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Es ist wieder Donnerstag und damit Zeit für den nächsten Teil von »Everything X-Men« und unsere Besprechung von »X-Men Legacy – Legion«.
Im letzten Teil gelang es David, die gelbe Kreatur zu überlisten, Red Skulls Operation zu stoppen und sich vorerst von einem seiner schlimmsten inneren Unterdrücker zu befreien. „Vorerst“ ist in Superheldencomics natürlich immer relativ zu betrachten.
Nach diesem ersten großen Sieg versucht David, seinen neuen Weg weiterzugehen. Er will nicht mehr nur reagieren, sondern die Welt aktiv verändern, bevor wieder alles brennt. In London bekommt er dafür die nächste Gelegenheit. Dort trifft er auf Pete Wisdom, eine starke Anti-Mutanten-Stimmung und eine politische Situation, die David auf seine ganz eigene Weise zu lösen versucht. Nicht unbedingt vernünftig, aber immerhin sehr David. Davor werfen wir allerdings einen Blick auf seine Fähigkeiten, oder zumindest diejenigen, die wir bisher sehen durften.
Fähigkeiten
Davids Fähigkeiten sind weniger eine klassische Superkraft als ein ganzes Katastrophenschutzkonzept mit Personennamen. Jede Persönlichkeit bringt eine eigene Kraft mit sich, manche nützlich, manche absurd, manche unfassbar gefährlich. Genau dadurch wird sein Kopf nicht nur zum Schauplatz der Geschichte, sondern auch zu seinem/ihrem Arsenal.
Persönlichkeiten:
- Abominoid
- Tyrranix (Tyrannix)
- Ksenia Nadejda Panov
- Airshrike
- Origamist: Realitätsveränderer
- Max Kelvin: „Kraft feuriger Plasma-Explosionen und Zischgeräusche“
- Chronodon
- Pukatus Jr.: Feuerspucken (?)
- K-Zet The Conduit: Drahtlose Energieübertragung (W-E-T)
- Non-Newtonian Annie: verhüllt in Zero-Tau-Nullskin
- Skinsmith: Manipulation der Haut anderer oder Erzeugung einer zweiten Haut über der ursprünglichen Schicht
- Findle the Finder
- Wormhole Wodo
- Astral-Harpunen-Projektion
- Mycolojester: giftige Sporen
- Oxy
- Vorahnung
- Protozoan Porter
- The Weaver
- Xtractor
- Hazeguard
Ein Plan, der nie umgesetzt wird
Der Chronodon wirkt zunächst wie eine dieser absurden Legion-Persönlichkeiten, die man leicht als weiteres verrücktes Detail abtun könnte. Wieder eine Kraft, wieder ein seltsamer Name, wieder ein Wesen in Davids Kopf. Aber eigentlich steckt darin genau das, was David ununterbrochen versucht: Er will nicht mehr nur reagieren. Er möchte vorausdenken. Er will die Zukunft sehen, verstehen und verändern, bevor sie ihm wieder um die Ohren fliegt.
Das Tragische daran ist, dass David kaum je die Chance bekommt, seinen Plan wirklich umzusetzen. Ständig passiert etwas. Die X-Men greifen ein. Eine andere Persönlichkeit übernimmt. Jemand manipuliert ihn. Jemand will ihn töten. Jemand hält ihn für die größere Gefahr, obwohl draußen längst eine noch größere Gefahr herumläuft. Es ist fast schon absurd: Ausgerechnet derjenige, der endlich proaktiv handeln will, wird von allen Seiten dazu gezwungen, wieder nur zu reagieren.
The same procedure as every year
Wieder einmal eine Geschichte, in der wir glauben sollen, Davids Plan sei schiefgelaufen, obwohl in Wirklichkeit alles Teil eines ausgeklügelten Plans war.
In der 13. Ausgabe scheint der Autor etwas Neues zu versuchen. Der Erzähler dieser Geschichte – oder zumindest für einen Großteil dieser Ausgabe – ist nicht David, sondern Pete Wisdom. Er ist ein Mutantenagent und seine Fähigkeit besteht darin, glühend heiße Plasmaklingen aus seinen Händen zu schießen.
Pete folgt David, als der Sohn von Charles Xavier in London eintrifft. Außerdem sind Staatsmänner aus Persien vor Ort, um einen Deal bezüglich militärischer Expertise abzuschließen. Die Sache ist die: Mutanten sind nicht erlaubt. Pete weiß, dass David etwas vorhat. Es gibt zahlreiche Proteste gegen Mutanten. Die Anti-Mutanten-Lobby ist sehr mächtig hier.
Als Pete seinem Ziel in eine Bar folgt, trifft er auf Davids Untergrund-X-Men-Team, das eigentlich gar kein Team ist. Wie sich herausstellt, will niemand, der David zuvor geholfen hat, bei seiner Mission in London etwas mit ihm zu tun haben. Also verschwindet er. Dennoch hat David, als Pete die Bar verlässt, einige Überraschungen für ihn vorbereitet. Zu diesen Überraschungen gehören unter anderem Warwolves, Dolph und Plokta. Alles ist nur eine mentale Vorstellung, die von David projiziert wird.
Aber das ist erst der Anfang. Er kontrolliert auch die anderen mental, sodass sie gegen Pete kämpfen. Zu seinem Glück ist auch Ruth da und versetzt alle Mitglieder des Nicht-wirklich-Teams in einen schlafenden Zustand. Ist das die Gelegenheit für Pete, David zu töten?
Nun, nicht wirklich.
Wie sich herausstellt, war alles, was gerade in der Bar passiert ist, abgesehen von Ruth, ein hinterhältiger Plan, um die beiden zu beschäftigen. In der Zwischenzeit hat David, der tatsächlich die Mitglieder seines „Nicht-wirklich-Teams“ übernommen hat, wichtige Punkte in ganz Großbritannien infiltriert.
Ruth, die nicht weiß, was David plant – genauso wenig wie wir Leser*innen an dieser Stelle der Geschichte –, nimmt Pete mit in Davids Gedankenwelt, um alles zu besprechen. Die gelbe Kreatur spricht sogar Davids Mutter an. Während sie reden, treffen die Staatsmänner ein und gehen eine Straße entlang, auf der sich viele Menschen befinden.
David bringt Pete auf die Straße, drückt ihm eine Waffe in die Hand und zeigt auf einen Schützen, der gerade dabei ist, den Präsidenten zu töten. In letzter Minute gelingt es Pete, ihn zu retten. Einer aus dem Team dokumentiert die Szene, damit jeder sieht, dass ein Mutant ihn gerettet hat.
Darüber hinaus beeinflussen die anderen die Menschen oder geben ihnen zumindest einen Schubs in die richtige Richtung. Alles, damit die Menschen dankbar sind, Mutanten mehr akzeptieren oder ihnen wenigstens toleranter gegenüberstehen. Wie David sagte: „I wiped mutophobic Britain off the map.“ Schäm dich, falls du etwas Gewalttätigeres und Zerstörerischeres im Sinn hattest.
Am Ende lässt sich David bereitwillig von Pete verhaften. Aber ich glaube nicht, dass er lange in Gewahrsam bleiben wird. Vor allem, weil Pete seine Mutter anruft.
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