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Von Überschriften, die viel zu lang sind und versuchen, den kompletten Text zu erklären, wofür aber eigentlich kein Platz

Wenn es um die Titel meiner Texte geht, bin ich nicht unbedingt konsequent. Aber bei einem täglichen Blog darf man gerne kreativ sein. Zumindest wähle ich stets kurze Überschriften. Meistens haben diese etwas mit dem Inhalt des Textes zu tun. Dadurch kann man zumindest erahnen, um was es gehen könnte. Etwas anderes ist es bei Nachrichtenportalen. Die Überschrift sollte darüber informieren, was das Thema ist. Es kurz zusammenfassen. Prägnant sein, neugierig machen. Das gilt für sämtliche News-Outlets, auch diejenigen im Gaming-Bereich.

Ich stöbere immer mal wieder bei GameStar durch. Was mich aber jedes Mal aufs Neue abschreckt, sind die grauenvollen Überschriften der Texte. Nicht nur sind diese viel zu lang, sie versuchen auch noch, den Text, dessen Twist oder Thema und die darin vorkommenden Protagonisten zu erklären. Hier ein paar Beispiele:

  • „Steam – Ein Holländer hat einfach sein eigenes Mount & Blade gemacht und updatet es seit 3 Jahren, obwohl es kein Mensch spielt“
  • „Valve stellt komplette Steam-Bibliothek wieder her, um einem User mit psychischer Erkrankung zu helfen“
  • „Als Strategie-Entwickler top, als Publisher ein Flop – dass es so nicht weitergehen kann, hat Paradox inzwischen selbst verstanden“
  • „Dieser Handheld löst eines meiner größten Probleme als Gaming-Vater und überzeugt dazu mit einer herausragenden Leistung“

Wieso steht beim ersten Beispiel „Steam“ als Erstes da? Diese Information benötige ich nicht. Meistens, wenn es sich um Videospiele handelt, ist Steam in irgendeiner Weise involviert und sei es nur als Plattform, auf der besagtes Spiel gekauft wurde. Das muss nicht in jeder Überschrift stehen. Beim zweiten Beispiel hätte es ausgereicht, zu schreiben: „Valve hilft User mit psychischer Erkrankung“ oder „Valves Kundendienst zeigt Herz bei Spieler mit psychischer Erkrankung“. Das reicht doch vollkommen aus. Denn jetzt frage ich mich, warum sie Herz zeigen oder wie sie den User unterstützen.

Diese Erklärbär-Überschriften sind nicht nur zu lang, meist hat nicht einmal der komplette Text auf der Webseite Platz. Manche gehen über fünf Zeilen. Dann kommt noch der Anreißer zum Text. Das ist zu viel und führt nur dazu, dass die Webseite überladen wirkt. Gibt es keinen Redaktionsleitfaden oder Richtlinien über die Länge und wie Überschriften formuliert werden sollen? Ich habe drei Jahre bei einem amerikanischen Blog mitgearbeitet, in meiner Freizeit. Jeder hat dort in seiner Freizeit am Blog mitgearbeitet, weil es eine Leidenschaft war. Selbst dort gab es Richtlinien und Leitfäden, an die man sich gehalten hat.

Gibt es Statistiken, dass diese Art, Texte zu betiteln, bei den Klicks hilft? Wann hat sich das eingeschlichen oder hatte GameStar schon immer diese seltsam überbordenden Überschriften? Ich kann mich offen gestanden nicht mehr erinnern, wie diese früher ausgesehen haben. Aber da habe ich meist auch das Magazin gelesen und war weniger auf der Webseite unterwegs. Es kann natürlich nur eine persönliche Anwandlung von mir sein. Jedoch finde ich die GameStar-Seite allgemein weder schön gestaltet noch von der textuellen Aufbereitung ansehnlich oder einladend. Das könnte man moderner und schlichter designen. Vielleicht liegt es aber auch nur an mir.

Fire & Ash

Eigentlich wollte ich mir »Avatar – Fire & Ash« nicht im Kino anschauen. Zumindest war ich hin- und hergerissen. Doch schließlich bin ich doch gleich zum Kinostart Mitte Dezember reingegangen. Ausschlaggebend dafür waren diverse YouTube-Thumbnails, die in derselben Woche in meinen Feed gespült wurden. Diese verzeichneten keinen positiven Ausblick auf den Film. Dazu muss man wissen, dass ich großer Fan des zweiten Teils bin. Die Geschichte von Jake rückt in den Hintergrund und den Kindern wird mehr Zeit gegeben, besonders Lo’ak. Seine Geschichte hat mich einfach mitgerissen. Kann da der dritte Teil mithalten? Ich wollte mir eine eigene Meinung bilden, bevor mich diverse Kanäle mit ihren Eindrücken beeinflussen können.

Im ersten Moment bin ich gewillt dem zuzustimmen. »Fire & Ash« ist ein atemberaubendes Stück Kinogeschichte. Die Qualität der Figuren, Effekte und von Pandora wurde erneut angehoben. Dachte man schon, dass »The Way of Water« realitätsnah aussah, legt »Fire & Ash« eine Schippe obendrauf. Hinzu kommt, dass Pandora eine faszinierende Welt ist. Wir bekommen mit jedem Eintrag in dieses Franchise ein Stück mehr gezeigt. Der Vorhang um diese mysteriöse Welt wird etwas weiter zurückgezogen. Und was man dahinter erblickt, kann nichts anderes als beeindrucken. Ich liebe die Lebewesen, die Kreativität hinter den Völkern und Stämmen. Es wirkt wie eine lebende, atmende Welt, die eine reichhaltige Geschichte hat. Ich würde gerne gut geschriebene Bücher über Pandora lesen. Ohne Menschen oder dergleichen. Einfach nur Geschichten über die Vergangenheit von Pandora und ihren Bewohner*innen.

Aber »Fire & Ash« sieht nicht nur gut aus, auch die Geschichte hat mich erneut in ihren Bann gezogen. Lo’ak spielt erneut eine zentrale Rolle. Wie ich später lernte, sollten Teil 2 und 3 eigentlich ein Film werden, wurden aber dann aufgeteilt. Es macht also Sinn, dass Lo’aks persönliche Entwicklung weiterhin im Zentrum bleibt, und das gefällt sehr gut. Es werden teils schwierige Themen angesprochen, die ich einem solchen Blockbuster nicht zugetraut hätte. Diese Themen kommen recht unvermittelt und können im ersten Moment überfordern. Man kann James Cameron viel vorwerfen, aber der Mann weiß, wie man Geschichten erzählt. Es ist faszinierend, wie ohne viel Dialog trotzdem tiefgründige Themen angeschnitten werden, die mich teils den Tränen nahebrachten. Davor kann ich nur meinen Hut ziehen.

Leider bleibt es aber, wie auch schon beim zweiten Teil, nur beim Anschneiden der Themen. Ich hätte mir gewünscht, vor allem nach dem Ende des zweiten Teils, dass die Charaktere mehr miteinander reden würden. Das berühmte »I see you«, welches am Ende von Teil 2 von Jake an Lo’ak gerichtet wird, bedeutet so viel. Bedauerlicherweise macht der dritte Teil daraus allerdings nichts. Die beiden machen dieselben Punkte noch einmal durch. Dabei hatten sie doch die großen Hindernisse bereits im Vorgänger überwunden. Das finde ich äußerst schade. Natürlich hatten sie in »The Way of Water« keine Zeit, den Verlust von Lo’aks Bruder zu verarbeiten. Ich hätte mir gewünscht, dass sie hier mehr als Familie machen würden. Mehr Dialoge, Kommunikation und gemeinsam die schwierige Zeit bewältigen.

Das sind alles Themen, die Jake immer wieder der Familie einzuprägen versucht. Allerdings schafft es der Charakter nicht, seine militärische Seite beiseitezulegen. Das finde ich schade, denn im ersten Teil hatte er eine andere Entwicklung durchgemacht. Ich habe Jakes Charakter nie als den durchtriebenen Militärtypen gesehen. Dass Neytiri das alles so mitmacht und die beiden nicht versuchen, gemeinsam mit dem Verlust umzugehen und auf ihre Familie zu achten, ist bedauerlich. Neytiri ist ein so toller Charakter, aber seit Teil 2 darf sie hauptsächlich reagieren. Sie hat zwar ihre Momente, aber was die Familiensituation anbelangt, hält sie sich unverständlicherweise sehr zurück und darf nicht mitreden. Dass sie Spider nicht mag oder akzeptiert, ist verständlich und nachvollziehbar und ein toller Handlungsbogen. Daraus hätte man mehr machen können.

Allerdings muss ich auch sagen: Es muss nicht immer alles ein Konflikt sein und hart erarbeitet werden. Manchmal kann ein Film auch einfach nur Wohlfühlkino sein. Es gibt genug Möglichkeiten, Konflikte in dieser Welt einzubauen und Charaktere, die sich zusammenraufen müssen. Man muss es nicht übertreiben. Falls es einen vierten Film gibt, hoffe ich sehr, dass die Action vielleicht etwas zurückgeschraubt wird und dafür mehr Charaktermomente Platz finden. Mehr Dialogszenen und dergleichen. Lohnenswert ist »Fire & Ash« aber auf jeden Fall. Wer den zweiten Teil mochte, wird auch den dritten genießen können. Und die über drei Stunden Laufzeit vergehen wie im Flug.

John Blanche

Die Welt von Warhammer begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich mag sowohl das Fantasy- als auch das Science-Fiction-Setting. Doch 40k, also die Science-Fiction-Seite, hat mich stets etwas mehr in ihren Bann gezogen. Allein die Tagline zieht einen in ihren Bann. Man will wissen, was passiert ist, ob es Hoffnung gibt, wie die Menschheit ums Überleben kämpft. Es ist episch, over-the-top übertrieben, brutal und hat ihren Ursprung als Satire. Was kann man daran nicht lieben?

»In the grim darkness of the far future, there is only war.«

Manche scheinen zwar den satirischen Aspekt etwas aus den Augen zu verlieren und die Welt zu ernst zu nehmen, doch das ist nur ein kleiner Teil einer ansonsten großartigen Community. Es ist Eskapismus pur. Ich habe mich im Laufe der Zeit mit vielen Aspekten von Warhammer 40k auseinandergesetzt. Sei es das Bemalen der Figuren, ein paar Runden des Table-Top-Spiels zu testen oder mich in den unzähligen Büchern zu verlieren. Man kann YouTube-Videos über die verschiedenen Seiten des Hobbys schauen oder die tollen Videospiele spielen. Mittlerweile gibt es einen eigenen Streaming-Service von Games Workshop mit Kurzfilmen, Serien und anderen Angeboten. Es ist wirklich schön zu sehen, wie diese Welt immer vielseitiger wird und jede*r entscheiden kann, wie man sich damit auseinandersetzen möchte.

Das alles hat aber einen Kern. Ein Grundgerüst, auf dem alles fußt. Es ist der unverwechselbare Look dieses dystopischen Universums. Die Zeichnungen in den Regelbüchern, die Artworks der Boxen, die Charakterdarstellungen auf den Websites. »Grimdark« ist nicht nur eine Zuschreibung der Welt, sondern ein komplett eigener Stil. Wie ich in den vergangenen Wochen gelernt habe, geht dieser Stil auf einen Mann zurück, der über 30 Jahre bei Games Workshop gearbeitet hat und damit ausschlaggebend für das ist, was wir uns als Fans unter Warhammer 40k vorstellen: John Blanche.

Seine Biografie zu lesen, war äußerst spannend und aufschlussreich. Man bekommt nicht nur Einblicke in sein Leben, sondern erfährt außerdem etwas über die Ursprünge von Games Workshop und Citadel. Ich hatte schon die Befürchtung, dass es etwas trocken werden würde, doch die Hälfte des Buches ist gespickt mit Zeichnungen von Blanche, sodass man eine sehr gute Vorstellung von seiner Kreativität bekommt. Ich blättere immer wieder gerne durch die Seiten und betrachte die Zeichnungen. Es ist erstaunlich, was ein Mensch in der Lage ist, aus dem Nichts zu erschaffen. John Blanche kann als Inspiration und Vorbild dienen, sich nicht an Konventionen zu halten, sondern das zu machen, was man für richtig hält, und der Kreativität freien Lauf zu lassen.

»John Blanche«, geschrieben von John Wombat und Ruth Moreira, ist eine tolle Biografie und ein schön designtes Buch. Sie schreiben nicht nur über John Blanche, es kommen ebenso Zeitgenossen zu Wort. So erfährt man viel über den Charakter von John Blanche, seine Arbeitsweisen und wie die frühen Tage von Games Workshop aussahen. Auch wenn der Fokus natürlich auf seiner Arbeit bei Games Workshop liegt, erfährt man auch außerhalb davon etwas über den Meister von Grimdark. Ein tolles Buch und eine klare Empfehlung für alle Fans von Warhammer 40k.

Mystische Stadt

Es trug sich zu, dass ich in der Weihnachtswoche nach Salzburg fuhr. Genauer gesagt, am Stefanitag. Ich stand um kurz nach 6 Uhr morgens auf, trank genüsslich eine Tasse Kaffee und las etwas in dem großartigen Buch »Cancel Cultur Transfer« von Adrian Daub. Um halb acht machte ich mich schließlich auf den Weg. Das Schöne, so früh unterwegs zu sein, noch dazu an einem Feiertag nach Weihnachten, ist die unendliche Ruhe. Die Welt war noch in dichtem Nebel getaucht, die Straßen beinahe leer. Ich parkte in der Linzergassengarage (man gönnt sich ja sonst nichts) und spazierte die gleichnamige Gasse entlang.

Zwar waren ein paar Menschen unterwegs, doch nur eine Handvoll. Nicht zu vergleichen mit dem dichten Gedränge vor Weihnachten, wo man sich einen Weg erkämpfen und Heerscharen von Touristen ausweichen muss. Man traf sich am Platzl und spazierte weiter die Getreidegasse entlang. Diese war wirklich leer. Das habe ich seit Corona nicht mehr erlebt. Die Stadt in dieser morgendlichen Ruhe zu erleben, ist wirklich etwas Besonderes. Natürlich bin ich am Wochenende gelegentlich früh unterwegs. Aber da bereiten sich die Geschäfte für den Tag vor, Lieferwagen und Postautos tragen Briefe und Pakete aus. Doch an einem Feiertag wie diesem ist auch das nicht der Fall.

Gepaart mit dem Nebel spürt man das Mittelalterliche der Stadt und die vergangenen Jahrhunderte wirken zum Greifen nahe. Die Modernität rückt in den Hintergrund, spielt keine Rolle mehr und weicht dem Mystischen. Die Festung war kaum mehr auszumachen und eine Welt außerhalb schien gar nicht mehr zu existieren. Eine wahrlich beeindruckende Stimmung und Atmosphäre. Ziel war der Dom. Dieses Mal jedoch nicht zwecks einer Führung. Sondern man wollte die Messe um halb neun besuchen. Zu diesem Anlass ist das mittlere der drei Tore geöffnet. Normalerweise verschlossen, stand die Pforte nun offen. So ist das Betreten des Doms ebenfalls etwas Besonderes. Wir suchten uns einen Platz relativ weit vorne, sodass wir aber noch einen guten Blick auf die Kunstwerke des Gebäudes und in die Kuppel hatten.

Ich bin kein gläubiger Mensch, aber den Ritualen der Kirche kann ich gelegentlich durchaus etwas abgewinnen. Die Dommesse an diesem Tag zu besuchen, war mir schon länger ein Anliegen. Diese Erfahrung mitzumachen. Aus Kindheitstagen, wo man noch regelmäßiger in die Kirche ging, kennt man natürlich die Abläufe. Hier stehen, da knien und dazwischen darf man sitzen. Ich habe davon abgesehen, mitzusingen oder mir die Eucharistie abzuholen, das kam mir dann doch falsch vor. Das überlasse ich den Gläubigen. Ich kann den Gemeinschaftssinn und die Sinnstiftung des Glaubens durchaus nachvollziehen, doch ich bin (leider) nicht dazu in der Lage, mich diesem hinzugeben. Aber das muss vielleicht auch gar nicht sein. Jeder findet seinen eigenen Weg.

Doch die Messe mitzuerleben, den Worten zu lauschen und einfach den Gedanken freien Lauf zu lassen, hatte etwas Meditatives. Ich bin durchaus interessiert, noch andere Messen mitzumachen und zu erleben. Wenn man sich darauf einlassen kann, holt einen die Atmosphäre durchaus ab. Man muss nicht unbedingt mit dem Religiösen etwas anfangen können. Aber vielleicht nimmt man etwas für sich selbst mit. Die Rituale dazwischen können als Inspiration dienen. Nächstes Jahr werde ich sicher wieder hingehen.

Taschenbuch

Wie bereits das erste Jahr des Blogs feiere ich auch das zweite mit einem Abdruck der Texte. Es ist etwas Besonderes, das Geschriebene in Buchform in Händen zu halten. Natürlich konnte ich nicht anders und habe erneut gleich mehrere Stücke bestellt, um diese verschenken zu können. Dieses Mal ging es allerdings etwas einfacher von der Hand. Immerhin konnte ich die Datei vom Vorjahr als Vorlage verwenden.

Als Programm diente mir erneut Affinity Publisher. Es ist ein tolles Programm und kann entsprechend große Dateien handhaben. Nicht unbedingt, was die Dateigröße betrifft, sondern eher den Umfang. Wobei ich auch mein Fotobuch von Island mit dem Programm mache und noch keinerlei Probleme hatte. Ich finde es mittlerweile sogar intuitiver als InDesign, welches ich gelegentlich bei der Arbeit verwende. Die Affinity-Programme sind zugänglicher, obwohl sie denselben Funktionsumfang haben.

Ein Grund, warum es dieses Jahr ebenfalls etwas leichter fiel, das Buch zu machen: Ich habe schon unterm Jahr immer wieder die Texte von meinem Schreibprogramm Ulysses in Affinity Publisher kopiert und formatiert. Vergangenes Jahr habe ich alles auf einmal gemacht, was am Ende etwas viel Arbeit war. Diese Arbeit über das ganze Jahr zu verteilen, werde ich auch weiterhin so machen.

Dann kommt natürlich noch das Format des Buches selbst. Es ist erneut A5. Doch die Qualität von Papier und Umschlag ist anders. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es beim letzten Mal übersehen habe oder ob es wirklich eine neue Option von Wir-Machen-Druck ist. Jedoch gibt es die Option, eine explizite Taschenbuchvariante drucken zu lassen. Das Buch zu Jahr 1 hatte etwas stärkeres Papier und einen dickeren Umschlag. Aber wenn es schon eine Taschenbuchvariante gibt, muss ich diese auch ausprobieren. Außerdem war es etwas billiger. Das ist nie schlecht.

Der Ablauf bei Wir-Machen-Druck ist sehr angenehm. Man bestellt das Produkt, das man haben möchte, in dem Format, das man haben will, und am Ende lädt man die PDF-Dateien hoch. Manche Fehler aus dem ersten Jahr (ich nehme stets die Qualitätskontrolle als Option dazu) konnte ich heuer vermeiden. Der Druckprozess ging flott und die Lieferung erfolgte erstaunlich schnell. Einen Tag nachdem ich die Versandmitteilung erhalten hatte, lag das Paket auch schon vor der Tür. Ich hatte etwas Bedenken bezüglich der Druckqualität, da vergangenes Jahr manche der Bücher nicht korrekt beschnitten waren – was ich versäumt habe, zu reklamieren. Doch dieses Jahr sind alle 20 Stück identisch. Kein eingerissener Einband, keine Fehldrucke.

Die Bücher schwarz-weiß zu drucken, inklusive des Titelbildes, sieht am Ende besser aus, als ich erwartet hatte. Vielleicht gehe ich nächstes Jahr trotzdem zu einem farbigen Einband zurück. Mal sehen. Jedenfalls bin ich erneut begeistert. Die eigenen Texte gedruckt vor sich liegen zu haben und dann auch noch in einer kleinen Auflage von 20 Stück, ist bemerkenswert. Wie immer habe ich natürlich schon Ideen, wie ich das Buch weiter verfeinern und verbessern kann. Im Moment genieße ich aber, dass das Buch zu Jahr 2 vor mir liegt.

Double-Jump & Upgrades

Ich berichte mehr oder weniger regelmäßig über meine Fortschritte in dem fantastischen, brutal schweren Metroidvania-Videospiel »Silksong«. Langsam und stetig arbeite ich mich durch die Welt von Pharloom. Immer wieder bin ich beeindruckt von der Detailverliebtheit und dem zeitlosen Design des Spiels. Der Soundtrack fesselt und untermalt gekonnt die Atmosphäre der einzelnen Abschnitte. Erstaunlich ist auch, wie viele dieser Abschnitte eigentlich optional sind. Das war bereits im Vorgänger »Hollow Knight« der Fall. Man kann das Spiel durchspielen, ohne einen Großteil der Welt je gesehen zu haben. Und wie es eben bei Metroidvania-inspirierten Spielen so ist, schaltet man immer mehr Fähigkeiten frei. So auch bei »Silksong«.

Diese Fähigkeiten erleichtern nicht nur die Navigation durch die Welt, sondern machen manche Bereiche überhaupt erst zugänglich. Zu den Fähigkeiten gehören unter anderem der Dash, also ein schneller „Sprung“ nach vorne, um entweder Gegnern rasch ausweichen zu können oder größere Abgründe zu überwinden. Dann natürlich noch der Wall Climb/Wall Jump. Wie der Name sagt, kann man damit die Wände hochklettern und davon abspringen. Allein diese Fähigkeit macht vieles zugänglich. Und dann gibt es natürlich noch den Doppelsprung.

In Silksong ist dieser komplett optional. Um das Spiel durchzuspielen, ist dieser nicht notwendig. Aber wenn man die Waffe weiter upgraden, Maskenfragmente finden und weitere Dinge freischalten möchte, ist dieser unverzichtbar. Im ersten Teil bekam man diesen noch relativ leicht. In »Silksong« wird es deutlich, dass es sich um eine optionale Fähigkeit handelt. Nicht nur muss man eine ausgedehnte Parkourpassage überwinden. Diese Passage ist auch noch am Feenberg. Klingt putzig, ist aber eine Hölle aus Eis, in der man langsam erfriert und von Wärmequelle zu Wärmequelle hetzt. Dieser Zeitdruck führt, zumindest bei mir, häufiger zu Fehlern. Resetpunkte gibt es auch nicht allzu viele. Ich glaube, ich habe eineinhalb Stunden gebraucht, um mich zur Spitze des Berges hochzuarbeiten. Wenn man sich Zusammenschnitte auf YouTube ansieht, dauert dies vielleicht 10 Minuten; maximal.

Naiv habe ich mir danach gedacht, dass manche Abschnitte nun einfacher würden. Manchmal ist das auch der Fall. Doch viel öfter sind Parkourpassagen, die man ohnehin nur mit dem Doppelsprung erreicht, umso schwieriger gestaltet. Man muss das komplette Arsenal an Fähigkeiten einsetzen, um durch die Gebiete navigieren zu können. Und Bänke, an denen man rasten und speichern kann, sind rar gesät. Trotzdem hat mich Silksong fest im Griff und ich denke gar nicht daran, aufzugeben. Ich erarbeite mir jetzt diverse Upgrades, um es in Kämpfen einfacher zu haben. Es ist grundsätzlich ja erfreulich, dass es nicht nur harte Kämpfe sind, sondern auch Parkour ein zentraler Bestandteil ist. So, wie es eben sein soll.

Manchmal wäre es allerdings ganz nett, wenn es die Entwickler*innen ein bisschen einfacher gestaltet hätten. Vor allem, nachdem man durch eine Eishölle gegangen ist, um sich eine Fähigkeit freizuschalten.

Alles falsch

Für die Korrektur der Blogtexte verwende ich zwei Programme. Das hilft dabei, die Rechtschreib- und Grammatikfehler so gering wie möglich zu halten. Nur selten schreibe ich einen Text über mehrere Tage. Mein Vorgehen ist typischerweise so: Ich sammle Ideen, die ich mir entweder direkt in mein Schreibprogramm (Ulysses) notiere oder trage sie in eine Liste ein. Dann setze ich mich am Abend hin und schreibe zu einem dieser Themen einen Text. Oder mir liegt konkret etwas auf dem Herzen, was ich loswerden möchte, dann hat das natürlich Priorität. Ist der Text geschrieben, geht es in die Korrektur.

Ich tippe die Texte so, wie sie mir gerade einfallen. Meist ergibt sich von alleine eine Struktur oder ich denke kurz darüber nach, was ich mit dem Text aussagen möchte, aber dann geht es auch schon los. Ist der Text in Ulysses geschrieben, kopiere ich ihn in das Webinterface von LanguageTool. Dort habe ich einen Premium-Account. LanguageTool gefällt mir sehr gut. Es macht Vorschläge, wenn ich manche Wörter zu oft wiederhole oder Sätze zu oft mit demselben Wort anfangen. Manchmal macht es auch Vorschläge zur Formulierung. Rechtschreibung und Grammatik zu korrigieren, funktioniert ebenso gut. Nur kommt es mir manchmal so vor, als ob es für gewisse Eigenheiten der deutschen Sprache nicht geschaffen ist, selbst wenn man es entsprechend einstellt. Es scheint für mich so, als ob englische Eigenheiten durchscheinen würden.

Deshalb habe ich noch eine zweite Software im Einsatz: Scribbr. Die Gratisversion reicht mir hier allerdings vollkommen aus. Das heißt, von LanguageTool kopiere ich den Text nach Scribbr. Hierbei geht es mir darum, die Feinheiten, die LanguageTool eventuell übersehen hat, zu korrigieren. Mit diesen beiden Programmen fahre ich sehr gut. Das führt auch dazu, dass ich den Text insgesamt dreimal durchlese und so an gewissen Stellen nachschärfen kann.

Neuerdings ist mir allerdings bei Scribbr aufgefallen, dass nicht nur Fehler unterstrichen werden. Diese werden mit einer roten Linie markiert, wie man es aus anderen Schreibprogrammen kennt. Seit ein paar Wochen oder sogar schon Monaten gibt es blau unterstrichene Stellen. Diese sollen alternative Formulierungen vorschlagen, wenn ich das richtig verstanden habe. Man sieht den alternativen Text allerdings nur verschwommen, da man für diesen Dienst bezahlen muss. Der ist für mich allerdings überflüssig. Das wäre an sich kein Problem, nur unterstreicht Scribbr stets den kompletten Text. Das ist vollkommen übertrieben und unnötig. Außerdem führt das nur dazu, dass ich sicherlich keinen Cent einwerfen werde, wenn der Standard ist, dass mein kompletter Text von dieser Software umformuliert werden würde. Eigentlich eine absolute Frechheit.

Dass man an ein paar ausgewählten Stellen Vorschläge macht, ist kein Problem. Aber sobald mein gesamter Text geändert werden soll, geht das zu weit. So verliert der Text doch meinen Touch. Mein Schreibstil geht dabei verloren. Stattdessen klingt alles gleich. Zumindest ist es das, was ich befürchte. Wieso aber sollte die Software sonst immer alles blau unterstreichen? Leider lassen sich diese Einstellung oder diese blau unterstrichenen Vorschläge nicht deaktivieren. Für die „normale“ Fehlerkontrolle verwende ich Scribbr weiterhin sehr gerne. Vielleicht finde ich irgendwann eine Alternative. Aber vorerst kann ich mit den Einschränkungen leben. Vor allem, weil es nur eine zweite Instanz ist, die LanguageTool unterstützen soll.

Handschriftlich

Gedanken handschriftlich festzuhalten, ist für mich fast schon eine Notwendigkeit. Es hilft beim Nachdenken. Anders als beim Tippen am Computer, wo die Finger über die Tasten fliegen, verlangsamt sich die Welt durch das handschriftliche Schreiben; die Gedanken werden klarer. Ich mag das. Es hilft mir aber auch, einen Überblick über meine Aufgaben in der Arbeit zu behalten. Dafür habe ich dieses Jahr ein Bullet Journal für die Arbeit gestartet und bin weiterhin sehr begeistert, diese tolle Technik dort verwenden zu können. Doch habe ich dieses Jahr noch ein weiteres Anwendungsgebiet für Handschriftliches gefunden, was ich zuvor stets unterschätzt habe.

Zu Anlässen wie Geburtstagen, aber auch in Bezug auf Weihnachten habe ich dieses Jahr vermehrt Karten geschrieben. Lange Zeit hatte ich nicht wirklich einen Grund gesehen, warum man Glückwunschkarten schreiben soll. Meist steht sowieso nur ein Spruch eines Autors oder einer Autorin oder von Philosoph*innen darin, von denen man zuvor noch nie etwas gelesen hat. Ein paar Floskeln runden das Ganze dann noch ab, bevor man unterschreibt und die lästige Pflicht erfüllt ist. So in etwa war meine Herangehensweise an diese Karten. Doch meine Meinung darüber musste ich in den vergangenen Monaten ändern.

Wenn man sich etwas Mühe gibt und Zeit lässt, dann kann eine solche Karte durchaus etwas Besonderes sein. Natürlich kann man sich weiterhin Zitate heraussuchen. Dann aber doch eher von etwas, das man selbst kennt. Den persönlichen Touch sollte ein Eintrag nicht verlieren. Wenn man dann noch ein paar Worte an die Empfänger*innen richtet, die man vielleicht schon lange sagen wollte, aber noch nie die Gelegenheit oder den Mut dazu hatte, erhält ein einfaches Stück Papier sehr viel mehr Bedeutung. Ich mache das nicht immer oder zu jedem Anlass, aber mittlerweile doch häufig. Ich bin sogar dazu übergegangen, Karten zu verschiedenen Anlässen auf Reserve zu Hause zu lagern, für den Fall, dass ich spontan eine benötige.

Briefe zu schreiben, hat mir noch nie wirklich gelegen. Zumindest habe ich es noch nie wirklich ausprobiert. Laut Matthew Dicks ist es die beste Form, mit jemandem in Kontakt zu bleiben. Seither ist mir aufgefallen, wie wenig Adressen ich überhaupt habe. Auch von Menschen, die eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen. Man weiß, wo sie wohnen und wie man dorthin kommt, aber wirklich dazu übergegangen, Adressen auszutauschen – dazu ist es nie gekommen. Dieses Versäumnis versuche ich nachzuholen. Manchmal ist es zwar seltsam, nach einer Adresse zu fragen, obwohl man sich schon Jahre kennt, aber über diesen metaphorischen Schatten zu springen ist nicht allzu schwierig. Vielleicht entwickelt sich meine neu gefundene Affinität des Kartenschreibens zu einer Leidenschaft für Briefe. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Red Shirts

Ich schaue im Moment gerne »Star Trek: The Next Generation«. Ich lasse es nebenbei laufen. Beispielsweise während ich mich durch eine anstrengende Passage in Silksong kämpfe oder Hindernisse überwinden muss. Es lenkt etwas ab. Was vielleicht auch nicht gerade gut ist, aber ich schaue es eben gerne. TNG ist eine zeitlose Serie, die man sich auch heute noch ansehen kann. Oft kommt es vor, dass ich problematische Stellen identifiziere, diese aber später von den Charakteren direkt angesprochen werden. Das ist äußerst erfrischend. Und bedenkt man, dass die Serie Ende der 80er angefangen hat, ein Qualitätsmerkmal, das ich heute manchmal vermisse.

Was mir auch aufgefallen ist: Die Charaktere nehmen einander ernst und ziehen sich nicht gleich auf oder machen sich lustig. Aus der heutigen Mediensicht hatte ich das an manchen Stellen befürchtet, es trat jedoch nicht ein. In einer Episode in der vierten Staffel verschwinden Personen etwa spurlos von der Enterprise. Niemand kann sich an sie erinnern, und ihre digitalen Fußabdrücke sind verschwunden. Nur Dr. Crusher scheint sich an diese Verschwundenen erinnern zu können. Die Crew nimmt das allerdings ernst, schickt Suchtrupps los und versucht, das Mysterium zu lösen. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Doch Dr. Crusher hat ihr Vertrauen. Warum sollten sie sie also nicht ernst nehmen? Alles andere wäre völlig fehl am Platz gewesen.

Eine zweite Beobachtung, die ich gemacht habe, betrifft all die zusätzlichen Leute, die entweder auf der Enterprise vorkommen oder kurze Gastauftritte haben. Sei es als eine Alien-Rasse oder als menschenähnliche Wesen. Die Maskenbildner und Make-up-Artists haben ganze Arbeit geleistet. Die „Nähte“ muss man schon suchen und das selbst, nachdem die Serie noch einmal neu und hochauflösend eingescannt wurde. Es ist erstaunlich. Daran erkennt man die Hingabe und Leidenschaft, die die Leute hatten. Sie standen für die Serie, ihre Prinzipien und die Welt.

Zu den Gastauftritten gehören aber auch die schauspielerischen Leistungen. Das sind zum einen die Crewmitglieder, die einfach nur im Hintergrund Dinge machen oder in den Korridoren am Hauptcast vorbeigehen. Es wirkt stets natürlich und passend für die Welt. Sie beleben die Enterprise buchstäblich. Diejenigen mit Sprechrollen oder größeren Gastauftritten machen ebenso eine gute Figur.

All diese Menschen machen »Star Trek: The Next Generation« zu dem, was es ist. Sie sorgen dafür, dass die Enterprise und die Welt dieser Zukunft lebendig wirken. Ohne Sie würde der Hauptcast nicht so gut aussehen. Seien es die Statisten oder Nebenrollen, die Make-up-Artists im Hintergrund oder all die anderen, die an der Serie mitgearbeitet haben. Man entdeckt immer wieder mit Freude neue Details. So macht es heute, 40 Jahre nach der Erstausstrahlung, immer noch Spaß, die Serie anzuschauen.

Früher war mehr Weltuntergang

Wann hatten wir das letzte Mal eigentlich einen richtig schönen, zünftigen Weltuntergang? Nicht in dem Sinne, wie es aktuell immer wieder zu lesen ist, dass der Klimawandel es auf der Erde ungemütlich für uns machen könnte. Oder dass wir uns mit unseren Atomwaffen oder was auch immer selbst vernichten. Oder KI und Roboter uns überrennen werden. Nichts von diesen trostlosen, depressiv machenden, düsteren Szenarien. Ich meine eher die amüsierenden Gute-Laune-Weltuntergänge, auf die man sich freuen kann.

Wir hatten den Übergang ins neue Jahrtausend, bei dem vorausgesagt wurde, dass die Computer eingehen würden. Oder 2012, als der Maya-Kalender endete und das ultimative Ende bevorstand. Es sind Filme über diese Themen gedreht worden, Bücher geschrieben und die Wissenschaft hat sich damit auseinandergesetzt. Aber seit 2012 spurlos an uns vorbeiging, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – der Film und das Jahr vielleicht auch –, gab es kein solches Datum mehr. Ich kann mich irren, aber mir fällt nichts ein.

Es wäre doch eigentlich mal wieder ganz nett, sich auf einen gepflegten Weltuntergang freuen zu können. Vielleicht brauchen wir das als Gesellschaft? Etwas, worauf wir uns fokussieren können. Wo wir unsere kreative und geistige Energie verschwenden können. Ansonsten ging es doch einfach nur bergab, seit 2012 an uns vorbeiging. Natürlich haben wir es ein paar Jahre ohne Untergangsszenario ausgehalten, aber spätestens Corona hat uns gezeigt, dass solche Szenarien durchaus Realität werden können. Seitdem drehen wir völlig am Rad.

Ich hätte gerne einen abstrakten Weltuntergang. Sei es ein Kalender, der endet, oder Aliens, die sich in irgendwelchen Hieroglyphen angekündigt haben. Wo bleiben die düsteren Prophezeiungen von Nostradamus? Der hat auch schon lange nichts mehr von sich hören lassen. Manche von uns haben diese Dinge ernster genommen als andere, aber ich meine doch, dass wir uns im Grunde einig waren, dass das alles eher nicht in der Realität verankerte Möglichkeiten sind. Heute schafft sich jeder und jede ihre eigene Realität und Fakten sind längst nicht mehr so fix wie vor ein paar Jahren noch.

Vielleicht findet sich demnächst eine Prophezeiung oder eine These, die den Weltuntergang vorhersagen möchte. Ich fände es nicht nur an sich spannend. Ich empfände es als interessant, ob ein solch kollektives Ereignis etwas mit uns machen würde. Früher war nicht alles besser, aber zumindest konnte man sich auf den nächsten Weltuntergang freuen. Wir hatten ja sonst nichts.