Kuchen der Flammen

Flammkuchen ist ein köstliches Gericht. Es hat eine tänzelnde Leichtigkeit, die besonders zur wärmeren Jahreszeit passt. Leicht belegt mit Crème fraîche und/oder Sauerrahm und darauf eine beliebige Kombination aus Gemüse, Fleisch und/oder Obst. Der Teig ist dabei nur ein Hauch einer Basis, die lediglich als Trägermaterial für den darauf befindlichen Belag dient. Ohne ihn würde das ganze Konstrukt allerdings schnell zusammenfallen wie ein Soufflé, das seinen Lebenswillen verloren hat.

Wenn ich mir normalerweise einen Flammkuchen mache, dann kaufe ich den Teig fertig im Supermarkt. Dieser wird ausgerollt, belegt und in den Ofen geschoben. Fertig. Ich wollte mich bisher nicht auch noch mit dem Teig eines Flammkuchens beschäftigen. Pizzateig ist eine Wissenschaft für sich, bei der es zur philosophischen Debatte ausartet, wie lange die korrekte Gehzeit ist und wie viel Hefe man wirklich benötigt. Spoiler: immer ein Würfel und 48 Stunden im Kühlschrank. Jedenfalls war die Lust, einen Flammkuchenteig auch nur herauszusuchen und darüber nachzudenken, was hier als „richtig“ gilt, sehr gering. Manchmal gewinnt aber auch die Neugierde.

Wenn man von Pizzateig kommt, ist ein Flammkuchenteig schon fast banal einfach. Mehl, Wasser, Öl und etwas Salz. Rühren oder von der Küchenmaschine rühren lassen. 10 bis 30 Minuten warten. Teig ausrollen, belegen und rein damit in den Ofen. Ich war begeistert. Wie ist das möglich? Keine Diskussionen, keine tausend YouTube-Videos, die einem erklären, wie man den Teig behandelt. Anrühren, warten, fertig. Das ist zu einfach. Das geht so nicht. Eine Welt bricht zusammen. Ich verstehe es nicht mehr. Von Kaffee über Pizza hin zu Nudeln wird alles zu Tode diskutiert und Flammkuchen ignoriert? Warum?

Nun sehe ich mich wohl gezwungen, jedes Mal den Teig einfach anzurühren und selbst zu machen. Unfassbar. Ich bin schockiert.