Sexualität ist Privatsache

Das ist immer wieder ein Satz, den man hört, wenn es um die Rechte von LGBTQIA+ geht. Regenbogenfahnen, Paraden, CSDs, Demonstrationen, Rechte, Meinungen – Sexualität ist Privatsache? Nein. Es wäre schön, wenn sie es wäre. Aber in unserer Gesellschaft, in der heutigen Zeit, wenn rechte und erzkonservative Feiglinge, die einen alten Status quo wiederherstellen wollen, den es nie gegeben hat, anfangen, Richter auszuwählen, damit sie die Rechte jener Menschen einschränken, die sie zum Feind erklärt haben, dann ist Sexualität keine Privatsache mehr.

Es wäre schön, wenn sie es wäre. Aber wenn Bücher verbannt, Menschen geschlagen und ermordet werden, weil sie einen anderen Menschen lieben, und ein Teil der Gesellschaft denkt, darüber richten zu dürfen, dann ist sie keine Privatsache mehr. Der Satz hat jegliche Bedeutung verloren. Genauso wie die Frage: Seid ihr denn nicht schon gleichberechtigt, habt ihr denn nicht schon alles? Nein. Die Antwort lautet schlicht: Nein.

Es wäre schön, wenn Sexualität Privatsache wäre. Aber solange Coming-outs kontrovers diskutiert werden, überhaupt eine Meldung wert sind und es nicht einfach egal wird, ist Sexualität keine Privatsache. Erst wenn es einfach hingenommen wird und man lieber über etwas anderes redet, nicht weil es einen abstößt, sondern weil es einem wirklich egal ist, weil es normal und unkontrovers ist, dann ist Sexualität vielleicht Privatsache. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.