Gibt es Schreibblockaden? Die Frage habe ich mir eigentlich noch nie wirklich gestellt. Es kann sein, dass es mir an Inspiration fehlt. Manchmal habe ich eine Blockade an möglichen Themen, über die ich schreiben könnte. Aber eine wirkliche Schreibblockade? Ich weiß es nicht. In einem Podcast habe ich letztens von einem Autor gehört, der sagte, dass es keine Schreibblockaden gibt. Mir ist leider der Name entfallen. Aber die Herangehensweise finde ich äußerst sympathisch. Eine Blockade suggeriert für mich etwas, auf das ich keinen Einfluss habe. Dabei schreibe ich doch, weil ich es möchte. Darauf hat niemand einen Einfluss. Nur ich. Ich agiere. Ich reagiere nicht auf jemanden oder etwas.
Eine Schreibblockade ist im Grunde eine Form des Nichtschreibens, die man sich schönreden möchte. So kommt es mir zumindest manchmal vor. „Nein, ich kann nicht schreiben, ich habe eine Schreibblockade.“ – „Wie überwinde ich die Schreibblockade?“ Das einfachste, was man dagegen tun kann, ist, einfach anzufangen Egal, wo. Will man eine Geschichte schreiben und hat nur bestimmte Ereignisse im Kopf oder Charaktere? Einfach anfangen. Das hatte ich letztens bei einem Text. Sobald ich ein paar Zeilen geschrieben hatte, fühlte es sich falsch an. Nicht das Schreiben an sich, sondern die Art, wie ich die Geschichte begann. Also habe ich etwas daran geändert und schon floss es nur so aus den Fingern.
Dasselbe Prinzip gilt für Texte für den Blog. Es gibt Zeiten, in denen ich mehrere Texte pro Tag schreiben könnte. Dann gibt es Phasen, in denen mir partout nichts einfallen möchte. In solchen Phasen, wenn ich trotzdem etwas zu digitalem Papier bringen möchte (oder auch muss, um keinen Tag zu verpassen), fange ich einfach an, zu schreiben. Sei es, was mich gerade belastet, freut, ärgert oder mir im Kopf herumspukt, oder etwas, das ich gerade vor mir sehe. Entweder es wird ein Text für den Blog oder ich markiere ihn als privat in meiner Schreibsoftware. Dann habe ich aber zumindest angefangen und der nächste Text wird für den Blog verfasst.
Das alles ist nie einfach. Es kostet ein gewisses Maß an Überwindung, einfach zu schreiben zu beginnen. Man muss in gewisser Weise bereit sein, sich überraschen zu lassen. Sich auf die Worte einlassen, auf das Thema oder die Charaktere und schauen, wo es hinführt. Ich spreche natürlich von einer sehr laienhaften Perspektive. Ich habe noch nie längere Geschichten geschrieben, geschweige denn etwas veröffentlichungswürdiges (abgesehen von den paar Kurzgeschichten, die ich hier im Blog rausgehauen habe). Aber ich habe bereits hunderte Texte für diverse Blogs verfasst. Und immerhin bin ich mitten im dritten Jahr dieses täglichen Blogs.
Schreibblockaden sind ein düsterer Mythos. Wir sollten aufhören, uns einzureden, es sei ein echtes Monster, das unter dem Bett lauert; etwas, das unsere Hände von der Tastatur oder dem Stift fernhält. Es liegt an uns selbst, anzufangen. Der Rest ergibt sich schon.