Ich bin nicht der große Sport-Zuschauer. Von Formel-1 über Fußball hin zum Skifahren geht das alles geflissentlich an mir vorbei. Doch was ich vor vielen Jahren durchaus intensiver und seitdem gelegentlich verfolge, ist Snooker. Wie bei vielen anderen Dingen auch, sind es häufig die nischigen Sachen, die mich mehr interessieren, als das, was man gemeinhin als Mainstream verstehen könnte. Sei es Warhammer, Comics, Let’s Plays oder eben Snooker.
Was mich bei Snooker begeistert hat oder besser gesagt mich für den Sport erst so richtig begeistern konnte, war der fantastische Europort-Moderator Rolf Kalb. Seine Leidenschaft für den Sport und die tolle Moderation der Turniere und Spiele haben mich angesteckt. Sooft ich konnte, habe ich die Snooker-Turniere verfolgt und bin gespannt vor meinem Fernseher gesessen. Natürlich war mein Favorit immer Ronnie O’Sullivan. Seine Shots und die Geschwindigkeit, mit der er den Tisch abgeräumt hat, sind schon fast legendär. Als auch die Tatsache, dass er mit linker und rechter Hand spielen konnte.
Was mich an Snooker immer fasziniert hat, ist die Technik und Präzision, mit der die Spieler agieren müssen. Der Tisch ist um einiges größer als ein herkömmlicher Pool-Tisch und dafür die Löcher kleiner. Außerdem sind die Banden der Löcher runder, sodass die Bälle bei Bandenberührung eher wieder herausrollen, als die Tendenz haben, sich lochen zu lassen. Ebenso ist die Zählweise und der Aufbau der Bälle am Tisch komplett anders. Man muss immer abwechselnd eine rote und dann eine der anderen Farben lochen. Die roten bleiben vom Tisch, grün bis schwarz wird zurückgesetzt, bis alle roten vom Tisch geräumt wurden.
Ein faszinierender Sport, den ich heute gelegentlich noch gerne schaue. Aber wie so oft ist nicht nur der Sport an sich interessant. Was es, wie bereits erwähnt, zu etwas wirklich Faszinierendem machen, sind die Kommentatoren und Moderatoren. Rolf Kalb habe ich immer gerne zugehört, weil er auch Einsteiger wie mich immer wieder abgeholt hat, indem er Regeln wiederholt erklärte. Sowohl die normale Vorgehensweise beim Snooker als auch speziellere Regeln und Strategien, die die Spieler anwenden können.
Etwas Ähnliches erlebe ich gerade bei einem anderen Format, das eine Leidenschaft von mir mit guten Kommentatoren mischt: Elden Ring Bingo. Es gibt ein paar Streamer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, jede mögliche Elden Ring Herausforderung zu bestehen und immer wieder besser in dem Spiel zu werden. Sei es, Boss-Kämpfe zu optimieren oder neue, zuvor unmöglich gedachte Abkürzungen zu finden. Seit über einem Jahr veranstalten diese Streamer, angeleitet durch Captain-Domo, immer wieder solche Bingo-Turniere.
Ich war überrascht von der professionellen Umsetzung. Es gibt einen eigenen YouTube-Channel dafür (man kann das Turnier natürlich auch auf Twitch verfolgen) und Moderatoren, die die beiden Spieler, die gerade gegeneinander antreten, kommentieren. Sie erklären immer wieder die Regeln, welche Strategien angewendet werden und welchen Hintergrund die Spieler haben oder welche Vorbereitungen sie getroffen haben. Es gibt Schiedsrichter, eine Elden Ring Map, die die aktuelle Position der Spieler auf der Karte zeigt und mehr. Wirklich toll und spannend umgesetzt.
Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich so etwas spannend finden würde, aber von Let’s Plays auf ein Format wie Elden Ring Bingo zu kommen war wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Wie bei Snooker hat mich die Begeisterung und Leidenschaft der Moderatoren angesteckt. Und wie bei Snooker geht es auch hier um Präzision, Geschwindigkeit und die Fähigkeit, sich auf neue Situationen und Gegebenheiten einstellen zu können, ohne die Nerven zu verlieren.
Was ich mir auch nie gedacht hätte: eine Verbindung zwischen Snooker und Elden Ring zu finden. Aber hier sind wir nun einmal und es ist fantastisch. Wer beides nicht kennt, sollte vielleicht einmal einen Blick riskieren. Oder auch andere Formate und Sportarten ausprobieren, die man zuvor nicht in Erwägung gezogen hat. Vielleicht bestechen sie durch exzellente Kommentatoren und wecken so eine gewisse Leidenschaft in einem selbst. Vielleicht lernt man ja auch eine neue Seite von sich kennen.