Geek-Planet: The Amazing Spider-Man – Flashbacks

In der heutigen Ausgabe von geek-planet beschäftigen wir uns mit der letzten The Amazing Spider-Man-Ausgabe, über die ich auf meinem damaligen Blog geschrieben habe. Nicht, dass ich noch genug Texte zu Superior Spider-Man, Ultimate Spider-Man oder anderen Reihen hätte, aber TASM findet mit diesem Review, welches ich am 08. Juli 2016 zum ersten Mal veröffentlicht habe, ihr Ende. Und es ist eine interessante Ausgabe, die den titelgebenden Helden völlig in den Hintergrund stellt.

Die vergangenen Wochen, in denen ich diese Comic-Reihe wieder aufleben ließ, haben mich dazu inspiriert, mir die darauf folgenden Ausgaben auf mein iPad zu laden. Vielleicht finde ich ja die ein oder andere Gelegenheit, weiterzulesen und darüber zu berichten. Wer weiß.


Bereits auf der ersten Seite dieser Spider-Man-Ausgabe wird deutlich, dass es sich hier um etwas Besonderes handelt. Nicht Spider-Man steht im Vordergrund, sondern Flash Thompson. Wer nun aber denkt, dass dies eine Geschichte über ihn und seinen Symbionten Venom wird, könnte nicht weiter daneben liegen. Es ist eine Ausgabe, die ein Thema anspricht, welches man nun nicht gerade in einem Spider-Man-Comic erwartet hätte.

  • Ausgabe: #574
  • Autor: Marc Guggenheim
  • Zeichner: Barry Kitson
  • Inker: Mark Farmer
  • Farben: Studio F’s Antonio Fabela
  • Letterer: VC’s Cory Petit

“I don’t need a medal, Sir. Not to remind me to do the right thing…” – Flash Thompson

Doch welche Geschichte könnte man stattdessen mit Flash erzählen? Wie wir schon in den vergangenen Ausgaben gesehen haben, ist er ein vielseitiger Charakter. Hier stellen die Autoren allerdings einen besonderen Aspekt von ihm ins Zentrum: Seine Vergangenheit beim Militär. Die erste Seite zeigt ein Panel, wo er bereits älter ist und der Text darunter beschreibt seine bisherige Laufbahn und wie er zum Militär gekommen ist. Es leitet wunderbar in die folgende Episode ein:

Flash liegt im Krankenhaus, frisch aus einem Einsatz im Irak zurück und bekommt Besuch von einem General. Dieser stellt ihm einige Fragen zu seinem Leben und besonders zu seinem letzten Einsatz, da ihm dafür die Medal of Honor verliehen werden soll. Anfangs bekommen die Leser*innen einen guten Einblick in die Persönlichkeit von Flash, wie er aufgewachsen ist und warum er so ein großer Fan von Spider-Man ist. Dann wechselt die Story in den Irak und man bekommt durch seine Erzählungen hautnah den Einsatz mit und was dabei vorgefallen ist.

Dies ist tatsächlich eine Ausgabe, in der Spider-Man komplett in den Hintergrund rückt und nur in einzelnen Panels auftaucht. Dies soll Parallelen zwischen Flashs Erlebnissen und Spider-Mans Abenteuern unterstreichen. Jeder hat auf seine Weise mit Herausforderungen und vermeintlichen Gegnern zu kämpfen. Dies ist insofern beeindruckend, als es zum einen noch einmal Flashbacks gibt, in denen es ein paar Wiedererkennungswerte gibt. Auf der anderen Seite schaffen sie es, den normalerweise im Zentrum der Geschichte stehenden Helden, gerade weit genug aus der Story zu verbannen, sodass der Einsatz von Flash seine volle Wirkung entfalten kann.

Es geht hier aber nicht um die Schrecken des Krieges, die hier dargestellt werden sollen. Es ist einfach eine Geschichte über die Erlebnisse eines Soldaten. Nicht mehr und nicht weniger. Klar sind die Erlebnisse an der ein oder anderen Stelle etwas überzeichnet, es ist immerhin ein Superhelden-Comic. Aber alle Handlungen sind nachvollziehbar und liefern einen guten Eindruck vom Geschehen.

Erst im letzten Teil, wo eigentlich die Leserbriefe abgedruckt sind, erfährt man, dass es sich nicht nur um eine bloße Widmung an die Soldaten des amerikanischen Militärs handelt, sondern dass die gesamte Geschichte von tatsächlichen Ereignissen inspiriert ist. Sie ist in Zusammenarbeit mit einem Soldaten entstanden, der die Büros von Marvel besucht hat. Selbst bei den Zeichnungen hat er seinen Input gegeben, damit diese die entsprechende Authentizität aufweisen.

»Flashbacks« ist ein etwas anderer Spider-Man-Comic. Und er kommt ohne spezielle Botschaft aus und das ist das Erfreuliche daran. Es soll lediglich auf einen Krieg aufmerksam gemacht werden. Was die geneigten Leser*innen dann mit diesen Informationen anstellen, bleibt ihnen überlassen.