Ich bin immer wieder erstaunt, was die Gaming-Community in der Lage ist, auf die Beine zu stellen. Es ist allein schon bemerkenswert, dass sich beispielsweise in der Elden-Ring-Community ein Randomizer dermaßen durchgesetzt hat, dass ganze Turniere daraus hervorgehen. Zur Einordnung: Ein Randomizer mischt Gegenstände, Gegner und/oder Bosse zufällig durcheinander. Wie diese gegeneinander ersetzt werden, kann man im Falle des Elden-Ring-Randomizers sehr präzise einstellen. So kann man beispielsweise die Vorgabe machen, dass Schlüsselgegenstände nur untereinander getauscht werden. Dadurch wird verhindert, dass man stundenlang danach sucht, weil der benötigte Gegenstand irgendwo hinter dem Mond gleich links liegt.
Inzwischen gibt es allerdings nicht nur Randomizer, die die Gegenstände innerhalb eines Spiels durcheinanderwürfeln. Im Archipelago-Format können verschiedenste Spiele zusammengeschaltet werden und die Gegenstände werden zufällig unter den Spielen gemischt. Das heißt, ein Spieler, der Zelda spielt, kann einen Gegenstand aufheben, den dann allerdings die Spielerin von Hollowknight bekommt und umgekehrt. Die Videos, die daraus hervorgehen, sind wunderbar chaotisch. Es gibt nämlich noch eine weitere Einstellung im Archipelago-Format: Tode werden unter den Spieler*innen synchronisiert. Stirbt also die Hollowknight-Spielerin, sterben alle anderen auch.
Manche meiner liebsten YouTuber*innen schalten sich regelmäßig zu sechst oder so zusammen und machen solch einen Archipelago-Durchgang. Das ist unterhaltsam und mal etwas anderes. Elden Ring ist ja nett und kann ich mir immer wieder anschauen oder spielen. Doch Archipelago-Videos haben ihren ganz eigenen Reiz. Es sind teils alte Spiele, die man aus der Kindheit kennt und dadurch mal wieder sieht. Und es bricht aus den kompetitiven Tournieren und sonstigen Speedruns aus, die auf den Kanälen sonst stattfinden.
