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Final Destination: Bloodlines

Einen der vorangegangenen Teile von »Final Destination« habe ich im Kino gesehen. Ich bin kein expliziter Horror-Fan oder dergleichen, aber gelegentlich setze ich doch gerne einen Fuß ins Genre. »Final Destination: Bloodlines« kam im Sommer 2025 raus, aber explizit ins Kino wollte ich dafür nicht gehen. Im Dezember war der Film dann bei Apple TV im Angebot, was eine gute Gelegenheit war, diesen nachzuholen. Immerhin hatte er gute Kritiken abgeräumt und scheint die vergangenen Teile aufzugreifen oder zusammenzuführen.

Die Geschichte ist klassisch für »Final Destination«. Zumindest von dem, was ich über das Franchise weiß. Besonders gefällt, dass die Kreativen hinter dem Film es verstehen, mit der Erwartungshaltung der Zuschauer*innen zu spielen. Was genau passiert mit dem abgebrochenen Stück Glas? Ist die Theorie der Protagonistin richtig? Wer hat diese Vision der Tode gehabt? Es ist immer wieder schön, falsch zu liegen. Besonders für mich, wo ich noch nicht so viele Teile des Franchise gesehen habe, wurde ich hervorragend unterhalten und immer wieder positiv überrascht. Es hat selten so viel Spaß gemacht, den Menschen beim Sterben zuzusehen.

»Final Destination: Bloodlines« ist brutaler, als ich es erwartet hatte, was nichts Schlechtes ist. Die Effekte und Tode sind toll inszeniert und sehen äußerst absurd, aber genauso realistisch aus. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viel bei einem Film gelacht habe. Manche Szenen sind so überraschend plötzlich brutal, dass man nicht anders kann, als es lustig zu finden. Immer wieder wird auf Gegenstände gezoomt und man rätselt, wie damit der oder die Nächste umgebracht werden soll. Somit haftet diesen Filmen auch etwas Detektivisches an. Ist das der Reihe inhärent, dass sie zwar brutal sind, aber die Inszenierung der Tode auch humorvoll gemacht? Ich muss die anderen Teile unbedingt nachholen und es herausfinden. Ich weiß nur, dass ich mich schon bei dem Teil, den ich im Kino sah, hervorragend amüsiert hatte.

Scheinbar wird bereits am Nächsten gearbeitet, aber sie sollen sich ruhig Zeit lassen. Die Abfolge der Ereignisse und die Inszenierung der Tode sind unfassbar wichtig für diese Filme. Das sollte man nicht überstürzen. Man erkennt in dem Film eine Leidenschaft und Liebe zum Detail. Er wirkt handwerklich gut gemacht und praktische Effekte und CGI gehen mehr oder weniger nahtlos ineinander. Besonders die ständige Präsenz des Todes als Bösewicht, obwohl man ihn nie sieht, funktioniert exzellent. Auch das will gekonnt in eine Fortsetzung eingebaut werden. Gleichzeitig braucht es Charaktere, die man in der kurzen Zeit sympathisch findet und dadurch von ihrem plötzlichen Ableben schockiert ist. All das schafft »Final Destination: Bloodlines« mühelos.

Kleingedrucktes

Als ich das letzte Mal mit der Deutschen Bahn nach Stuttgart gefahren bin, habe ich mir eine Probe-BahnCard geklickt. Es war eine Aktion der DB und diese sollte für drei Monate gültig sein. Der Preis dieser speziellen Reise war nicht wirklich günstiger, aber eben auch nicht teurer. Und wäre ich nochmal nach Stuttgart oder anderswo hingefahren, hätte sie sich auf jeden Fall bezahlt gemacht. Ich hatte die Probe-BahnCard schon ganz vergessen. Erinnert wurde ich freundlicherweise von der Deutschen Bahn selbst.

Es kam nämlich die Rechnung für die BahnCard 25 herein geflattert, die ich doch bitte zahlen soll. Ich hatte anlässlich eines Geburtstags gerade die nächste Reise gebucht und mich im Zuge dessen auch mit der BahnCard beschäftigt. Mir war nicht bewusst, dass ich sie gekauft hatte. Meine Vermutung war, dass ich diese in den Warenkorb gelegt und dann mit der Reise mitgekauft hatte. Also ein Versehen. Kein Problem. Man kann die Bestellung einfach per Formular stornieren. Formular ausgefüllt, abgeschickt, erledigt.

Doch da kam die ernüchternde Nachricht, dass die BahnCard 25 erst Ende Januar 2027 storniert werden könne. Es war also keine neue Bestellung, sondern eine automatische Verlängerung der Probe-BahnCard. Ich habe nirgends gelesen, dass sie sich automatisch verlängern würde. Dann hätte ich das Angebot gar nicht erst wahrgenommen. Die Frist zur Kündigung (4 Wochen vor Ablauf) habe ich natürlich übersehen. Natürlich kommt die Rechnung ebenfalls nicht vor den vier Wochen, sodass man nicht mehr stornieren kann.

Nun bin ich gezwungenermaßen Besitzer einer BahnCard 25, habe meine aktuelle Reise selbstverständlich ohne diese gebucht, weil sie natürlich nicht automatisch berücksichtigt wird, und hoffe, dass sie sich im Laufe des Jahres bezahlt macht. Kundenfreundlichkeit geht anders. Warum kommt keine Erinnerung, dass sich die BahnCard automatisch verlängert? Warum wird nicht explizit darauf hingewiesen, dass sie sich überhaupt automatisch verlängert? Obacht bei Angeboten, die sich zu gut anhören. Irgendwie müssen sich solche Angebote für Firmen bezahlt machen. Dieses Mal war ich an der Reihe und bin reingetappt.

Das Gute ist, dass ich durch das Ausfüllen des Formulars diese BahnCard bereits storniert habe. Denn erneut wird nicht darauf hingewiesen, dass sie sich automatisch verlängert. Man kann es aus dem Kontext der Mail schließen, da ein Dokument für eine SEPA-Lastschrift beiliegt. Aber explizit steht nichts von einer Verlängerung drin. Auch auf der Rechnung selbst steht nichts. Das kann nicht in Ordnung sein. Das nächste Mal also wirklich genau hinsehen und kontrollieren, ob es irgendwelche Hinweise gibt, dass es sich um ein Abo handelt und nicht um eine einmalige Aktion.

Live-Streams

Ich schicke gleich mal voraus, dass es heute ein sehr nischiger und nerdiger Text wird. Es geht um Twitch, Gaming und Elden Ring sowie das Wesen des Streamings. Bis vor Kurzem war ich mir nicht sicher, ob ich den Text überhaupt schreiben soll, da er doch ein gewisses Wissen voraussetzt. Außerdem habe ich keinen direkten Punkt, den ich machen möchte, sondern eher eine Beobachtung, die ich schildern möchte. Ich gebe mir Mühe, es so gut es geht zu erklären. Grundsätzlich trifft das allerdings auch auf ein paar andere Texte zu. Immerhin schreibe ich täglich einen Text und decke dadurch ein sehr breites Spektrum an Themen ab. Was mir eben so unterkommt. Durch meine vielfältigen Interessen sind eben auch solche Texte dabei. Aber genug der Vorrede.

Jedenfalls verfolge ich seit ein paar Monaten regelmäßig den YouTuber und Twitch-Streamer »Jack_Fromsoft«. Sein Steckenpferd sind Soulslikes, insbesondere natürlich die Originale von FromSoftware und das 2022 erschienene »Elden Ring«. Ende letzten Jahres startete er eine der wohl schwierigsten Herausforderungen: die French-Challenge. Randomizer, also Mods (Modifikationen für Spiele, die von anderen Spielern programmiert werden), die wahlweise Items und/oder Gegner zufällig austauschen und in der Spielwelt platzieren, sind ein beliebter Sport bei Streamern. Doch die French-Challenge setzt noch einen obendrauf. Es sind alle Items und Gegner/Bosse randomisiert, Gegenstände, die man aufhebt (Waffen, Rüstungen, Talismane und so weiter), werden automatisch ausgerüstet und man ist gezwungen, damit weiterzumachen. Außerdem darf man nicht sterben, bis man alle 207 Bosse von Elden Ring besiegt hat.

Jack_Fromsoft hat die Herausforderung nun genommen und etwas modifiziert und daraus die Austro-Challenge gemacht. Das finde ich äußerst sympathisch. Er hat es sich dabei zwar etwas schwerer gemacht als notwendig, aber ich mag es, wenn sich Streamer nicht immer punktgenau an irgendwelche Vorgaben halten, sondern die Regeln für sich anpassen. Das macht das Ganze etwas spannender und individueller. Es gibt genügend Herausforderungen, an denen man sich messen kann, da darf es zwischenzeitlich auch mal was anderes sein. Vergangene Woche habe ich jeden Tag mehrere Stunden damit verbracht, Jack_Fromsoft bei dieser Herausforderung zuzusehen. Mehr als ich es sonst mache.

Es war allerdings furchtbar spannend. Durch den Randomizer entstehen immer wieder kinoreife Momente, Kämpfe, die man nicht erwartet, spannende Situationen – es ist einfach unfassbar, guter Content und sehr unterhaltsam. Spoiler: Er hat es in der Nacht von Samstag auf Sonntag doch tatsächlich geschafft. Eine unfassbare Leistung. Aber es derart intensiv über vier Tage zu verfolgen, war dann doch anstrengender als vermutet. Mir ist noch einmal deutlicher bewusst geworden, dass Streams doch eine andere Form des Konsums sind als Filme oder Serien. Man schaut zwar in beiden Fällen passiv etwas an, aber psychologisch passiert etwas anderes.

Ich weiß nicht, woran es liegt. Gibt es Untersuchungen zu dem Thema? Beispielsweise ist der Entspannungseffekt beim Schauen von Streams nicht so groß wie bei Filmen oder Serien. In all diesen Fällen fiebere ich mit den Charakteren oder dem Streamer/der Streamerin mit, aber es ist doch anders. Mir fällt es schwer, den Finger darauf zu legen, was es ist. Liegt es an der ungewissen Dauer? Eine Folge einer Serie oder ein Film hat eine definierte Länge, ein Stream kann sehr lange dauern und man muss sich vielleicht selbst überwinden, einfach abzuschalten. Liegt es an den Kommentaren, seien es die vom Streamer oder die von den Zuschauer*innen? Sind es die Spiele selbst, die es anstrengend machen? Diesen Effekt stelle ich bei allen Stream*innen fest, die ich gerne schaue. Es ist faszinierend, zu beobachten. Vielleicht liegt es auch an mir. Vielleicht bin ich das Problem. Das ist natürlich niemals auszuschließen. Vielleicht habe ich irgendwann den richtigen synaptischen Kurzschluss. Erst einmal wollte ich diese Beobachtung einfach festhalten. Manchmal passiert alleine schon durch das Aufschreiben etwas im Gehirn. Lassen wir uns überraschen.

Valhalla

Valhalla ist die einfache Bezeichnung eines Spiels, das ich den Dezember über gespielt habe. Eigentlich heißt es »VA-11 Hall-A – Cyberpunk Bartender Action«. Dahinter verbirgt sich ein schon etwas älteres Spiel, das manche aber traditionell im Dezember zu spielen scheinen, da die Handlung genau zu der Zeit stattfindet. Man spielt Jill, eine Kellnerin in einer etwas heruntergekommenen, aber durchaus netten Bar. Man hat nur eine Sicht, und zwar von der Bar aus ins Lokal, und bedient die hereinkommenden Kund*innen. Kernaufgabe ist es, die Bestellungen zu mischen und ansonsten viel mit ihnen zu reden. Was man eben so als Kellnerin macht. Es arbeitet noch der mysteriöse Gillian in der Bar, und unsere Chefin ist Dana, die wir im Laufe des Spiels ebenfalls besser kennenlernen.

Valhalla besteht aus drei Bestandteilen. Zum einen gibt es den Prolog, eine Demo mit dem Titel »Anna« und dann das eigentliche Spiel. Man startet am 9. Dezember und wenn man jeden Tag ein Kapitel spielt, ist das Finale am 31. Dezember. Eigentlich eine schöne Tradition. Doch mir wurde es offen gestanden zu viel. Ich habe am Ende mehrere Tage auf einmal gespielt und wollte zum Ende kommen. Denn das Spiel hat für mich ein Problem: Es ist zu lang. Knapp 12 Stunden hat der erste Durchlauf gedauert. Dabei habe ich aber nicht alle Dialoge gelesen oder mich mit allen Charakteren eingehend auseinandergesetzt. Es gibt außerdem ein New-Game-Plus, wo man sich noch mehr Dinge erarbeiten und Musik freischalten kann. Denn am Beginn jeder Schicht in der Bar steht man an der Jukebox und legt eine Playlist für den Abend fest. Eine äußerst charmante Idee.

Die Charaktere selbst sind großartig geschrieben. Das komplette Spiel findet in der Bar statt, man verlässt quasi diese Location nicht. Man hat nur eine fixe Sicht in die Bar hinein, von der aus man die Menschen und Roboter (die hier Lillim genannt werden) bedient. Zwischen den Schichten ist man zu Hause, doch auch hier hat man nur eine fixe Sicht auf die Wohnung. Man kann jeden Tag drei kurze Nachrichten lesen und ist in Formen unterwegs, die noch etwas mehr Einblicke geben, was in dieser Welt passiert und was unserer Protagonistin wichtig ist. Den Rest erfährt man ausschließlich durch die Dialoge in der Bar.

Die Dialoge sind pointiert geschrieben. Vom ersten Moment an war ich gefesselt von den unterschiedlichen Charakteren, die die Bar besuchen. Jede*r bringt eine eigene Geschichte mit. Die Charaktere wirken dreidimensional und so, als hätten sie tatsächlich ein Leben außerhalb dieser Bar. Sie kommen, um mit Jill zu reden oder einfach ein Bier zu genießen. Dadurch lernt man mit der Zeit nicht nur die Menschen besser kennen, sondern hat auch eine sehr gute Vorstellung dieser Cyberpunk-Welt im Allgemeinen. Es ist erstaunlich, wie viel Worldbuilding möglich ist, wenn man sich mit den Dialogen Mühe gibt.

Ich bin froh, Valhalla eine Chance gegeben zu haben. Ein nettes, kleines Spiel, und ich kann nur empfehlen, es im Laufe des Dezembers zu spielen. Jeden Abend eine halbe oder dreiviertel Stunde eine Schicht in der Bar zu verbringen und mit den Gästen zu reden, hat etwas Entspannendes und sie werden ein kleiner Teil des eigenen Alltags.

Doomsday

In den vergangenen Wochen sind zwei Teaser für »Avengers: Doomsday« erschienen. Der erste konzentrierte sich auf Steve Rogers, der zweite auf Thor. Der Ton, besonders vom neuesten, mit Thor, ist ernst. Ruhige Musik spielt im Hintergrund. Sie dauern gerade einmal eine Minute. Am Ende das Versprechen, dass der Charakter zurückkehren wird, nämlich in »Avengers: Doomsday«. Seit den frühesten Tagen des MCU ist dies ein Versprechen: »Iron Man will return«, »Captain America will return« usw. Manchmal gekoppelt an einen bestimmten Film. Nun wird dieses Versprechen, dieser letzte Satz von so vielen Filmen genutzt, um »Avengers: Doomsday« anzukündigen. Es ist großartig.

Nachdem die letzten Phasen des MCU und die darin enthaltenen Filme eher gemischte Kritiken bekommen haben, ist dieses alte Versprechen mehr als nur eine bloße Ankündigung. Besonders seit ich den Teaser mit Thor gesehen habe, geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf. Taika Waititis Version von Thor hat mir noch nie gefallen und hatte seinen Tiefpunkt in »Love and Thunder«. Thor jetzt ernst zu sehen, besorgt und auf den Knien zu seinen Ahnen betend, ist ein starkes Zeichen, dass wir zu einem anderen Thor zurückkehren. Den Thor der ersten Filme, den aus »Avengers: Infinity War«. Es verspricht, episch zu werden.

Ich hoffe sehr, dass sie diese Art von Teaser beibehalten. Kurz, prägnant und nichts über den eigentlichen Film verratend. So wie sie es bei »Avengers: Endgame« gemacht haben. Der Hype um den Film baut sich durch die Fans und Theorien, die sich unweigerlich entspinnen werden, fast schon alleine auf. Es braucht wahrscheinlich wirklich nicht mehr als diese Teaser. Die Rückkehr von Robert Downey Jr. trägt ihr Übriges dazu bei, um die Fans anzulocken. Ich bin äußerst gespannt auf den Film. Der Countdown läuft, auch das haben die Teaser gemeinsam – die Doomsday-Clock tickt.

Die verlorene Sammlung

Es ist sicherlich 20 Jahre und länger her. Ich war riesiger Michael-Jackson-Fan, bin ich auch heute noch. Aber damals war ich geradezu besessen. Ich habe nicht nur diverse CDs gekauft. Ich hatte jede Menge DVDs und Blu-Rays von Konzerten und Musikvideos. Sogar eine Videokassette war dabei. Die Älteren werden sich noch an diese steinzeitliche Technologie erinnern. Darauf war der Kurzfilm »Ghosts«. Zu der Zeit war sogar noch ein entsprechender Player am kleinen Fernseher angeschlossen, womit man sich diese ansehen konnte. Natürlich durften etliche Poster nicht fehlen. Dann kam der Prozess 2005.

Bereits im Vorfeld habe ich angefangen, Zeitungsschnipsel und Nachrichten, Ausschnitte aus Magazinen und dergleichen zu sammeln. Es gab Sonderausgaben und es wurde über alles Mögliche, was diesen Prozess betraf (oder auch manchmal nur tangierte), berichtet. Wenn ich also sage, dass ich eine umfangreiche Sammlung rund um die Person Michael Jackson hatte, dann meine ich das multimedial und sie war äußerst umfangreich. Wie es aber manchmal so läuft, wenn man älter wird, ändern sich die Interessen. Zumindest werden manche weniger wichtig. Deshalb habe ich irgendwann die ganzen Sachen in eine Kiste gepackt und im Keller verstaut. Es kam ein Umzug, die Kiste wanderte natürlich mit, aber wanderte erneut in den Keller. Dann kam Tag X.

Eigentlich war der Keller recht ordentlich und gut organisiert. Es sah vielleicht nicht danach aus, aber alles hatte seinen Platz und wir hatten ein Konzept. Leider sahen die Mäuse das genauso und fühlten sich scheinbar in den Räumen wohl. Mit diversen Mitteln und Fallen haben wir versucht, es wieder unter Kontrolle zu bringen. Es waren nicht viele, aber ein paar reichen auch schon aus, um Chaos anzurichten. Wie wir später feststellen würden, haben sie sich in diversen Kisten und Kartons eingenistet. Damals waren wir noch nicht so clever und haben ausschließlich Plastikkisten verwendet. Vom Umzug blieben diverse Kisten aus Karton übrig. Warum diese nicht verwenden? Das war der große Fehler. Vieles war angefressen, zerstört oder sonst wie verunreinigt. Zwar betraf es nur drei Kartons oder so, trotzdem waren diese voller Erinnerungen, Andenken und Zeug aus der Jugend. Darunter eben auch meine umfangreiche Michael-Jackson-Sammlung. Vielleicht hätte man noch etwas retten können. Aber es war ekelig und so wurde alles entsorgt.

Ich hatte die CDs gerippt und meiner iTunes-Bibliothek einverleibt, also hatte ich weiterhin Zugriff auf die Alben. Außerdem kamen Streaming-Dienste immer mehr auf, was den Besitz von CDs sowieso überflüssig zu machen schien. Doch angespornt durch diverse YouTube-Videos und Reddit-Foren bin ich heute auf der Suche nach diversen Musikalben. Ich durchstöbere eBay nach Konvoluten, Willhaben und andere Gebrauchtwarenläden. Ich möchte meine Musiksammlung wieder herstellen. Denn wie es scheint, war nicht nur Michael Jackson unter den Opfern der Mäuse. In der Kiste waren scheinbar auch all meine anderen CDs. Ich habe mir sogar ein externes Laufwerk für den Mac gekauft, um die Musik in einer entsprechenden Software ordentlich verwalten zu können. Aber warum sich die Mühe machen, diese CDs zu suchen und zu kaufen? Ist das nicht zu altmodisch?

Musik zu besitzen, physische Medien in der Hand zu haben, ist etwas Besonderes. Ist es nur das nostalgische Gefühl oder steckt vielleicht mehr dahinter? Natürlich sind Dinge wie Apple Music oder YouTube Music gut dafür, neue Dinge zu entdecken, aber besonders Klassiker und Alben, die man gerne in der Jugend gehört hat, möchte ich doch als physisches Medium haben.

Ich überlege sogar, ob ich mir einen gemoddeten iPod Classic bestellen soll. Mit neuem Akku und SSD ausgestattet, scheint dieser wunderbar zu laufen. Es gibt sogar ein Open-Source-Betriebssystem »Rockbox« dafür, welches einen ähnlichen Look & Feel wie das alte Betriebssystem hat. Ich habe früher nie einen iPod besessen. Ich hatte zwar diverse MP3-Player, aber nie einen iPod. Warum das so ist, daran vermag ich mich nicht mehr zu erinnern. Aber vielleicht ist es also an der Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen. Für 2026 habe ich also doch noch ein neues, altes Hobby für mich entdeckt: Musik. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Ich werde auf jeden Fall davon berichten.

28 Zeiteinheiten später

Es ist der letzte Dienstag des Jahres 2025. Ich hatte Urlaub. Wie bereits die vergangenen Tage war es grau und nebelig. Es schneite. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, einen sehr langen Spaziergang zu machen und gute Podcasts zu hören. Aber was macht man den restlichen Tag über? Richtig: gute Filme schauen. Oder vermeintlich gute Filme. Auf Apple TV gab es »28 Years Later« im Angebot, auf Disney+ »28 Weeks Later« im Abo inklusive und »28 Days Later« konnte man sich überall günstig ausleihen. Also habe ich mir einen gemütlichen Nachmittag und Abend mit Zombies gemacht.

Bisher hatte ich lediglich »28 Weeks Later« gesehen. Das war allerdings schon wieder sehr lange her. Ich hatte nur mehr vage Erinnerungen. Den ersten beiden Filmen kennt man ihr Alter deutlich an. Bei Horrorfilmen dieser Art ist es allerdings der Stimmung zuträglich. Die Unschärfe, das Filmrauschen, das Look & Feel tragen zu einer Art Found-Footage-Look bei. Es wirkt unheimlicher, undeutlicher. Man wird mehr in den Bann dieser düsteren Welt gezogen. Es schadet natürlich auch nicht, wenn ein Meister wie Danny Boyle hinter der Kamera sitzt und Alex Garland das Drehbuch schrieb.

Ich mag die Struktur der Filme. Jeder Film zeigt uns einen neuen Zeitabschnitt. Es wird am Anfang kurz zusammengefasst, was passiert ist. Dann fokussieren wir uns allerdings nicht auf das große gesellschaftliche Bild, sondern konzentrieren uns auf wenige Charaktere. Wie gehen die Menschen mit dem Virus um? Wie wehren sie sich gegen die Zombies? Wie überlebt man in einer solchen Welt? Der erste Teil muss natürlich erst noch alles einführen. Es hilft, dass unser Protagonist, gespielt von Cillian Murphy, aus einem Koma erwacht und sich erst in dieser Welt zurechtfinden muss. Er ist quasi wir, die Zuschauer*innen. Es ist fast schon eine Trope im Genre. Denn »The Walking Dead« machte etwas sehr Ähnliches in der ersten Ausgabe. Der erste Comic der berühmten Zombie-Reihe von Robert Kirkman erschien ein Jahr nach »28 Days Later«. Danny Boyle und Alex Garland haben also nicht nur Zombies in den Mainstream gebracht, sondern nebenbei die erste Szene für die Zombie-Reihe schlechthin inspiriert.

Der zweite Teil macht einen Zeitsprung von knapp 6 Monaten. Wir wissen nicht, was mit unserem Protagonisten aus dem ersten Teil passiert ist, und das finde ich gut so. Jeder Teil steht für sich. Die Perspektive wechselt zu anderen Charakteren. Interessant ist, dass der neue Protagonist, den wir zu Anfang kennenlernen, kein Held ist. Kein aufopfernder Ehemann und Vater. Er hat seine Frau einfach zurückgelassen und nimmt sich wichtiger, als er ist. Man kann ihm das vorwerfen, aber was würde man selbst in dieser Situation tun? Langsam wird er von seinen Kindern als Protagonist des Films abgelöst. Imogen Poots und Mackintosh Muggleton spielen ihre Figuren gekonnt und werden hervorragend von Jeremy Renner unterstützt. Ich wusste gar nicht mehr, dass Hawkeye in dem Film mitspielt. Dieses Mal darf er aber ein Scharfschützengewehr verwenden und muss sich nicht mit Pfeil und Bogen wehren. Das bleibt den Charakteren des dritten Teils überlassen.

23 Jahre nach dem ersten Teil haben wir letztes Jahr den dritten Teil der 28-Reihe bekommen. Erneut zeichnen sich Danny Boyle und Alex Garland dafür verantwortlich. Es trägt zu einer besonderen Seherfahrung bei, wenn man alle drei Teile hintereinander schaut. Außerdem hatte ich den Vorteil, dass ich keinerlei Erwartungen an den Film hatte oder auch nur ahnte, was mich erwarten würde. Ich habe keinen Trailer gesehen und mich nicht mit den Kritiken beschäftigt, als der Film herauskam. Umso positiver war ich überrascht, dass »28 Years Later« die Geschichte gekonnt weiterdenkt. Es ist kein großes gesellschaftskritisches Werk, obwohl man sicher Dinge hineininterpretieren kann, wenn man sich mehr mit britischer Popkultur und dergleichen auskennt. Ich fühlte mich auf jeden Fall stets hervorragend unterhalten.

Anfangs dachte ich, es wird eine Art Buddy-Movie zwischen Aaron Taylor-Johnsons Charakter Jamie und dessen Sohn Spike, gespielt von Alfie Williams. Dabei ist Alfie Williams‘ Charakter Spike derjenige, der den Film trägt. Und das als Schauspieler von gerade einmal 14 Jahren zu tun, ist eine herausragende Leistung. Natürlich gibt es diverse Nebencharaktere, die dabei unterstützen. Etwa Jodie Comer als seine Mutter Isla und Ralph Fiennes als Dr. Ian Kelson. Eine Starbesetzung, die ihresgleichen sucht. Beide überzeugen immer wieder durch ihre Feinfühligkeit und schaffen emotionale Szenen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. »28 Years Later« ist ein großartiger Film, der mich nicht nur als atmosphärischer Horrorfilm abgeholt hat, sondern der mit seiner schonungslosen Brutalität schockiert. Trotzdem bleiben die Charaktere im Fokus. Natürlich ist der Film auch noch wunderschön anzuschauen.

Ich habe nach Betrachtung des Films feststellen dürfen, dass Mitte Januar gleich die Fortsetzung herauskommt oder demnächst im Kino laufen sollte, wenn dieser Text hier erscheint. Die beiden Filme wurden scheinbar back-to-back gedreht. Eine schöne Überraschung. Vielleicht muss ich dafür ins Kino gehen. Ich würde gerne wissen, wie es mit Alfie und der Siedlung weitergeht. Außerdem haben spannende neue, bunte Charaktere die Bühne dieser Welt betreten, bevor der Abspann über den Bildschirm flimmerte.

Die »28«-Filme sind bei weitem keine perfekten Filme. Aber sie unterhalten doch auf sehr hohem Niveau. Besonders der erste Teil hat Zombies so richtig populär gemacht und ist ein Meilenstein. Damit kann der dritte zwar nicht mithalten, trotzdem sind immer wieder kreative Einfälle dabei. Danny Boyle und Alex Garland bleiben sich selbst und ihrer Welt treu. Ich mag auch das Sounddesign der Filme sehr gerne, das zu der dichten Atmosphäre beiträgt. Quasi nebenbei bekommt man noch traumhafte Bilder einer schrecklichen Welt serviert, was das Gesamtpaket schön abrundet.

Cancel Culture

Beim Stöbern durch Online-Buchabteilungen ist mir ein vermeintlich kleines, violettes Büchlein aufgefallen. Wie man es von Edition-Suhrkamp-Büchern kennt, ist das Cover recht schlicht gestaltet. Darauf zu lesen sind nur zwei Dinge: der Name des Autors und der Titel des Buches: Adrian Daub; Cancel Culture Transfer – Wie eine moralische Panik die Welt erfasst. Etwas widerwillig habe ich es in den Warenkorb gelegt und bestellt. Doch die Neugierde hat dann doch gewonnen.

Warum habe ich es widerwillig bestellt? Weil ich »Cancel Culture« schon nicht mehr hören kann. Vor allem scheint jeder eine andere Definition des Begriffs zu haben. Rechte, intolerante Idioten verwenden den Begriff genauso, wie linke Einfaltspinsel, und alles, was dazwischenliegt, wirft ebenfalls mit dem Begriff um sich. Aber was steckt wirklich dahinter? Selbst die Beispiele, die für diese moralische Panik herangezogen werden, scheinen oft an den Haaren herbeigezogen. Ich frage mich immer wieder: Stimmt das wirklich? Ist das so passiert? Gibt es Quellen oder noch mehr Beispiele? Gibt es wirklich eine Tendenz in die eine oder andere Richtung? Deshalb hat die Neugierde schließlich gewonnen und ich habe das Buch gelesen. Auf das, was mich zwischen den Buchdeckeln erwarten würde, war ich nicht vorbereitet.

Adrian Daub hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Wahrscheinlich hat jede*r unterschiedliche Herangehensweisen an Bücher. Egal, ob es Sachbücher sind oder Belletristik. Manchmal macht man sich Notizen, markiert Stellen und tritt in einen Dialog mit dem Buch. Manchmal ist es aber auch so, dass ich einfach nur vor mich hin lesen möchte. So habe ich es bei diesem Buch getan. Deshalb ist es ganz angenehm, dass Daub immer wieder gewisse Kernelemente wiederholt. Das ist der Struktur des Buches geschuldet. Denn der Autor des Buches nähert sich dem Thema »Cancel Culture« aus unterschiedlichsten Richtungen. Von der Herkunft als Diskursobjekt, über die Wortherkunft und Geschichte des Begriffs hin zu einer ausführlichen Analyse, wie das Phänomen entstanden ist. Manchen mag das etwas zu viel sein, aber ich finde es eine angenehme und sogar notwendige Zerlegung des Begriffs. Des Weiteren ist das Buch gespickt mit Beispielen und gut geschriebenen Analysen.

Wer sich auch nur annähernd für das Phänomen »Cancel Culture« interessiert, dem würde ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Adrian Daub zerlegt Stück für Stück alles, was je über diese irrsinnige Diskussion gesagt oder behauptet wurde. Vieles, was immer wieder als Beispiel für »Cancel Culture« durch die Medien getrieben wird, wie eine Dorfkuh, ist oft Jahrzehnte her und/oder nicht so passiert, wie es dargestellt wird. Das hat oft vielerlei Gründe. Sei es „lost in translation“, da viele Beispiele aus den USA stammen und manche Medien es mit der Überprüfung dieser Fälle nicht so genau nehmen oder es eben falsch verstehen. Manchmal werden scheinbare Fakten 1:1 übernommen, obwohl nichts dahintersteckt. »Cancel Culture« hat eine jahrzehntelange Geschichte, die immer wieder in neuem Gewand daherkommt. Sei es »politische Korrektheit« oder »Cancel Culture« – es steckt im Grunde dasselbe dahinter.

Es hilft natürlich auch, dass es nicht die eine Definition der Begriffe gibt. Oft kann man aus dem Kontext schließen, was eventuell gemeint ist, aber wirklich sicher kann man sich nicht sein. Deshalb ist das Buch von Adrian Daub so ein Genuss. In knapp 350 Seiten wird die komplette Debatte zerlegt, auf den Kopf gestellt und ihres mythischen, panischen Status beraubt. Es sollte wirklich zu einer Pflichtlektüre werden. Vielleicht wappnet es auch für zukünftige Diskussionen und dafür, dass man sich selbst nicht von der moralischen Panik anstecken lässt. Man kann etwas gelassener und standfester agieren und reagieren.

Maria Theresia

Am Wochenende war ich mit Freund J. einen Tag in Wien. Anlass war das Musical »Maria Theresia« der Vereinigten Bühnen Wien. Fünf Jahre war das Musical in Entwicklung, bis es das Licht der Welt erblickte und nun regelmäßig vor einem ausverkauften Saal aufgeführt wird. Die Besetzung ist durchweg hochkarätig. Es war für mich die erste Aufführung einer VBW-Produktion, die ich im Ronacher sah. Ich wurde nicht enttäuscht. »Maria Theresia« ist bis jetzt eine der besten Bühnenperformances, die ich erleben durfte.

Ich wusste nicht genau, was mich erwarten würde. Natürlich habe ich mir vorher durchgelesen, was in den beiden Akten passiert, sodass man nicht ganz verwirrt ist von den ganzen Personen und Namen. Man kennt natürlich die Geschichte. Trotzdem kann es in einem Musical verwirrend sein, wenn man nicht alle Details der Songs mitbekommt und auf die Nuancen achtet. Doch darüber hätte ich mir keine Sorgen machen müssen. Die Aufführung ist bis ins letzte Detail durchdacht. Jeder Charakter hat ein eigenes Farbschema, was etwa die Kleidung anbelangt. So kann man jeden sehr einfach erkennen. Außerdem haben einige Charaktere eigene musikalische Themen, die ihre Ankunft ankündigen. Besonders das Thema von Friedrich II. von Preußen gefällt mir äußerst gut. Es hat etwas Düsteres und Aggressives. Ich würde es fast mit dem »Imperial March« vergleichen (Darth Vaders Thema aus Star Wars).

Die Songs und die Musik haben mich alle durchweg abgeholt. Es kommen immer wieder unterschiedliche musikalische Genres zum Einsatz oder werden durchmischt und erschaffen so eine einzigartige Erfahrung. Der Cast ist atemberaubend gut, und das, obwohl wir an diesem Nachmittag die Zweit- und teils Drittbesetzung sahen. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Es bringt mich eher dazu, dass ich irgendwann noch einmal eine Abendvorstellung besuchen und die anderen Castmitglieder sehen möchte. Jede und jeder auf der Bühne bekommt ihren oder seinen Augenblick im Rampenlicht. Sei es ein kleines Solo zwischendurch oder ein Ensembleauftritt, der einzelne Charaktere immer wieder ins Zentrum stellt. Selten ist es, dass mich eine Show so fesselt, wie »Maria Theresia«.

Historisch, soweit ich das beurteilen kann, orientiert sich das Musical an den geschichtlichen Ereignissen. Sie haben lange recherchiert, hatten eine historische Expertin für die Habsburger an ihrer Seite und gaben sich Mühe, alles so nahe an der Realität wie möglich darzustellen. Das merkt man dem Musical auch an. Selbst wenn die Musik und die Choreografie modern sind, wirkt stets das Klassische mit. Dazu trägt auch die Bühne an sich bei. Die Technik, die sich hinter der Bühne verbirgt, ist gewaltig. Mit einfachen Transformationen können sehr viele Locations und Zeiten dargestellt werden. Charaktere werden zueinander positioniert, sodass man ihre Hierarchie in der Szene versteht und um was es zwischen den Zeilen geht. Auf der anderen Seite werden mit vergleichsweise einfachen Mitteln gewaltige, einprägsame Bilder geschaffen, die ich so schnell nicht vergessen werde. Ein Genuss sondergleichen. Dazwischen gibt es Parkour-Einlagen, Auftritte im Publikum und Songs, die Ohrwurmpotential haben.

»Maria Theresia« ist ein absolutes Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Es zeigt die nicht immer unkritische Seite einer Frau, die so viel für Österreich geschaffen und erreicht hat. Reformen, die wir heute noch spüren und leben. Es feiert ihr Leben, ihr Schaffen, zeigt ihre Kämpfe und Herausforderungen, denen sie sich stellen musste. Es betont die Opfer von Maria Theresia, die notwendig waren, damit sie so regieren konnte, wie sie es tat. Eine Kaiserin, wie es Österreich danach nicht mehr hatte. Man möchte nach der Show noch mehr über sie wissen, noch mehr von ihr lesen und sich eingehender mit ihrer Person auseinandersetzen. Zumindest geht es mir so. Und wünscht sich, dass die Show länger gedauert hätte. Einfach großartig.

Silksong – Bis zur Unendlichkeit

Ich habe schon so einige Male über Silksong geschrieben. Dass ich das Spiel großartig finde, muss ich also nicht wiederholen. Ich habe mich dazu entschieden, meinen ersten Durchlauf erst einmal für beendet zu erklären. Der finale Boss ist besiegt und das optionale Zeug hole ich später einmal nach. Doch nach knapp 50 Stunden benötige ich nicht nur eine Pause, sondern möchte anderen Spielen die Möglichkeit geben, mich ebenfalls so in den Bann zu ziehen. Ich habe von den letzten Stunden ein paar Eindrücke gesammelt, die ich hier zusammenfasse. Die Punkte sind nicht speziell geordnet, nur habe ich sie in drei Kategorien aufgeteilt: das Finale (was das Finale von Akt 2 meint), die Zeit danach und noch ein paar abschließende Gedanken. Offensichtlich werde ich ungehemmt spoilern.

Finale

  • Ich habe knapp über 40 Stunden gebraucht, um ins Finale zu kommen. Wobei ich hier noch Vorbereitungen für das optionale Ende getroffen habe. Für gut 20 € also eine gewaltige Ausbeute und es gibt noch sehr viel mehr zu entdecken.
  • Zu diesen Vorbereitungen gehörte unter anderem, den wohl nervigsten Boss des gesamten Spiels zu besiegen. „Optionales Ende“ heißt natürlich, dass man es nicht machen muss, aber dabei lässt man einen großen Teil des Spiels liegen. Und wie auch schon beim Vorgänger heißt das für mich, dass ich es machen möchte.
  • Silksong ist wahrlich kein einfaches Spiel. Nicht nur Bosse haben mich Nerven gekostet, in manchen Gebieten jagte ein frustrierender Moment den nächsten. Das Finale hat mich allerdings wieder versöhnt. Es ist episch.
  • Wenn man viele optionale Parkour-Passagen, Gebiete und Bosse bestreitet, ist man hervorragend für den Boss von Akt 2 und damit die eigentliche Geschichte vorbereitet. Für das eigentliche Ende habe ich nur einen Versuch benötigt, für das optionale Ende zwei. Das hat mich etwas überrascht. Es fühlte sich aber trotzdem gut an. Hier hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass sich all die hart erlernten Lektionen der vergangenen Stunden wirklich ausgezahlt haben.
  • Silksong ist ein Wahnsinnsspiel und wenn das Finale von Akt 2 das Ende gewesen wäre, wäre ich damit mehr als fein gewesen. Doch es gibt noch den „geheimen“ dritten Akt.

Zugabe und Endzeitstimmung

  • Den Boss von Akt 2 kann man auf zwei Arten besiegen. Entweder man besiegt das Wesen, das die Bewohner*innen von Pharloom heimsucht, und bindet dessen Kraft und wird selbst zur Herrscherin (die es hoffentlich besser macht). Oder man baut eine Falle und versucht, diesen Zyklus zu durchbrechen. Doch damit macht man es erst einmal für alle schlimmer. Die Falle ruft die Schatten, die wir bereits aus dem Vorgänger kennen, und reißt das gesamte Reich ins Dunkel. Nun muss man Pharloom also erneut befreien, von einem Fluch, den wir quasi verursacht haben.
  • Der Start von Akt 3 ist fantastisch gemacht. Mehr sage ich dazu nicht. Man sollte es selbst erleben. Ich hatte Gänsehaut. Team Cherry hat großartige, kreative Ideen, die ich so noch nicht gesehen habe.
  • Nach all den Strapazen von Akt 1 und besonders Akt 2 meint man vielleicht, das Spiel verstanden zu haben; es zu kennen. Doch Team Cherry weiß um diesen Hochmut. Augenblicklich wird man auf den Boden der eigenen Unfähigkeit zurückgerissen. Der Schwierigkeitsgrad in Akt 3 zieht noch einmal deutlich an.
  • Es gibt eine gewisse, obligatorische Parkour-Passage. Man muss dabei aus dem Abgrund flüchten. Ich musste am ersten Abend mit zitternden Händen das Steam Deck auf die Seite legen, sonst hätte ich es wahrscheinlich zerbrochen. Dafür klappte es am nächsten Tag beim zweiten Versuch. Unfassbar. Aber als Connaisseur von Spielen aus dem Soulslike-Genre kennt man das.

Abschließendes

  • Auch wenn man sich viel über den Schwierigkeitsgrad von Silksong aufregen könnte, so ist es nun einmal das Spiel, das uns Team Cherry präsentiert hat. Man muss nicht alles beim ersten Mal sehen, erleben oder schaffen. Es ist okay, zu sagen, dass es fürs Erste genügt. Ich bin froh, Akt 2 beendet und das eigentliche Ende des Spiels erlebt zu haben. Alles Weitere hole ich später nach.
  • Bevor ich mich an Silksong herangewagt habe, spielte ich Hollow Knight. Den Vorgänger habe ich lange Zeit außer Acht gelassen, bis er mich vor ein paar Monaten doch gepackt hat. Wenn man die Spiele mehr oder weniger direkt hintereinander spielt, ist der Schwierigkeitsgrad von Silksong nicht überraschend, sondern eine natürliche Entwicklung dieses Gameplays.
  • Die Welt von Hollow Knight ist durch Silksong ein großes Stück gewachsen. Ich bin gespannt, ob wir noch mehr Spiele aus dieser Welt, dieser Mythologie bekommen. Vielleicht wird es ja eine Trilogie. Ich würde gerne noch weitere Einträge sehen. Erst einmal schließe ich dieses Spielekapitel und wende mich anderen zu. Es wird aber nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich Hollownest oder Pharloom durchstreift habe.