachgeschosswohnung. So einen spannenden Weg nach Hause hatte ich jedenfalls schon lange nicht mehr.

Kein (Inter)Stellar Blade

Als ich vor wenigen Wochen Stellar Blade gekauft und angefangen habe zu spielen, war ich eigentlich noch guter Dinge. Die Grafik war fantastisch, die Geschichte entwickelte sich langsam und allein der Anfang startete wunderbar cineastisch. Außerdem ist die Protagonistin nicht unsympathisch. Sie ist als eine Kriegerin einer interstellaren Armee auf die Erde gekommen, um die Menschheit zu retten (vielleicht, so richtig habe ich es nicht verstanden). Deshalb ist sie so eine Art »fish out of water« und kennt die Kulturen nicht. Das führt besonders am Anfang zu witzigen Dialogen.

Doch innerhalb weniger Stunden entwickelt sich alles an dem Spiel zu einer Aneinanderreihung nerviger Aufgaben und schlechten Dialogen. Aber alles der Reihe nach. Fangen wir mit den Charakteren an, die im Laufe des Spiels unsere Protagonistin Eve begleiten. Allen voran Adam, der Eve am Anfang gerettet hat, nachdem sie von einem Alpha Naytiba umgehauen wurde (dem wahrscheinlichen Endboss). Naytibas sind die Kreaturen, vor denen wir die Erde retten müssen. Anfangs führt Adam Eve unterhaltsam in die Eigenheiten der Erde und ihre Vergangenheit ein, doch stetig entwickelt er sich zu einem sehr unnötigen Erzähler.

Ständig berichtet er von Dingen, die wir selbst ausgelöst haben, sagt, was wir ohnehin sehen und gibt unnötige Kommentare von sich. Außerdem legt er deutlich misogyne Tendenzen an den Tag. Eve ist eine Kriegerin, genauso wie Lilly, die später noch dazu kommt und unsere Tech-Expertin ist. Doch ständig spielt er sich auf, die Leistungen der anderen herunter und hat ein Ego, so groß wie der Weltraumlift hoch ist. Begleiter in Spielen sind allgemein eine schwierige Sache, da sie schnell zu aufdringlich werden. Da wünscht man sich, dass jeder das Feingefühl der Lies of P-Entwickler*innen hätte. Dort ist Gemini unser Begleiter und Guide durch die Welt. Er meldet sich nur gelegentlich zu Wort. Aber wenn er es tut, ist es pointiert und unterhaltsam.

Adam ist das genaue Gegenteil von Gemini. Dadurch kann die toll inszenierte Spielwelt nicht auf uns wirken. Wenn ständig jemand kommentiert, was passiert und was wir sehen, geht die Epik und die Faszination irgendwann verloren. Aber kommen wir zu Lilly. Sie mochte ich anfangs ganz gerne, als Ausgleich zu Adam. Vor allem ihre übertrieben freundliche Art und Motivation ist ansteckend. Sie versprüht eine gewisse Leidenschaft. Doch wird sie immer wieder von Adam kleingeredet, bevormundet oder so dargestellt, als wäre sie eine frische Praktikantin, die keine Ahnung hat. Sie ist, wie Eve, eine interstellare Kriegerin – bitte schreibt die Charaktere dann auch entsprechend.

Das ist aber ein allgemeines Problem von Eve, Lilly und den anderen Kriegerinnen, denen wir begegnen: Ich kaufe ihnen ihren Status als diese übermenschlichen Wesen und mächtige Entitäten nicht ab. Ihr Verhalten und die Art der Dialoge passt einfach nicht dazu. Hier würde ich mir manchmal ein forscheres Auftreten wünschen, mehr Durchsetzungsfähigkeit und ein Zurechtweisen von Adam, wenn er mal wieder zu viel redet. Das hätte dem ganzen Spiel gutgetan und die Dringlichkeit der Mission unterstrichen.

Die Geschichte an sich war anfangs spannend, dann etwas diffus, am Ende hat sie mich nur noch verwirrt. Die schockierenden Enthüllungen habe ich offen gestanden nicht verstanden. Das kann natürlich an mir liegen, da ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr wirklich auf die Dialoge geachtet habe. Trotzdem war das Gerede um Mother Sphere, eine Art künstliche Intelligenz, nicht wirklich nachvollziehbar. Auch der Krieg zwischen den Menschen, den Monstern und den von Mother Sphere geschaffenen Menschen 2.0 habe ich nicht verstanden.

Sind wir nicht hier, um Krieg gegen die Naytiba zu führen? In den wenigen Dialogsequenzen wird zwar viel gesagt, aber wenig erzählt. Viel passiert wahrscheinlich anhand der Text-Dateien und dergleichen, die man findet, doch das Spiel motiviert nicht dazu, diese zu lesen. Mir war auch nicht klar, dass es einen so großen Unterschied zwischen den Menschen, die sich Cyborg-artig weiterentwickeln und der Art von Wesen gibt, wie Eve und Lilly es sind, gibt. Klar sind die Kriegerinnen agiler und bestehen wahrscheinlich hauptsächlich aus einer fortgeschrittenen Technologie, aber so richtig wird dieses scheinbare Zweiklassensystem dann auch wieder nicht dargestellt. Es wird mir nur erzählt.

Das Design der Welt hat mir Anfangs sehr gefallen. Zum Kauf überzeugt hat mich tatsächlich der Weltraumlift. Ich habe eine Szene gesehen, wo sich der Sichtschutz öffnet und man auf eine traumhaft inszenierte Erde hinabblickt. Bis zu dem Zeitpunkt habe ich mich durchgequält, bis ich schließlich das Spiel erbost gelöscht habe.

Diese Szene kommt nämlich erst nach gut zwei Dritteln des Spiels. Es heißt immerhin Stellar Blade, da hatte ich mir mehr Levels im Weltraum oder dessen unmittelbare Nähe gewünscht. Doch man läuft ständig in der Wüste herum, kämpft sich durch diverse Bunker und ruinierte Städte. Letztere zählen noch zu den besten und abwechslungsreichsten Orten des Spiels. Über Zion, die letzte Zuflucht der wenigen überlebenden Menschen, will ich gar nicht reden. Hier schlägt auf kleinem Raum plötzlich die Ubisoft-Formel überraschend zu. Nach jeder Mission tauchen mehr und mehr neue Rufzeichen auf, die erledigt werden wollen. Die meisten habe ich ignoriert.

Wenn das Spiel es schon nicht schafft, dass mich die drei Hauptpersonen interessieren, wieso soll ich mich dann um den Rest der Menschheit scheren. Hier kommt auch die verwirrende Geschichte wieder zum Tragen. Auf welcher Seite stehe ich überhaupt? Was mache ich überhaupt auf der Erde? Warum schickt man so viele Air Squads dorthin, die dann doch alle sterben? Warum sitzt ein weißer alter Mann mit langem weißem Bart in der Mitte eines leeren Raumes, umzingelt von Büchern und einem einsamen Baum und erzählt uns die Geschichte, als ob nicht schon genug Klischees aufgegriffen wurden?

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Schwierigkeitsgrad. Die Kämpfe an sich sind toll inszeniert und machen besonders in den ersten Stunden des Spiels unfassbar viel Spaß. Ich habe erst den normalen Modus verwendet, wo die Gegner etwas herausfordernd sind. Doch nachdem ich festgestellt habe, dass ich eigentlich nur die Geschichte erleben will, auf den entsprechenden Story Modus umgeschaltet. Dort sind die Gegner einfacher. Doch aber einem gewissen Zeitpunkt zieht der Schwierigkeitsgrad gewaltig an. Die Gegner halten sehr viel mehr aus, ich mache kaum schaden und prügle mich gefühlte Minuten durch unnötig viele Gegner. Vielleicht müsste man alle Nebenmissionen machen, um sich entsprechend aufzuleveln, aber die Motivation dazu schafft das Spiel nicht zu entwickeln.

Zudem gibt es dann noch diverse Parkour-Elemente und sogenanntes Plattforming. Das zählt zu den unterhaltsamsten und zugleich frustrierendsten Stellen des Spiels, da sich Eve einfach nicht präzise genug steuern lässt. Da will das Spiel zu viel auf einmal machen.

Stellar Blade sieht von der Aufmachung, Grafik und anscheinenden Geschichte aus, wie ein hochwertiges und poliertes Spiel. Doch allmählich kommen die Makel hervor. Von den schlecht geschriebenen Dialogen, die zum Teil dummen Charaktere (abgesehen von Eve und Lilly) und der undurchsichtige Schwierigkeitsgrad, machen das Spiel leider zu keinem guten Erlebnis. Die schockierenden Twists verpuffen in einer undurchsichtigen Geschichte, die nicht gut genug den Spieler*innen klargemacht wird. Am Ende bleibt für mich dann nicht genug Motivation übrig, das Spiel zu Ende zu bringen. So wie bei schlechten Büchern muss man auch schlechte Spiele nicht gezwungenermaßen beenden. Ich freue mich, wenn jemand Spaß am Spiel hat, aber für mich bietet es bedauerlicherweise zu wenig.

Brunnen

Mittlerweile ist es schon so weit, dass Freund J. und ich sehr spezifische Führungen machen. So auch vergangenes Wochenende, wo wir uns den wichtigsten Brunnen Salzburgs gewidmet haben. Doch ich mag diese spezifischen Führungen sehr gerne. Sie zeigen einem immer wieder kleine Orte und Merkmale der Stadt, an denen man sonst vielleicht vorbeigegangen ist, ohne ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Oder man sieht plötzlich etwas, dass einem nie aufgefallen ist.

Vergangene Führungen waren insofern recht angenehm, als wir mittlerweile die wichtigsten Namen kennen. So ist es einfacher sich in einer Führung zurechtzufinden, wenn man mit Daten, Namen und Fakten konfrontiert wird. Es ist doch immer sehr dicht gehalten und die tollen Guides der Stadt wollen natürlich so viel wie möglich in den eineinhalb bis zwei Stunden unterbringen.

Die Brunnenführung war mir dann aber doch etwas zu viel auf einmal. Sie war an sich toll gemacht und mit einem Spaziergang durch die Stadt verbunden. Doch waren mir die Sprünge durch die Jahrhunderte, die neuen Namen von Künstlern, und die unterschiedlichsten Epochen etwas zu viel. Natürlich nimmt man sich immer sehr wenig mit, aus einer solchen Führung, macht sie am besten öfter, um sich besser zurechtzufinden und mehr mitnehmen zu können. Dreizehn Brunnen zu sehen und zu besprechen, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden uns sich entwickelt haben, ist aber sehr ambitioniert. Trotzdem war es interessant, ein paar geschichtliche Anekdoten zu hören und die Stadt aus einer anderen Perspektive zu sehen – der Perspektive des Wassers.

Nach der Führung wurde mir dann bewusst, was ich mir zukünftig noch wünschen würde. Welches Thema ich gerne noch behandelt sehen würde: eine allgemeine Führung über Salzburg, die die Stadt und ihre Umgebung über die Jahrhunderte einordnet. Welche Rolle hat Salzburg gespielt? Wie wurde die Stadt und die Menschen beeinflusst durch die Geschehnisse der jeweiligen Epoche? Eine Einordnung der Stadt im größeren geschichtlichen Kontext. Die bisherigen Führungen, auch die touristischen, suchen sich immer spezifische Themen heraus; verständlicherweise. Sie beschreiben die Höhepunkte der Geschichte, kümmern sich um bestimmte Themen und Aspekte. Doch die vorhin beschriebene Einordnung fehlt mir.

Es ist natürlich schwierig so eine Führung nahbar zu machen. Sie würde viel Wissen voraussetzen und dass man sich schon etwas mit der Geschichte der Stadt auskennt. Es wäre eine Art Meta-Führung, die die wichtigsten Punkte aus den bisherigen Führungen nimmt und sie entsprechend der Zeit einordnet. Vielleicht sogar in einen europäischen Kontext bringt. Was war sonst auf dem Kontinent los, zu der Zeit? Es wäre wohl eher ein mehrteiliger Kurs als eine einzige Führung.

Doch bis es so eine Führung gibt, beschäftige ich mich selbst etwas detaillierter mit der Geschichte und dem Mittelalter. Es gibt ja zum Glück diverse Podcasts, Dokumentationen (die unter anderem auf YouTube zu finden sind) und natürlich Wikipedia. Je mehr ich mich mit Salzburg beschäftige und Musicals sehe, wie Robin Hood, desto mehr interessiere ich mich für Geschichte im Allgemeinen. Es ist immer wieder faszinierend, zu sehen, wie sich Interessen weiterentwickeln.

Grundgütiger

Survival-Spiele haben durchaus ihren Charme. Man spielt aus der Ego-Perspektive, ist in einer beliebigen Umgebung ausgesetzt und kämpft ums Überleben. Die meisten (guten) Survival-Spiele sind ähnlich aufgebaut. Man muss eine Basis errichten, sammelt verschiedenste Ressourcen, baut Waffen, Gegenstände und Überlebenshilfen jedweder Art. Mit der Zeit schaltet man dabei neue Level und Verbesserungen frei – kann also alles entsprechend weiterentwickeln. Die Geschichte darum herum, die Gegner, der eigene Charakter und die Umgebung sind das, was sich dann mal mehr, mal weniger unterscheiden. Von Subnautica, über Sons of the Forest, Green Hell, hin zu Grounded. Alles Paradebeispiele ihres Genres.

Doch alle haben sie etwas gemeinsam: keines davon habe ich je selbst gespielt. Zum einen würde es mich sehr reizen, sie mal selbst zu spielen. Auf der anderen Seite haben die Let’s Plays, die ich mir dazu jeweils angesehen habe, etwas Meditatives, Beruhigendes und sind toll zuzuschauen. Vor allem natürlich, wenn es sich quasi um einen Profi handelt, der das Genre in- und auswendig kennt, bereits viel Erfahrung mit den Spielen hat und weiß, was er tut.

Das letzte Spiel, das ich mir diesbezüglich angesehen habe, war Grounded, mit einem Let’s Play von Jokerface. Es ist ein originelles Spiel, da es nicht wie andere in einem Dschungel oder Ähnliches stattfindet, sondern in einem Vorgarten. Der junge Protagonist wurde nämlich geschrumpft und muss nun gegen allerlei Insekten bestehen und einen Weg finden, sich wieder auf normale Größe zu bringen.

Die Spielwelt ist überaus kreativ gestaltet und voller Liebe zum Detail gemacht. Die Geschichte ist ausreichend simpel, aber doch bewegend. Wo die Entwickler*innen etwas mehr Kreativität an den Tag hätten legen können, wären die Kommentare des jeweiligen Protagonisten. Denn die fallen sehr eintönig aus und werden schnell langweilig bis nervig. Ansonsten sieht es nach einem wirklich tollen Spiel aus. Vor allem die Spielerführung scheint ausgesprochen gut gelungen zu sein.

Wie gesagt, ich mag es, mir Let’s Plays von Survival-Spielen anzusehen, da sie etwas Beruhigendes haben. Ob ich es allerdings wirklich selbst spielen will, weiß ich offen gestanden nicht. Es wirkt aufwendig und langwierig, sich eine schöne Basis aufzubauen und diese so zu gestalten, wie man es möchte. Auf der Konsole sind solche Arten von Spielen zusätzlich durch die Limitierung des Controllers komplexer zu spielen als mit Maus und Tastatur. Und manchmal geht es mir einfach nur um das Erleben der Geschichte an sich. So wie bei Horrorspielen, die ich bisher (fast) nur von Let’s Plays kenne.

Wer Spaß an Survival-Spielen hat, ist mit Grounded sicherlich gut bedient und erlebt nicht nur eine gute Geschichte, sondern eine fantastisch designte Welt. Der Grafik-Stil ist großartig gemacht, die Spinnen ausreichend gruselig und die Waffen und Geräte kreativ gestaltet. Es scheint seltsam, ein Spiel nach einem Let’s Play zu bewerten, aber ich gehe rein nach dem, wie viel Spaß es mir gemacht hat, die Reihe zu verfolgen. Und ich habe mir selbst schon des Öfteren Spiele zugelegt, nachdem ich ein Let’s Play dazu angefangen habe. Es hat einfach so viel Spaß gemacht beim Zuschauen, dass ich das Spiel selbst erleben und die Welt selbst erkunden wollte. Bisher habe ich mich damit noch nie geirrt.